In eigener Sache: Neue Kulturseite

Püntklich zum neuen Jahr gibt es einen neues Schmankerl auf dem webMoritz. Nicht nur für Kulturinteressierte könnte dies spannend sein: Unsere neue Kulturseite. In freundlicher Kooperation mit dem Greifswalder Veranstaltungskalender  kulturmodul.de könnt ihr jeden Tag einen Überblick über Veranstaltungen in der Hansestadt bekommen. Egal ob Kinofilme, Partys, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen oder Theateraufführungen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Sieben Tage umfasst unser Kalender und zeigt in Kürze die wichtigsten Daten zu vielen Veranstaltungen. Ausführlichere Informationen gibt es weiterhin auf kulturmodul.de oder wie bisher auch auf dem webMoritz. Veranstaltungen, die wir euch besonders ans Herz legen wollen, werden wir auch in Zukunft ausführlicher ankündigen. Außerdem wird es weiterhin Rezensionen über Filme, Konzerte, Bücher, CDs und vieles mehr geben.

Wir wünschen viel Spaß mit der neuen Seite!

Foto: Torsten Heil (Aufmacher), Logo Kulturmodul

Unfassbare Auswirkungen: Lesung über den GAU in Tschernobyl

Anlässlich des für die nächsten Tage geplanten Castortranportes wird für Montag, dem 13. Dezember um 20 Uhr ins Cafe Koeppen eingeladen. Dort lesen Katja Klemt und Grian Duesberg, beide Schauspieler am Theater Vorpommern, Textauszüge aus dem Buch „Tschernobyl“ vor, das von der unkrainischen Autorin Swetlana Alexeijwitsch geschrieben wurde.

Das Buch erschien elf Jahre nach dem GAU und erzählt die Geschichte der Feuerwehrmänner und Soldaten, die als Liquidatoren eingesetzt wurden. Gedanken und Gefühle werden von denen geschildert, die bis heute mit der Strahlung kämpfen. „Natürlich hätte ich schnell ein Buch schreiben können, wie sie denn eins nach dem anderen erschienen – was in jener Nacht im Kraftwerk geschah, wer die Schuld trägt, wie viele Tonnen Sand und Beton nötig waren für den Sarkophag über dem todbringenden Reaktor – aber irgendetwas hielt mich davon ab. Was? Das Gefühl eines Mysteriums“, lautet ein Auszug.

„Das Buch hat mir die unfassbaren Auswirkungen eines Atomunfalls auf das tägliche Leben gezeigt, die wir in der Theorie nie werden begreifen können“, sagt Organisatorin Inga Lutosch. „Dazu ist eine Lesung aus dem Buch besonders geeignet, weil es Nahaufnahmen des Lebens der Menschen enthält, für die der Reaktorunfall das Leben geprägt hat.“ Der Eintritt ist frei.

Foto: Veranstalter

Weihnachtsklänge in allen Ohren

Eine Ankündigung von Thomas Grothe

Es ist doch jedes Jahr das Gleiche: Das unbarmherzige Wetter, die weiße Decke über den früher bunten Stellen und die Stille, die mit der leblosen Umgebung einhergeht, bescheren uns eine Wintermelancholie. Aber genau deswegen wird uns, ebenfalls alljährlich, ein Anitdepressivum der besonderen Art geboten. Denn der St. Nikolai Dom wird noch einmal für einen Tag zu Johann Sebastian Bachs Auferstehungsstätte. Am 13. Dezember ab 20 Uhr teilen Anna Elisabeth Muro, Saskia Klumpp, Ulrich Cordes, Johannes Happel, die capella vitalis und I cornetti Pomerani, der Greifswalder Domchor und der Domkinderchor unter der professionellen Führung Frank Dittmers ihre musikalische Begabung mit uns. Dazu präsentieren sie die ersten drei der sechs Kantaten aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium und sein „Magnificat“.

Den Hörer erwartet ein musikalisches Feuerwerk der weihnachtlichsten Art. Denn Bach, der das Weihnachtskuratorium als Auftragswerk geschrieben hat, sollte eigentlich nur ein Stück von wenigen Minuten zur Einleitung eines Gottesdienstes komponieren. Stattdessen jedoch schallte im Winter 1734/35 ein mehrstündiges Meisterwerk durch die heiligen Hallen der Nikolaikirche und der Thomaskirche in Leipzig. Die Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf in der Dombuchhandlung, der Buchhandlung Scharfe oder dem Institut für Kirchenmusik.

Foto: Katharina Luttervia jugendfotos.de

Ausgelassene AStA-Karaokeparty in der Kiste

Etwa 180 Studenten folgten nach der Vollversammlung der Einladung von AStA, StuPa und dem Studentenclub Kiste zu einer Karaokeparty in die Makarenkostraße. Egal ob alleine, zu zweit oder in einer Kleingruppe, insgesamt probierten sich 23 Teilnehmer als Karaokesänger und versuchten die Jury von ihren Gesangskünsten zu überzeugen, darunter beispielsweise der aktuelle und der ehemalige Wahlleiter Stefan Damm und Michael Seifert. Die Zuschauer konnten sich an Lieder wie „Could be loved“ von Bob Marley oder „Denkmal“ von „Wir sind Helden“ erfreuen.

„Wo Hochschulpolitik auf Wirklichkeit trifft“, begrüßte die Jury aus Cristo Meyer, Benny Krenz (beide Mitglieder des Studentenclubs Kiste), Franz Küntzel (AStA) und StuPa-Präsident Erik von Malottki das Publikum ironisch. Sie bewerteten die einzelnen Karaokesänger, die im Laufe der Nacht eine immer besser Leistung zeigten. Den ersten Platz belegte dabei Susi, der zweite ging an David und den dritten sicherten sich Ramon und Mario. Bei ausgelassener Stimmung wurde von 21 Uhr abends bis drei Uhr morgens gefeiert.

„Es war für uns ein sehr großer Erfolg“, zog Cristo ein positives Fazit der Karaokeparty und lobte die Zusammenarbeit mit AStA und StuPa. Als „gelungenen Abschluss der Vollversammlung“ sieht Franz die Karaokeparty, die auch gezeigt hat, dass „sich die AStA-Referenten nicht nur um die Belange der Greifswalder Studierenden kümmern, sondern auch mit ihnen feiern können.“  Er dankte den Mitgliedern der Kiste und freut sich „jetzt schon auf das nächste Mal“.

Fotos: David Vössing

Gender Trouble nimmt Abschied *Update Fotogalerie*

Eine Traueranzeige ist der aktuelle Flyer zur kommenden Gender Trouble-Party: In schwarz gehalten, mit der Aufschrift „In Liebe geboren, in Liebe gelebt, in Liebe gestorben“ und dem Todesdatum, dem 10. Dezember 2010. Dann findet die vorerst letzte Party der AG Gender Trouble im Kontorkeller am Markt statt.

Eine Traueranzeige: Der aktuelle Flyer zur kommenden Gender Trouble-Party.

Bereits 1999 gab es die Initiative Gender Trouble, aus der drei Jahre später die Arbeitsgemeinschaft wurde. Gender Trouble ist die älteste AG der Greifswalder Studierendenschaft. Bis zum Wintersemester 2010 zählte diese 13 aktive Mitglieder, wie der damalige Vorsitzende Tommy Kube im Interview mit dem webMoritz berichtete. Doch durch Auslandsaufenthalt oder Beenden des Studiums gab es bei der AG eine starke Fluktuation. Derzeit zählt die Gender Trouble lediglich vier aktive Mitglieder. In der vergangenen Sitzung des Studierendenparlaments konnte zwar der Vorsitz mit Samira Ramadan Belmonte besetzt werden, aber dennoch bleiben die Nachwuchsprobleme.

Ändert sich an der Situation nichts, dann wird die GT-Party am 10. Dezember voraussichtlich die Letzte sein. Ab 23 Uhr im Kontorkeller am Markt geht es los. Statt Blumen werden drei Euro Eintritt gerne gesehen.

Flyer: Gender Trouble

Update: Am 13. Dezember übergab uns Chef-Fotograf der Gender Trouble-Partys Kilian Dorners einige Fotos, die die Stimmung der Abschiedsparty vom 10. Dezember verdeutlichen.

Fotos: Kilian Dorner

Ein Jugendfilm wird erwachsen: Harry Potter 7

Dunkel, kalt, gefährlich: Diese drei Adjektive könnte man benutzen, um den Greifswalder Winter zu charakterisieren. Doch treffen sie auch zu, wenn man den neuen Harry Potter-Film in drei Worten ganz prägnant beschreiben möchte. Passend zu dieser ungemütlichen Jahreszeit ist nun der erste von zwei finalen Teilen der Filmreihe in den Kinos erschienen und hat noch dazu die Spitze der Kinocharts erobert.

Harry Potter und Co sind auf der Jagd nach den Horkruxen.

Es gibt wohl kaum jemanden, der die millionenschwere Geschichte des Zauberlehrlings Harry Potter nicht kennt. Als Baby überlebt er einen Angriff des mächtigen bösen Zauberers Lord Voldemort, woraufhin dieser verschwindet. Doch kehrt er zurück, strebt weiterhin nach der Macht über die Zaubererwelt und trachtet nebenbei Harry nach dem Leben, da dieser Voldemorts Pläne immer wieder durchkreuzt. Im siebten Buch und damit in den Filmen sieben und acht wartet das große Finale und auch die Frage, welcher der beiden Zauberer überlebt.

Harry und seine beiden Freunde Ron und Hermine machen sich nun auf die Jagd nach den Horkruxen, Seelenstücken Voldemorts, um ihren Gegner zu schwächen. Dabei erleben sie, jenseits der sicheren Mauern von Hogwarts, viele Abenteuer. Daher auch die Splittung in zwei Teile.

FSK kritisierbar, aber endlich eine starke Buchnähe

Der neue Film ist merklich düsterer als die Vorgängerteile, es sterben einige von Harrys Freunden. Blut gibt es auch zu sehen, man könnte fast ein wenig die FSK-Bestimmung kritisieren. Für Zwölfjährige scheint der Streifen stellenweise wirklich ungeeignet.

Besser nicht im Dunkeln begegnen: Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter)

Positiv fällt zum ersten Mal bei einer Harry-Potter-Verfilmung auf, dass nur wenige Teile des Buches gestrichen oder verändert wurden. Hatte doch dieser Aspekt in den letzten Filmen gelitten, um noch eine annehmbare Spielzeit vorweisen zu können, konnte durch die Zweiteilung des siebten Buches mehr Augenmerk auf Details und Richtigkeit gelegt werden. So wird beispielsweise die gesamte Reise von Harry, Ron und Hermine auf der Suche nach den Horkruxen äußerst detailgetreu dargestellt. So wichtig die Adaption der Buchvorlage ist, der Film besticht auch durch die schauspielerischen Leistungen vieler Besetzungen. Während die Darsteller der drei Freunde quasi in ihre Rolle hineingewachsen sind, wurde zum Beispiel die Rolle der bösen, verrückten Bellatrix Lestrange (gespielt von Helena Bonham Carter) erst im fünften Teil besetzt. Trotzdem spielt sie ihre Rolle sehr überzeugend und es ist klar: Dieser Frau möchte man nicht im Dunklen begegnen.

Viel diskutiert wurde im Vorfeld über die Stelle, an der man das Buch in die beiden Teile für die Filme trennt. Dieser Einschnitt wurde ebenfalls sehr gut gewählt, die Helden entkommen dem Bösen vorläufig, doch stirbt Dobby, ein Hauself und Freund Harrys. Der Film hat somit ein „perfekt“ dramatisches Ende, das den Zuschauer animieren soll, die Fortsetzung zu sehen.

Genau das ist auch zu empfehlen, in der Hoffnung, dass die Detailtreue und der Buchbezug auch im wirklich allerletzten Harry-Potter-Film die Hauptrolle spielen.

Fotos: Warner Brothers, keine CC-Lizenz