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Mag sein, dass aller Anfang schwer ist. Der Wechsel von der Schulbank oder der weiten Welt in den Hörsaal bildet da keine Ausnahme. Weil jeder mal anfängt und wir uns auch in den höheren Semestern noch gut an die ersten Vorlesungen erinnern, findest du hier Tipps für einen glatteren Einstieg.

  1. Prüfungs- und Studienordnungen besorgen

So überflüssig es auch zunächst erscheinen mag, ein Blick in die Prüfungs- und Studienordnung deines Fachs lohnt sich. Darin sind nicht nur Module, Prüfungsarten und Prüfungszeiträume für dein gesamtes Studium festgelegt. Auch Regelungen zu Pflichtpraktika und Musterstundenpläne findest du hier; außerdem Informationen zu den sagenumwobenen General Studies, deren Inhalt auch unter älteren Studenten für die wildesten Spekulationen sorgt. Ganz wichtig: für welches Modul gibt es wie viele Leistungspunkte? Davon kannst du in Zukunft deinen Lernaufwand abhängig machen. Zu finden sind alle Prüfungs- und Studienordnungen auf der Homepage der Universität.

  1. Sich nicht stressen lassen

Deine Kommilitonen sind angeblich seit Wochen mit Lernen beschäftigt und würden die Prüfungen am liebsten jetzt schon ablegen? Oder erzählen sie überall herum, sie hätten die Folien noch keines Blickes gewürdigt, obwohl sie ewig in der Bibliothek sitzen? Wenn die Prüfungen näher rücken und du bisher eher die angenehmen Seiten des Studentenlebens genossen hast, wird dir spätestens dann wahrscheinlich ziemlich übel. Verständlich, denn was du nicht wissen kannst: Uni ist Show, und zwar zu einem nicht unbeachtlichen Teil. Es geht neben Wissen nun mal auch um Selbstdarstellung. Wer das einmal begriffen hat, lässt sich von Panikmachern, Superstrebern und Gerüchtebäckern nicht mehr so leicht beeinflussen.

  1. Das System Universität verstehen

Was ist der Unterschied zwischen Kursen und Seminaren? Wofür steht ECTS und muss man sich für Vorlesungen anmelden? Erste und in der Regel ausreichende Antworten bietet hier natürlich das Internet. Bleiben Fragen unbeantwortet, gilt: nachhaken, und zwar am besten bei verlässlichen Quellen. Das Prüfungsamt ist für die Anerkennung von Studienleistungen zuständig, das Studierendensekretariat zum Beispiel für Bewerbung, Immatrikulation oder Fachrichtungswechsel. An die Zentrale Studienberatung kannst du dich wenden, wenn du allgemeine Informationen zum Studium brauchst; außerdem gibt es spezielle Fachstudienberatungen.

Hilfreich ist es auch, sich mit der studentischen Selbstverwaltung auseinanderzusetzen. Erklärungen dazu gibt’s auf den Webseiten des Studierendenparlaments (StuPa) und des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), der dich bei Fragen ebenfalls unterstützt.

  1. Den Neustart als Neustart betrachten

Wenn du zu den typischen Erstsemestern gehörst, beginnst du wahrscheinlich gerade nicht nur ein neues Studium, sondern einen ganz neuen Lebensabschnitt. Fremde Stadt, fremde Gesichter. Erste eigene Wohnung, erstes Mal Selbstorganisation. Dass man sich dabei anfangs ein bisschen überfordert fühlen kann, ist vollkommen normal. Geduldig mit sich selbst zu sein ist gerade am Anfang echt wichtig. Man muss nicht alles sofort verstehen und durchschauen. Wer aktiv wird und sich informiert, wird mit der Zeit schlauer. Versprochen.

  1. Kontakt nach Hause nutzen

Die wenigstens deiner Kommilitonen würden es vor einem vollen Hörsaal zugeben. Fakt ist aber, dass Heimweh oder Einsamkeit in den ersten Semestern keine kleine Rolle spielen. Das macht sich im Studium natürlich bemerkbar, denn wer sich nicht wohlfühlt, kann auch nichts lernen. Es kann schon ein paar Monate dauern, bis du dich in der neuen Stadt wirklich eingelebt hast, je nachdem, wie du tickst. Dann ist der Kontakt nach Hause im Zweifelsfall die einzige Stütze. Telefonate können natürlich helfen, mit der neuen Situation umzugehen. Gerade wenn deine Familie in Wochenendentfernung auf dich wartet, solltest du aber auch darauf achten, der neuen Heimat nicht jede Woche von Freitag bis Sonntag den Rücken zu kehren – das macht das Eingewöhnen nicht leichter.

  1. Zauberwort Zeitmanagement

Früher oder später wirst du dich mit diesem Wort auseinandersetzen müssen, spätestens, wenn die ersten Prüfungen ins Haus stehen. Tipps und Strategien zum Thema gibt es wie Sand am Meer, eine klare Linie dagegen nicht. Wie du dir deinen Tag einteilst, hängt – Überraschung – zum Großteil von deiner Persönlichkeit ab. Erfahrungen, die andere Studenten vor dir gemacht haben, können hilfreich sein. Sie ersetzen aber nicht die Aufgabe, verschiedene Arten, deine Zeit einzuteilen, selbst auszuprobieren. Kriegst du vor 10 Uhr einfach nichts in deinen Kopf oder möchtest du wenigstens am Abend die Bücher in die Ecke werfen können? Du wirst schnell merken, womit du dich wohler fühlst. Faustregel: großzügig planen, vor allem am Anfang. Pausen gehören zum Stundenplan dazu. War ja in der Schule auch so, oder?

  1. Beschäftigung suchen, die nichts mit dem Studium zu tun hat

Egal ob Sport, Musik oder gesellschaftliches Engagement – die Freizeitmöglichkeiten in einer Universitätsstadt wie Greifswald sind zahlreich. Anmeldungen für den Hochschulsport erfolgen zu Beginn der Vorlesungszeit, die Plätze sind allerdings meist knapp. Wer nicht schnell genug ist, den locken vielleicht Unisinfonieorchester und -chor. Oder doch lieber einer der studentischen Vereine? Schreibwütige und Weltenbummler finden hier ihr Glück. Wenn du mitbestimmen willst, wie der Hase an der Uni läuft, kannst du zum Beispiel im Fachschaftsrat (FSR), beim AStA oder StuPa aktiv werden.

  1. Kommilitonen kennenlernen

Einer der wichtigsten Punkte auf der Liste. Fernab von Familie und Klassenverband bilden deine Kommilitonen in den nächsten Jahren dein soziales Netzwerk. Dich unters Volk mischen musst du aber schon selber – Universitätsstrukturen sind viel mehr auf Eigeninitiative ausgelegt, als du es aus der Schule kennst. Das gilt auch fürs Kontakte knüpfen. Idealerweise hast du in der Erstsemesterwoche schon Freundschaften geschlossen, die dich das ganze Studium über begleiten. Wer nicht aktiv nach Anschluss sucht, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann alleine auf seinem Zimmer hockt. Vielleicht wirst du nicht alle Kommilitonen so gut kennenlernen können wie deine Mitschüler – einer der Nachteile, die die Uni mit sich bringt. Die vergleichsweise kleinen Studiengänge in Greifswald ermöglichen aber, dass man irgendwann jedes Gesicht zumindest einmal gesehen hat. Versuch, eine Gruppe zu finden, in der du dich wohlfühlst, statt ständig überall dabei sein zu wollen. Geht sowieso nicht.

  1. Campus erkunden

Institute, Hörsäle, Mensen – wer sich auskennt und weiß, wo was zu finden ist, hat schon die halbe Miete. Die Bibliotheken kennenzulernen lohnt sich auch zu Beginn des Semesters. Dann bist du im Vorteil, wenn die Prüfungen beginnen. Neben der Zentralen Universitätsbibliothek am Bertolt-Beitz-Platz findest du die Alte Bibliothek, eine Bereichsbibliothek, mehrere Fachbibliotheken und ab diesem Semester eine neue Einrichtung am Campus Loeffler-Straße. Außerdem empfiehlt sich ein Blick ins Universitätsrechenzentrum, wo du zum Beispiel drucken und scannen kannst.

  1. Uni ist nicht alles

Über all dem Streben und Dich-Anstrengen solltest du eins aber auf keinen Fall vergessen: dein Leben findet nicht nur in Hörsaal und Labor statt. Studieren bringt eine große Reihe von Freiheiten mit sich, von denen berufstätige Familienversorger nur träumen können: verreisen, neue Sprachen lernen, sich politisch engagieren, ehrenamtlich tätig werden oder ein Instrument testen. Jetzt ist die Zeit, dich auszuprobieren und deinen Neigungen zu folgen. Das ist viel mehr als bloß Freizeitgestaltung; es hilft dir auch, dich selbst besser kennenzulernen und charakterlich reifer zu werden. Obwohl böse Zungen das immer noch behaupten, legen die wenigsten Unternehmen Wert darauf, dass du dein Studium aalglatt in der Regelstudienzeit abschließt. Viel mehr sind es Erfahrungen und persönliche Kompetenzen, die zählen – Dinge, die dich eben ausmachen. Wer diese Chancen nicht nutzt, ist selber schuld.

 

Foto: flickr

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