Kein Meckern ohne Mitmachen: Studentische Vollversammlung am nächsten Dienstag

Kein Meckern ohne Mitmachen: Studentische Vollversammlung am nächsten Dienstag

Zwischenzeitlich über 600 Teilnehmende bei 2 eingereichten Anträgen. Die letzte Vollversammlung der Studierendenschaft war so gut besucht wie lange nicht mehr, doch wie zu erwarten war der digitale Ansturm von BigBlueButton nicht zu bewältigen. Mit der inzwischen erfolgten Einführung von OpenSlides startet nächsten Dienstag, am 08.06., um 14 Uhr der zweite Versuch für eine Vollversammlung außerhalb des Hörsaals – Anträge sind allerdings noch keine eingegangen.

Aber ganz von vorne: Was passiert eigentlich bei so einer Vollversammlung?

Die Vollversammlung (VV) ist ein beratendes Organ der Studierendenschaft und satzungsgemäß dafür da, zur Meinungsbildung der Studierendenschaft beizutragen. Anders als in anderen Gremiensitzungen, haben bei der VV alle Studierenden sowohl Antrags- und Rede- als auch Stimmrecht. Die Versammlung soll eigentlich ein Mal im Semester stattfinden. Durch die bereits über ein Jahr andauernde Pandemie und die gescheiterte VV im Wintersemester liegt das letzte Zusammenkommen der Studierendenschaft im Dezember 2019 allerdings schon weit zurück. Umso wichtiger ist es also jetzt, die Ideen und Meinungen der Studierendenschaft zu hören.

Die Vollversammlung läuft in etwa wie folgt ab: Es gibt ein Tagespräsidium, das die VV leitet, und eine Tagesordnung, auf der eure eingereichten Anträge und oft auch ein paar Info-Punkte stehen. Daneben gibt es noch Raum für sonstige „freie“ Anmerkungen. Wie auch im Studierendenparlament gibt es die Möglichkeit für Geschäftsordnungsanträge, bei denen zum Beispiel die Diskussion zurück zur Sache gelenkt werden kann. Aber keine Angst vor zu viel Formalia, das Präsidium wird euch sicher durch die Sitzung führen und beratend zur Seite stehen, wenn ihr euch bei etwas unsicher seid.

Wie könnt ihr mitmachen?

Das Wichtigste ist zunächst eure Anwesenheit. Denn erst bei 3 % der Studierendenschaft ist die VV offiziell beschlussfähig. Im letzten Ankündiger zur virtuellen VV hieß es noch optimistisch: „Warum also nicht doppelt in die Geschichte eingehen – die Vollversammlung 2020 mit dem digitalen Format nutzen und dazu endlich eine Beschlussfähigkeit herstellen!“ Und diese 3%-Hürde hätten wir sogar geknackt (kurz vor legendär). Aber nun eben dreifach in die Geschichte eingehen: mit der Vollversammlung 2021, mit erreichter Beschlussfähigkeit und mit funktionierenden Online-Tools!

Lasst diese formale Hürde aber nicht zu einer tatsächlichen werden: Selbst wenn die Anträge nicht beschlussfähig abgestimmt werden können, hilft eure Stimme doch, um ein deutliches Meinungsbild der anwesenden Studierenden festzustellen, das dann in den weiteren Gremien berücksichtigt werden kann. Ihr könnt eure Meinung zum Besten geben und den studentischen Themen, die euch am Herzen liegen, eine Stimme verleihen.

Wenn ihr Anträge stellen wollt, dann habt ihr noch bis diesen Freitag, den 04.06., um 23:59 Uhr Zeit (dafür müsst ihr nicht mal bis zum roten Fristenbriefkasten). Bianca, die zuständige AStA-Referentin, steht euch bei allem beratend zur Seite. Wenn ihr also Fragen habt oder eure Anträge einreichen wollt, schickt einfach eine Mail an asta_hopo@uni-greifswald.de. Das entsprechende Antragsformular findet ihr unter diesem Link im Studierendenportal.

Solltet ihr noch auf der Suche nach Inspiration sein, dann schaut doch zum Beispiel in die verschiedenen Live-Ticker des webmoritz.! In dem neuen Video von moritz.tv findet ihr außerdem ein Interview mit Bianca zur anstehenden VV.

Wird es dieses Mal klappen?

Um für die kommende VV vorher die technischen Kapazitäten zu testen, fand gestern Abend ein Testlauf über OpenSlides statt. Daran teilgenommen haben allerdings nur 25 Endgeräte. Dem Gelingen der VV wird trotzdem optimistisch entgegen geblickt, das Funktionieren des Tests an sich habe gezeigt, dass der Andrang vom letzten Mal bewältigt werden könne. Ein Notfallplan steht nichtsdestotrotz bereit und wird euch im Fall der Fälle über Groupware zugeschickt – behaltet nächsten Dienstag also auf jeden Fall euren Mail-Account im Auge!

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was? Studentische Vollversammlung
Wann? Dienstag, 08.06.2021, 14 Uhr
Wo? Online über OpenSlides, Link via Groupware

Um in Erinnerungen an Präsenzzeiten, volle Hörsäle und 3D-Menschen zu schwelgen, könnt ihr hier noch einmal in die letzte VV abtauchen:

Bitte beachtet: Sobald ihr euch das Video anseht, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu findet ihr unter Google Privacy.

Beitragsbild: Annica Brommann

Die unendliche Geschichte – Teil 3

Die unendliche Geschichte – Teil 3

Einfach mal abheben in ein anderes Universum, auch dafür ist der webmoritz. da! Ihr könnt jeden Freitag ein anderes Redaktionsmitglied auf einem neuen Teil der intergalaktischen Reise unserer unendlichen Geschichte begleiten. Die Rahmenbedingungen haben wir in einer gemeinsamen Sitzung aus unseren Ideen zufällig ausgewürfelt, danach haben wir die Geschichte jedoch der individuellen Kreativität und Gnade unserer Redakteur*innen überlassen. Wohin die unendliche Geschichte führen wird, ist für uns also auch noch ungewiss, aber wir bieten Corona-Craziness, Ärger und Spaß ohne Ende – garantiert!

Was bisher geschah…
Die Schildkröte Gerhard, die als Entenfotograf bekannt war, hatte sich in einem Suppenkarton an Board einer von Enten geleiteten Weltraummission geschmuggelt. Auf Flucht vor ihrem alten Planeten, hatten sie Kurs auf den Planeten Meridia genommen. Bevor Gerhard als blinder Passagier auffliegen konnte, stürzte ein Teil der Besatzung mit dem Landungsshuttle ab. So fand sich die Galapagosschildkröte plötzlich auf dem Planeten Meridia wieder (Teil 1 – Der blinde Passagier). Dort machte Gerhard Bekanntschaft mit neuen Wesen, die er aufgrund ihrer auffälligen Gestalt Schnabeltiere taufte. Da die beiden Schnabeltiere, mit denen er zu Beginn Bekanntschaft machte, ihn wie die Enten für einen Eindringling hielten, bestach er sie mit einem Stück edelstem Sauerteig, sodass sie ihn vorerst in Ruhe ließen. Er begann also die Gegend zu erkunden und landete auf einer Kostümparty mit dem Motto „Feiern wie die Erdlinge“, sodass sich die feierwütige Masse fast wie eine Party zuhause anfühlte. Dort legte er ein kleines Nickerchen ein und schreckte auf, als es schon komplett dunkel war. Gerhard hörte aufgeregtes Quaken. „Die Enten kommen“, dachte er, kramte seine Kamera heraus und machte sich bereit, seiner Mission als Entenfotograf nachzugehen (Teil 2 – Feels like home).

Teil 3 – Bis die Enten tanzten

Gerhard sah die 12 Enten und Erpel, die ihn vorhin noch in seinem schwebenden Suppenkarton entdeckt hatten. Er musste also besondere Vorsicht walten lassen, um näher an sie heranzukommen. Aber wozu hat man studiert, Gerhard entwurzelte kurzerhand einen nahegelegenen Busch und schlich sich – na gut, schneller konnte er eh nicht – getarnt als grüner Blätterhaufen Stück für Stück an die Gruppe heran.

Die Enten schienen in einer Art Teambesprechung zu sein. Bevor man das Klicken seiner Kamera zu laut hörte, knippste Gerhard schnell ein paar Bilder dieser letzten Anweisungen und kroch in Hörweite der Enten. „… dran, verhaltet euch so unauffällig wie möglich! Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, dem ersten Blick nach zu urteilen scheint hier gerade ein gewisser Pegel zu herrschen. Verkleidet euch ein wenig und dann sammelt alles an Informationen, was ihr bekommen könnt!“ Das schien die Oberente zu sein, überlegte Gerhard, und versuchte ihr Profil zu erhaschen. Die anderen antworteten mit einem strammen „Quak quak Ma’am!“, und watschelten aus. Gerhard heftete sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an zwei Erpel, die glücklicherweise noch ein wenig trödelten. Dem Raunen nach zu urteilen, schienen sie etwas missgestimmt zu sein. „Also ganz ehrlich“, sagte der kleinere der beiden, „wir hocken ZWEI Jahre in diesen elendigen Glaskästen und Garlinda gönnt uns nicht mal eine spaßige Nacht. Sobald wir entdeckt werden, wird es sowieso noch ernst genug, da kann man doch noch wenigstens für ein paar Stunden auf den Putz hauen!“ „Ganz genau!“ erwiderte der zweite, „Immer müssen alle so verklemmt sein. Ich meine, guck dir das hier doch mal an, das müssen wir nutzen.“ Gerhard hörte noch etwas davon, wie sie sich an der Bowle zu schaffen machen wollten, doch dann wurde ihr Vorsprung zu groß.

Als Gerhard bei der Partymeute ankam, sah er, dass nicht nur die beiden Erpel das Ende ihrer Isolation etwas ausgelassener als aufgetragen angehen wollten. Zwei Enten hatten sich in das Beerpong-Team gemischt und sich als Verkleidung die roten Plastikbecher in einer Linie in ihre Federn gesteckt. „Gar nicht mal schlecht, könnte als ein Low-Budget-Dinokostüm durchgehen“, dachte Gerhard und schoss schnell ein paar Bilder, wobei er darauf achtete, dass der fremde Planet im Hintergrund erkennbar war. „Das wäre deutlich leichter, wenn wir hier nicht ausgerechnet auf einer Erdlings-Party gelandet wären“, ärgerte sich Gerhard mit einem missmutigen Blick auf die Pappaufsteller der Kardashians. Einer der Enten schien das Bier schon ein wenig in den Kopf gestiegen zu sein, sie flatterte auf den Tisch und schwang aufgeregte Motivationsreden für ihr Team. „Dass sich keines der Schnabeltiere über das Fliegen wundert, die müssen ja wirklich schon gut einen sitzen haben“, bemerkte Gerhard und dachte an seine eigenen wilden Jahre zurück. Ei, waren das noch Zeiten. Wie er immer mit seiner Clique um die Häuser gezogen war, nichts als Quak im Kopf. Damals hatten sie noch Brausepulver mit Wodka gemischt und sich dann gegenseitig in ihren Panzern auf der Stelle gedreht… man was für verrückte Nächte das waren, einfach galapagotastisch. Inzwischen war Gerhard durch seine Rolle als Investigativ-Journalist ständig auf Reisen, immer an die Fersen der Enten geheftet, wenn sie in ein neues Gebiet ausflatterten. Den Kontakt zu vielen seiner Freund*innen hatte er dadurch bereits verloren, was umso deprimierender war, da er mit seinen 63 ½ Jahren noch ein gutes halbes Schildkrötenleben vor sich, aber viele der Entengenerationen, mit denen er ja seine meiste Zeit verbrachte, bereits überlebt hatte. Gerhard geriet immer weiter ins Grübeln, was zum Teufel machte er hier eigentlich?

Um der Nostalgie zu entfliehen, bewegte er sich weiter in Richtung Bar. Dort war ein Erpel offensichtlich damit beschäftigt, der Barkeeperin den aktuellen Tratsch aus dem Schnabel zu ziehen. „Nicht schlecht“, dachte sich Gerhard, „wahrscheinlich die beste Informationsquelle hier“, und gönnte sich selbst ein an der Seite stehendes Getränk, dessen pinker Aufkleber es als „Elbewasser“ betitelte. „Elbewasser?“ fragte sich Gerhard und schmunzelte, als er nach einer ersten Kostprobe begriff, dass die Schnabeltiere vermutlich das Alsterwasser etwas falsch übermittelt bekommen hatten. Aber woher eigentlich? Schließlich schien auch das Schnabeltier, an welches er seinen kostbaren Klumpen Sauerteig verschenkt hatte, bereits von den Enten gehört zu haben. Doch warum kursierte hier die fälschliche Annahme, dass die Raumstation hier war, um den Planeten einzunehmen?
Anstatt diesen Gedanken weiter zu verfolgen, dachte Gerhard wehmütig an seinen Sauerteig. Hätte sein Schädel nicht so durch den Sturz gehämmert, hätte er seine Brotreserve niemals so voreilig hergegeben. Ob er Justus und seine Mutter nochmal aufsuchen und ihnen gut zureden könne? Man weiß ja schließlich nie, was noch kommt. Gerhard genoss das kalte Prickeln seiner Bierbrause und ließ den Blick wieder über die bunte Menge schweifen. Sein gutes altes Lieblingsgetränk, das Ryckwasser, kam ihm in den Kopf und er bekam schon fast etwas Heimweh, als eine Ente mit gespiegelter Sonnenbrille schließlich seine Aufmerksamkeit auf sich zog. „Den da drüben schnabel ich mir auf!“, raunte sie gerade einem Kollegen zu, der mit seinem Sombréro-Hut und Luftschlangen um den Körper fast gar nicht mehr zu erkennen war. Mit selbstbewussten Tanzschritten arbeitete sie sich zu ihrem auserwählten Schnabeltier vor, doch Gerhard war zu weit weg, um das Geschehen weiter zu verfolgen. Er war schon auf der Suche nach seinem nächsten Beobachtungsplätzchen, als der DJ seine Musik jäh unterbrach.

Ein kreischendes, metallisches Geräusch war zu hören, als ein Schnabeltier auf das DJ-Pult kletterte und eines der Mikrofone anschaltete. „Nicht nur bei uns der typische Stimmungskiller“, amüsierte sich Gerhard über das entnervte Stöhnen der Partygesellschaft. „Naaaa, seid ihr alle gut drauf?“, schmetterte es nun zu Gerhards Missvergnügen aus den Lautsprechern. Was soll man denn auch darauf antworten? Die Partymeute schien damit weniger Probleme zu haben und rief ein schwungvolles „Jaa!“ zurück. „Diese Mottoparty ist bisher eindeutig die gelungenste, ein großes Dankeschön an Brigitte für die unermüdliche Organisation und Recherche der Erdlingsgewohnheiten, was für ein flippiges Volk!“ Jubeln ertönte. „Da sich hier ja einige als Enten verkleidet haben, lasst uns das doch als Anlass nehmen, unsere gefiederten Watschelfreunde mit einem Tanz zu beehren!“ Aus den Boxen erklang ein „Nana nana nanana“ und Gerhard verdrehte seine schrumpeligen Augen. Der Ohrwurm würde ihn bestimmt noch in den nächsten stillen Stunden auf der Raumstation verfolgen. Die Schnabeltiere machten sich daran, ihre Hüften für den Ententanz zu schwingen, doch die „Watschelfreunde“ standen perplex in der Menge herum. Gerhard sah Garlinda wild mit den Flügeln gestikulieren, dass die Enten und Erpel einfach mittanzen sollten, doch diese schienen viel zu überrumpelt zu sein. Auch einige der Schnabeltiere versuchten, ihre starren Partyfreunde mit einem Stupser in die Seite zu ermutigen, wodurch auch langsam wieder Bewegung einkehrte, doch dann hörte Gerhard ein „He, das sind ja gar keine Kostüme!“ aus der Menge rufen. Die Musik wurde schlagartig abgedreht.

Na da überwogen die Auswirkungen sozialer Isolation eindeutig Garlindas strammem Vorbereitungstraining. Aber auch auf Gerhards Seite zeichnen sich erste Sinnkrisen ab – doch die Frage ist erstmal, wie die Enten nun überhaupt den Planeten erforschen können, wo sie doch bereits aufgeflogen sind? Und noch viel wichtiger: Wird Gerhard seinen Klumpen Sauerteig wiederbekommen? Das wissen wir genau so wenig wie ihr und warten daher gespannt auf Fabis Teil 4 der unendlichen Geschichte.

Illustration: Elisa Schwertner

Feministischer Lesekreis am IZfG

Feministischer Lesekreis am IZfG

Was sind die wichtigsten aktuellen feministischen Fragen und Forderungen? Diese und weitere Fragen werden im feministischen Lesekreis diskutiert, welcher sich in diesem Sommersemester am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG) gründet. Er ist von studentischer Seite organisiert und offen für alle Interessierten der Universität.

Im zweiwöchigen Rhythmus sollen im Lesekreis am Donnerstagabend sowohl etablierte Texte von Autor*innen wie Simone de Beauvoir und Judith Butler, aber auch aktuelle Schriften zu Problemstellungen und Forderungen des Feminismus besprochen werden. Zum Letzteren zählen Autorinnen wie Rebecca Solnit, Christina von Braun oder Sophie Passmann. Im Blickwinkel sind aber auch Trans*-Identitäten und der Queer-Feminismus. Die Texte werden für alle Teilnehmenden bereit gestellt.

Welche feministischen Strömungen gibt es? Welche Forderungen werden gestellt und wie sind Probleme zu lösen? Wie hat sich der Feminismus im Laufe der Zeit verändert und welche Themen sind dazugekommen? Der Lesekreis bietet einen Raum zum gemeinsamen Diskutieren und Austausch untereinander. Das erste Treffen zum Kennenlernen wird am kommenden Donnerstag (29.04.) um 18 Uhr stattfinden. Ihr könnt euch einfach per E-Mail anmelden und erhaltet dann den Zugang zum Moodle-Kurs.

Das vorläufige Programm:

  • Das Andere Geschlecht – Simone de Beauvoir 1949
  • Wenn Männer mir die Welt erklären – Rebecca Solnit 2017
  • Alte weiße Männer – Sophie Passmann 2019
  • Frauen und Macht – Mary Beard 2018
  • Feminismus für die 99 Prozent – Nancy Fraser 2019
  • Badly behaved Women: The Story of Modern Feminism – Anne Marie Crowhurst 2020
  • Geschlecht. Eine persönliche und eine politsche Geschichte – Christina von Braun 2021
  • Es geht nur gemeinsam! Wie wir endlich Geschlechtergleichheit erreichen – Jutta Allmendinger 2021
  • Unsichtbare Frauen – Caroline Criado-Perez 2020
  • A better Man: A (Mostly) Serious Letter to my Son – Michael Ian Black 2020
  • Boys don’t Cry – Jack Urwin 2017
  • Das Unbehagen der Geschlechter – Judith Butler 1991
  • Hermaphrodismus. Der Fall Herculine Barbin – Michael Foucault 1998
  • Trans*: A Quick and Quirky Account of Gender Variability – Jack Halberstam 2018
  • Beyond the Gender Binary – Alok Vaid-Menon 2019

Das Wichtigste auf einen Blick:
Wann? Jeden zweiten Donnerstag, 18 bis 19:30 Uhr
Wo? Vorerst digital über BBB
Anmeldung? izfg.lesekreis@uni-greifswald.de

Beitragsbild: Annica Brommann

Gescheiterte Wahl um das studentische Prorektorat: Stimmen aus Senat und zukünftigem Rektorat

Gescheiterte Wahl um das studentische Prorektorat: Stimmen aus Senat und zukünftigem Rektorat

Nachdem der dritte Wahlgang um das studentische Prorektorat ohne Erfolg blieb, werden die bereits gewählten Mitglieder des Rektorats nach der Amtseinführung am kommenden Mittwoch zunächst ohne die gerade erst ermöglichte studentische Stimme an die Arbeit gehen. Der webmoritz. berichtete letzte Woche bereits über den Ablauf der Wahlen und von den Reaktionen der studentischen Senator*innen sowie des Kandidaten.
Um auch nicht-studentische Perspektiven zu beleuchten, wurde ebenso allen weiteren Senator*innen, aber auch den baldigen Rektoratsmitgliedern die Möglichkeit geboten, erste Meinungen über die aktuellen Geschehnisse kundzutun. Einige Senator*innen erklärten ihre Bereitschaft für einen späteren Zeitpunkt, die bisher eingegangenen Antworten lest ihr hier.

Während der letzten Senatssitzung vom 17.03. äußerte sich neben einem studentischen und drei nicht-studentischen Senator*innen auch die zukünftige Rektorin sowie der AStA-Vorsitzende. Es wurden erste Statements abgegeben, sowohl zu dem Ausgang der Wahl als auch zu möglichen Hintergründen und Meinungen zum studentischen Prorektorat. Dabei zeichnete sich bei den Sprechenden mehrheitlich ein Bedauern über die jetzige Situation ab. Neben der Anerkennung des demokratischen Wahlergebnisses wurden vor allem Wünsche deutlich, einen offenen Dialog anzustreben und den Studierenden nun die Zeit zu geben, sich für eine erneute Kandidatur zu organisieren.

Aktuell finden vor allem interne Gespräche in den beteiligten Gremien statt. Die Vertreter*innen der Studierendenschaft trafen sich bereits in einer gremienübergreifenden Sitzung, um sich über das weitere Vorgehen auszutauschen. Insbesondere im Studierendenparlament (am kommenden Dienstag, 20:15 Uhr) und der Fachschaftskonferenz (am Mittwoch, 18:15 Uhr) wird das Thema weiter diskutiert, um sich auf ein Verfahren zu einigen.

Wie empfinden Sie prinzipiell die Möglichkeit eines studentischen Prorektorats?

Senator*in: „Hinsichtlich der Aufgabenfülle, vor der das Rektorat steht, finde ich eine Erweiterung auf vier Prorektoren sehr nachvollziehbar und sinnvoll. Mit Blick auf die Mitwirkung aller Statusgruppen an der Entscheidungsfindung an einer Universität ist es m.E. dann konsequent, auch die MA und Studierenden einzubeziehen. „

Herr Prof. Dr. Bornscheuer in seiner Rolle als Senatsvorsitzender: „Wie Sie wissen, hat der Senat mehrheitlich extra eine Änderung der Grundordnung im Dezember 2020 beschlossen, damit überhaupt erstmalig in der Geschichte der Universität Greifswald die Möglichkeit besteht, einen studentischen Prorektor zu wählen. Im nächsten Schritt hatte der engere Senat mit ausreichender Stimmenzahl Herrn Willers nominiert (bitte beachten Sie, dass im engeren Senat nur vier Studierende vertreten sind).“

Dieser Aussage schloss sich Herr Prof. Dr. Ried an und fügte hinzu: „Persönlich möchte ich noch ergänzen, dass ich die Möglichkeit eines studentischen Prorektorats sehr begrüße. Ich hoffe, dass es zeitnah gelingen wird, diese Position auch zu besetzen.“

Herr Prof. Dr. Schumacher: „Ein studentisches Prorektorat kann die an der Universität Greifswald ohnehin wichtige Rolle der Studierenden in den universitären Gremien und bei Entscheidungsprozessen auch nach außen verdeutlichen. Eine starke Vertretung der Studierenden verstehe ich als Gewinn für die Strukturen der Universität und auch ein studentisches Prorektorat kann in dieser Hinsicht sinnvoll sein. Es stellt sich aus meiner Sicht derzeit aber weniger eine prinzipielle Frage. Frau Riedel hat sich mit einem Konzept vorgestellt, das ein studentisches Prorektorat vorsieht, sie ist mit diesem Konzept zur Rektorin gewählt worden und der Senat hat sie durch eine entsprechende Änderung der Grundordnung in dieser Hinsicht unterstützt und bestätigt.“

Senator*in: „Das ist eine von mehreren guten Möglichkeiten studentischer Mitbeteiligung an der Selbstverwaltung der Hochschule.“

Warum wurde Herr Willer Ihrer Meinung nach nicht gewählt?

Senator*in: „Vermutlich ist es ein Mix aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist offensichtlich ein Teil der Senator*innen der Auffassung, dass eine Einbeziehung der nicht-professoralen Statusgruppen in das Rektorat keine besonders gute Idee ist. Das zeigen die Ergebnisse des ersten Wahlgangs. Die weiteren Wahlgänge deuten darauf hin, dass allerdings in den letzten Wochen eine gewisse Dynamik in die Sache gekommen ist. Nicht unplausibel ist, dass letztlich auch unter den Studierenden keine Geschlossenheit (mehr) herrschte. Das ist zumindest deutlich plausibler als die Annahme, dass im letzten Wahlgang kein Nicht-Studierender mehr für Herrn Willer gestimmt hat. Unter der Annahme, dass alle studentischen Senator*innen prinzipiell für ein studentisches Prorektorat sind, würden folglich auch persönliche Gründe bei der Nicht-Wahl eine Rolle gespielt haben.“

Herr Prof. Dr. Bornscheuer in seiner Rolle als Senatsvorsitzender: „Es wäre reine Spekulation zu eruieren, warum Herr Willer nicht gewählt wurde. Es handelte sich schließlich um demokratische (geheime) Wahlen (Nominierung & drei Wahlgänge).“

Dieser Aussage stimmte Herr Prof. Dr. Ried zu.

Herr Prof. Dr. Schumacher: „Es kommt in demokratischen Prozessen vor, dass zur Wahl stehende Personen nicht gewählt werden. Wichtiger als Spekulationen darüber, ob die Gründe in diesem Fall doch in einer Skepsis gegenüber dem Amt eines studentischen Prorektorats oder gegenüber der Person liegen, ist aber nun wohl, die nächste Wahl umsichtig vorzubereiten, damit das studentische Prorektorat besetzt werden kann.“

Senator*in: „Nach meiner Vermutung kommen zwei Gründe infrage (das ist also sehr vage!): Einige Senator*innen möchten kein Prorektorat unter Mitbeteiligung der Studierenden. Einige Senator*innen halten die Person für zu polarisierend.“

Was ist Ihnen für zukünftige Kandidaturen und Wahlen wichtig?

Senator*in: „Letztlich ist es wichtig, dass der/die Kandidat*in glaubhaft verdeutlichen kann, welchen Vorteil das Rektorat und die gesamte Uni von seiner/ihrer Prorektorentätigkeit hat. Es gibt somit verschiedene (mindestens zwei) Adressaten einer Bewerbung: Die Profs/MA, die noch überzeugt werden müssen, dass die studentische Perspektive hilft, die Arbeit im Rektorat zu verbessern. Und die studentischen Senator*innen, die überzeugt werden müssen, dass sie/er die richtige Person für die Einbringung der studentischen Interessen ist. Schließlich ist es m.E. vor einer möglichen Wahl extrem wichtig, dass der Senat noch einmal (möglichst nicht Online, sondern in einer Präsenzsitzung) offen und ausführlich diskutiert, welche Vorteile ein studentisches Prorektorat (unabhängig von der Person) bringt.“

Herr Prof. Dr. Bornscheuer in seiner Rolle als Senatsvorsitzender: „Für zukünftige Kandidaturen wäre es sehr wünschenswert, wenn die Studierenden der Universität Greifswald eine*n Kandidat*in*en aufstellen, die*der auch bei allen studentischen Senator*innen Zustimmung findet und somit möglichst auch von allen gewählt wird.“

Dieser Aussage stimmte Herr Prof. Dr. Ried zu.

Senator*in: „Das gleiche wie bisher, dass Kandidat*innen die gleichen Möglichkeiten haben sich vorzustellen und die Wahlen geheim sind.“

Frei verfügbarer Platz: Falls Sie noch eine Anmerkung haben oder etwas zu dem Thema um das studentische Prorektorat mitteilen möchten, können Sie das hier schreiben:

Senator*in: „Mein letzter Punkt (offene Diskussion zum studentischen Prorektorat prinzipiell) ist m.E. leider viel zu kurz gekommen, sodass wir jetzt vor dieser für alle (und besonders für Herrn Willer) sehr, sehr doofen Situation stehen. Hier sieht man – zumindest mit Blick auf diejenigen, die keine „digital natives“ sind (zu denen ich mich bei aller Begeisterung für den BBB-Einsatz in der Lehre auch zähle) – die Grenzen der Online-Kommunikation. Eine ausführliche Vorab-Diskussion des studentischen Prorektorates in einer Präsenz-Sitzung des Senates, bei der man den Rednern ins Gesicht schauen kann und bei den anderen Senator*innen auch am Minenspiel ablesen kann, wie sie bestimmte Positionen und Argumente aufnehmen, hätte m.E. das nun zustande gekommene Ergebnis verhindern können. Auch der lange Abstand zwischen den einzelnen Briefwahlgängen, der mit Blick auf die gegebenen digitalen und rechtlichen Bedingungen nicht anders machbar war, wirkte sich m.E. ungünstig auf das Ergebnis aus.“

Herr Prof. Dr. Hinz: „Die drei Negativwahlen haben wohl weniger mit der Person Willer, als mit dem Vorhandensein eines studentischen Prorektors zu tun. Aber gerade diese Position ist zeitgemäß, denn niemand kann die Belange der Studierenden besser verstehen und regeln, als einer von ihnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von den Studierenden anders gewollt ist. Die Anzahl der Prorektoren zu erhöhen und aufzugliedern war und ist ein sehr guter Vorschlag unserer neuen Rektorin Frau Prof. Riedel, der im Senat mit einer Mehrheit bestätigt wurde.“

Als das zukünftige Rektorat äußerten sich Frau Prof. Dr. Riedel, Frau Prof. Dr. Konstanze Marx, Herr Prof. Dr. Lars Kaderali und Frau Dorthe G. A. Hartmann wie folgt: „Wir unterstützen die Implementierung eines studentischen Prorektorats. Wir akzeptieren die demokratische Entscheidung des Senats. Das zukünftige Rektorat wird weiter dafür werben, diese Möglichkeit der Mitbestimmung für unsere Studierenden als festen Bestandteil der Universitätsleitung zu etablieren.“

Beitragsbild: Lilli Lipka

umgekrempelt: 8 Tage Schlafrhythmus

umgekrempelt: 8 Tage Schlafrhythmus

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns (meistens) sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Früher hatte ich immer Angst vor der vierfachen 0, der bösen Geisterstunde. Diese Angst ist glücklicherweise in der Kindheit geblieben, damit aber auch meine Disziplin, vor 12 Uhr schlafen zu gehen. Stattdessen liebe ich inzwischen die nächtliche Ruhe und die taube Dunkelheit draußen, die manchmal für so viel Freiraum oder Entspannung sorgen, dass ich einfach nicht schlafen gehen mag. Mein Hang zur Nachteule verträgt sich allerdings auch nicht mit dem Wunsch, nicht zu spät in den neuen Tag zu starten und morgens von selbst aufzuwachen, anstatt unsanft aus dem Schlaf geklingelt zu werden.

Was diese Zeiten angeht, habe ich insbesondere mit dem fortschreitenden Februar meinen Takt ein wenig verloren und versuche mich daher wieder an etwas mehr Rhythmus. Auch wenn es natürlich länger dauert, bis sich die innere Uhr auf wiederkehrende Zeiten einstellt, stecke ich mir für 8 Tage das Ziel, von 00:00 Uhr bis 08:00 Uhr zu schlafen.

Donnerstag 23:32 – 08:00 Uhr

Ich starte in meine erste umgekrempelte Nacht mit höllischen Kopfschmerzen und nehme das Experiment dementsprechend gerne an. Trotz des hämmernden Schädels bin ich allerdings auch erst relativ spät schlafen und beobachte hieran, wie oft ich die Stunden abends noch rumschlage. Und das, auch wenn ich bereits so müde bin, dass ich auch einfach früh schlafen gehen könnte. Die Stunde(n), die ich dann doch noch wach verbringe, ist (sind) meistens dem Gedanken geschuldet, dass ich noch etwas freie Zeit haben möchte und die nächtliche Ruhe zum Ausklingen brauche – der frühere Schlaf wäre aber wahrscheinlich doch deutlich erholsamer.

Freitag 02:00 – 08:15 Uhr

Es ist Freitagabend und schon stehe ich vor dem typischen Problem, was einfach schwer mit Routinen und einem Sozialleben vereinbar ist: festes Abendprogramm (in der WG). Ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut und fand Let’s Dance und meinen frühen Schlaf gegeneinander abgewogen doch wirklich in Ordnung. Um im Rhythmus zu bleiben, war der Wecker trotzdem erstmal auf 8 Uhr gestellt, wobei ich mir angesichts der späten Stunde noch ein Viertelstündchen mehr geschenkt habe.

Als ich ins Bett gegangen bin, habe ich dann aber immerhin meditiert, anstatt noch das Handy zu zücken und durch die virtuelle Welt zu scrollen. Das ist etwas, was ich sonst nicht oder erst später gemacht hätte, denn leider gehört mein Handy so zu meiner Einschlafroutine, dass mir alles andere erstmal sehr langweilig erscheint. Trotz der endlich vermiedenen Reizüberflutung und meines aktuell reibungslosen Schlafs konnte ich nur leider überhaupt nicht wegdämmern. Vielleicht tanzte mein Kopf einfach noch ein bisschen auf dem Parkett.

Samstag: 02:30 – 09:15 Uhr

Schlafen vor Mitternacht und die Endphase der ganzen Hausarbeiten – eindeutig nicht so verträglich. Tatsächlich war die Arbeitsnacht aber eingeplant und hat auch ihren gewünschten Workflow gebracht, trotzdem fühlt es sich doch etwas ernüchternd an, wie schwer das „frühe“ Schlafengehen bisher umzusetzen ist. Da ich den Tag entsprechend viel Energie verbraucht habe und die Nacht davor kaum Schlaf finden konnte, wandert mein Wecker doch zur 9, damit ich am nächsten Tag fit bin.

Sonntag 00:27 – 08:30 Uhr

Ach ja, wir nähern uns der 12, aber so richtig klappt es noch nicht. Heute Abend hatte ich ursprünglich noch so viel Zeit, dass ich es so locker bis 24 Uhr geschafft hätte und dadurch viel zu sehr getrödelt habe. Und ich muss gestehen, dass ich zwar um 00:01 Uhr fertig im Bett lag, meine Selbstdisziplin dann aber nicht gereicht hat, um nicht noch das YouTube-Video zu gucken, was ich mir die ganze Zeit vorgenommen habe. Da das Video 23 Minuten lang war, hatte ich mir also fest vorgenommen, um 23:30 Uhr bettfertig zu sein und dann noch genug Zeit zu haben. Geschaut habe ich es dann trotzdem, upsi.

Montag 00:30 – 08:30 Uhr

Die feste Schlafenszeit macht sich auch in der WG-Planung bemerkbar: Wir haben heute länger gearbeitet und wollten zur Belohnung eine Folge unserer Serie schauen und mussten dementsprechend rechnen, wann wir dann damit anfangen müssen, den Schokopudding dafür zu kochen, um dann mit den 45 Minuten der Folge und der Zeit im Bad bis 12 fertig zu sein. Mit Blick auf meine tatsächliche Schlafenszeit haben wir uns zwar nicht verrechnet, allerdings kam dann das Staffelfinale und das konnten wir ja nicht einfach mittendrin unterbrechen, wie das dann so ist… 

Aber immerhin: Ich bin wieder direkt ins Bett gegangen und habe noch meditiert, anstatt ans Handy zu gehen und das ist vielleicht noch mehr hervorzuheben, als jetzt die 30 Minuten, die ich außerplanmäßig länger wach war. Trotzdem war ich gerädert wie sonst was am nächsten Morgen, nicht gerade motivierend.

Dienstag 00:17 – 08:20 Uhr

Aiaiai es ist gerade 23:49 Uhr und ich bin noch am Schreibtisch. Daher muss ich schon wieder so auf die Tube drücken, dass ich es bis 0 Uhr ins Bett schaffe, wodurch ich jetzt aber auch keinen Feierabend hätte, manno! Daher überlege ich, meinen geplanten Rhythmus auf 00:30 Uhr zu ändern, das zeichnet sich ja sowieso gerade ab. 
Obwohl ich dann fast mit einer Punktlandung um 00:01 Uhr im Bett lag, habe ich mir wenigstens noch kurz Zeit am Handy genommen, diese aber wesentlich kürzer gehalten als sonst und bin nach einer viertel Stunde schlafen gegangen. Das verbuche ich definitiv als Erfolg!

Mittwoch 01:57 – 08:30 Uhr

Huhu, hier meldet sich erneut die Studentin, die ihren Nachtflow der festen Schlafenszeit vorziehen muss. Es ist bereits 00:54 Uhr und ich hatte sogar ursprünglich einen Wecker auf 23:30 Uhr gestellt, damit ich ganz vorbildlich zu meiner Sperrstunde im Bett bin. Da ich bei dessen Klingeln aber so eine produktive Phase hatte, habe ich beschlossen, dass ich heute halt länger wach bleibe. Letzten Endes finde ich es dann besser, nach dem Gefühl zu gehen und solche Phasen zu nutzen, die ich tagsüber schwerer erreiche, als dann auf Krampf schlafen zu gehen.

Ich bin am nächsten Morgen dann aber doch um 8:30 Uhr aufgewacht, obwohl mein Wecker auf 9 Uhr gestellt war, juhu! Normalerweise hätte ich mich jetzt noch einmal umgedreht, erfahrungsgemäß bin ich dann aber so matschig, dass ich dieses Mal also direkt wach geblieben bin. Ein erster Schritt in den früheren Morgen, nur mit dem Aufstehen hat es dann doch noch etwas gedauert.

Donnerstag, 00:02 – 08:00 Uhr

Ich habe bis 23 Uhr gearbeitet und wollte abends endlich mal wieder ein bisschen Serie gucken und eine ruhige Nacht haben, die ich doch so liebe. Das war eigentlich auch sehr schön, allerdings hatte ich mein Handy nicht bei mir und wusste dadurch die ganze Zeit nicht, ob es jetzt schon Richtung 12 geht oder nicht. Das war dann dementsprechend nur so halb entspannt (ja ich hätte aufstehen und nachgucken können, aber so vom Prinzip her) und ich finde, dass mir ein (mehr oder weniger) strikt eingehaltener Schlafrhythmus dann auch nichts bringt, wenn ich vor dem Schlafen nicht unbefangen runterfahren kann. 

Magischerweise habe ich dann aber tatsächlich um 23:48 Uhr aufgehört, mich also in Windeseile bettfertig gemacht und es dann mal rechtzeitig geschafft. For the sake of umgekrempelt-Tag 8 bin ich dieses Mal ganz ohne Handy oder Meditation ins Bett gegangen und habe mich der Reizlosigkeit ausgesetzt, die ich sonst immer zu vermeiden versuche. Und siehe da, wie zu erwarten tut die Ruhe dem Kopf ganz gut, ich habe ein wenig in den dunklen Himmel aus dem Fenster geschaut und versucht, den Freiraum zu genießen, anstatt ihn fluchtartig zu füllen.

Fazit

Schon auf den ersten Blick ist erkennbar, dass die festen Zeiten für mich gar nicht so einfach waren. Letztendlich ist aber auch Vieles irgendwie Kopfsache, bei mir jedenfalls. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, wann ich bestenfalls schlafen und aufstehen sollte, damit ich mich gut fühle und positiv in den Tag starten kann. Diese Zeiten je nach Abendprogramm und potenziellen Work- oder Entspannungsflows dann aber ohne schlechtes Gewissen zu überziehen, ist für mich der bessere Weg.

An dem umgekrempelt-Experiment hat sich allerdings gezeigt, was mich sowieso täglich beschäftigt: die schwindende Disziplin bei unnötiger Handyzeit. Wo ich eigentlich immer auf mein gesundes Maß stolz war oder abends so gerne gelesen habe, ist mit jedem Monat Lockdown auch meine Bildschirmzeit beträchtlich in die Höhe gegangen. Das wäre auch völlig in Ordnung, wenn es mir denn gut tun würde. Allerdings noch so vielen Reizen, Lichtern und Farben ausgesetzt zu sein, wenn ich doch eigentlich in einen friedlichen Schlaf übergehen möchte, ist etwas, was sich leider noch viel stärker als mein Rhythmus etabliert hat. Dass es sich lohnt, diesem Drang zu widerstehen, habe ich durch die letzte Woche endlich mal wieder erleben können, anstatt es mir immer nur vorzunehmen.

Beitragsbild: Annica Brommann
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