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Am Freitag, den 07. September veranstalteten die Greifswalder ihre mittlerweile 16. Kulturnacht. Über 50 Veranstalter beteiligten sich an dem Programm. Das bunte Angebot reichte von Lesebühnen zu Stadtführungen mit Schauergeschichten etc..

Gerade aus der Heimat zurück gekehrt, herrschte in Greifwald noch gähnende Leere. Alle Studenten ausgeflogen und die Stadt noch im Dornröschenschlaf. Immerhin waren meine Mitbewohner schon wieder zurück. Da wir uns kulturell ein wenig berieseln lassen wollten, machten wir uns am Freitag auf zur Greifswalder Kulturnacht.

Unsere erste Station war die Hans Fallada Stadtbücherei in der Knopfstraße, dort wurde in den Abendstunden ein Bücherflohmarkt veranstaltet. Jedes Buch nur ein Euro. Also ein super Schnäppchen.

Dementsprechend groß war auch der Andrang. Wer sich bis vorne zu den Ständen durchgeboxt hatte, der blieb auch, bis er wieder weg geschubst wurde. Meine Ausbeute war zwar klein, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Draußen konnten wir endlich wieder atmen.

Und weiter ging es zum botanischen Garten. Dort angekommen wurden wir in Grüppchen eingeteilt und auf ging es hinein in die Pflanzenwelt. Auf unserer Expedition erzählte uns unser Tourguide viel über die Herkunft und die Lebensspanne der Pflanzen.
Wusstet ihr, dass der botanische Garten bereits einmal umgezogen ist?
Der botanische Garten wurde 1763 in Greifwald gegründet. Jedoch musste der Park auf Grund von Platzmangel die ursprüngliche Anlage auf dem Campus in der Rubenowstraße aufgeben und wanderte 1886 in die Fettenvorstadt.
Unser Guide führte uns vorbei an Palmen, Bananenbäumen, Kakteen und einer Kork-Eiche. Wir unternahmen einen kurzen Ausflug durch die verschiedenen Vegetationszonen und bahnten uns unseren Weg durch Australien, Asien und Amerika.

Dann kamen wir bei den Kalthauspflanzen vorbei, zu denen unter anderem Eukalyptus und Akazien zählen. Diese stehen fast das ganze Jahr draußen. Bei Temperaturen unter 5 Grad bringen die Mitarbeiter die Pflanzen vom Freiland in die Gewächshäuser. Das erfordert von den Helfern viel Arbeit und auch einigen Schweiß. Da die meterhohen Pflanzen noch von Hand ins Gewächshaus geschafft werden müssen.
Außerdem gab der Guide uns noch einen kleinen Exkurs über die Geschlechtlichkeit von Pflanzen. Diese wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein als Aberglaube abgetan. Konnte aber unter anderem von dem Berliner Botaniker Gleditsch (1749) belegt werden.
Begleitet wurden wir bei unserer Reise durch den Garten mit sanften Hafenklängen. Bei der untergehenden Sonne bildete sich eine echt romantische Atmosphäre.
Wir versuchten dem Pflanzenkenner zu lauschen, aber irgendwann war es dann um unsere Aufmerksamkeit geschehen. Von da an machten wir uns selbstständig auf Erkundungstour.
Auf ging es zu den Gewächshäusern mit den tropischen und subtropischen Nutzpflanzen. In den Gewächshäusern wurde viel gequakt. Denn gut versteckt zwischen den Blättern hüpfen hier die Antillen-Pfeiffrösche umher. Heimisch ist die Froschgattung auf Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik. Die Männchen stoßen mit Hilfe ihrer Schallblase einen Balzruf aus, der wie Vogelgezwitscher klingt.

Nach rund zwei Stunden war unser Kulturhunger erstmal gestillt und wir beschlossen einstimmig den Rückweg anzutreten. Der Ausflug hat uns allen gut gefallen. Egal ob du ein Pflanzenfreund bist oder auch einfach nur nach einem romantischen Ort für dein nächstes Date suchst, der botanische Garten ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Neugierig geworden?
Der botanische Garten hat ganzjährig geöffnet und der Eintritt ist frei.

Montag bis Freitag: 9.00 – 15.45 Uhr
Wochenende und Feiertage:
Mai – Sep.: 13.00 – 18.00 Uhr
Dez. – Feb.: 13.00 – 15.00 Uhr
März – April, Okt. – Nov.: 13.00 – 16.00 Uhr

Bilder: Jule Tappmeyer

Kommentare

  1. pt_bnt    

    „Begleitet wurden wir bei unserer Reise durch den Garten mit sanften Hafenklängen.“

    Interessant, dass man die Segelboote des Museumshafen bis in die Fettenvorstadt hören kann, vernehme ich ihre Klänge doch nichtmals am Marktplatz..
    Ich schätze die Autorin spielt eigentlich auf Harfenklänge an. Welch Unterschiede, doch ein einziger Buchstabe machen kann.

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