Neues (und Altes) zum Semesterstart

Neues (und Altes) zum Semesterstart

Neues Semester und nicht ganz neue Regeln, aber dennoch ein paar Veränderungen. Es gibt eine neue UniApp, Energiesparmaßnahmen müssen ergriffen werden, Corona ist weiterhin präsent, es gibt neue und alte Sprachkurse und Sportkurse, drei neue Studiengänge und Informationen zu den Universitätsbibliotheken und Mensen. Hier erfahrt ihr, was zum Semesterstart wichtig ist.

Die neue UniApp:

Die alte UniApp musste ersetzt werden. Sie wurde bereits zum 1. Juli abgestellt. Die neue offizielle App ist nun UniNow, welche von einem ehemaligen StartUp aus Magdeburg konzipiert wurde. Sie ist bereits seit ein paar Monaten im App Store und in Google Play verfügbar, soll aber erst jetzt zum Semesterstart offiziell starten. Im Moment zeichnet sie sich wohl eher durch viel Werbung und geballte Benachrichtigungen aus. Aber auch Noten, E-Mails, Speiseplan, Kalender, Unibibliothek und Stellenangebote sind abrufbar. Insgesamt erinnert die App an Instagram, denn man kann verschiedenen Accounts folgen und kriegt dann deren Posts zu sehen. Hat man die Benachrichtigungen angestellt, dann wird man informiert, sobald etwas Neues gepostet wurde. Nur leider scheint das von der Uni immer auf einen Schlag zu passieren. Man wird aber auch benachrichtigt, wenn eine neue Note im his eingetragen wurde und sich mit der App synchronisiert hat. Außerdem kann man in zwei Minispielen (Schiffe versenken und Basketball) gegen andere Studierende von anderen Unis antreten – eine neue Beschäftigung für monotone Vorlesungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die App weiterentwickelt. Demnächst wird hier auch ein Artikel dazu erscheinen.

Energiesparmaßnahmen:

Aufgrund des Krieges von Russland gegen die Ukraine ist die Energieversorgung in Europa massiv beeinträchtigt. Russland, das zuvor einen Großteil des Gases lieferte, hat die Gaslieferung seit September komplett eingestellt. Nun muss Deutschland auf deutlich teurere Gasquellen ausweichen. Zurzeit sind die deutschen Gasspeicher bereits zu 94,1 Prozent gefüllt, welche im gefüllten Zustand allein für etwa zwei Wintermonate ausreichen sollten. Aufgrund der dennoch bestehenden Sorge vor einer Gasknappheit und den steigenden Kosten muss auch die Uni Greifswald Energiesparmaßnahmen ergreifen.

Allgemeine Informationen zur Energiekrise:

Folgende Energiesparmaßnahmen werden von der Uni ergriffen:

  • Die Raumtemperatur wird auf 19 °C gesenkt. Eine Anpassung der Gebäudeleittechnik erfolgt.
  • Die werktägliche Heizzeit wird auf 7 bis 16 Uhr beschränkt. Außerhalb davon läuft die Nachtabsenkung (2-3 °C weniger). Ausnahmen können beim Dezernat 2 beantragt werden. Strittige Fälle werden durch die Hochschulleitung entschieden.
  • Die Außenbeleuchtung zahlreicher Gebäude wird dort, wo keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit besteht, abgestellt.
  • Klima- und Raumluftanlagen werden angepasst. Ein verringerter Einsatz senkt den Energieverbrauch.
  • Benennung von Energiebeauftragten für einzelne Gebäude

Zudem ist dieses Wintersemester in Präsenz geplant und die Uni lehnt ein Energiekonzept ab, das das Arbeiten von zu Hause aus vorsieht. Demnach wird sich für die Studierenden vorerst wenig ändern.

Außerdem wurde ein Energie-Krisenstab gegründet, der die Planung für eventuelle Krisen-Szenarien übernimmt.

Weitere Informationen zu den Energiesparmaßnahmen der Uni:

  • Dieser webmoritz.-Artikel informiert über den Krisenstab.
  • Dieser webmoritz.-Artikel fasst die Informationen aus der Pressekonferenz mit der Rektorin Frau Prof. Dr. Riedel und dem studentische Prorektor Hennis Herbst zusammen.
  • Auf dieser Seite der Uni informiert die Uni selbst zu den Energiesparmaßnahmen.

Corona-Regelung:

Auch wenn sich inzwischen wieder ein Gefühl von Normalität einpendelt und die Pandemie geradezu in den Hintergrund rückt, sind die Coronazahlen immer noch, bzw. wieder hoch. Die 7-Tages-Inzidenz in Deutschland liegt aktuell bei 800 und in Vorpommern-Greifswald bei 971 (Stand: 12.10.2022). Die Zahlen steigen wieder verstärkt an, wobei in Deutschland zurzeit die Omikron-Untervariante BA.5 dominiert. Gegen diese Variante haben viele Menschen durch Impfung oder überstandene Infektion einen guten Immunschutz, weshalb durch eine von dieser Variante geprägten Welle keine übermäßige Belastung der Krankenhäuser erwartet wird. Allerdings gibt es weltweit derzeit eine Vielzahl weiterer Varianten, welche auch nach Deutschland kommen können. Kurzum, wir haben noch immer eine Pandemie und dementsprechend angepasste Regelungen an der Uni.

Allgemeine Informationen zur Pandemie in Deutschland:

Der Corona-Krisenstab der Uni existiert noch immer und trifft sich weiterhin wöchentlich, um zu beraten und, wenn nötig, notwendige Maßnahmen einzuleiten.

Aktuelle Hygieneregeln an der Uni:

  • Aktuell besteht in den Räumen der Universität, sowie in den Bibliotheken, keine Maskenpflicht und keine Abstandsregelungen.
  • Es wird darum gebeten, in den Innenräumen freiwillig eine OP- oder FFP2-Maske zu tragen und auch sonst weiterhin vorsichtig zu sein.

Am 2. November, von 9 bis 16 Uhr, gibt es die Möglichkeit, sich im Konferenzraum im Unihauptgebäude mit einem der Covid-19-Impfstoffe impfen zu lassen. Dabei wird auch der neue, angepasste Impfstoff zur Verfügung stehen. Bei Interesse muss ein Termin über smartimer gebucht werden, der Link ist in einer E-Mail vom Corona-Krisenstab vom 4. Oktober zu finden.

Weitere Informationen zum Coronavirus an der Uni:

Neue und altbewährte Sprachkurse:

Es werden für Studierende aller Fachbereiche verschiedene Sprachkurse vom Sprachenzentrum angeboten. Diese sind kostenlos, wenn sie in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgesehen sind. Sind die Kurse nicht curricular oder wahlobligatorisch vorgesehen, so kostet ein Semesterkurs mit 2 SWS 22 Euro und ein Semesterkurs mit 4 SWS 40 Euro. Zudem kommen im Anschluss des Kurses noch Gebühren für die Zeugnis-/Zertifikatsprüfung hinzu.

Dieses Semester werden Kurse folgender Sprachen angeboten: Arabisch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

Viele Kurse sind inzwischen schon voll, aber es gibt noch freie Plätze in den Kursen Arabisch A2, Italienisch A2, Japanisch A2, Russisch A2 und B1, sowie Spanisch B1 und B2.

Für die Kurse kann man sich hier über das Selbstbedienungsportal anmelden. Die fakultativen Kurse sind dabei für Studierende, für die ein Sprachkurs nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgesehen ist und diesen freiwillig machen. Die curricularen Kurse hingegen sind für Studierende, für die ein solcher Sprachkurs in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgesehen ist.

Weitere Informationen zum Sprachenzentrum:

Sportkurse:

Der Hochschulsport bietet wieder eine Vielzahl an Kursen an. Diese finden in Präsenz oder auch digital statt und gehen jeweils vom 17.10.2022 bis zum 29.01.2023.

Freie Plätze gibt es zur Zeit noch in folgenden Kursen: Abschalten und Energie tanken mit Kampfkunst, Aikido, Aqua Fitness, Athletik Pur, Baseball (Vereinstraining), Basketball (Kurse: Freies Spiel und Uni-Liga), Bewegte Pause, Bouldern (Kurse: Fortgeschrittene und Gesund Bouldern), Brazilian Jiu Jitzu, Klinikclownerie, Core-Training, Cricket (Indoor), Cross Training, Drachenboot, Early Bird Workout, Fitnessstudio Flat, Fußball, Gesellschaftstanz (Kurs: F2), Resilienztraining, Handball (Vereinstraining), Jugger, Karate (Kurs: F), Lauftreff (Kurs: F), Leichtathletik (Vereinstraining), Orientalischer Tanz, Performance-Körpertheater-Ausdruckstanz, Präventionskurs im Winter, Qigong, Roundnet (Spikeball), Rugby, Salsa, Seilklettern, Sportplatz Flat, Stretching, Taichi, Tobezeit (für Familien), Ultimate Frisbee, Ultimate Frisbee (Vereinstraining), Volleyball (Kurs: Freies Spiel), Volleyball (Vereinstraining), Yoga und Yogilates

In diesem webmoritz.-Artikel und auf der Seite des Hochschulsports findet ihr mehr Informationen dazu. Die Anmeldung zu den Sportkursen erfolgt hier. Inzwischen finden auch wieder Turniere und Hochschulmeisterschaften statt. Informationen dazu gibt es ebenfalls auf der Seite des Hochschulsports.

Neue Studiengänge:

Der neue Lehramtstudiengang Deutsch-Polnisch binational:

Der zehnsemestrige Double Degree Studiengang befähigt zum Lehren der Fächer Deutsch und Polnisch an deutschen Gymnasien und an polnischen Grundschulen (Klassen 4 bis 8) und weiterführenden Schulen. Dabei findet das Studium zu ungefähr gleichen Teilen an der Uni Greifswald und der Uni Szczecin (Polen) statt. Die Studierenden erhalten nach Abschluss sowohl das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien des Landes Mecklenburg-Vorpommern, als auch das polnische icencjat und den magister. Unterrichtssprachen sind Deutsch und Polnisch, weshalb bereits zu Studienbeginn ein Polnisch- und ein Deutsch-Nachweis vorgelegt werden muss. Der Studiengang ist NC-frei und startet ab dem Wintersemester 2022/23. In dieser Medieninformation und auf dieser Seite der Uni findet ihr mehr Informationen zu diesem Studiengang.

Der neue Masterstudiengang Bioeconomy:

Dieser Wirtschaftsstudiengang fokussiert auf der Nutzung biologischer Ressourcen für eine nachhaltige Wirtschaft. Dabei besteht der viersemestrige Studiengang neben wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern aus naturwissenschaftlichen Fächern im Bereich der Biotechnologie. Besonderer Schwerpunkt wird dabei auf ländliche und küstennahe Räume, bzw. den Ostseeraum gelegt. Dieser Studiengang richtet sich an Bachelor-Absolvent*innen der Biochemie, Biologie, Pharmazie, Geographie, BWL, VWL, Agrar- und Forstwirtschaft und ähnlichen Fächern. Hauptunterrichtssprache ist Englisch, wobei Deutsch weitere Unterrichtssprache ist. Der Studiengang ist NC-frei, aber es wird ein Englisch-Nachweis benötigt. Start ist das Wintersemester 2022/23. In dieser Medieninformation und auf dieser Seite der Uni findet ihr mehr Informationen zu diesem Masterstudiengang.

Der neue Masterstudiengang Infection Biology & Immunology:

Dieser forschungsorientierte Masterstudiengang richtet sich an Bachelor-Absolvent*innen der Biologie, Biochemie, Humanbiologie und ähnlichen Fächern. Neben Kenntnissen der Infektionsbiologie, Immunologie, Biotechnologie und Biophysik werden auch Kenntnisse der Versuchstierkunde und Ethik vermittelt. Dabei arbeitet die Uni mit dem Friedrich-Loeffler-Institut und dem Helmholtz Institut für One Health zusammen. Der viersemestrige Masterstudiengang startet im Wintersemester 2022/23. Hauptunterrichtssprache ist Englisch, wobei Deutsch weitere Unterrichtssprache ist. Der Studiengang ist NC-frei, aber es wird ein Englisch-Nachweis benötigt. In dieser Medieninformation und auf dieser Seite der Uni findet ihr mehr Informationen zu diesem Masterstudiengang.

Universitätsbibliotheken:

Die zentrale Unviersitätsbibliothek, die Bereichsbibliothek und die alte Universitätsbibliothek sind geöffnet. Wer also der kalten Wohnung entfliehen oder das ein oder andere Buch ausleihen möchte, findet zu fast jeder Zeit eine geöffnete Bibliothek. Allerdings werden diese im Rahmen der Energiesparmaßnahmen ebenfalls auf gerade mal 19 °C geheizt. Die Pflicht zum Tragen einer Maske und die Abstandsregeln sind zurzeit ausgesetzt. Vor dem ersten Ausleihen muss ein eigenes Passwort für das Benutzerkonto eingerichtet werden. Das geht unter diesem Link. Auch wenn die Bücher je nach Fachgebiet auf die Bibliotheken verteilt sind, können die Arbeitsplätze und Carrels in den Bibliotheken von Studierenden jeglicher Fachrichtung genutzt werden.

Zentrale Universitätsbibliothek:

Hier finden sich diverse Medien zu den Fachbereichen Allgemeines, Psychologie, Geschlechterforschung, Recht, Wirtschaft, Geografie, Geologie, Mathematik/Informatik, Physik, Chemie, Pharmazie, Biologie, Medizin, Technik, Sport, Kunst.

Zudem sind hier viele Arbeitsplätze auf vier Etagen (Erdgeschoss miteingerechnet), 24 Einzelcarrels sowie vier Gruppencarrels (für 2 bis 10 Personen) zu finden. Die Einzelcarrels und Gruppencarrels können durch Hinterlegung des Studierendenausweises an der Servicetheke während der gesamten Öffnungszeiten ausgeliehen werden.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 23 Uhr und am Wochenende von 9 bis 23 Uhr
  • Servicezeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr

Bereichsbibliothek:

Hier finden sich diverse Medien der geisteswissenschaftlichen Fachgebiete und der Theologie, als da wären: Allgemeines, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Theologie, Philosophie, Pädagogik, Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaften, Klassische Philologie, Germanistik, Fennistik/Skandinavistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik/Baltistik, Ethnologie, Klassische Archäologie, Politologie, Soziologie, Geschichte.

Zudem sind hier 256 Arbeitsplätze, 12 Einzelcarrels und 3 Gruppencarrels (für 2 bis 6 Personen) zu finden. Die Einzelcarrels und Gruppencarrels können durch Hinterlegung des Studierendenausweises an der Servicetheke während der gesamten Öffnungszeiten ausgeliehen werden.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 23 Uhr
  • Servicezeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr

Alte Universitätsbibliothek:

Hier finden sich diverse Medien der Fachbereiche Kirchenmusik und Musikwissenschaft, sowie Medien der Spezialsammlungen Pomeranica, Altes Buch und Handschriften.

Zudem sind hier 52 Arbeitsplätze im Lesesaal und weitere Plätze mit Computer zu finden.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr
  • Servicezeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 15:30 Uhr

Weitere Informationen zu den Universitätsbibliotheken:

Die Mensen und Cafeterien:

Es gibt eine Mensa und eine Cafeteria am Berthold-Beitz-Platz und eine Mensa und Cafeteria am Campus Loefflerstraße, sowie eine Cafeteria im Klinikum. Hier gab es seit letztem Semester einige Änderungen bezüglich der Öffnungszeiten.

Mensa am Berthold-Beitz-Platz:

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr
  • Zahlungsart: Servicekarte, Studierendenausweis, Barzahlung
  • Hier ist der Speiseplan zu finden

Cafeteria am Berthold-Beitz-Platz:

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr
  • Zahlungsart: Servicekarte, Studierendenausweis, Barzahlung

Mensa am Campus Loefflerstraße:

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr
  • Zahlungsart: Servicekarte, Studierendenausweis, Barzahlung
  • Hier ist der Speiseplan zu finden

Cafeteria „ins grüne“ am Campus Loefflerstraße:

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr
  • Zahlungsart: Servicekarte, Studierendenausweis, Barzahlung

Cafeteria „ins grüne“ im Klinikum:

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 17:30 Uhr und am Wochenende von 12 bis 17 Uhr
  • Zahlungsart: Servicekarte, Studierendenausweis, Barzahlung

Solltet ihr während des Lernens Zugang zu Kaffee benötigen, ist das Mensa-Gebäude am Berthold-Beitz-Platz seit letzter Woche bis 20 Uhr geöffnet, sodass der Kaffeeautomat vor der Cafeteria bis zur Schließzeit für einen koffeinhaltigen Wachmacher (oder Wachhalter) genutzt werden kann.

Beitragsbild: Juli Böhm

Eine Liebeserklärung an … Plattdeutsch

Eine Liebeserklärung an … Plattdeutsch

Ein Kribbeln im Bauch, ein unverhoffter Glücksmoment, ein wohlig warmes Gefühl. Dafür braucht es nicht immer ein großes Ereignis, vielmehr liegen diese magischen Momente oft verdeckt unter einem Mantel der Gewohnheit und der Selbstverständlichkeit. „Eine Liebeserklärung“ ist unsere neue Kolumne, in der es darum gehen soll, die vermeintlich einfachsten Dinge dieser Welt wertzuschätzen. Mit ihr bauen wir euch eine zynismusfreie Nische, in die sich hineingekuschelt werden kann, wenn der Alltag einem mal wieder die Daunendecke der guten Laune zu klauen versucht. In diesem Artikel wird nun über das verschrobene, sympathische und oft ungewollt niedliche Plattdeutsch geschwärmt.

Plattdeutsch ist „To Huus“ und „To Huus“ ist Plattdeutsch.

Jede*r, der*die in den nördlichen Bundesländern aufgewachsen ist, kennt zumindest ein paar Begriffe dieser quirligen Sprache. Wörter wie „Schietwedder“, „Lütt“ und „Klönschnack“ halten sich wacker im norddeutschen Sprachraum und das macht mich überglücklich. Plattdeutsch verbinde ich immer mit meinen Großeltern. Ob es nun eine Weihnachtsgeschichte war, die mein Großvater vortrug und von der ich höchstens 5% verstand oder meine Oma, die einem (wie Omas halt so sind) mit den Worten „hier min Jung“ 5€ zusteckte. Die Sprache ist somit auch immer ein bisschen zu Hause, also „to Huus“, für mich und deswegen habe ich mich entschieden, diesen kleinen Liebesbrief dem Plattdeutschen zu widmen.

Ein bisschen Geschichte 

Niederdeutsch, eine Sprache so „platt“ wie das Land auf dem sie gesprochen wird. Die Ausdrücke Niederdeutsch und Plattdeutsch sind zwei Begriffe für die eine gleiche Sprache, die überwiegend in Norddeutschland gesprochen wird. Während der Begriff Niederdeutsch als Abgrenzung zum Hochdeutschen zu verstehen ist, welches seinen Ursprung im Süden des Landes hat, ist Plattdeutsch eigentlich eher eine abwertende Bezeichnung für die Sprache, die hier in den letzten Jahrhunderten überwiegend von der Unter- und Mittelschicht gesprochen wurde. Aber obwohl das Niederdeutsche seit mehreren Jahrhunderten als offizielle Schriftsprache in Deutschland vom Hochdeutschen abgelöst wurde, ist „Platt schnacken“ immer noch ein nicht wegzudenkender Teil Norddeutschlands.

Nun ist es allerdings genug mit der Sprachgeschichtliche. Warum lohnt sich ein kleiner Liebesbrief an diese Sprache, fragt ihr euch? Ich werde es euch zeigen. 

Meine Lieblingsbegriffe

Hüüt bin ick een lütt beet’n tüdelig. Was für eine schöne Art zu sagen, dass man heute irgendwie nicht so ganz auf dem Dampfer ist. „Tüdelig“ ist einer meiner Lieblingsbegriffe des Plattdeutschen und als ich angefangen habe im Zuge dieses Artikels über das Wort nachzudenken, ist mir aufgefallen, wie vielseitig dieser Begriff eigentlich ist. So beschreibt er nicht nur einen Menschen, der ab und zu ein wenig verplant ist. Wenn etwas „vertüdelt“ ist, dann kann das auch bedeuten, dass etwas unordentlich oder durcheinander ist und man kann auch jemanden beschuldigen „rumzutüdeln“, wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass das Gegenüber Blödsinn redet. In einem Gespräch auf der Klönschnackbank könnte das also ungefähr so aussehen:

Fiete A: Du, ich war heute so tüdelig, dass ich meine vertüdelten Kopfhörer nicht auseinandergetüdelt bekommen habe.“
Fiete B: „Ach hör auf rumzutüdeln, du hast doch Airpods.“

Toll, oder? Es tüdelt sich so hin.

Ein weiterer Lieblingsbegriff meinerseits ist „lütt Schietbüddel“. In diesem Begriff zeigt sich die wunderbare Fähigkeit des Plattdeutschen, Dinge zu verniedlichen. So ist „lütt Schietbüddel“ eine liebevolle Bezeichnung für die kleinen Mitglieder der Familie, mit der Zuneigung und Wohlwollen zum Ausdruck gebracht werden, während das hochdeutsche Pendant „kleiner Scheißbeutel“ schon fast an häusliche Gewalt grenzen würde.

Auch meine Lieblingsschimpfwörter im Plattdeutschen sind mit deutlich weniger Härte gekennzeichnet als hochdeutsche Beleidugungen. Wenn man jemanden zum Beispiel als „Dösbaddel“ bezeichnet, bedeutet das zwar auch, dass diese Person nicht gerade der hellste Leuchtturm auf dem Deich ist, aber der hochdeutsche „Dummkopf“ wirkt auf mich persönlich viel unfreundlicher. Möglicherweise ist dies eher auf meinen Mangel an Objektivität bezüglich der Sprache zurückzuführen, aber wer will in einem kleinen Liebesbrief schon objektiv sein? Nicht dieser aufstrebende Jung-Journalist!

Es gibt noch so viele Begriffe aus dem Plattdeutschen, die sich für eine solche Kolumne lohnen, doch ich denke, dass dieser kleine Einblick in die Sprache, und warum ich sie so schön finde, genügen. Letztendlich lässt sich sagen, dass es mir eine absolute Freude war, ein bisschen über das Plattdeutsche zu schwärmen, Ich hoffe, dass ich ein paar Leute mit diesem kleinen Liebesbrief an Plattdeutsch durch das gelegentliche „Schietwedder“ Mecklenburg-Vorpommerns hindurch helfen kann und vielleicht ist ja nicht nur für mich Plattdeutsch ein bisschen „to Huus“.

Beitragsbilder: Thore Fründt, Annica Bromman

 

Mimimi-Mittwoch: Denglisch, das Wingdings des Redens

Mimimi-Mittwoch: Denglisch, das Wingdings des Redens

Anger, Hass, Zorn: All diese Feelings verbindet man so manches Mal mit hippen Denglisch-Speakern. Therefore ist diese Kolumne da. Wann immer wir uns gepflegt über Sprache auslassen, lest ihr das hier.

Die Hipster-Welt ist eine gut durchdachte: Ihr Kaffee ist fair gehandelt, ihr Gemüse aus lokalem Anbau, eine digitale Lösung jagt die nächste. Nur ihre Sätze sehen aus wie im Schulbus abgeschrieben. Wer früher im Verkauf arbeitete, ist heute Sales Manager. Was gestern toll war, wird jetzt appreciated. Und der Zeitgeist heißt Cringe. Honestly?

„Sprache formt das Denken“, tweeten Befürworter*innen des Genderns. Sie haben Recht. Denn schon der Gelehrte Samuel Johnson wusste, dass Sprache die Kleidung der Gedanken ist. Wenn das stimmt, tragen viele jedoch ihren geistigen Schlüpfer über der Hose. Oder habt ihr noch nie gestruggelt, wenn eure Crowd awkward performt?

Wir alle tun es. Wir mischen Deutsch und Englisch, als wäre es ein Cocktail aus der Hölle von Chefkoch.de. Dabei geht es nicht um Anglizismen oder ihre Pseudogeschwister. Sprache gibt – und wenn sie nichts hat, dann nimmt sie. Doch Denglisch nimmt nicht, es zersägt und klebt wie Dr. Frankenstein. Denglisch ist das Wingdings des Redens.

“Total unusual zu Weihnachten nicht am Beach zu sein“ – Lisa (19) war letztes Jahr noch in Australien.
Irgendjemand auf Jodel

The reason for that ist eigentlich klar: Unsere Welt ist zweisprachig. Englisch ist kein Marktvorteil, sondern ein Muss. Wir haben internationale Freund*innen und schauen Netflix in OmU, „weil ich mir die Synchronisation einfach nicht anhören kann“. Ein Jahr in Australien ist heute so ungewöhnlich wie Zelturlaub in Dessau-Roßlau.

Auf Dauer zerschrammt dieses Durcheinander unsere Festplatte. Was rauskommt, klingt wie der Google-Übersetzer in der Beta-Version. Aber die Denglisch-Jünger*innen schwören drauf, denn das sei hip und international. Aber lasst uns ehrlich sein: Auch ein Flat White Caramell Flavour macht aus Ückeritz nicht Soho.

Das Pseudo-Internationale begräbt die Teilhabe, denn wer nur Englisch oder Deutsch kann oder erst lernt, kann mit Denglisch nichts anfangen. Alle anderen übrigens auch nicht. Wenn Mutti falsch gendert, rollen wir die Augen. Aber was ein Outcome ist, soll sie mal selbst rausfinden. Boomer Cringe und so.

This is my mom. Ich hab‘ in Englisch zwar ‘ne fünf, but this is my mom.“
Caroline Kebekus

Warum du trotzdem Denglisch sprichst? Weil es Zeit spart – allerdings nur dir. Du oder die anderen, eine*r muss sich plagen, denn verständlich zu sprechen ist Arbeit. In Stellenanzeigen steht schließlich nie, man brauche „Gutes German in Word und Shrift“. Ergo: Sprich bitte, als hätten alle einen Job für dich. Das darf von Stammhirn bis Stimmlippen auch gerne mal länger dauern.

„Die Deutsche Sprache schafft sich ab“, murmelt so mancher (meist männlicher) Zeitungsredakteur – und hätte mit diesem Text wohl seine Freude gehabt. Bevor also die Purismus-Blase jubelt, kommt hier ein Gruß in eigener Sache:

Lieber Verein Deutsche Sprache, das ist kein Mimimi für dich. Die deutsche Sprache ist toll – das ist unbestritten. Sie kann sich biegen, winden und drehen. Sie kennt mehr Wörter, als J. R. R. Tolkien auf Ritalin je eingefallen wären. Doch wer vom Sprachterror spricht, hat von Sprache so viel verstanden wie Attila Hildmann von Virologie.

An alle, die Sprache wirklich lieben, dieser Text ist für euch. Pimpt eure Sätze genauso auf wie eure Kleidung. Wenn’s mal sein muss, nehmt halt das Brainstorming. Diversity kannst du aber dalassen, wir haben noch Vielfalt zuhause. Vorschlag zur Güte: Die Sprach-Querdenker*innen lassen die Untergangsmetaphern in der Schublade. Wir anderen überlegen uns, wann es Denglisch wirklich braucht. Cringe over.

Beitragsbild: Marcel Knorn

Hi there, hier ist Annica trotz wirklicher Belustigung beim Lesen mit einem kleinen Konter-Vibe aus dem Lektorat, der einfach nicht unsaid bleiben kann: Wenn es erstmal established ist, dann ist da no way back. Man muss einfach mehr appreciaten, dass sich Sprachen auch da mischen – Von daher go with the flow!

Das Ding mit der Sprache: My Fair Lady

Das Ding mit der Sprache: My Fair Lady

Dialekte sind so zahlreich wie die Sterne am Firmament. Das bezieht sich nicht nur auf die deutsche Sprache, sondern ist wohl allgemein gültig. Trotz Wörterbüchern und Sprechübungen findet man selten oder zumindest fast nie DIE perfekte Umsetzung der geschriebenen Sprache. Das Musical „My Fair Lady“ aus der Feder von Alan Lerner und Frederick Loewe beschäftigt sich damit, was passiert, wenn man die Mundart der normalen Leute gegen die Ausdrucksweise der feinen Gesellschaft „tauscht“. Das Theater Vorpommern hat sich des Stoffs angenommen. (mehr …)

Mit Hilfe des Internets Sprachbarrieren abbauen

Uni-Absolvent Thomas Maier (li.) und BWL-Studenten Christian Klang.

Studieren und reisen ins Ausland: Das tat Thomas Maier (28) in seiner Uni-Zeit. Er besuchte beispielsweise Budapest, Krakau und Lodz. Während der vielen langen Auslandsaufenthalte stellte der Greifswalder Absolvent immer wieder fest, dass er Leistungen in einer ihm bekannten Sprache benötigte. Ähnlich geht es ausländischen Gästen hier in Greifswald: Ärzte, die Englisch sprechen, Stadtführungen auf Schwedisch und so weiter.

„Warum gibt es für diese Dienstleistungen eigentlich kein Verzeichnis?“, fragte er sich. Die Idee reifte in ihm. Am Rande des Ideenwettbewerbs der Universität Greifswald traf er auf den BWL-Studenten Christian Klang, gemeinsam entwickelten sie die Idee einer Plattform für fremdsprachliche Dienste.

„Lange habe ich die Idee mit mir herum getragen. Mit Christian hab’ ich jemanden getroffen, der meine Begeisterung teilt, aber auch den nötigen Blick von außen mitbrachte“, sagt Thomas Maier. Im Juli dieses Jahres begannen sie mit der Umsetzung: „Wir erstellten eine Onlineseite.“ Pünktlich zum Semesterstart gibt es jetzt ein Verzeichnis fremdsprachlicher Dienstleistungen in Greifswald. Aufgelistet werden etwa Speisekarten auf Englisch oder alle fremdsprachigen Stadtführungen.

In Zusammenarbeit mit dem AStA ging die Seite www.tuatam.de anlässlich der Erstsemesterwoche online, zu der hunderte ausländischer Studenten an die Greifswalder Universität kamen. Sie richtet sich aber ebenfalls an aus anderen Ländern kommende Mitarbeiter von Unternehmen und natürlich Touristen. „tu a tam“ ist übrigens slowakisch und steht für „hier und da“.

Unterstützung von Tourismusvereinen und Kommunen

Die aktuelle Übersicht entstand während der Zusammenarbeit mit dem Verein „Fit für die Wirtschaft“. Schüler des Jahn- und des Humboldt-Gymnasiums sammelten Informationen zu den Fremdsprachenkenntnissen des Personals, übersetzten Speisekarten und durchforsteten Webseiten. Die Internetseite erfasst bislang nur Greifswalder Einrichtungen. Eine Ausweitung auf weitere Dienstleistungen, wie Einzelhandel oder medizinischen Leistungen, ist ebenso vorgesehen wie die regionale Ausdehnung auf Mecklenburg-Vorpommern und das polnische Grenzgebiet. Dafür suchen die studentischen Unternehmer aktuell nach Unterstützung von Tourismusvereinen und Kommunen. Sie hoffen, dass diese den Wert für die Wirtschaftsförderung und das Potenzial für die Region erkennen.

Nach Angaben der Stadt: Polen und Niederländer die größten Gruppen ausländischer Gäste

„Dann wird es möglich sein, neben Englisch eine polnische und niederländische Version der Seite anzubieten“, so Maier weiter. Die Seite richtet sich an alle internationalen Gäste. Die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. hat herausgefunden, dass 65 Prozent der Deutschlandurlauber aus den Niederlanden das Internet zur Vorinformation nutzen, über die Hälfte (53 Prozent) buchen sogar online. Bei Reisenden aus Polen informieren sich immerhin noch 38 Prozent und davon buchen schließlich 27 Prozent. Nach Angaben der Stadt sind Polen und Niederländer die größten Gruppen ausländischer Gäste in der Hansestadt. Auch an der Uni gibt es rund 620 ausländische Studenten aus 70 verschiedenen Ländern.

Ziel: Mehr ausländische Touristen nach MV locken.

„Unsere Plattform hat das Potenzial, mehr ausländische Touristen in die Region zu locken. Alle Verbände, Kommunen und die einzelnen Unternehmen fordern immer wieder mehr Aktivität bei fremdsprachlichen Gästen aber die Fremdsprachenkenntnisse als Schwerpunkt ins Online-Marketing aufzunehmen, ist bisher noch niemandem eingefallen. Solche Leistungen gibt es aber auch nicht umsonst. Deshalb findet man nicht bei allen eine offene Tür, sondern trifft auch ablehnende Halftungen“, begründet Universitätsabsolvent Maier weiter.

Einrichtungen, die ihre Leistungen in Fremdsprachen anbieten und bisher nicht erfasst wurden, können sich über das Kontaktformular auf der Plattform anmelden. tuatam.de ist ein Teil des studentischen Unternehmens netVoKi UG (haftungsbeschränkt), dessen Geschäftsführer Thomas Maier ist, diese bieten Leistung einer Übersetzungsagentur mit touristischem Schwerpunkt an und berät in Sachen Übersetzungsstrategien.

Mehr Infos unter www.netvoki.de

Fotos: Torsten Heil (oben), Archiv/Lea Muentges/Jugendfotos (Wasser)

In Zusammenarbeit mit dem AStA geht die Seite www.tuatam.de anlässlich der Erstsemesterwoche
online, zu der hunderte ausländischer Studenten an die Greifswalder Universität kommen. Sie
richtet sich aber ebenfalls an aus anderen Ländern kommende Mitarbeiter von Unternehmen und
natürlich Touristen.