Die “Arndt AG” ist nun auch online

Die „Arndt-AG“, die sich für den Erhalt des umstrittenen Namenspatrons der Universität Greifswald einsetzt, hat seit heute  eine eigene Internetpräsenz. Zurzeit ist die Seite in einigen Bereich noch ohne Inhalt. Thorben Vierkant, Vorsitzender der AG, äußerte sich gegenüber dem WebMoritz dahingehend, dass in den nächsten Tagen weitere Artikel online gestellt werden. Die Seite geht mit reichlich Verspätung an den Start. Immer wieder hatte die Gruppe den Termin verschoben (WebMoritz berichtete), da die benötigten Artikel erst geschrieben werden mussten.

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Screenshot der neuen Homepage

Durch die Auseinandersetzung mit den Werken von Ernst Moritz Arndt soll gezeigt werden, dass er als Namenspatron angemessen ist. Dazu zieht die Gruppe konkret Gedichte und Zitate heran, um sie zu interpretieren und mit den Internetnutzern in einen Dialog zu treten. Im Gegensatz zu den Arndt-Gegnern werden derzeit noch keine Professoren oder Expertenmeinungen herangezogen, um Argumente für den Namenserhalt zu unterstützen. Genau wie bei den Arndt-Gegnern findet keine Kenntlichmachung der Autoren zu den veröffentlichten Artikeln statt. Das Impressum verweist auf Thorben Vierkant, “c/o RCDS Greifswald” als Verantwortlichen.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Internetseite der „Arndt AG“ optisch weniger ansprechend ist und zurzeit weniger Funktionen bietet als die Seite der Kampange „Uni-ohne-Arndt” Internetpräsenz. Wie sich die Seiten in der nun bestehenden Konkurrenzsituation entwickeln werden, bleibt abzuwarten – schließlich haben sich die Arndt-Befürworter erst vor wenigen Wochen und damit mehrere Monate nach den Arndt-Gegnern organisiert und kann im Gegensatz zu den Arndt-Gegnern wohl derzeit noch nicht auf einen Medien-Profi wie Uni-ohne-Arndt-Sprecher Sebastian Jabbusch zurückgreifen.

Vor allem inhaltlich darf man wohl bei beiden Angeboten gespannt sein, welche Argumente jeweils angeführt werden und wie sich beide Seiten gegenseitig wahrnehmen werden. Die „Arndt AG“ hat jedenfalls demonstrativ einen Link zur „Uni-ohne-Arndt-Kampagne“ geschaltet.

Der „Arndt-AG“ fehlt zurzeit noch eine Sammlung mit Argumenten, die für den Namenserhalt herangezogen werden können. Die Gegenpartei verfügt hier über eine klar gegliederte Auflistung von Argumenten, die auch den letzten Zweifler überzeugen soll. Ebenso fehlt ein Newsletter, der über Neuerungen und aktuelle Termine der Gruppe informiert. Bezüglich der Werbung für die neue Internetpräsenz ist nach heutigem Stand auch noch nichts von der Initiative getan worden. Die Gruppe „Uni-ohne-Arndt“ ist mit ihren A4-Blättern an vielen zentralen Punkten der Uni vertreten.

Kommentar von Alexander Kendzia

Ob der Ansatz der „Arndt-AG“ viele Menschen ansprechen wird, ist fraglich. Wenige Nutzer scheinen an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Texten Arndts wirklich Interesse zu haben. Sicherlich wäre  ein sachlicher und wissenschaftlicher Diskurs eine wünschenswerte Entwicklung. Nichtsdestotrotz wird die Arndt-Debatte augenblicklich auf einem eher unwissenschaftlichen und emotionalen Niveau geführt.

Die WebMoritz-Ankündigung über die heutige StuPa-Sitzung löste beispielsweise wie auch schon zuvor die meisten Artikel über die Arndt-Debatte. eine regelrechte Kommentarflut aus, da ein Antrag die Namensfrage behandelt wird. Das Thema Arndt ist und bleibt zumindest für einen Teil der Studierenden höchst kontrovers. Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die neue Seite auf die Diskussion im Internet hat.

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Bilder: Screenshots

moritz 77 – Mai 2009: Was machst Du im Sommer?

moritz-print-mm77-03-editorial-arik-platzekVerehrte Herrschaften!

Unzufrieden mit der Zahl von Zuschriften an unsere Redaktion veröffentlichten wir im letzten Magazin am gewohnten Platz einen wirklich sehr schönen Beitrag, der über die Herkunft und Funktion des Leserbriefes aufklärte. Anhand von Untersuchungen auf Pinnwänden im StudiVZ konnten wir zwar feststellen, dass euch die Lust zum Schreiben nicht grundsätzlich abhanden gekommen ist. Und auch wenn ich keine herzlichen Kommentare über Qualität, Sinn und Zweck der gesichteten Beiträge verliere, führte ein weiteres Ausbleiben von Leserbriefen zu Spekulationen meinerseits. Denn wo vor allem wegen der oft zweifelhaften Qualität von Internetinhalten neuerdings Schulkinder im Umgang mit Medien unterrichtet werden sollen, offenbart sich hier ein möglicher Mangel in euren Schlüsselfähigkeiten – trotz des sehr verschulten Bachelor-Studiensystems, das nicht einmal unser Rektor mag. Gemeint sind Mängel in eurer Medienkompetenz. Diese umfasst schließlich nicht nur die kompetente Rezeption, sondern auch die Fähigkeit zur aktiven Kommunikation. Mit uns und auch sehr gern via E-Mail. Vielen Dank deshalb an Dr. Frank Oliver Sobich für die einzige Zuschrift, wir schätzen das sehr. (mehr …)