Senat: Kommission zum Uni-Namen ist besetzt

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung die beim letzten Mal gegründete Kommission zur Frage nach einer Ablegung oder Beibehaltung des Uni-Namens besetzt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, statt des Namens „Arndt-Kommission“ die Bezeichnung „Namens-Kommission“ zu verwenden. Der Senat wählte alle vorgeschlagenen Mitglieder in einem einzigen Durchgang. Ein Vorschlag von StuPa-Präsident Korbinian Geiger hatte ursprünglich lediglich die folgenden Namen enthalten:

  • Prof. Dr. Werner Stegmaier (Philosophie)
  • Prof. Dr. Hannelore Weber (Psychologie)
  • Prof. Dr. Reinhard Bach (Romanistik)
  • Prof. Dr. Kyra Inachin (Geschichte)
  • Dr. Dirk Alvermann (Archiv)
  • Student Thomas Schattschneider
  • Student Korbinian Geiger

Bei diesen Kandidaten hatte Korbinian Geiger auch im Vorhinein geklärt, ob Bereitschaft vorhanden war, der Komission anzugehören. Auf Vorschlag verschiedener Senatoren wurden außerdem als Kommissionsmitglieder bestimmt:

  • Prof. Dr. Baumgartner (Nordisches Institut)
  • PD Dr. Mariacarla Gadebusch Bondio (Medizin)
  • Dr. Irmfried Garbe (Theologie)
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Der Senat bei seiner Sitzung am 19.8.2009

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564 Euro bei Vollversammlung zu gewinnen

Die diesjährige Vollversammlung am Mittwoch, dem 17.6., um 17 Uhr und ihr hehres Ziel, endlich eine beschlussfähige Teilnehmerzahl (mindestens 5% der Studierenden, derzeit also 564 Studierende) zu erreichen, wirft neben einer großangelegten Werbeeaktion mit Plakaten und Transparenten auch originelle Früchte ab: Das Rektorat und der AStA verlosen 564 Euro unter den Teilnehmern. Wer sich zwischen 16 und 17 Uhr auf die Teilnehmerlisten der Veranstaltung schreibt, nimmt an der Verlosung des Geldbetrags teil, da er dann einen Teilnehmerstempel erhält. Mitzubringen ist der Studierendenausweis. Ein Student gewinnt dann den gesamten Betrag. Die Verlosung findet auch statt, wenn die Vollversammlung nicht beschlussfähig ist.

Die Idee hatten allerdings andere: Urheber und Umsetzer der Idee sind Arik Platzek (ehemaliger Chefredakteur des moritz-Magazin), Alexander Müller (dessen aktueller Chefredakteur) und Daniel Focke. Geldgeber sind das Rektorat (500 Euro) und der AStA (64 Euro).

Die Regeln und den Ablauf des Gewinnspiels lässt sich in aller Kürze so zusammenfassen:

  • Wer sich zwischen 16 und 17 Uhr bei der Vollversammlung anwesend meldet, nimmt am Gewinnspiel teil und erhält einen Teilnehmer-Stempel.
  • Nach der Anmeldung wird ein Angemeldeter ausgelost, der den gesamten Geldbetrag gewinnt. Das geschieht anhand einer Nummer auf den ausgegebenen Stimmzetteln.
  • Die Verlosung wird von einer neutralen Person vorgenommen.
  • Von der Verlosung ausgeschlossen sind alle Gremienvertreter in Senat, StuPa, AStA, moritz, Fakultätsräten.
  • Die Verlosung wird noch auf der Vollversammlung durchgeführt.
  • Niemand muss mit Bargeld nach Hause laufen: Der AStA überweist den Gewinn an den Gewinner.

Außerdem weisen Arik Platzek und Alexander Müller darauf hin, dass der Rektor alle Studenten von Lehrveranstaltungen zur Zeit der Vollversammlung freigestellt hat.

Die drei Organisatoren des Gewinnspiels sind der Annahme, dass nur ein hoher Geldbetrag viele Studenten anlocken könne. Über diese Ansicht ist innerhalb der Studierendenschaft in den letzten Tagen bereits ausgiebig diskutiert worden. Der webMoritz hat sich ausführlicher mit Arik und Alexander über ihre Motivation unterhalten.

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Alexander Müller (l) und Arik Platzek

webMoritz Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Arik und Alex Am Anfang stand die Frage, was wirklich fast jeden Studenten grundsätzlich motivieren könnte, zu einer Vollversammlung zu gehen. Am Ende fanden wir, dass heutzutage wohl nur die Aussicht auf einen hohen Geldbetrag die Mehrheit sehr stark motiviert. Ist zwar bedauerlich, aber klar war uns: Fast jeder, der dann auf der Vollversammlung erscheint, wird bei den Beschlüssen auch seine Stimmkarte hochheben. Dass Studenten ausschließend wegen der Gewinnaussicht dorthin kommen und in großer Zahl den Arm einfach unten lassen, das können wir uns nicht vorstellen. Denn die Themen gehen ja alle etwas an, jeder hat eine Meinung und wird sie hoffentlich auch zum Ausdruck bringen.

webMoritz Und wieso gibt das Rektorat 500 Euro dafür aus?
Arik
Dass unser StuPa beschließen würde, die Idee umzusetzen, ist völlig illusorisch. Der Antrag wäre völlig zerredet und sicherlich nicht angenommen worden. Also wollte ich an Personen heranzutreten, die ohne große Gremiendiskussion eine interessante Idee einfach mal unterstützen – wie eben das Rektorat. Ich habe angenommen, dass Rektor Westermann und unsere Prorektoren Herbst und North die Idee unterstützenswert finden und so ein Experiment vielleicht mitgehen. Sie sind ja Leiter der ganzen Universität und waren auch mal Studenten wie wir. Als ich Alex, der ja neuer moritz-Chefredakteur geworden ist, vor kurzem von der Idee erzählt habe, war zum Glück für ihn viel schneller als für mich selber klar: Die Idee ist machbar.
Alex
Was die Finanzierung durch das StuPa betrifft, waren wir uns schnell einig: Das würde diesmal nicht klappen. Es gäbe zu viele Argumente, mit denen man das Projekt kurz und klein geredet hätte. Dabei liegt gerade darin der Reiz: einmal etwas völlig neues zu probieren. Es ist ein Experiment. Aber es ist auch ein tolles Zeichen, dass dieses erste Mal das Rektorat die Sache unterstützt. Ein großes Dankeschön deswegen auch an Daniel Focke, der uns ruckzuck einen tollen Flyer gebastelt hat.
Arik
Der Erfolg muss aber zeigen, ob die Maßnahme geeignet und erforderlich für eine hohe Beteiligung ist. Hätte das Rektorat übrigens nicht zugesagt, wären wir bei anderen Hochschulprofessoren eben Spenden sammeln gegangen. Wäre natürlich ein wenig anstrengender geworden…

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Werbeflyer (Klicken zum Vergrößern)

webMoritz Meint ihr nicht, dass die anderen Maßnahmen vom AStA und einzelnen StuPa-Mitgliedern ausreichen? Die VV steht ja auch im Zeichen des Bildungsstreiks.
Arik
Jede einzelne Aktion ist nur ein kleines Bausteinchen auf dem Weg zu einer hohen Beteiligung. Es gibt kein einzelnes Allheilmittel gegen das Desinteresse und die auch teilweise verbreitete Ignoranz. Man kann nicht sagen, mit dieser oder jener Aktion gibt’s eine große Beteiligung und ohne eben diese nicht. Alle Aktionen zusammen sind mehr als die Summe ihrer Teile. Ich glaube selbstverständlich schon, dass die Aussicht auf einen Gewinn von 564 Euro eine hohe Attraktivität besitzt. Aber richtig, gut und genauso wichtig ist natürlich auch, dass Hopo-Referent Fabian Freiberger die drei großen Info-Banner bestellt hat, die nun dann an zentralen Orten aufgehängt wurden. Flyern und Plakatieren auf breiter Ebene, Infostände und aktive Werbung durch die studentischen Interessenvertreter für die VV zählen ebenso wie Freibier und eine kleine Party nach der Versammlung.
Alex
Dass die VV bei uns am Tag des Bildungsstreiks stattfindet ist ein prima Kontext, der unsere Kommilitonen motiviert. Wenn es diesmal deutlich besser klappt als bei den letzten VV’s, haben wir Greifswalder Studenten mit allen eben genannten Bausteinchen wahrscheinlich das richtige Rezept für kommende Veranstaltungen. Dieser Tag könnte richtungweisend für die politische Kultur der Studierendenschaft in den nächsten Jahren sein.

webMoritz Glaubt ihr, dass die Beteiligung auf der VV größer wäre, wenn die Beschlüsse für das StuPa bindend wären?
Alex
Ich bin der Überzeugung, das StuPa wird auch VV-Beschlüsse ernster nehmen, wenn nicht nur ein Häuflein von 200 Studenten ad hoc irgendwelche Beschlüsse fasst.
Arik
Die Idee ist großer Quatsch. Der Gedanke, dass zukünftig 800 auf der VV anwesende Studenten den von immer noch quasi doppelt so vielen Studenten gewählten StuPa-Mitgliedern einfach die (Fach-)Entscheidung abnehmen sollen, ist ein Armutszeugnis für jedes StuPa-Mitglied. Wie man als Parlamentarier auf so eine Idee kommen kann blieb mir bisher schleierhaft. Richtig wäre, wenn die Anwesenheit auf den Vollversammlungen endlich zu einer Art moralischer Pflicht für alle Stupa-Mitglieder und studentische Senatoren wird – bei der letzten habe ich nur viele Jusos und ein paar RCDS’ler gesehen. Wenn die studentischen Mandatsträger aber alle mal mit eigenen Augen sehen, wie die Lage in der Studierendenschaft ist, bringt das auf jeden Fall schon einen Effekt. Wir haben zurzeit 29 stimmberechtigte  StuPa-Mitglieder und 12 studentische Senatoren, die zusammen schon fast 40 direkt beteiligte Gremienvertreter darstellen. Die müssen auf jeden Fall kommen, vielleicht sogar noch die studentischen Vertreter aus den Fakultätsräten und die Fachschaften. Und wenn irgendwann 3000 Studenten auf einer VV einen Beschluss fassen, wird das StuPa dem auch folgen. Fest steht: Für alle wichtigen Themen und Projekte ist ein Antrag auf der Vollversammlung immer ein erster Schritt, wenn man an unserer Uni langfristig etwas vorantreiben will.

webMoritz Was wünscht ihr euch für die Vollversammlung? Welche Erwartungen habt ihr nun?
Alex
Meine Erwartungen sind jetzt natürlich sehr hoch. Ich erwarte mir eine hohe Beteiligung der Studenten, ganz klar. Dass sie aber nicht nur des Geldes wegen kommen, sondern auch die Chance sehen, für sich etwas mitzunehmen. Ich sehe den Tag wie einen Gradmesser der Demokratie in der Zukunft. Die Studenten von heute sind die Leitfiguren unserer Gesellschaft von morgen. Ihnen muss bewusst sein, dass sie unsere politische Kultur aktiv mitgestalten müssen. Wenn nun wider Erwarten die Veranstaltung keinen großen Zulauf haben sollte, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Das wäre sehr bitter.
Arik
Ach, darüber kämen wir schon hinweg. Meine Erwartung ist aber, dass alle StuPa-Mitglieder und studentischen Senatoren anwesend sein werden. Ansonsten wünsch ich mir supergutes Wetter, richtig kontroverse Anträge und ganz viele interessierte Studenten. Es wäre wirklich toll, wenn unsere Kommilitonen aus dem Senat, StuPa und der Studierendenschaft wahrnehmen, dass sie heute schon mitentscheiden können, in welcher Hochschullandschaft ihre Kinder später studieren werden.

Foto: Scarlett Faisst

Anmerkung: Der Artikel wurde am 14.6. um 00:09 im dritten Absatz (Stichpunkte) marginal korrigiert.

Michael Herbst ist neuer Prorektor

herbst-200Der Senat der Universtität hat in seiner heutigen Sitzung Professor Michael Herbst (Theologische Fakultät) zum neuen Prorektor gewählt. Er steht damit in Zukunft zusammen mit Professor Michael North (Historisches Institut) dem Rektor zur Seite. Herbst wurde einstimmig mit 31 Stimmen gewählt

Der Wahl vorausgegangen waren längere Eskapaden, weil der ursprünglich vom Rektorat für die Position in Stellung gebrachte Kandidat Professor Jan-Peter Hildebrandt im Senat keine Mehrheit gefunden hatte (webMoritz berichtete). Die Abstimmung verlief damals wie heute geheim.

Mit Professor Herbst konnten sich Rektorat und Senat nun auf einen Kandidaten einigen. Herbst hatte sich unmittelbar vor der Wahl einer öffentlichen Fragerunde gestellt, an der ungefähr 20 Studenten teilnahmen. Im letzten moritz-Magazin ist er ebenfalls vorgestellt worden.

In den letzten Tagen war auf webMoritz.de eine Debatte über Herbsts Position zur Ordination homosexueller Pfarrer/innen in der Landeskirche entbrannt. Allerdings handelte es sich in Teilen lediglich um Mutmaßungen, die nicht bestätigt werden konnten. Herbst selbst hatte außerdem klargestellt, dass für bei seinen Prüfungen die sexuelle Orientierung der Prüflinge keine Rolle spiele und darauf verwiesen, dass es sich bei der Frage nach der Ordination um eine Frage der Landeskirche und keine der Universität handle. Auch Korbinian-Geiger, Queer-Refernt im AStA, hatte Herbst in Schutz genommen.

Foto: Fabian Mederacke via Pressestelle des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung

Prorektor-Wahl: Herbst stellt sich dem Senat *update*

herbst-200In der vorletzten Sitzung scheiterte Prof. Jan-Peter Hildebrandt an der Wahl zum Prorektor der Universität  (webMoritz berichtete). Wahrscheinlich stimmten vor allem die Studenten und die Mitarbeiter gegen ihn. Diese Woche wählt der Senat erneut.

Diesmal stellt sich der Dekan der Theologie, Prof. Michael Herbst, der Wahl zu dem verantwortungsvollen Amt. Unsere Kollegen vom Moritz Magazin haben bereits mit Michael Herbst gesprochen und ihn hier ausführlich vorgestellt. Seine Wahl gilt als vergleichsweise sicher, wurde er doch sowohl vom Rektorat als auch von den Senatoren vorgeschlagen.

Trotzdem stellt sich der Dekan in einer öffentlichen Fragerunde am Mittwoch um 13 Uhr im Hauptgebäude der Universität einer öffentlichen Fragerunde. Genau wie Professor Hildebrandt könnet sich auch Professor Herbst dort mit unangenehmen Fragen zu seiner Vergangenheit konfrontiert sehen.

Michael Herbst soll einer Kommission der Evangelischen Landeskirche vorgestanden haben, die sich gegen Ordination von schwulen und lesbischen Studenten ausgesprochen hat. Dies zumindest sagte 2007 der damalige AStA-Referent für Gender und Gleichstellung Patrick Leithold gegenüber Moritz TV. Michael Herbst wollte damals kein Interview zu dem Thema geben.

Konkret heißt das, dass Theologie-Studenten in Mecklenburg Vorpommern auf Grund Ihrer sexuellen Ausrichtung kein zweites Staatsexamen machen können. Dazu haben wir für Euch den Moritz TV Spezial-Beitrag von 2007 rausgesucht. Das Thema Kirche & Homosexualität wird ab Minute zwölf angesprochen:

Foto: Fabian Mederacke via Pressestelle der Theologie

*Update:*

15.2. – 10.17 Uhr

Auf unsere Fragen antwortet Herr Herbst mit folgender Stellungnahme:

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Bild-Quelle: Ulf Harder, Moritz Magazin

„Die sexuelle Orientierung spielt bei allen unseren Lehrveranstaltungen und Prüfungen keine Rolle; alles andere wäre m.E. unethisch. Ein zweites Staatsexamen für Theologen gibt es nicht; für alle kirchlichen Examen liegt die Hoheit bei der Landeskirche und nicht beim Staat, weshalb auch unsere Stellung dazu unerheblich ist. Es geht m.E. auch nicht um die Prüfungen bei der Landeskirche, sondern die folgende Übernahme in den kirchlichen Dienst, die wiederum ausschließlich eine kirchliche Angelegenheit ist. Das Examen allein ist keine Berechtigung zur Übernahme in den kirchlichen Dienst. Die Ergebnisse der Kommission zeigen die nicht aufgelöste Spannung zwischen verschiedenen Positionen zum Thema und nehmen nicht endgültig Stellung. Die Studie kann bei der Landeskirche angefordert werden.“

*Update 16.2. um 0.26 Uhr*

Inzwischen konnten wir weitere Stellungnahme einsammeln. Hier der jetzige AStA-Referent für queer und Gleichstellung, Korbinian Geiger (RCDS):

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Bild: Marco Herzog

„Das war auch Thema in meinem Referat, als ich diesbezüglichen Gerüchten nachging.

Ich bin mir nach inzwischen zahlreichen Gesprächen sicher, daß es an der TheolFak keine Diskriminierung Homosexueller gibt, auch (bzw. erst recht) nicht bei Prüfungen. Im übrigen sollte die „sexuelle Identität“ keine Rolle spielen. Wer aber seine Sexualität aus dem Bereich des (intimen) Privatlebens, wo sie hingehört, hervorholt und vor sich herträgt, muß auch mit zwischenmenschlich hervortretendem Mißfallen rechnen; dies ist aber orientierungsunabhängig an der ganzen Universität der Fall und betrifft meist den Umgang der Studenten untereinander.

Zur Übernahme in den kirchlichen Dienst: Es wird von der Pommerschen Evangelischen Kirche nicht überprüft, ob ein Kandidat homosexuell ist oder nicht. Übrigens kam es auch bei Patrick Leithold (Anm. der Redaktion: Der frühere AStA-Referent, der im Moritz TV-Beitrag die Vorwürfe erhebt) nicht zu einer Ablehnung der Ordination wegen seiner Homosexualität.

Ansonsten ist die Pommersche Evangelische Kirche wohl leider bald Geschichte (aus Einspargründen, obwohl keine Stellen gespart werden sollen…).“

Und auch Tony Große, AG-Leiter der Gender-Trouble Arbeistgemeinschaft des StuPa bezieht zu dem Thema Stellung:

„Ich habe darüber schon einiges von Patrick Leithold gehört. Ich kenne noch weitere Studenten, die homosexuell sind und Theologie studieren. Daher denke ich mir, dass durch die Aussage von Prof. Herbst und die veraltete Meinung vieler Geistlicher und der pommerschen Landeskirche noch weitere Studenten sich entweder nicht trauen, sich ihrer eigenen Persönlichkeit klar zu werden oder weitere einfach nicht bereit sind, ihren Studienwunsch hier zu erfüllen, obwohl sie es möchten.

Allein nur aus der Angst heraus, ich darf eh nicht zum Examen, obwohl ich nichts verbrochen habe. Ich finde es beschämend, dass ein intelligenter Mensch immer noch so eine abweisende Meinung gegenüber Homosexuelle hat. Obwohl diese auch nur einfache Menschen sind, die keinem Rechenschaft schuldig sind, was ihre sexuellen Vorlieben angeht, als sich selbst. Denn wir Homosexuelle sind auch „normal“ und haben die gleichen Rechte, wie jeder andere!

Ich, ebenfalls schwul, als AG-Leiter der Gender-Trouble Arbeistgemeinschaft des Stupa der EMAU heiße dies nicht gut und finde dies zu teifs diskriminierend!“

Patrick Leithold selbst schreibt zu unserer Anfrage:

patrick-leithold„Ich werde mich zu dem Artikel und der Stellungnahme von Prof. Herbst nicht äußern.

Ich kann nur sagen, dass der nominierte Kandidat meine Stimme nicht hat! Es liegt in den Händen des AStA/StuPas hier dem Kandidaten auf den Zahn zufühlen und sich für die Minderheiten in den Reihen der Studierenden, welche auch heute noch von Diskriminierung betroffen sind, einzusetzen.

Diese Arbeit ist in letzter Zeit zu kurz gekommen. Die bevorstehende Wahl von Prof. Herbst würde hier gute Ansatzpunkte bieten.“

Der Vollständigkeit halber wollen wir ergänzen, dass

wir auch noch einmal Professor Herbst folgende zwei Fragen schickten:

a) Welche Position vertraten Sie persönlich zur Ordination von Schwulen und Lesben in dieser Kommission?

b) Ist ein Studium der Theologie nicht vergleichsweise unbefriedigend, wenn der Student danach nicht in den Kirche übernommen werden darf?

In seiner längeren Antwort, die er jedoch leider nicht veröffentlicht wissen möchte, weist Herbst am Ende noch einmal auf sein bereits veröffentlichtes Statement (siehe oben) hin und macht deutlich, dass kein Student wegen seiner sexuellen Ausrichtung Nachteile befürchten müsse.

*Update 18.2.*

Professor Herbst wurde wie erwartet vom Senat zum Prorektor gewählt.

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Wer profitiert von der Umstrukturierung des Uniklinikums?

uni-klinikCui bono? – Wer profitiert davon? Diese Frage wirft der renommierte ehemalige Senatsvorsitzende und emeritierte BWL Professor Dr. Manfred J. Matschke in einem Dossier auf, dass wir hier auf dem webMoritz erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machen dürfen.

In dem Dossier beschäftigt er sich mit einer der größten inneruniversitären Umbauvorhaben der jüngeren Geschichte: Die Änderung der Rechtsform und des Status der Universitätsklinik. Das Klinikum ist zurzeit in eine eigene Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) faktisch ausgegliedert. Verbunden mit der Universität ist die Klinik noch über einem Kooperationsvertrag und die Medizinische Fakultät. (mehr …)