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In Greifswald gibt es den einen oder anderen Verein. Während man bei Sportvereinen leicht erkennt, was sich dahinter verbirgt, wird es bei Vereinen wie der Capufaktur eher schwieriger auf Anhieb zu erkennen, um was es sich hier eigentlich handelt. Um Euch eine bessere Vorstellung verschaffen zu können, haben wir Louis und Edgar zu uns in die Redaktion zu einem Interview eingeladen. 

Was kann man sich denn darunter vorstellen, wenn Ihr sagt, Ihr macht Projekte? Sind diese dann, um euch weiterentwickeln zu können oder sind das auch Projekte, von denen die Studierenden etwas haben? Habt Ihr da Beispiele, an denen man sich das ein bisschen besser vorstellen kann?

Ja klar! Es ist quasi für die Studierenden, die sich bei uns engagieren, da sie einen Mehrwert für sich haben. Zum Beispiel um Kundennähe zu erfahren. Natürlich wollen nicht für alle, die bei uns sind, Unternehmensberater*innen werden. Es gibt auch Mitglieder, die wollen ins Marketing oder in die Medien. Da gibt es auch viele Überschneidungen, deswegen kann man das nicht so an einer Sache festmachen. Man muss sich bei uns auch nicht an externen Projekten engagieren, man kann sich auch intern einfach, zum Beispiel bei der PR-Abteilung, austoben und einfach Erfahrungen sammeln und gucken, ob das im Endeffekt etwas für einen ist oder nicht.

Und wie sucht Ihr externe Projekte aus?

Genau, jetzt zum Punkt Mehrwert. Wir machen verschiedene Projekte und viele davon sind auch Pro Bono. Das bedeutet, dass wir auf Institute, Unternehmen oder Vereine zugehen und diese fragen, wo sie ein Problem haben. Und dann setzt sich ein Team von uns zusammen und überlegt sich, wie man dieses Problem lösen kann. Wir haben zum Beispiel dem Boulder Sportverein Greifswald geholfen und ihnen ein Pro Bono Projekt verschafft. Vor kurzem haben wir mit der UNICEF ein Projekt abgeschlossen. Zudem haben unsere Mitglieder die DKMS Registrierungsaktion organisiert. Und ja, wir machen eine Menge Projekte und jedes ist unterschiedlich.

Aber geht Ihr eher auf Organisationen zu oder kommen auch welche von selbst auf Euch zu?

Das ist unterschiedlich. Also größtenteils gehen wir natürlich auf die Unternehmen oder Vereine zu. Aber es gibt durchaus auch einige Anfragen.

Wenn Ihr auf die Konzerne zugeht, wie macht Ihr selber Werbung für euch? Sagt Ihr dann, wir sind Studierende, wir bringen frischen Wind rein und kommt dann Kritik wie: „Ihr habt doch noch nie ein Unternehmen geleitet, wie sollt Ihr wissen, wie man die berät“?

Wir werben grundsätzlich damit, dass wir Studierende sind, die das theoretische Fachwissen und die wissenschaftlichen Grundkenntnisse haben. Wir sind nah an der Wissenschaft und können sie direkt umsetzen. Wir haben eine große Interdisziplinarität, das bedeutet, wir haben nicht nur Wirtschaftswissenschaftler und BWLer. Wir sind ziemlich breit aufgestellt. Der größte Teil sind natürlich BWLer, so 50%, der Rest ist aber zusammengesetzt aus Psychologen, Juristen, Politikwissenschaftlern, Kommunikationswissenschaftlern. Alle sind bei uns willkommen. Das sprechen wir an, dass wir durch verschiedene Blickwinkel, verschiedene Problemlösungen haben. [Louis Mum5] Wir können außerdem vergleichbare Ergebnisse zu deutlich günstigeren Preisen anbieten als “echte” [Louis Mum6] bzw. klassische Unternehmensberatungen. Wir sind nicht unbedingt durch das Geld motiviert, sondern durch den persönlichen Mehrwert, den man aus dem Projekt zieht.

Es kostet also auch Geld, wenn man Euch engagiert?

Das kommt auch darauf an. Das ist alles Verhandlungssache. Wie groß ist das Unternehmen? Wie groß ist das Projekt? Dann geht es vor allem darum, wie groß wird der Aufwand sein, den das Team zu stemmen hat? Aber das ist ein Bruchteil von dem was eine standardmäßige Strategieberatung kostet. Es kommt immer auf den Verein an. Also bei verschiedenen Vereinen, bei denen wir vorab wissen, die können da nicht so viel Geld ausgeben, da machen wir Pro Bono Projekte. Wir finden auf jeden Fall eine faire Lösung für alle.

Ich habe bei Facebook gesehen, dass Ihr noch einen Finanzworkshop gemacht habt. Sind solche Workshops auch für Studis, die eben nicht bei Euch bei den Projekten mitmachen?

Das ist natürlich für unsere Studierende, aber auch für alle Externen. Das gibt es in Zukunft weiterhin, das wollen wir weiterverfolgen. Wir wollen den Mehrwert nicht nur für unsere Mitglieder, sondern auch für alle Studierenden schaffen.

Wenn man sich dafür interessiert, findet man dann die Daten auf eurer Website?

Das wird über unseren Facebook Account, aber auch über unseren Instagram Account gepostet. Dort findet man dann alle Informationen.

Was lernt man in dieser Woche? Wofür brauche ich das zum Beispiel jetzt schon?

Also am Montag gab es zum Beispiel ein sehr schönes Steuerseminar. Da ging es darum, wo man als Student*in Steuern sparen kann. Wo ich Geld einsparen kann. Das ist ein interaktiver Workshop, bei dem sich Vertreter aus den jeweiligen Unternehmen dann professionell damit beschäftigen und interaktiv mit den Studierenden gucken, wie man Geld einsparen kann. Heute zum Beispiel ist ein Workshop zu Gehaltsverhandlungen. Da geht es vor allem darum, wie man sich bei einem Bewerbungsgespräch nicht über den Tisch ziehen lässt, wenn es um Gehaltsverhandlungen geht. Wie man den eigenen Marktwert erkennen und herausfinden kann und vielleicht nicht so eine schwache Verhandlungsposition im Bewerbungsgespräch hat. Aber das ist nicht nur auf diese Themen beschränkt. Nächstes Semester wird es noch weitere Seminare geben. Es wird natürlich eher in die wirtschaftliche Richtung gehen, aber an sich sind wir allgemein für alles offen. Wir beschränken uns nicht auf sture Steuerthemen. Immer das Gleiche ist ja langweilig.

Hier kommt Ihr zum ersten Teil des Interviews, dem Aufbau der Capufaktur.

Beitragsbild: Capufaktur; Chris Berger
Beitrag von Anne Müller und Annabell Hagen

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