shadow

Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Naturphänomene

Die Masse an Plastikabfällen, die in den Meeren liegt, ist so gewaltig, dass daraus regelrechte Naturphänomene entstehen. Denn nicht nur die Menge, sondern auch die sichtbaren Ausmaße sind erschreckend. So ist bekannt, dass zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland eine Plastikinsel treibt – von der Größe Mitteleuropas und mit einem Gewicht von drei Millionen Tonnen. Verursacht werden solche Phänomene durch Müllwirbel, also Strömungen, und dem Einfluss von Wind. Um Müllwirbel bzw. Müllstrudel und die damit zusammenhängenden Plastikinseln soll es jetzt gehen.

Müllwirbel

Meeresströmungen wie der Golfstrom sind ganz natürlich. Unnatürlich sind jedoch gigantische Müllanhäufungen, die sich innerhalb der Meeresströmungen ansammeln. Diese sogenannten Müllwirbel oder Müllstrudel sind mittlerweile aber keinesfalls mehr ungewöhnlich.

Man sieht auf der Karte sieben Strömungskreise, in denen sich die Abfälle sammeln. Darunter auch den eingangs erwähnten im Nordpazifik, zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland. Nur wenige Bereiche in den Meeren sind nicht Teil eines solchen Wirbels, wie zum Beispiel die Meere südlich von Afrika und um den Südpol herum. Es hängt aber vom Wetter ab, ob man den Abfall überhaupt an der Oberfläche treiben sieht. Ansonsten ist es möglich, dass dieser in Tiefen von bis zu 30 Metern gespült wird und dort durch das Wasser treibt. Dadurch ist es lange Zeit schwierig gewesen, diese großen Ansammlungen von Plastikmüll zu erfassen. „Man kann sich inmitten des großen pazifischen Müllstrudels (Great Pacific Garbage Patch – zuerst entdeckter Müllstrudel) befinden und weit und breit kein Plastikteil entdecken.“ Um wie viele Müllstrudel es sich genau handelt, ist schwer zu sagen. Die meisten Untersuchungen gingen bisher von fünf großen Strudeln aus, aber mittlerweile werden sowohl ein östlicher als auch ein westlicher Müllstrudel im Nordpazifik vermutet. Es gibt zudem mehrere kleine Müllwirbel und allgemein wird angenommen, dass fünf große Strudel wohl als zu wenig vermutet wurden. Die Organisation, die sich vor allem um die Untersuchung dieser Müllstrudel kümmert, nennt sich 5Gyres und stammt aus den USA.

Plastikinseln

Kunststoffteile und andere weggeworfene Dinge häufen sich in diesen Müllwirbeln und bilden mit der Zeit ganze Inseln. Der größte Teil dieser Ansammlungen schwimmt allerdings aus der Luft unsichtbar in 100 bis 200 Metern Tiefe. Über einen längeren Zeitraum gesehen wird der Müll entweder an den Strand gespült oder sinkt immer tiefer. So weit, bis dieser schließlich sogar die Tiefsee erreichen kann. Die Plastikabfälle, die den Strand erreichen, können dort sogar den Anteil an natürlichem Sand übersteigen. Ein Beispiel für einen sogenannten „Plastic Beach“ wäre der Kamilo Beach auf Big Island Hawaii.

Dass sich an einem solchen Strand niemand wohlfühlt, ist wohl eindeutig. Touristische Strände werden regelmäßig vom Müll befreit. Aber Strände auf Inseln ohne Tourismus bedürfen der Säuberung durch freiwillige Helfer oder Anwohner. Man stelle sich vor wie ein Strand einer unbewohnten Insel aussieht und jahrelang von Abfällen überschwemmt wird. Der Müll, welcher vor allem aus Plastik besteht, ist also sowohl an den Stränden als auch an schwimmenden Inseln im Meer deutlich zu erkennen. Im Nordatlantik wurde eine Müllinsel von der Größe Kubas gesichtet – diese und auch auch alle anderen Müllinseln, Müllwirbel und verdreckte Strände werden nicht einfach so verschwinden. Dafür sind die Kunststoffe einfach zu lange haltbar. Nächste Woche erscheint in unserer Kolumne ein Artikel zu den Auswirkungen solchen Mülls auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Dich interessiert auch der Weg des Plastickmülls im Meer? Schau hier vorbei.
Wir sind Europäische Müllmeister. Was das bedeuten soll erfahrt ihr hier.

Auch moritz.tv hatte Anfang letzten Jahres ein Interview mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der Universität geführt. Hier kommt ihr zu Teil 1.

Wer gerne im moritz.magazin stöbert, der sollte auch mal im aktuellsten Magazin 138 einen Blick hereinwerfen, dort findet ihr den Artikel “Plastik in aller Munde”, aber auch in der 137 findet ihr etwas zum Thema Nachhaltigkeit “How to Biodiversität”. 

Beitragsbild: John Cameron on Unsplash

Banner: Jonathan Dehn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Ähnliche Artikel