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Morgen finden zwei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht statt.

Am 9. November 1938 wurden landesweit über 1400 Synagogen, darunter auch die in Greifswald, durch Angehörige der SS, SA und Unterstützern der NSDAP zerstört. Auch tausende jüdische Wohnungen, Friedhöfe und Wohnungen wurden Ziel der Nationalsozialisten. Staatlich organisiert, begann bereits zuvor ein weitreichender Boykott gegen Einrichtungen von Jüdinnen und Juden. In der Pogromnacht wurden etwa 400 Menschen ermordet und weitere 400 in den darauf folgenden Tagen zum Teil in den Tod getrieben. Schätzungen zufolge wurden es bis zu 1500 Todesopfer. Die Reichspogromnacht war nur der Anfang einer systematischen Verfolgung und Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens. Sie wurden ihres Eigentums enteignet und in die bereits errichteten Konzentrationslager Buchenwald, Sachsenhausen und Dachau gebracht, inhaftiert, gefoltert und ermordet. Neben dem organisierten Verbrechen durch die nationalsozialistischen Organisationen beteiligten sich auch Teile der deutschen Bürgerinnen und Bürger an der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung: in vielen Städten plünderten sie jüdische Wohnungen und Geschäfte und griffen sie an.

Zwei Gedenkveranstaltungen zum 79. Jahrestag der Reichspogromnacht

In der hiesigen Universitäts- und Hansestadt beginnt um 13 Uhr das Gedenken an der Tafel für den ehemaligen Betsaal der jüdischen Gemeinde in der Mühlenstraße 10. Am Abend lädt der Pastor Dr. Irmfried Garbe in den Bürgerschaftsaal des Rathauses zu einem Vortrag zum Thema „Vom Leben nach der Deportation. Die Briefe der Anklamerin Anna Grüneberg 1940-1942“ ein, Beginn ist um 19 Uhr. Der Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und das Kulturamt der Stadt organisieren beide Veranstaltungen.


Gedenken um 13 Uhr an der Tafel für den ehemaligen Betsaal der jüdischen Gemeinde in Greifswald (Mühlenstraße 10)

19 Uhr Vortrag „Vom Leben nach der Deportation. Die Briefe der Anklamerin Anna Grüneberg 1940 – 1942.“ – Vortrag von Herrn Dr. Irmfried Garbe im Bürgerschaftssaal (Rathaus, Markt, 17489 Greifswald)


Weitere Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock: Andacht und Gedenkveranstaltung am 10. November

Am 10. November wird es um 9.30 Uhr eine Andacht auf dem Jüdischen Friedhof im Lindenpark geben, dem sich ein Gang zur Gedenkstele in der Augustenstraße anschließt. Dort findet um 10 Uhr eine Veranstaltung unter anderem mit dem Präsidenten der Bürgerschaft Dr. Wolfgang Nitzsche und dem Landesrabbiner William Wolff statt.

Güstrow: Jüdische Tage vom 9.-11. November

9. November, ab 16 Uhr im Ernst-Barlach-Theater

Esther Bejarano berichtet, einst Mitglied im Mädchenorchester in Auschwitz, von ihren Erlebnissen. Ab 18 Uhr Uhr findet anschließend eine Andacht auf dem Jüdischen Friedhof statt.

10. November, ab 20 Uhr 15 im Filmklub im Kunsthaus

Der Filmklub zeigt den Film „Austerlitz“. Der Film begleitet Besucher*innen von KZ-Gedenkstätten.

11. November, ab 19 Uhr im Festsaal des Güstrower Schlosses

Abschluss der „Jüdischen Tage in Güstrow“ 2017 mit Jüdischem Liederabend. Das Programm ist jüdischen Komponisten gewidmet, die vor Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA emigriert sind.

Neubrandenburg: Gedenkveranstaltung am 9. November

Die Stadt Neubrandenburg erinnert am Donnerstag, 9. November, um 16 Uhr an die Opfer der Pogromnacht von 1938. Am Synagogenplatz in der Poststraße wird deshalb eine öffentliche Gedenkveranstaltung stattfinden. Stadtpräsidentin Irina Parlow und Oberbürgermeister Silvio Witt laden Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Neubrandenburg ein, dabei zu sein und gemeinsam der jüdischen Opfer zu gedenken.

Neustrelitz: „Ein Reisebericht, in dem die Geschichten lebendig werden“ am 7. November

Eva Gruberová und Helmut Zeller stellen Ihr neues Buch vor. Mehr als 75 Jahre nach Beginn des Holocaust reisten die beiden Journalisten an die Orte, die vor dem Zweiten Weltkrieg Zentrum des osteuropäischen Judentums waren. Übermittelt werden Gespräche mit den letzten Überlebenden, mit Rabbinern, Gemeindevertretern, jüdische Intellektuellen, Museumsgründern, Friedhofswärtern, mit Heimkindern in Odessa und den Bewohnern von Altersheimen.

DerAbend findet statt im Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik (Sandberg 3 a, 17235 Neustrelitz) und beginnt 19.30 Uhr.

Landesweite Aktionswochen gegen Antisemitismus vom 6.-19. November

Die landesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus Mecklenburg-Vorpommern finden noch bis 19. November statt und sind eine Veranstaltungsreihe des Bund deutscher PfadfinderInnen M-V und context e.V. Inhaltlich breit aufgestellt, stehen insbesondere der ländliche Raum und jugendliche Treffpunkte im Fokus der Veranstaltungsreihe. Die Veranstaltungen werden im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung und des Anne Frank Zentrums organisiert. Wir haben bereits darüber berichtet.

Beitragsbild: webmoritz. Archiv

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