Bereits gestern berichtete der webMoritz über den Gremienkandidaten Alexander Wilhelm Schmidt, dessen Senatsbewerbung, aus bisher noch ungeklärten Gründen nicht in der Wahlbroschüre auftauchte. Zudem hatte die Liberale Hochschulgruppe (LHG) angegeben, Schmidt sei zwar Mitglied, trete aber nicht offiziell für sie an.

Alexander Wilhelm Schmidt
Im Internet finden sich zudem diverse Hinweise auf Schmidts politische Vergangenheit in der Partei “Die Republikaner”. Demnach war Schmidt direkt beteiligt an der Gründung des Kreisverbandes Leipzig, dort Schriftführer und ebenso Landesjugendbeauftragter der Republikaner.
Die Republikaner wurden 1983 von ehemaligen CSU-Ministern in München gegründet und bezeichnen sich selbst als rechtskonservativ. Von 1992 bis 2006 tauchte die Partei immer wieder in verschiedenen Berichten des Verfassungsschutzes auf. Die Republikaner gelten zwar gemeinhin als die moderateste Partei im äußeren rechten Spektrum, machte aber dennoch immer wieder mit fragwürdigen Werbekampagnen und Slogans auf sich aufmerksam. („Arbeit für Olek – Hartz IV für Deutsche?“, “Das Boot ist voll” – Quelle: Wikipedia).
Alexander Schmidt hatte diesen Teil seiner politischen Vergangenheit in seiner StuPa-Kandidatenvorstellung (die in der Wahlzeitung zu finden ist) nicht aufgeführt. Im Gespräch mit dem webMoritz erklärte er jedoch, er wolle “offen mit seiner Vergangenheit umgehen”. Er bezeichne sich selbst als freiheitlich-mitte-rechts und habe mit dieser Einstellung durchaus Anknüpfungspunkte bei den Republikanern gefunden. Er habe jedoch im Laufe der Zeit festgestellt, dass es in der Partei verfassungsfeindliche Tendenzen gebe, die seiner eigenen, freiheitlich-demokratischen Einstellung zuwider liefen. Darum sei er Anfang 2008 ausgetreten und habe sich im Anschluss bei den Liberalen engagiert.
Ob Schmidts Vergangenheit der Grund dafür sein könnte, dass die Liberale Hochschulgruppe betont ,er sei keiner ihrer offiziellen Kandidaten, ist derzeit unklar. Er selbst hatte sich von diesem Schritt der LHG überrascht gezeigt.
Auch der Fleischervorstadtblog berichtete heute über Alexander Schmidt, und sprach, zunächst mit dem Verweis auf dessen Ziele im Studierendenparlament, eine “Nichtwahlempfehlung” aus. Kurze Zeit darauf erfolgte ein Update, das auch auf Schmidts Zeit bei den Republikanern einging.
Update – 9. Januar, 3:30 Uhr
Auf seinem Internetblog schmidt-spricht.de nimmt Alexander Schmidt in einem längeren Statement Stellung zu den Vorwürfen. Dort heißt es unter anderem:
Richtig ist, dass ich Mitglied der Partei „Die Republikaner“ war. Falsch jedoch ist die Annahme, dass ich jemals radikale Positionen vertreten habe. (…)
Dafür stehe ich – dafür stehen meine Leitlinien, die ich kurz mit „Einfach menschlich“ plakativ darstellen möchte. Dazu gehört auch, dass eine Fehlentscheidung, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren muss und die keinem anderen Menschen jemals Schaden zugefügt hat nicht mit einer Hetzjagd beantwortet wird. In diesem Sinne bin ich gern bereit jede offene Frage zu mir und meiner Person zu beantworten – ich würde mich freuen, wenn ihr mit mir Kontakt aufnehmt(…)
Neben seiner Vergangenheit bei den Republikanern erläutert er auch seine Wahlziele, die auf dem Fleischervorstadtblog ebenfalls kritisiert worden waren. In seiner StuPa-Bewerbung erklärt er unter anderem er wolle künftig “keine gesonderten Veranstaltungen für Frauen” und fordert “die Abschaffung des Gleichstellungsreferats”. Dazu schreibt er:
Dabei müssen wir erkennen, dass jahrelang ein falscher Weg beschritten wurde. Man meinte durch die Sonderstellung bestimmter Gruppen, wie den Homosexuellen oder auch Frauen, indem man ihnen aufgrund eines menschlichen Merkmals die Orientierung zu einer Gruppenidentität vorschrieb, eine Gleichbehandlung gegenüber scheinbar stärkeren Mehrheitsgruppen garantieren zu können. - Das Gegenteil ist die Konsequenz aus diesem Handeln. Durch die Sonderstellung erreicht man keine Gleichstellung, da „gleich“ schlicht eine identische Behandlung und Wertung zu garantieren vermag. Das Gleichtstellungsreferat und seine dahinterstehende Denkstruktur definieren leider Menschen aus der Gemeinschaft aller heraus.
Bild: privat














