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Markus Reger, der eigentlich der Fakultätsgeschäftsführer der Philosophischen Fakultät ist, hat die Leitung des Hochschulsports kommissarisch übernommen. Wir haben ihn zur aktuellen, wieder positiven Lage des Hochschulsports befragt. Im ersten Teil geht es v.a. um die neue Mitarbeiterin und die Aufgaben der Mitarbeiter*innen beim Hochschulsport.

Sie sind momentan der kommissarische Leiter? Wie geht die Suche weiter? Und ist schon ein neuer Leiter gefunden?
Also wir hatten ein Ausschreibungsverfahren Ende 2017 bis Anfang 2018 laufen. Wir haben wirklich sehr intensiv gesucht, es gab auch eine Reihe von Bewerbungen, aber mit denen waren wir leider nicht zu 100% zufrieden. Und der Kandidat, der am besten geeignet war, hat uns am Ende abgesagt. So haben wir in Absprache mit der Hochschulleitung entschieden, das Verfahren abzubrechen.

Nach der ausgeweiteten Suche auch über verschiedene Fachverbände, z.B. bei den Sportwissenschaften in Rostock und dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband sowie einer Verlängerung der Ausschreibung, sind wir dann zu dem Schluss gekommen, dass das Feld momentan keine geeignete Person für die Leitungsstelle hergibt. Eine sofortige Neuausschreibung hätte dementsprechend voraussichtlich zu keinen neuen Ergebnissen geführt. Wir planen aber schon damit, zum Ende des Jahres oder Anfang 2019 die Leitungsstelle erneut auszuschreiben.

Im Januar hieße es noch, es gäbe zu wenig Mitarbeiter- sind Stellen ausgeschrieben, gibt es Bewerbungen?
Fehlende Mitarbeitende waren nicht unbedingt das größte Problem. Der Hochschulsport hatte eine ganze Reihe von grundlegenden Problemen, die in der Zeit, als die Stellen noch regulär besetzt waren nicht angegangen wurden.
Das Stellenproblem hat sich ergeben, nachdem der Leiter überraschend zum Jahresende gekündigt hat und die zentrale Mitarbeiterin kurz darauf im März altersbedingt in Ruhestand gegangen ist.

Die zentrale Mitarbeiterstelle wurde jetzt sehr gut nachbesetzt. Wir sind alle sehr zufrieden mit Frau Albert. Damit, und durch meine Leitungsvertretung, sind wir stellentechnisch wieder voll besetzt.

Im Vergleich mit anderen Hochschulsporteinrichtungen sind wir natürlich schlechter ausgestattet. Das liegt aber einfach daran, dass Greifswald im Vergleich zu anderen Hochschulen mit ca. 10.000 Studierenden sehr klein ist. Das trifft hier aber auch auf andere Bereiche zu.

Natürlich wäre es schön zehn Mitarbeitende zu haben. Mit der Schließung der Sportwissenschaft im Zuge der Umsetzung des Landespersonalkonzeptes fehlt zudem eine Kooperationsoption auf inhaltlicher und personeller Ebene. Dadurch ist der Sport auch nicht mehr Teil von Forschung und Lehre, was sich auf die Sportstättensituation negativ ausgewirkt hat. Der Hochschulsport ist aber stellentechnisch von den Streichungen damals unberührt geblieben. Er ist einfach eine kleine Einheit.

Was sind die zentralen Aufgaben der Mitarbeiter*innen im Hochschulsport?
Das Sportangebot an sich wird komplett von den Übungsleiter*innen getragen. Grundsätzlich bestimmen zwei Faktoren unser Kursangebot:
1. Die Übungsleiter*innen, die das Angebot machen. Da gibt es einen festen Stamm, der Kurse regelmäßig anbietet, es kommen aber auch immer wieder neue dazu. Wir sind übrigens dauerhaft auf der Suche nach neuen Übungsleitern*innen.
2. Die Sportstätten, die zu den Zeiten, die die Übungsleiter*innen vorschlagen, zur Verfügung stehen müssen.

Unsere Mitarbeitenden verwalten diesen Ablauf. Es gibt also organisatorisch sehr viel zu tun. Die gesamte Finanzabwicklung, die Buchungen und die Planung des gesamten Kursangebotes, bei der die mitgeteilten Wünsche der Übungsleiter, was Zeiten und Kurse angeht, in Einklang mit den zur Verfügung stehenden Hallenzeiten gebracht werden müssen. Das alles ist ein sehr hoher Koordinationssaufwand. Und wenn nach der Einschreibungen die Kurse dann laufen, gibt es nicht nur im Falle von Problemen regelmäßige Interaktion mit den Teilnehmer*innen und Übungsleiter*innen.

Was sind die Aufgaben der studentischen Mitarbeiter? Suchen Sie gerade nach neuen studentischen Mitarbeitern?
Wir sind immer auf der Suche nach neuen studentischen Mitarbeitern. Wir hatten jetzt erst einen kompletten Umbruch, da nicht nur der Leiter und die zentrale Mitarbeiterin, sondern auch drei Hilfskräfte wegen der anstehenden Beendigung des Studiums aufgehört haben.

Von den Dreien, die wir neu gewinnen konnten, sind perspektivisch zwei auch bald mit ihrem Studium fertig. Durch die ständige Fluktuation sind wir also immer auf der Suche nach neuen geeigneten Hilfskräften. Wir brauchen da Unterstützung in vielen Bereichen. Z.B. deckt Herr Rodatos gerade den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sehr gut ab. Frau Melzer plant Einzelveranstaltungen, insbesondere Turniere, die wir regelmäßig jedes Semester machen und die viel Vorbereitungsaufwand bedeuten und Herr Maaß kümmert sich um die materialtechnische Absicherung der Kurse.

Welche Qualifikationen sollte man mitbringen, um sich auf diese Stellen zu bewerben?
Um sich zu bewerben, sollte man schon eine gewisse Sportaffinität mitbringen. Von Vorteil wäre es auch, wenn man sich etwas in den Hochschulstrukturen auskennt, aber das ist nicht zwingend notwendig. Organisationstalent sollte da sein. Verlässlichkeit ist klar.

Wie kann man als Studierende*r sonst noch helfen? Z.B. als Übungsleiter*in?
Wir suchen immer Übungsleiter*innen.
Dazu gingen auch schon Rundmails und Flyer an die Studierenden raus. Wir suchen immer nach interessanten, neuen Sportarten, aber auch Übungsleiter*innen für die schon vorhandenen Sportarten, da es auch hier eine gewisse Fluktuation gibt.
Ein sportlicher Hintergrund ist hier unabdingbar. Wir müssen eine Qualitätssicherung auch zum Schutz der Teilnehmer*innen bedienen. Es sollte zumindest langjährige Erfahrungen in der Sportart vorliegen. Je länger die Leute in dem Sport aktiv sind desto besser. Wenn sie Trainerausbildungen oder Lizenzen haben, ist das natürlich noch besser.

Wie kann man ansonsten als Studierende*r helfen?
Ansonsten kann man als Studierende*r helfen, indem man die Kurse besucht. Und das läuft derzeit auch sehr gut.

Außerdem wäre es gut, wenn der Hochschulsport in der hochschulpolitischen Debatte positiv vertreten wird.
Wir haben das strukturelle Problem, dass der Sport nicht mehr Teil von  Forschung und Lehre ist. Damit ist auch die höhere Priorität für den Erhalt der Sportstätten verloren gegangen. Heute ist es so, dass der Hochschulsport eher als wichtiger weicher Standortfaktor angesehen wird.
Unsere Sportstätten sind, wie viele universitären Gebäude auch, teilweise im schlechten Zustand. Da aber bei uns Forschung und Lehre nicht gefährdet sind, fällt der Hochschulsport oft hinten raus. Es gibt seit vielen Jahren einen Antrag zur Sanierung des Platzes in der Hans-Fallada-Str., der aber jedes Jahr in der Prioritätenliste der Uni auf den hinteren Plätzen rangiert und deshalb bisher nicht realisiert wurde.

Insgesamt wäre es gut, wenn sich die Studierendenschaft in hochschulpolitischen Gremien für die Wichtigkeit des Hochschulsports ausspricht.

 

Im nächsten Teil geht es weiter mit der Entwicklung des Hochschulsports im SoSe18 und weiteren geplanten Projekten.

Beitragsbild: Magnus Schult

 

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