shadow

Die dumpfe Krachmusik, die vom Innenhofe der Geographie her donnert, knallt nicht nur gegen die Scheiben der Uni-Bibliothek, sondern sucht sich ebenso unerbittlich den Weg ins Innere – so auch in die Gehörgänge. Unerträglich! Warum muss das so laut sein? Der Hunger kommt, der Schreiber geht in das Epizentrum des elektronischen Klangbebens. Dort angekommen muss meine liebliche Engelsstimme so strapaziert werden, um meinem Nebenmann bzw. meiner Nebenfrau nur ein paar Neuigkeiten übermitteln zu können, sodass schon bald die Heiserkeit einsetzt. Dabei wird genüsslich die überteuerte Bratwurst verzehrt. Nur schnell weg hier!

Wie kann man dem Trubel für einen Augenblick entfliehen? An der südlichen Stadtgrenze befindet sich in einem kleinen Wäldchen der Sölkensee. Die Umgebung, in dem sich der durch die Eiszeit gebildete See befindet, kann als malerisch bezeichnet werden, was andere Leute ebenso dachten und dazu veranlasste, entlang des Weges Bänke aufzustellen. Aufgrund der vielen Pflanzen ist manchmal nicht so viel zu sehen. Das Highlight sollen hier aber die Moorfrösche sein, die sich in der Paarungszeit blau färben. Wir haben Juni. 🙁 Den Zusatz „Moor“ bekamen hier nicht nur die Frösche. Im Zentrum befinden sich auch Moorbirken. Das Ganze hier wird als Wollgrastorfmoor bezeichnet. Auf dem See hat sich aus Seggen an manchen Stellen sogar ein Schwingrasen entwickelt. Das ist der gefährliche für Wanderer, die an diesen Stellen aber auch eigentlich nichts zu suchen hätten. Der Verlandungsprozess ist zwar schon weit vorangeschritten, wurde aber aufgrund der Tiefe des Seewinzlings bis auf Weiteres gestoppt. Im Großen und Ganzen ein nicht uninteressanter Ausflug, der nur durch die vielen Mücken getrübt wird. Dieses Fleckchen ist auch ziemlich dunkel, auch wenn sich ein paar Sonnenstrahlen den Weg durch die Äste des „Urwalds“ schlugen. Eine Pause und schon hat man 40+x dieser nervenden Tiere an seinem Körper. Auf Tierchen muss man hier sehr gut achten, denn auch der südliche Zugang zum See ist ziemlich verwildert. An der Nordseite trifft man dagegen schon Leute mit Hunden, denn Weitenhagen ist nicht so weit.

Eine Wegbeschreibung gestaltet sich schwierig. Am Behrenhöfer Weg gibt es einen Parkplatz. Danach muss man die üblichen Verdächtigen befragen (die üblichen online-Karten-Anbieter).

Wieder angekommen in der UB schlagen die „Klänge“ weiterhin unermüdlich wie scharfe Geschosse gegen das große, grüne Gebäude. Ein paar Leute sind wahrscheinlich schon entnervt gegangen. Wer kann es ihnen verübeln? Den Höhepunkt bilden während meiner Anwesenheit drei Studenten, die grölend das Haus betreten, im Keller toben und dann nach dem Verrichten ihres Bedürfnisses die Bibliothek ebenso „unauffällig“ verlassen. Was macht die Security? Beim Erscheinen der Brigade musste er wohl plötzlich einen ganz dringenden Termin in einer ganz anderen Ecke der UB erledigen. Als die Luft rein war, tauchte er wieder auf. Da war ich beruhigt, ich hatte mir schon um seine Sicherheit ernsthafte Sorgen gemacht.

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