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Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Dass sich die Verschmutzung der Umwelt, wo immer sie auch passiert, auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen auswirkt, ist wohl allgemein bekannt. So sollte es auch niemanden überraschen, dass sich Plastikmüll negativ auf die Lebewesen in und an den Meeren auswirkt. Doch wie genau und in welchem Ausmaß, mag so einige Menschen überraschen. Vieles klingt auf den ersten Blick offensichtlich, zum Beispiel, dass Schildkröten Plastiktüten fressen, weil sie diese mit Quallen verwechseln. Aber wer kennt schon die Bedrohung von Geisternetzen, weiß etwas über Mikroplastik oder darüber, wie Mikroorganismen mit der Plastikverschmutzung zu kämpfen haben? Um bekannte Bedrohungen sowie deren Ausmaß soll es in diesem Artikel gehen.

Allgemein bekannte Bedrohungen

Eine immense Zahl an Tieren verendet jedes Jahr an den Folgen der Verschmutzung unserer Meere mit Plastik. Das Umweltbundesamt gibt dazu folgende Informationen. Ganze 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten, alle Arten von Meeresschildkröten sowie 36 Prozent der Seevögel fressen versehentlich Müll. Für 136 marine Arten ist bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verheddern und strangulieren. Etwa eine Million Seevögel und bis zu 100.000 Meeressäuger sterben jedes Jahr an den Folgen von Meeresmüll. Diese hohen Zahlen kann man sich nur schwer vorstellen, deshalb möchte ich diese verdeutlichen. Zum Beispiel hat die Großstadt Köln, laut dem Stand vom 31. Dezember 2016, etwas mehr als eine Million Einwohner (1.075.935). Man stelle sich nun vor, dass jedes Jahr so viele Seevögel an den Folgen von Plastikmüll sterben wie in Köln Menschen leben. Etwas weniger drastisch ist es bei den Meeressäugern. Dort sterben jedes Jahr „nur“ 100.000 Tiere. Das entspricht immer noch ungefähr der Einwohnerzahl von Cottbus am 31. Dezember 2016 (100.416).

Die Tiere sterben meistens daran, dass sie das Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln, es versehentlich verschlucken oder sich an Dingen wie Plastikfäden oder alten Fischernetzen verheddern und so ersticken oder ertrinken. Zu solchen Fällen gibt es erschreckende Fotografien. Ein Beispiel ist eine kleine Robbe, die sich fast vollständig in einem Fischernetz verfangen hat. Sie konnte allerdings gerettet werden. Doch nicht jedes Tier hat so viel Glück. Meeressäuger und Fische verheddern sich oft in sogenannten Geisternetzen. Dabei handelt es sich um Netze, die durch beispielsweise unsachgemäße Entsorgung oder Stürme herrenlos im Meer treiben und weiterhin Tieren den Tod bringen. Basstölpel und andere Seevögel strangulieren sich in manchen Fällen mit den Kunststofffäden. Es kommt auch vor, dass Seevögel Plastikteile mit einem Ei verwechseln und versuchen diese auszubrüten. So geschehen ist dies bei einem Albatros, der versuchte eine blaue Kunststoffkugel auszubrüten. Viele Vögel verhungern auch förmlich daran, dass sich Plastik in ihrem Magen sammelt und dort nicht verdaut werden kann. Es ist kein Platz mehr für richtige Nahrung oder innere Organe werden verstopft. Sichtbar ist das bei der Betrachtung des Mageninhalts eines toten Albatros. Dort fand man viele kleine Plastikteile, wie zum Beispiel Getränkeflaschendeckel. Und auch wenn die Tiere nicht an den Folgen der Plastikabfälle sterben, so können sie sich doch daran verletzen und lebenslange Schäden davontragen. Festgehalten wurde ein solcher Fall bei einer Meeresschildkröte. Ein Kunststoffband hatte sich um ihren Körper gewickelt und diesen an einer Stelle abgeschnürt. Obwohl der Rest des Körpers weiter gewachsen ist, blieb die abgeschnürte Stelle klein. Nachdem das Band entfernt wurde, konnte die Schildkröte zwar normal weiter schwimmen, behielt aber die Verformung bei. Diese Liste könnte man jetzt ewig weiterführen, so habe ich noch nicht einmal Korallen oder Krebstiere erwähnt. Es wird aber auch so deutlich, wie viele Tiere jedes Jahr und auf was für eine qualvolle Art und Weise verenden.

 

Doch auch Pflanzenarten wie Algen sind betroffen. Einige Arten binden das sogenannte Mikroplastik an sich und können so dafür sorgen, dass es einfacher in tiefere Meeresschichten vordringen kann und generell schon am Anfang der Nahrungskette steht und damit alle Organismen beeinflusst. Außerdem können größere Plastikansammlungen den Pflanzen ihren Platz wegnehmen oder sie verdecken und ihre Photosynthese stören. Um das eben erwähnte Mikroplastik soll es nächste Woche gehen.

Beitragsbild: von A_Different_Perspective auf Pixabay, Banner: Jonathan Dehn

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