shadow

In der letzten Woche ist verdammt viel passiert, das kaum in Worte zu fassen ist.

Ob es nun ein Präsident ist, der Papierhandtücher in eine Menge von Überlebenden wirft (“have a good time”), nicht ohne vorher zu erwähnen, dass seine Administration einen fantastischen Job gemacht hätte oder ein Terroranschlag Massaker, das ein sichtlich schockierter Jimmy Kimmel nur unter Tränen kommentieren konnte. Mit seiner Rede in Puerto Rico hat Donald J. Trump erneut die völlige Abwesenheit jeglicher Empathie bewiesen. Seine Rede bei der nächsten Schießerei kann daher nur lauten: “Jeder Tod ist eine Tragödie. Aber wenn ihr mal nach Las Vegas schaut, könnt ihr stolz darauf sein, dass bei euch nur x Personen gestorben sind.” Prof. Seth Abramson hat zu den Äußerungen Trumps und dem, was damit bewirkt werden soll, eine treffende Analyse geschrieben. Zwei Namen sind es, die uns aus dieser Woche in Erinnerung bleiben sollten: Michelle Vo und Kody Robertson. Aber kommen wir zu unserem Vaterland Heimatland Deutschland: Hier bahnt sich nach der Absage der SPD an die Große Koalition die Jamaikakoalition an: Nachdem die CSU und die CDU in Sachsen mit dem Heimatbegriff deutlich an Stimmen verloren hatten, muss man sich bei den Grünen gedacht haben: “Das können wir auch!” So erklärte Katrin Göring-Eckardt, dass “wir unser Land lieben, um das wir kämpfen werden.” Eine Rhetorik, die bislang eher anderen politischen Spektren zuzuordnen war.  In Thüringen beispielsweise sehen sich andere Gruppierungen in der Pflicht, für ihre Heimat zu kämpfen bzw sie zu schützen. Nach den Äußerungen von Göring-Eckardt entbrannte eine hitzige Diskussion um den Heimatbegriff und dessen Verwendung. So wurde davor gewarnt, den (positiven) Begriff ‘Heimat’ in der politischen Diskussion zu verwenden, da er dort zur Ausgrenzung führt. Ob Göring-Eckardt das bewusst oder gar gewollt war, darf bezweifelt werden. Nach dem deutlichen Rechtsruck (im Bundestag) zeugt die Äußerung aber auf jeden Fall von wenig gesellschaftlichem und politischem Fingerspitzengefühl. Nach der Bundestagswahl braucht es keine weitere Partei, die auf den Rhetorikzug der AfD aufspringt – im Gegenteil, die Union hatte gerade dort an Stimmen verloren, wo sie sich (rhetorisch) der AfD angenähert und von der Kanzlerin entfernt hatte. Ein Ruck nach links Mehr Anstand bei den demokratischen Parteien täte der Demokratie und der politischen Debatte also gut. Die Debatte um den Heimatbegriff im politischen Diskurs lässt sich abschließend am besten mit Danijel Majic in der FR kommentieren: “Liebe Heimat, Du kannst mich mal!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Artikel