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Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Mt dem Wissen aus den vorherigen Artikeln fällt es schwer noch optimistisch für die Zukunft des Menschen und der Natur zu sein. Doch mal sehen was Expert*innen für Prognosen stellen und was es für Ansätze gibt dieses globale Problem zu lösen.

Schätzungen von Experten

Greenpeace Aktivisten haben vor einigen Jahren aus 800 Plastiktüten einen Fisch zusammengeklebt, um so gegen die Verschmutzung der Ozeane zu demonstrieren. Doch wie schlimm ist die Lage wirklich? Eine sehr düstere Aussicht geben die Forscher der Ellen MacArthur Foundation. Sie berechneten in einer Studie, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik in den Ozeanen geben wird als Fische. Denn jährlich gelangen ungefähr acht Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Zur Veranschaulichung wäre das in etwas so, als würde jede Minute die Ladung eines ganzen Müllwagens ins Wasser gekippt werden. Die Forscher*innen nehmen an, dass sich diese Zahl bis 2030 verdoppelt und bis 2050 vervierfacht. Das wären dann also 16 beziehungsweise 32 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr. Und somit zwei bis vier Müllwagen pro Minute. Schon jetzt schwimmen in den Weltmeeren circa 150 Millionen Tonnen Plastik. Das entspricht in etwa ein Fünftel des Gewichtes sämtlicher Fische. Im Jahre 2025 sollen es schon 250 Millionen Tonnen Plastik sein und damit wäre ein Verhältnis von Fisch zu Plastik erreicht, das eins zu drei beträgt. Für all diese Kunststoffe in den Ozeanen sei auch der erhöhte Plastikverbrauch in den letzten Jahren verantwortlich. In den letzten 50 Jahren hat sich dieser verzwanzigfacht und werde sich, so die Schätzung, in den nächsten 20 Jahren noch verdoppeln. Hierbei auch alarmierend, nur 32% dieser Plastikmaterialien werden in Sammelsystemen aufgefangen. Die Schäden, die durch diese enormen Mengen an Plastik entstehen würden, übersteigen den Gewinn der Plastikindustrie. Der Schaden läge wohl bei 40 Milliarden US-Dollar. Und diese Rechnung berücksichtigt schon den Schaden, der sowohl bei Tieren als auch bei Menschen entstehen wird. Aber auch ohne Mensch und Tier zu berücksichtigen würde sich der Schaden, laut den Vereinten Nationen, auf 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen. Und nun stellt sich automatisch die Frage: Welche Möglichkeiten gibt es diese Prognose abzuwenden?

Projekte, um die Lage zu verbessern

Die meisten Kunststoffprodukte sind sehr langlebig. So können Plastiktüten, je nach Umweltbedingungen, bis zu 20 Jahre halten. Eine Plastikflasche kann world ocean review zufolge mit ungefähr 450 Jahren problemlos mehrere Menschenleben überdauern. Da sich das Problem nicht von selbst lösen wird, stellen wir euch hier nun zwei Projekte zur Säuberung der Ozeane vor.

The Ocean Cleanup

Als erstes löbliches Beispiel möchte ich an dieser Stelle den Niederländer Boyan Slat und seine Firma Ocean Cleanup nennen. Dieser Mann hat nicht nur ein ehrgeiziges Ziel, sondern auch Ideen und meiner Meinung nach, das Zeug dazu die Weltmeere zumindest teilweise von Plastik zu befreien. Er war noch Schüler als er es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Weg zu finden die Meere aufzuräumen. Seine Idee sieht aufblasbare Barrieren für Plastik vor, diese könnten dann zusammen mit den natürlichen Meeresströmungen den Plastikmüll sozusagen von alleine aufsammeln. Wie ein weit geöffnetes V mit bis zu 50 Kilometer langen Fangarmen sollen diese Barrieren aussehen. Und am Ende die Form eines Trichters annehmen. Am Ende eben dieses Trichters wird das Treibgut, von einer Art riesigem Staubsauger in einen Container gesaugt und alle sechs Wochen soll ein Schiff vorbeikommen und den Container leeren. Die Barrieren werden alle 60 Meter durch kilometerlange Kunststoffseile am Meeresboden gehalten. Am Unterboden des Schwimmkörpers hängt dann ein zwei Meter breiter Vorhang. Dieser soll im Wasser zwar den Müll herausfiltern, jedoch keine Fische verletzen. Die Anlage soll sich nach einmaliger Investition selbst finanzieren, da das gesammelte Plastik wieder recycelt wird und dann verkauft werden kann. Mittlerweile gab es schon einen Test mit einem Prototypen. Dieser fand 2016 in der Nordsee statt. Am 8. September 2018 startete ein weiteres Pilotprojekt im Pazifik – System 001, das erste richtige Ocean Cleanup System, wurde aufgestellt und eingesetzt. Momentan befindet es sich im Hafen zur Wartung und Reparatur. Wer will kann den Stand des Projekts und den von System 001 mitverfolgen. Das Ziel ist es im Jahre 2020 die gesamte Flotte aus 60 solcher Systeme im sogenannten „Great Pacific Garbage Patch“, einem riesigen Müllteppich, einzusetzen.

4ocean

Als Andrew Cooper und Alex Schulze einen Surftrip nach Bali in Indonesien unternahmen, waren sie schockiert von der dortigen Ansammlung von Plastikmüll im Meer. Sie suchten nach Antworten warum niemand etwas dagegen unternahm. Schon bald kamen sie an ein kleines Fischerdorf und bemerkten wie die dortigen Fischer mit dem Plastik zu kämpfen hatten, aber sich trotzdem aufs Fischen konzentrierten, da der Fischfang ihre Lebensgrundlage darstellte. So kam den Beiden eine Idee. Sie wollten einen Grund dafür finden, warum die Fischer vielleicht eher das Plastik statt die Fische aus dem Wasser ziehen konnten. So kam ihnen später am Reißbrett die Idee des 4ocean Armbands. Aus recyceltem Material bestehend, finanziert jedes gekaufte Armband das Sammeln von einem Pfund Plastik aus dem Wasser oder vom Strand. In weniger als zwei Jahren hat 4ocean es bereits geschafft mehr als vier Millionen Pfund Plastik zu beseitigen. An mehreren Standorten wie Boca Raton (Florida), Port-Au-Prince (Haiti) oder Bali (Indonesien) arbeiten über 150 Beschäftigte für die Organisation. 4ocean basiert auf vier Grundpfeilern. Die Verbesserung von Technologie für das Projekt, das Schaffen von Arbeitsplätzen, die Bildung und Entwicklung von Bewusstsein für das Plastik Problem bei Menschen und die Wertentwicklung für Plastikmüll.

Mir persönlich gefallen die Projekte sehr gut und ich würde mich freuen wenn sie tatsächlich von langfristigem Erfolg gekrönt sein sollten. Mehr Informationen, Bilder und Videos sind auf den offiziellen Websiten zu finden. Aber meiner Meinung nach ist es vor allem erschreckend welches Ausmaß die Verschmutzung mit Plastik mittlerweile angenommen hat. Dass sich sogar regelrechte Naturphänomene wie Plastikinseln bilden und dermaßen viele Tiere durch Plastikabfälle grausam verenden, ist ein Zeichen dafür, dass die Politik handeln muss. Sie muss Projekte wie The Ocean Cleanup und 4ocean unterstützen und dafür sorgen, dass zukünftig strenge Richtlinien im Umgang mit Plastik erlassen und auch eingehalten werden. Jedoch ist auch jeder selbst dazu angehalten, seinen eigenen Plastikverbrauch zu reduzieren. Sonst wird es uns bald so ergehen, wie es vielen Pflanzen und Tieren im und am Meer bereits ergangen ist. Im nächsten Beitrag der Kolumne erzählen wir euch, was es mit der Zero Waste Bewegung auf sich hat und wie ihr euern Plastikverbrauch minimieren könnt.

 

Beitragsbilder: The Ocean Cleanup
Banner: Jonathan Dehn

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