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Rathaus_Aussenansicht_November-Simon-VoigtEin Artikel von David Vössing und Marco Wagner

Das Projekt „Heimathafen Greifswald“, in der für den Erstwohnsitz in Greifswald sowie für die Umzugsbeihilfe geworben wurde, scheint erfolgreich gestartet zu sein. Dabei zahlt sich die Wiedereinführung der Umzugsbeihilfe nicht nur für die Studenten, sondern auch für die Stadt Greifswald aus. Insgesamt haben sich 702 Studenten bei der Sondermeldestelle im Rathaus mit Hauptwohnsitz in Greifswald angemeldet. Diese Entscheidung trafen im letzten Jahr nur 280 Studierende und damit dieses Jahr mehr als doppelt so viele.

Insgesamt nutzen 799 Studenten dieses Mal die Möglichkeit, sich in der Sondermeldestelle im Rathauskeller an- oder umzumelden, sei es mit Erst- oder Zweitwohnsitz. Im letzten Jahr machten davon lediglich 503 Studenten Gebrauch. Bei einigen Studenten dürfte zudem die Umzugsbeihilfe in Höhe von 100 Euro inzwischen auf dem Konto sein, hat die Stadt doch bereits 17.000 Euro der hierfür im Haushalt zur Verfügung stehenden 200.000 Euro angewiesen. Bei den Zahlen der Sondermeldestelle wurden die Zahlen des Einwohnermeldeamtes in der Spiegelsdorfer Wende nicht berücksichtigt. Wer seinen Erstwohnsitz in Greifswald anmelden möchte, muss sich daher nun dorthin begeben.

Eine Umzugsbeihilfe erhält jeder Student, der sich mit seinem Haupt- oder Erstwohnsitz in die Universitäts- und Hansestadt Greifswald meldet. Nachdem sie im vergangenen Jahr abgeschafft worden war, brach die Zahl der Ummeldungen nach Greifswald ein. In Folge dessen wurde eine Wiedereinführung derselben von der Bürgerschaft neu beschlossen, nachdem Berechnungen ein positives Ergebnis für die städtischen Finanzen zeigten. So bringt jeder weitere Einwohner der Stadt Greifswald zusätzliche Schlüsselzuweisungen (Gelder des Landes für die Kommunen) von 275 Euro im Jahr. „Wer seinen Hauptwohnsitz nimmt, trägt automatisch dazu bei, dass die Stadt auch weiterhin in die notwendige Infrastruktur investieren und ihren Aufgaben für das Gemeinwohl gerecht werden kann“, zeigt Bärbel Lenuck von der Presseabteilung der Stadt auf, wie die zusätzlichen Mittel verwendet werden können.

Auch die Universität profitiert

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Etwa 1.000 Euro kann die Universität für jeden Studierenden mit Erstwohnsitz erhalten.

Von mehr Studenten mit Erstwohnsitz profitiert aber nicht nur die Hansestadt Greifswald, sondern auch die Institute der Universität. Durch das vom Landesbildungsministerium eingeführte Projekt „Wohnsitzprämie“ erhalten Institute pro umgemeldeten Studenten zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 1.000 Euro, vorausgesetzt, dass sich mehr als die Hälfte aller neu gemeldeten Studierenden eines Institutes mit Hauptwohnsitz in Greifswald gemeldet haben. Die zusätzlichen Gelder teilen sich wie folgt auf: Die Hälfte geht an die Institute, 30 Prozent kann das Rektorat für „allgemeine Maßnahmen“ einsetzen und über die restlichen 20 Prozent darf die Vollversammlung entscheiden. „Wir rechnen mit einem deutlich höheren Betrag als 2012“, äußerte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD), was auch der Kampagne der Studierenden zu verdanken sei.

Für Erik von Malottki, der innerhalb der Studierendenschaft mit am energischsten für die Ummeldung und das Aufziehen der mit der Stadt gemeinsam durchgeführten Kampagne „Heimathafen Greifswald“ warb, sind die ersten Zahlen ein positives Signal. Er ist davon überzeugt, dass dieses Zwischenergebnis ohne die Kampagne nicht zustande gekommen wäre. „Andererseits ist das ein Ergebnis, mit dem wir noch nicht zufrieden sein können. Sollten sich nicht noch eine signifikante Anzahl von Studierenden ummelden, werden wir kaum Geld aus der Wohnsitzprämie generieren können, da wir die 50-Prozent-Hürde nicht überschreiten. Mit allen Folgen, die das angesichts des Haushaltsdefizites der Uni hat“, merkt Erik jedoch nachdenklich an. Auch StuPa-Präsident Milos Rodatos freut sich, dass wieder mehr Studenten entschieden, Greifswald als neue Heimat zu wählen. „Die Stadt und Universität müssen sich jetzt nochmal der Tragweite der Wohnsitzprämie bewusst werden und die Werbemaßnahmen intensivieren“, fährt Milos fort. Es müsse jetzt Aufgabe sein, die restlichen Erstsemesterstudierenden davon zu überzeugen, sich mit dem Hauptwohnsitz nach Greifswald zu melden.

Studenten erhalten zusätzlich auch ein Gutscheinheft

Insgesamt haben sich in diesem Semester rund 2.300 Studierende neu eingeschrieben. Setzt sich der Trend zur Ummeldung in der Spiegelsdorfer Wende in den kommenden Tagen fort, dürfen sich Universität und Stadt in absehbarer Zeit über mehr Geld in ihren Kassen freuen. Neben der Umzugskostenbeihilfe von 100 Euro profitiert jeder Student auch zusätzlich von einem Gutscheinbuch „Heimathafen“ mit einem Wert von 300 Euro. Stadt, Stadtmarketingverein, kulturelle Einrichtungen, Gaststätten, Sporteinrichtungen und der Landkreis Vorpommern-Greifswald stellen es zur Verfügung. Rund 870 Exemplare gingen seit Anfang September an nunmehr echte Greifswalder. Einen ausführlichen Beitrag zum Wohnsitzprämien-Projekt ist in der derzeitigen Ausgabe des Moritz-Magazins zu finden.

Fotos: Simon Voigt (Archiv)

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