Buch: Die Pythagoras-Morde

Was kommt dabei heraus, wenn ein promovierter Mathematiker mit dem Spezialgebiet Logik einen Kriminalroman schreibt? Gut 200 spannungsgeladene Seiten und ein furioses Ende

– zumindest wenn man es wie Guillermo Martinez versteht, die Gratwanderung zwischen Kriminalistik und faszinierenden Exkursen ins Reich der Logik zu meistern.
Bei den „Pythagoras-Morden“ erwartet den Leser nicht das klassische Mörder-und-Gendarm-Spiel à la Sherlock Holmes, denn die Rolle des Jägers übernimmt ein junger argentinischer Mathematik-Student, der zum Studium nach Oxford kommt und bald nach seiner Ankunft zum Zeugen eines Mordes wird. Da es bei einem Mord jedoch nicht bleibt und jedes Mal, kurz bevor der Täter wieder zuschlägt, eine Notiz mit mathematischen Zeichen auftaucht, ist der ganze Scharfsinn des „Schülers des Pythagoras“ gefragt. Manchmal ist des Rätsels Lösung eben doch näher, als man glaubt.
Die etwas andere Art des Krimis wie Martinez ihn schreibt, ist erfrischend und fesselnd. Daneben gelingt es dem Autor jedoch auch, den realen Hintergrund nicht aus dem Blick zu verlieren. So werden ganz nebenbei die Grundideen von Wittgenstein, Gödel und Pythagoras erklärt, ohne dass einem dabei langweilig wird. Doch ?Die Pythagoras-Morde? ist kein Lehrbuch. Es ist ein spannender Krimi, der immer dann mit einem neuen Indiz aufwartet, wenn man gerade glaubt, den Mörder zu kennen. Alles lässt sich eben doch nicht mit logischer Mathematik erklären.

Geschrieben von Kai Döring

Studieren mit Handicap

Viele Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Krankheiten beschäftigen sich mit der Frage, ob sie studieren sollen und ob an der von ihnen anvisierten Hochschule überhaupt günstige Rahmenbedingungen für ein Studium mit Handicap gegeben sind.

Die Schaffung eines barrierefreien Studienalltags – darauf arbeite ich seit Juni dieses Jahres als autonomer AStA-Referent für behinderte Studierende hin. Mein Ressort wurde vom Studierendenparlament (StuPa) neu geschaffen und aus dem Sozialreferat ausgegliedert, um dem doch vielfältig und verstärkt auftretenden Beratungsbedarf Rechnung zu tragen.
Mit meiner Arbeit, deren inhaltliches Fundament von Schlüsselwörtern, wie Selbstverantwortlichkeit, Toleranz, Mitbestimmung, unbedingter Barrierefreiheit, Unabhängigkeit, Integration und vor allem Dialog getragen wird, möchte ich erreichen, dass behinderte und chronisch kranke Kommilitonen in unserem Uni-Alltag als selbstverständlicher Teil des Ganzen verstanden werden.
Für mich gehört auch die Entwicklung von individuellen Prüfungskriterien unter Einbeziehung der zuständigen Prüfer für einen Betroffenen zum Aufgabenbereich sowie die Erwirkung von Nachteilsausgleichen bei Hausarbeiten, Klausuren und Prüfungen, zum Beispiel Zeitverlängerungen, Einsatz von technischen Hilfsmitteln, frühzeitige Herausgabe von Skripten.
Zurzeit verfasse ich gerade eine Informationsschrift mit dem programmatischen Titel „Un-Behindert Studieren an der Universität Greifswald“, die besonders Studieninteressierte anspricht und den häufig auftretenden technischen und organisatorischen Problemen entgegensteuern soll.
Für das zweite Projekt, den Aufbau einer „Interessengemeinschaft behinderter und chronisch kranker Studierender“, suche ich noch einige engagierte Mitstreiter. In dieser Interessengemeinschaft sollen in lockerer Atmosphäre unter anderem ein Forderungskatalog an die Uni mit konkreten Änderungsvorschlägen erstellt, der Einbau von Behindertenbelangen in die Lehrpläne bestimmter Studienfächer realisiert oder auch auf die allgemein auftretenden Probleme der Interessengemeinschafts-Mitglieder eingegangen werden. Alle Behinderten, Chronisch kranken und Kommilitonen mit Lernschwächen, aber auch alle übrigen interessierten Studierenden sind herzlich dazu eingeladen, der Interessengemeinschaft beizutreten.
Um endlich einmal einen genauen Überblick über die Anzahl der betroffenen Kommilitonen sowie über deren gegenwärtige Situation zu erhalten, bitte ich um zahlreiche Beantwortung des Sozialfragebogens, der in Kooperation mit der AStA-Sozialreferentin Stephanie Dahn konzipiert wurde und in einem Teil Fragen an behinderte, chronisch kranke und lernschwache Kommilitonen beinhaltet. Diese Umfrage wird im Laufe des kommenden Semesters durchgeführt.

Geschrieben von Alexander Schulz-Klingauf

Kommentar: Die Leichtfertigkeit des Seins

Nein, Wahlkämpfen ist nun wirklich nicht „nur so ein Ferienjob“, genausowenig wie ein AStA-Posten „nur so ein Ehrenamt“. Vor allem nicht die Schlüsselposten Vorsitz und hochschulpolitischer Referent. Die Leichtfertigkeit, mit der hier zwischen dem einen und dem anderen öffentlichen Amt hin- und hergewechselt wurde, macht die Betreffenden politisch unglaubwürdig. Mit Privatem oder Freizeit hat Wahlkampf nichts zu tun.

Wessen Interessenvertreter sind die betreffenden Damen und Herren und wieviel persönliche Überzeugung ist dabei nötig? Beteuerungen, die ehrenamtliche Tätigkeit im AStA und die bezahlte Tätigkeit für eine Partei auseinander halten zu können, müssen hinterfragt werden: Schließlich wurde nicht nur durch die Gegend gefahren, sondern auch gehörig Geld kassiert.
Ein paar Wahlplakate für Merkel hier, ein paar Gummibärchen und Luftballons für Schröder dort. Und es blieb angeblich genug Zeit übrig, den „geringen hochschulpolitischen Arbeitsaufwand in den Ferien zu bewältigen“. Trotz laufender Kürzungsdebatte und trotz eines brisanten Gesetzentwurfs, der die Hochschulautonomie drastisch beschneiden will.
Nur Simon Sieweke meckert mal wieder, aber der ist sich mit dem AStA-Vorsitzenden Thomas Schattschneider sowieso nicht grün. Die Greifswalder Szene an Hochschulpolitikern ist klein und jeder kennt hier jeden. Die Nähe zu Parteien ist bekannt und unbezahltes Engagement im Wahlkampf weder selten noch ungewöhnlich, eine Ist-doch-egal-Haltung weit verbreitet. Genau darin liegt die Gefahr. Nun ist das StuPa, Interessenvertretung aller Studierenden, am Zug. Ums Geld muss es gehen und auch um Parteiarbeit.

Geschrieben von Ulrich Kötter

Katja Staack (tja)

Aufgabenbereich: Hochschulpolitik

Hard facts: *02.04.1984 in Lübeck / kurze und mäßig erfolgreiche Ballett- und Judo-Karriere / Schulzeit in Lübeck und New Romney/GB / nebenher allerlei Schreibtätigkeit und Wahlprojekte / Abitur 2003 / seit WiSe 2003/04 an der EMAU

Soft facts:
Lieblingsgetränk: Jamaica-Kaffee (gibt’s hier in HGW!)
Lieblingsblatt (außer moritz): SPIEGEL, Süddeutsche (und natürlich Tacheles MUNOLetter…)
Lieblingsbuch: Den Luxus können Germanisten sich nicht leisten ;o)
Lieblingsautor: Margaret Atwood und Günther Grass
Lieblingsband: mehr als eine
Lieblingssänger: Midge Ure
Lieblingssängerin: Alanis Morissette
Lieblingssong: zur Zeit ?Beauty School Dropout? – Grease OST und ?Fit but you know it? – The Streets
Lieblingsfilm: ?American Beauty?
Lieblingsschauspieler: Klaus Kinski
Lieblingsschauspielerin: Julia Roberts, die ist grad schwanger…

Anmerkungen: ?One day, I might run for congress and see whether I can do some good…? (aus: John Kessel, ?A clean escape?)

Ulrich Kötter (uli)

Hard facts: geboren am 11. Februar 1983 in Bremen / Sommer 2002 Abitur in Lilienthal / danach Zivildienst im Seniorenheim / seit dem WS 03/04 Student der Kommunikationswissenschaften (B.A.) in Greifswald

Soft facts:
Lieblingsgetränk: Becks (aus Bremen!)
Lieblingsblatt (außer moritz): Der Spiegel, Ostsee-Zeitung 🙂
Lieblingsbuch: Keine Ahnung, ich lese zu wenig – vielleicht „Der Herr der Ringe“ (den Film fand ich als Umsetzung eher schlecht)
Lieblingsautor: Ian Fleming – nicht für die mittelmäßigen Bücher, sondern für die Erfindung von James Bond
Lieblingsband: irgendeine rockige aus den 80ern, vielleicht auch die Puhdys
Lieblingssänger: Udo Lindenberg
Lieblingssängerin: Auf jeden Fall nicht Britney Spears!
Lieblingssong: Ich hab immer neue, der längste war vielleicht Tina Turner mit “We Don’t Need Another Hero”
Lieblingsfilm: momentan “In China essen sie Hunde“ (eine rabenschwarze Komödie aus Dänemark)
Lieblingsschauspieler: Roger Moore, Loriot
Lieblingsschauspielerin: Evelyn Hamann

Anmerkungen: Von mir jedenfalls keine mehr.