„Wie ist dieses Comic zu verstehen?“, fragt Qais Aburok in der letzten AStA-Sitzung sichtlich erregt. „Ich möchte gerne mit dem Zeichner sprechen. Der soll mir das mal Zeile für Zeile vorlesen und erklären, wie das zu verstehen ist“. Um dieses Comic

geht es:

Zum Vergrößern auf das Comic klicken.

Wer am vergangenen Montag die AStA-Sitzung besuchte, musste sich festhalten. Die Gäste waren teils enttäuscht, teils wütend. Die Kritik entflammte sich am neuen Tapir im aktuellen „Wintermoritz“. Der „Winter-“ beziehungsweise „Sommermoritz“ ist der kostenlose Uni-Kalender, der von den Moritz-Medien in jedem Semester neu aufgelegt wird. Der Tapir sorgte schon häufiger für Aufsehen, da er stets auf dem schmalen Grad zwischen Gesellschaftskritik und politischer Unkorrektheit entlang schrammt.

Vier Studenten muslimischen Glaubens und der Referent für Ausländerfragen Hussein Al-Haushaby äußerten teils scharfe Kritik. Der Comic verletzte die Gefühle der Muslime und diskreditiere sie. Außerdem würde der Comic die Integrationsversuche von Studenten aus islamischen Ländern zunichte machen und die üblichen Vorurteile gegenüber Muslime verstärken. Vor allem, das Muslime gefährlich seien und zu Terrorismus neigen. Zuvor hatten sie sich bereits an den Rektor gewendet.

„Das Comic ist das genaue Gegenteil“

Zoran Vasic, der zu Gast auf der AStA-Sitzung war, versuchte die Gemüter zu beruhigen: Der Comic sei nicht anti-muslimisch, sondern das genaue Gegenteil. „Mir ist es auch erst beim zweiten Lesen aufgefallen, aber dann ist es recht eindeutig“, so Zoran, der früher u. a. AStA-Referent für Soziales und Wohnen war und jetzt im Senat der Universität sitzt. Er weist vor allem darauf hin, dass die Massenvernichtungswaffen im Schrank nach dem Schild „nur für Menschenrechtsverletzungen“ eingesetzt werden dürfen. Dies sei eine klare Kritik an den USA, so Zoran, die Terroristen fürchten, selbst aber im Besitz der meisten Massenvernichtungswaffen sind.

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Diese Kritik an den USA wird erneut im unten Bereich des Comics aufgegriffen: Im „amerikanischen Verhör“ wird ein (muslimischer?) Gefangener mit einem Schweißbrenner gezwungen, ein

Geständnis abzulegen. Dies könne man als Kritik an Guantanamo und am Abu-Ghuraib-Gefängnis interpretieren. Selbst die vom Tapir geäußerte Verwechslung von Moslems und Vampiren sei eine Kritik an der westlichen Welt, die vor allem mit Vorurteilen und ohne Wissen argumentiere. Die „Feinde der Freiheit“, seien deshalb nicht die Muslime, sondern die Amerikaner selbst.

Am Ende der AStA-Sitzung einigt man sich auf einen gemeinsamen Gesprächstermin zusammen mit den Moritz-Chefredakteuren und Kai-Uwe Makowski. Der zeigte sich gegenüber dem webMoritz von der Kritik überrascht. Er sei aber offen für eine kritische, öffentliche Diskussion und gab uns auch die Erlaubnis den Comic hier erneut zu veröffentlichen.

Kommentare

  1. Domasch    

    in ordnung, aber grenzwertig…weil man genau weiß, dass nicht nur moslems sehr gereizt auf dieses thema (karrikaturen d. Red.) reagieren!
    auch wenn ich zoran vasic zustimme und eher die kritik an den usa erkenne, wäre es daher doch sinnvoll diese anders zu verpacken!

  2. Seb    

    Auf der anderen Seite: So erreicht er eben eher was er will: Die Leute diskutieren drüber. So ein „normales“ US-kritisches Comic, dass man gleich als solches erkennt, will doch keiner lesen?

  3. Ferrugem    

    es tut mir leid, aber ich kann mich beim besten willen an keinen tapir erinnern, den ich auch nur ansatzweise als „lustig“, „interessant“ oder „inhaltsreich“ klassifizieren könnte. der versuch scharf-politisch zu sein scheitert immer wieder auf üble, geschmacklose weise.

    der tapir ist aber keine obligatorische institution im print-moritz !! es hat mich schon immer gewundert, warum der sich so lange hält, wahrscheinlich spielen da kontakte eine wichtige rolle.

    daher schlage ich vor zu einen wettbewerb aufzurufen und die moritz-leser mitentscheiden zu lassen. es gibt mit sicherheit intelligente und talentierte comicverfasser, die die gestaltung der letzten moritzseite gerne übernehmen würden. es muss ja auch nicht gleich wieder ein 100jahre-dauervertrag sein. vielleicht könnte man von jedem für gut befundenen autor ein paar comics in folge veröffentlichen. und sollte der tapir darunter sein … nein, das sollte mich doch arg wundern.

  4. Paul    

    Gut gewollt allein macht noch nichts gutes! Der Tapir ist geschmacklos und wird von mir schon seit längeren bei der moritz-Lektüre links liegengelassen. Die Satire erschließt sich nicht und spricht auch die Wenigsten an. Moritze, spart euch die Seite, denn witzig ist anders, und greift den Vorschlag von Ferrugem auf!

  5. exkeks    

    @Ferrugem:
    Also ich find den „Tapir“ gut. Einer der wenigen Gründe in den Moritz zu schauen.
    Kann mir aber auch sehr gut vorstellen, dass er bei einer Abstimmung nicht doll abschneiden würde. Viele können sicher mit solchem Humor nicht viel anfangen. Der Vorwurf der Geschmacklosigkeit ist dagegen Polemik der langweiligsten Sorte.

  6. Jan Peter    

    Vorab: „auf dem schmalen GraT“ sollte das heißen.

    Weiterhin: Ist das denn so schwer zu verstehen? Für mich ist vollkommen offensichtlich, dass in diesem Comic jene lächerlich/negativ dargestellt werden, die den Islam bzw. dessen Anhänger als böse verteufeln. Und _nicht_ Muslime selbst.

    Zur Qualität der Tapir-Comics… also (schallend) lachen kann ich bei ihnen nicht, lustig würde ich sie nur ansatzweise nennen. Dennoch sind sie als Satire einigermaßen gehaltvoll. Und geschmacklos? Nicht mal annähernd, verglichen mit dieser Tageszeitung mit den 4 großen Buchstaben.
    Etwas frischer Wind im Moritz wäre aber wohl auch ganz gut, daher finde ich den Vorschlag mit anderen Comiczeichnern gar nicht schlecht.

  7. Eric    

    Okay, Muslime darf ich jetzt also nicht kritisieren, aber Amerikaner?

  8. Marcus Unbenannt    

    Mal abgesehen davon, dass auch ich zu denen gehöre, die sich an kaum einen humorvollen Tapir erinnern können, scheint der Künstler das Konzept des Klischees nicht ganz zu verstehen. Indem er das Thema „Islam“ mit dem Thema „Terrorismus“ verknüpft, bestärkt er genau dieses Klische, da kann er’s ironisch meinen, wie er will.
    Sollte das Teil als US-Kritik zu verstehen sein, find ich’s im übrigen billig. Von daher verwundert es mich fast, dass sich noch kein Student US-amerikanischer Herkunft beschwert hat. Selbst wenn ich den Höhepunkt industrieller Menschenvernichtung durch das Dicher- und Denkervolk während der „dunklen Zeit“ mal beiseite lasse, bleibt immer noch der Umstand übrig, dass Deutsche nicht nur Massenvernichtungswaffen in die Kriegsführung eingeführt haben (Stichwort: Chlorgas), sondern deutsche Firmen auch zu allen Zeiten gut an der massenvernichtungstechnischen Aufrüstung diverser Schweinediktaturen mitverdient haben. Wer hat Saddam denn seine Chemiewaffenfabriken gebaut? Und während über all das in diesem unseren Lande fröhlich hinweggegangen wird, diskutiert man jenseits des großen Teiches seit 60 Jahren leidenschaftlich und ernsthaft darüber, ob die beiden einzigen Einsätze von Massenvernichtungswaffen durch die USA legitim waren.
    Nach diesem spontanen Ausbruch von Anti-Antiamerikanismus komm ich nun aber zum wichtigsten Punkt: Um es mit Volker Pispers zu sagen: „Wir haben Meinungsfreiheit, hier muss man nicht einmal nachdenken, bevor man etwas sagt.“ Was für Politiker gemeint war, muss natürlich auch für Kabarettisten gelten. Daher bin ich dagen, den Tapir zu zensieren, nur weil er schlecht ist. Wie wärs denn statt dessen mal mit nem Comic-Contest: Bei den nächsten Stupa-Wahlen besteht der Wahlmoritz nicht nur aus ner Kandidatenvorstellung, sondern zusätzlich aus nem special mit so vielen verschiedenen Comic-Zeichnern wie sich auftreiben lassen. Und neben den Wahlurnen für die Gremienwahlen gibts auch noch ne Abstimmung darüber, welche Comics zukünftig im Moritz erscheinen sollen. Vielleicht hebt das sogar die Wahlbeteiligung auf beiden Seiten. Wär doch mal was.
    Und außerdem könnte man die gelegentlich auftretenden Debatten um die Tapire mal zum Anlass nehmen, einen Schwerpunkt zu Anti-islamismus, Anti-Semitismus, Anti-Amerikanismus, Anti-Kommunismus und Anti-Wasweissichismus an unserer Uni und in der Gesellschaft zu machen. Da gibts bestimmt ne Menge zu zu sagen.

  9. Er Forderlich    

    Interessant finde ich an erster Stelle, dass sich Moslems sofort auf den Schlips getreten fühlen, sobald Muslime in einem Comic auftauchen. Zumal in diesem Fall eindeutig ist, dass sich dieses Comic eben *nicht* gegen Muslime richtet. Ganz im Gegenteil.

    Sehr bezeichnend m.E. auch, dass andere dem in nichts nachstehen und dieses Comic als geschmacklos bezeichnen. Etwa weil hier die Wahrheit in satirischer und ironisch überspitzter Form dargestellt wird?

    Wer auch immer das Comic gelesen und nicht verstanden hat, kann anscheinend nicht lesen.

    Ja, dieses Comic zeigt die Wahrheit. Und die dafür gewählte Form ist nicht nur ein künstlerisch gängiges Mittel, sondern m.E. sogar zwingend erforderlich.

    Ein großes Dankeschön daher an Kai-Uwe Makowski.

  10. Florian Bonn    

    also im vergleich zum comic aus dem aktuellen moritzheft is der doch relativ harmlos.

      1. Fabian Freiberger    

        Finde das Comic im Oktober-Moritz auch deutlich provokanter.
        Hitlervergleiche und Genozide in dieser Form zu thematisieren ist ja wohl das Letzte!

        Muss jetzt doch noch drauf hinweisen, dass auch in der AStA-Sitzung am 13. Oktober der Name des „Großen Diktators“ (Satire auf Adolf Hitler – siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gro%C3%9Fe_Diktator) gefallen ist. Es wurde kein eindeutiger Verlgeich gezogen und trotzdem bin ich etwas zusammengezuckt.

        Greeez

        1. Arik    

          Verdammt, ich mußte grad lachen. Schon wieder – sowas blödes!

  11. ptr    

    Ich muss Marcus da zustimmen, eine (mehr oder minder, aber doch so weit) freie Gesellschaft muss auch sowas wie die Tapir-Comics aushalten. Ob Geschmacksfragen per Mehrheitsentscheid entschieden werden sollten, gerade dieser Tage wird ja thematisiert, was das Primat der Quote dem Fernsehen antut, insofern halte ich das für den falschen Weg (wobei mir ein Comic über das ich lachen kann lieber wär).

  12. Wissender    

    Langweilig, der Karikaturenstreit ist jetzt auch mehr als ein Jahr her. Schön das er endlich in Greifswald angekommen ist, da sind wir als Studierendenschaft und Speerspitze der Gesellschaft auf der Höhe der Zeit. :sleeping:

  13. Johannes    

    *Schnarch*……….. liebe hochschul-öffentlich aktiven Studenten, allein die Tatsache, dass ihr diese Diskussion tatsächlich meint führen zu müssen, beleidigt euren Intellekt….
    …kaum zu glauben, wer heutzutage alles Abitur bekommt und dann noch in Hochschulgremien gewählt wird….

    (Wer wundert sich da noch über geringe Wahlbeteiligung…)

    1. Sebastian Jabbusch    

      ist doch eine schöne Tradition :biggrin:

      1. Johannes    

        Na wenigstens ist der Sepp ein wenig selbstironisch 🙂

        1. stephan    

          das allerdings auch nur in den kommentaren…
          aber ich kann mich dir nur anschließen: die vermeintlich intellektuellen studenten enttarnen sich in dieser causa mal wieder auf wundervollste art und weise selbst.

  14. Thomas    

    Wo besteht zwischen dem Tapir und Intellekt eine Verbindung? Die müsst mal ein Leser aufzeigen.

    @ Sebastian, Johannes & stephan: Wenn auch sonst nichts mehr geht: Selbstironie geht immer!

  15. Kai-Uwe Makowski    

    Und hier die Stellungnahme des verantwortlichen Kreativen:

    Schauen wir uns erst mal an, welche Ziele ich mit meinen Cartoons verfolge:
    Zum einen will ich natürlich gute Unterhaltung bieten. Deswegen bedaure ich auch, wenn manche Leser meine Art von Humor nicht verstehen.
    Denen sei aber gesagt: ihr seid eine Minderheit, eine unbedeutende Randgruppe.

    Zum anderen benutze ich meine Cartoons als Sprachrohr und gelegentlich auch als Waffe, denn die Feder ist ja bekanntlich mächtiger als das Schwert.

    Gegen wen richte ich diese Waffe? Gegen jeden, der es meiner Meinung nach verdient hat.

    Betrachten wir unter diesen Voraussetzungen den aktuellen Cartoon: Hier richte ich meine Waffe gegen a) islamistische Terroristen und b) amerikanische Barbaren. Das sind nämlich die „Feinde der Freiheit“.

    Ich kenne den Herrn Zoran Vasic nicht, aber seiner Analyse meines Cartoons im Text weiter oben habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen. Somit kann ich wohl annehmen, dass ich doch sehr präzise die beiden genannten Gruppen angegriffen habe. Da gibt es nichts falsch zu verstehen, es sei denn, man will das unbedingt.

    Über die muslimischen Studenten, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen, kann ich mich nur wundern. Gestern haben die Taliban im Namen Allahs fünf Kinder (und zwei deutsche Soldaten) in die Luft gesprengt. DAS wäre ein Grund sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt zu fühlen. Das wäre ein Grund auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren und sich von diesen „Glaubensbrüdern“ öffentlich loszusagen. Passiert dies? Ich habe nichts dergleichen gehört.

    Hier meine Aufforderung an die Muslime: Hört auf euch mit meinen Cartoons und meiner Meinungsfreiheit herumzuschlagen. Das ist ein Kampf den ihr nicht gewinnen könnt.
    In der freien, offenen Gesellschaft, in der wir hier leben, müsst ihr Satire hinnehmen, auch wenn ihr nicht Willens oder in der Lage seid, diese zu verstehen.

    Zeigt uns lieber mal, dass der Islam eine friedliche und tolerante Religion ist. Davon merkt man nämlich nur wenig. Das Gegenteil ist eher der Fall, wie man an der aktuellen Diskussion ja sieht.

    1. karl    

      sehr richtig. ich kann dir nur zustimmen, wenngleich ich bemerken muss dass es schon vorkommt, dass sich muslime von den terroristen distanzieren. sie mögen es vieleicht nicht in einer öffentlichen demo tuen,( was vieleicht ganz hilfreich wäre, um ein eindeutiges zeichen zu setzen) aber ich bin mir sicher, dass sie es auch für unrecht halten, was gerade wieder in afghanistan geschehen ist.

  16. fleischervorstadtblog    

    dein statement finde icht gut. deine letzten 3 absätze kannst du dir klemmen!

    für karikaturen, so unlustig ich sie auch finde! für die freiheit! aber gegen islamophobie!

  17. Arik    

    Da Kai-Uwe sich bemüßigt fühlt, hier Stellung zu beziehen, sei von meiner Person auch eine Stellungnahme nicht fehl am Platz, obschon diese natürlich nicht abschließend seitens der (Chef-)Redaktion des Magazins sein soll:

    Als Chefredakteur prüfe ich den zu veröffentlichenden Inhalt auf seinen redaktionellen Gehalt, seine rechtliche Relevanz und die sprachliche Richtigkeit.

    Was den Tapir betrifft: Der Meinung des Rektorats entsprechend, die ich hier als unterstützendes Argument anführe, ist die rechtliche Relevanz des Tapirs nicht problematisch. Der Hinweis von Alexander Schulz-Klingauf in der StuPa-Sitzung vom 21. Oktober 2008 ist insofern „nett“, aber nicht substantiiert oder konkret einschlägig. Hinsichtlich der sprachlichen Richtigkeit ist mir beim Tapir kein Fehler aufgefallen.
    Was den redaktionellen Gehalt betrifft: man kann über Karikaturen, Satire oder Persiflagen streiten, denn ihr Sinn erschließt sich gerade in komplexen Bereichen nicht jedem und thematische Hemmschwellen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Den kleinsten gemeinsamen Nenner in bezug auf diese Hemmschwellen bildet unsere Rechtsordnung und seitens dieser bestanden und bestehen keine Probleme. Die individuell unterschiedliche Ausprägung eines satirischen Verständnisses oder Geschmacks kann aber grundsätzlich kein Argument dafür sein, sich nicht mit problematischen oder komplexen Themen in einer satirischen Form auseinanderzusetzen. Konkret wurde und wird der Tapir mit meiner stellvertretenden Chefredakteurin und weiteren anwesenden Redakteuren des Magazins besprochen, letzten Endes auch durch die Geschäftsführung „abgesegnet“. Durchaus wurde schon hier und da der Tapir als recht „scharf“ beurteilt, grundsätzlich problematisch erschien er bisher aber nicht. Vielmehr setzt er sich in meinen Augen kritisch, satirisch und persiflierend mit problematischen Themen auseinander. Viele schätzen ihn dafür, manche nicht – man kann darüber diskutieren, schlecht ist er aber deshalb noch lange nicht, denn Satire ist stets ein Wandeln in schwierigem Gelände.
    Grundsätzlich ist es also so, dass der Tapir einen redaktionellen Gehalt besitzt und rechtlich nicht problematisch ist.

    Zur möglichen weiteren Diskussion: Frederic Beeskow, Präsident des Studierendenparlamentes hat die beteiligten Personen zu einer Gesprächsrunde in bezug auf den Tapir eingeladen. Sofern sich dort keine Lösung des „Problems“ abzeichnet, wird der Herausgeber erneut aktiv werden müssen. Dies ist das StuPa.

    Gegenüber dem StuPa ist meine Position klar: Das StuPa hat die Rechtsaufsicht, aber grundsätzlich nicht die Fachaufsicht – und kann sie auch nicht haben. Ließe man zu, dass das StuPa erneut in bezug auf den Tapir-Comic ohne irgendeine rechtliche Problematik tätig wird, übt es eine Fachaufsicht gegenüber der Redaktion des Moritz-Magazins aus. Ein solcher Eingriff bricht Bahn für weitere Eingriffe in einen – nach unserem Selbstverständnis – fachlich notwendigerweise weisungsungebundenen Teil der Studierendenschaft. Die freie Presse versteht sich allgemein als vierte Gewalt und ist „im normalen Leben“ nicht ohne Grund – und zumindestens dem Grundgesetz nach – unabhängig von den drei anderen Gewalten und besonders geschützt. Man muss hoffen, dass dieser Grundsatz in Zukunft von einem Herausgeber, der in dieser besonderen akademischen Ausnahmekonstellation zugleich Gesetzgeber und Geldgeber ist, ausreichend und differenziert berücksichtigt werden wird, um seinem akademischen Niveau gerecht zu werden.

    Sofern das Studierendenparlament als Vertretung der Gesamtheit der Studierenden beschließt, trotzdem in bezug auf den Tapir-Comic erneut tätig zu werden, werde ich dem natürlich entsprechen, da ich in meiner Funktion seitens des StuPa in solchen Fällen weisungsgebunden bin.

    Als Mensch würde ich es begrüßen, wenn eine offene, deeskalierende und verständige Diskussion weiterhin ihren Lauf nimmt. Schon beim ersten Hinweis in bezug auf Beschwerden muslimischer Studierender seitens des AStA-Referenten Hussein am 6. Oktober 2008 haben wir ihn und andere eingeladen, für eine Diskussion unsere Redaktion aufzusuchen und in Hinblick auf die muslimischen Studierenden ihn auch angeregt, dass diese selbst redaktionell tätig werden können. Bisher hat uns noch niemand aufgesucht. Trotzdem kam mir hier und da zu Ohren, dass uns pauschal vorgeworfen wird, „diskriminierend“ und „rassistisch“ zu sein.

    Der aktuelle Wintermoritz ist allerdings der erste Wintermoritz, in dessen Monatsplaner die Feiertage aller großen Glaubensgemeinschaften gleichberechtigt nebeneinander verzeichnet stehen. Der aufmerksame und verständige Leser möge sich seine eigene Meinung bilden.

    1. Oliver Wunder    

      Das finde ich, ist ein wirklich gutes Statement und nachvollziehbar. Schade ist es, dass das Gesprächsangebot nicht wahrgenommen wurde. Gerade, wenn man sich über etwas aufregt, sollte man dann ein angebotenes Gespräch nutzen und nicht weiter unzufrieden in der Masse rummurren. Vielleicht finden sich ja jetzt nach der Diskussion hier doch noch Personen, die diskutieren wollen und vielleicht einen anderen Termin wahrnehmen wollen.

  18. W. Anderson    

    Lobpreiset den Humanisten Platzek!!! Wer als Verantworlicher einen Genozit-Tapir absegnet oder in seinen Reihen einen Zeichner mit deutlich islamophobier Ausrichtung duldet, sollte nicht als selbsternannter Humansisten über alle anderen thronen. Mit dem Tapir im Wintermoritz und im aktuellen moritz wurden Grenzen überschritten – Nicht nur die des geschmacklich Vertretbaren!

    1. Kai-Uwe Makowski    

      Genozit? Humansisten? islamophobier?

      Was studiert dieser W.Anderson wohl?

      1. Johannes    

        der studiert nicht. der hat unmöglich abitur.

        …sonst würde entsprechende Person nämlich realisieren, dass der Comic durch seine Satire vor allem eins kritisch aufgreift: omnipräsente, undifferenzierte, also von schwarz-weiß-denken dominierte Islamfurcht, die machtpolitisch missbraucht werden kann und wird…

        Insofern verstehe ich auch nicht, Kai-Uwe, warum du dich auf diese Diskussionsebene herablässt und eine möglicherweise Verletzung der Gefühle der Moslems (bzw. zuvor der Juden) überhaupt verteidigtst.

        Die Comics kann man eigentlich nicht anders verstehen, als das dass diskriminierende Klischee selbst satirisch, und damit kritisch(!), dargestellt wird.
        Ich kann nicht fassen, wie vielen Kommilitonen die gedankliche Ebene der Ironie völlig zu fehlen scheint.
        Das bloße Aufzeigen von rassistischen Weltbildern durch ein satirisches Comic ist doch selbst noch nicht rassistisch!
        Das ganze unterscheidet sich deswegen auch wesentlich von dem großen Karikaturenstreit des letzten Jahres. Dort wurde der Islam – soweit ich weiß – direkt persifliert. (Was meiner Meinung nach auch möglich sein muss, aber das steht auf einem anderem Blatt…)
        Und genau deswegen ist jede Diskussion um Kunstfreiheit, Rechts- und Fachaufsicht und Meinungsfreiheit eigentlich schon von vornherein überflüssig, ganz einfach weil der Comic schon inhaltlich falsch verstanden wird. Er ist schlicht nicht „Islam-kritisch“, sondern „Islamphobie-kritisch“.

        Insofern nochmals in Kai-Uwes Richtung:
        Ich habe schon nicht verstanden, warum die Antisemitismusdebatte zusätzlich angeheizt hast, indem du das Klischee selbst mit dem Beispiel der Klagemauer verteidigt hast, obwohl es auch dort nur daran gewesen wäre – die völlig legitime – Darstellung eines antisemitischen Klischees zu verteidigen, nicht das Klischee selbst. Es ist doch schließlich wohl kaum deine persönliche Meinung, dass Juden „immer Jammern“ und Moslems „alle Terroristen“ sind….
        Genausowenig zielführend ist daher auch der aktuelle Bezug zu den Selbstmordattentätern in obigen Beitrag. Damit kippst Benzin in eine Flamme, die eigentlich nur ein Strohfeuer ist, weil die ganze Debatte schon im Ausgangspunkt null inhaltliche Substanz hat.
        Deine Comics selbst jedenfalls erscheinen mir da jedenfalls deutlich treffender als deine Verteidigung. (Was ein bischen schade ist)

        Und an unsere muslimischen Komilitonen: Ich habe verständnis dafür, wenn bestimmte gedankliche Konstrukte wie Ironie und Sarkasmus für andere Kulturkreise verwirrend sind. Und ich finde es auch richtig auf die Gefühle von anderen Rücksicht zu nehmen.
        Aber im Gegenzug kann man auch erwarten, dass überhaupt versucht wird kulturelles Schaffen wie es in unserem Kulturkreis üblich ist, so zu verstehen wie es gemeint ist!
        Es nicht um die Grenzen des Humors. Nicht um Geschmack. Hier geht es einzig und allein um inhaltliches Verständnis.

        Dieser Comic verteidigt den Islam deutlich mehr als dass er ihn angreift. Sehr traurig wenn Betroffene dies nicht realisieren und anti-islamischen Ressentiments durch Schaffung eines unnötigen Konflikts noch zusätzlich in die Hände spielen…

  19. Arik    

    Liebe/r W.

    Dann zitiere ich mal vielleicht noch ein bißchen:

    „Sagen Sie mal, haben Sie noch alle auf der Latte? Primitivität in einem Maß, das die kommunistische Religionsbekämpfung dagegen eine Kleinigkeit war. Ihre Beiträge sind nichts als Hetze, ich wünsche, Sie ernten eines Tages die Früchte Ihrer „Aufklärungsarbeit“. Martin Brunnemann“

    „ihr behinderten deutschen seit ja alle nicht ganz dicht wie es mir scheint! aber das wissen wir doch eh alle! so einer wie der typ der das geschrieben hat gehört normalerweise gehängt und ausgeweidet.“

    „Bin gespannt, wie lange dieser Dumpfsinn noch weiter geht. Mit Satire kann man einiges rechtfertigen, aber nicht alles. Würde mich nicht überraschen, wenn in Kürze eine Klage eingeht oder der Presserat berechtigterweise eingreift. Selten so einen debilen Schwachsinn gesehen. Der SPIEGEL auf dem hintersten Abstellgleis des Intellekts… Mit freundlichen Grüßen Martin Schwaiger“

    gefunden als Leserbrief bei http://www.spiegel.de/spam/

    Auch unsere Redaktion würde sich weiterhin über Zuschriften freuen!

  20. F.    

    Ein Text aus dem Internet.

    Der Zeichner der Karikaturen
    „Es macht schon beklommen, dass man als Zeichner von Karikaturen in dieser freien Kultur als mutig bezeichnet wird, nur weil man es wagt, die kritikwürdigen Punkte am Islam und vieler ihrer Anhänger dieser Religion abzubilden.
    Aber soll man sich deshalb feige zurückhalten, wie viele unserer Politiker es bislang taten (und noch tun) um unbequemen Konflikten aus dem Wege gehen? Wo würde das hinführen? Es ist, als würde man es sich an einem Feuer gemütlich machen wollen, das eigentlich schon das eigene Haus verzehrt.
    Wenn man sich mit dem Denken vieler sehr religiöser Muslime beschäftigt, kann man nachvollziehen, warum für sie eine Kritik am Islam einer Gotteslästerung gleichkommt.
    Ein trauriges Beispiel dafür ist nun gerade aktuell in der Presse: In Afghanistan hat ein junger Student für Journalistik einen humorvollen Aufsatz von einer iranischen Webseite herunter geladen, in dem gefragt wurde, wie es sein könne, dass ein Mann mehrere Frauen heiraten könne, eine Frau aber nur einen Mann.
    Diesen Text hatte er seinen Mitstudenten gezeigt. Dafür wurde er angezeigt und jetzt zum Tode verurteilt worden, und zwar nicht von extremistischen Taliban, wie man denken sollte, sondern von einem regulärem islamischen Gericht, dass sich nach den offiziellen Gesetzen des Staates richtete und das Vergehen des Studenten als Beleidigung des Propheten wertete.
    Das Urteil entspricht dem Gesetz der Scharia und der Logik von stark gläubigen Moslems für die es natürlich ist, dass Gottes Gesetz, die Scharia, über dem weltlichen Gesetz steht.
    Hoffentlich wird es den Vereinten Nationen gelingen, das Todesurteil noch abzuwenden – der Student ist 23 Jahre alt.
    Eben dieser islamischen Logik folgten auch die radikalen Moslems, die gerade in Dänemark festgenommen wurden. Sie wollten einen der 12 Zeichner der so genannten Mohammed-Karikaturen ermorden – Kurt Westergaard.
    Kurt Westergaard hätte sich nicht vorstellen können, dass er mit seinen harmlosen Karikaturen in eine Lage manövriert werden würde, in der er um sein Leben fürchtet. Noch lebt er, wie auch die anderen Karikaturisten, unter Polizeischutz in Dänemark, aber ihm ist bewusst, dass die Gefahr für sein Leben noch lange Zeit anhalten wird, aber wie er sagt ist seine Angst nun dem Ärger und der Empörung darüber gewichen, dass diese Verrückten auch im friedlichen Dänemark so eine Macht haben.“

    Trotzdem ist die Karikatur keine Kritik an den Islam! Sondern eine Kritik an den Terrorismus und den Amerikanern!

    1. Johannes    

      Der beitrag wirkt reichlich unseriös, erst recht ohne Quellenangabe…
      Und ist außerdem nicht zielführend, aber was red ich mir eigentlich den Mund fusselig…. wer denken kann ist klar im Vorteil….

  21. Ferrugem    

    Oh mann, weniger Stellungnahmen und bessere Comics bitte !

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