Schon wieder schneit es dank Tief Queen und in der gestrigen Unwetterwarnung vom deutschen Wetterdienst heißt es „Bei starkem Wind, in Böen bis Stärke 7, aus Nordost und anhaltendem Schneefall zunächst bis heute Abend 5 bis 10 cm weiterhin Gefahr von starken Schneeverwehungen besonders in Küstennähe.“ und man fragt sich, wo der ganze Schnee noch hin soll.

Schneemassen

Schneemassen

Was tut die Stadt zur Schneeräumung

Dass die Schneemassen weggeschafft werden müssen, ist klar und die Stadt ist verantwortlich für 150 Straßen- und 60 Gehwegkilometer. In den letzten Tagen wurden 200 Tonnen Schnee zum Greifswalder Bauhof geschafft, sowohl vom kommunalen Winterdienst als auch von externen Firmen, die mit Spezialgerät zum Einsatz kamen. Der Bauhof hat einen Fuhrpark von drei LKW und sechs Mulitcars (wendige Kleintransporter), von denen jedoch zwei im Einsatz „in die Knie“ gingen und seitdem ausfallen.

Beim Räumen von Schnee können die Multicar nur im Schritttempo fahren, während beim Aussprühen von Salz eine Geschwindigkeit von 30 km/h möglich ist. Salz ist jedoch Mangelware, da seit dem 30.12.2009 eine Lieferung von 170 Tonnen aussteht. Der Lieferant hat mitgeteilt, dass vorerst keine Kommunen beliefert werden. Deswegen kann die Stadt seit dem 18. Januar nur noch in Kreuzungsbereichen und an sehr gefährlichen Steigungen Salz einsetzen. Derzeit können nur noch Sand und Granulat ausgebracht werden, diese Mittel verfehlen jedoch ihre Wirkung, wenn es wieder darauf schneit oder der Wind den Sand verweht.

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt

Das Entfernen der Eisschicht an Bushaltestellen, Kreuzungs- und Fußgängerüberwegen, Geh- und Radwegen und Regenabläufen kann nur bei Temperaturen um 0 Grad erfolgen, da sonst die Gerätschaften beschädigt werden. Letzte Woche Freitag war diese Voraussetzung erfüllt und dank der vom Stadtförster bereitgestellten Scheibenegge konnte im Ostseeviertel und in der Innenstadt die Eisschicht aufgerissen werden.

Weiter kamen Radlader, LKW und Schneepflüge verschiedener Greifswalder Firmen zum Einsatz. Die Mietpreise für diese Dienste bewegen sich je nach Gerät zwischen 57 und 75 Euro pro Stunde (inkl. Fahrer) und dazu kommen noch Sonntags- und Nachtzuschläge.

Der geräumte Schnee wird zum Bauhof gebracht und muss dort als Abfall entsorgt werden, da der Schnee durch Salz und Sand verunreinigt ist, als Abfall gilt und nicht über den Ryck entsorgt werden kann.

Wann muss ich Schnee räumen?

Auch die Anwohner haben Pflichten, die in der Straßenreinigungssatzung (PDF) in §5 geregelt sind. Dort heißt es, dass „Gehwege einschließlich der gleichzeitig als Radweg ausgewiesenen Gehwege“ freizuhalten sind, der Schnee zwischen 8 und 20 Uhr „unverzüglich nach beendetem Schneefall“ zu entfernen ist und mit abstumpfenden Mitteln (Sand, Kies) zu streuen ist, nicht jedoch mit Salz. Dort ist auch festgelegt, dass die Ablagerung „auf dem an die Fahrbahn angrenzenden Drittel des Gehweges oder des Seitenstreifens“ zu erfolgen ist.

Gehwegräumung

Gehwegräumung

Normalerweise ist der Eigentümer verantwortlich für die Räumung und wer im eigenen Haus wohnt, schippt und streut vor der Tür. Aber auch Mieter können in die Verantwortung genommen werden. Entweder der Vermieter beauftragt einen gewerblichen Winterdienst (die WVG z.B. setzt die eigene Dienstleistungsgesellschaft DLG ein) oder den Mieter direkt, was über eine separate Regelung geschieht oder im Mietvertrag festgelegt ist. Mehr dazu in diesem Artikel.

Kommentare

  1. ret_marut    

    "da seit dem 30.12.2009 eine Lieferung von 170 Tonnen aussteht" – Das sollte mensch sich ruhig mal auf der Zunge zergehen lassen: 170 Tonnen Ware seit über 6 Wochen ausstehend!
    Die Stadt, das hatte der Webmoritz ja schon in einem vorigen Beitrag erwähnt, hat einen Vertrag mit dem Streusalz-Lieferanten, in dem geregelt ist, daß der Lieferant innerhalb von 48 Stunden entsprechend ausgegangenes Salz nachliefern muß.
    Der Lieferant war jedoch offenbar schon beim ersten kleinen Wintereinbruch (Anfang Januar 2010) "out of salt" und scheint dieses Nachschubproblem bis heute nicht in den Griff bekommen zu haben.
    In dem Vertrag wird ja sicher eine Regelung bzgl. Vertragsstrafe stehen. Wird die Stadt jetzt wegen Vertragsbruchs eine entsprechende Klage einbringen?

  2. 007testbild007    

    och jan, warum meckerst Du soviel rum..? Bist Du generell unzufrieden? In der DDR hätts einfach gar kein Salz mehr gegeben, und Ende!… Mir ist aufgefallen, dass diejenigen die am lautesten über Winterprobleme meckern am seltensten nen Schneeschieber o.ä. in der Hand hatten..? Dabei biste doch sonst so aufmerksam. Oder willst Du das falsch verstehen. Man könnte auch aus dem Text lesen, dass vorerst keine Kommunen mehr beliefert werden. Vielleicht weil der Winter ausserplanmässig hart und lange zuschlägt und man bei wirtschaftlicher Kalkulation gern mit den Werten der vergangenen Jahre arbeitet. Aber hätten wir jetzt 400t Salz auf dem Bauhof liegen bei eitel Sonnenschein wäre Dir sicher auch was zum meckern eingefallen. Egal wie man es macht… 😉

    1. _Meyer_    

      ach testbild, warum meinst du, dass ret marut jan heißt? Wenn er so genannt werden wollte, hätte er sich den Namen Jan gegeben, aber anscheinend ist dies nicht der Fall. Nebenbei mag es Selbstverliebte und politisch Naive geben, die ihren Klarnamen hier benutzen und sich dann über persönliche Angriffe beschweren.

  3. mens_sana    

    Wenn man noch (sehr genau) weiß, was unter dem Schnee ist, kann man sowas machen:

    http://www.collegehumor.com/video:1929133
    (Insane 5-Story Snow Jumps)

  4. Hurtz    

    Jan Steyer von der Roten Hilfe (wird vom Verassungsschutz beobachtet)?

  5. CptSubtext    

    Frage: Wohin mit dem vielen Schnee?
    Antwort: Im Sommer ist wieder Klimaerwärmung. Da schmilzt er im Allgemeinen einfach weg.

    Der ist mit Absicht "out of salt" In so einem langfristigen Vertrag kann er das Salz nur zu dem damals niedrigen festgesetzten Preis verkaufen. So riskiert er halt eine Vertragsstrafe und verkauft es aktuell für einen vielfachen Preis an andere Kommunen. Das rechnet sich immernoch. Ein Problem was derzeit viele Gemeinden in Deutschland btw haben.

  6. baltic_sea    

    Das muss mal alles pragmatischer sehen.
    Schließlich leben wir hier in Mecklenburg-Vorpommern! "Straßen eingeschneit? Oooch irgendwann tauts auch wieder…" 😉

  7. baltic_sea    

    Um mal eine Freundin zu zitieren: " ich hab mich noch nie so sehr über den Anblick von Schneematsch gefreut."

  8. ret_marut    

    Dem kann ich mir nur anschließen! 🙂

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