Kursverfall der Pressefreiheit

Die BND-Spitzeleien und sonstige Machenschaften: Seit der Spiegel-Affäre 1962 ist die Staatsgewalt nicht mehr so unverfroren mit Journalisten umgesprungen.

Finnen gewinnen Grand Prix

Der Grand Prix wird zur Trash-Veranstaltung mit monströser Überraschung: Mit krachendem Monsterrock hat Finnland am Samstagabend den 51. Grand Prix gewonnen. Die als Geheimfavorit gehandelte deutsche Band Texas Lightning kam mit dem Country-Song ?No No Never? nur auf Platz 15.

Kino: Frauen am Ball

Elf Freunde sollt ihr sein. Jedenfalls auf dem Fußballplatz. Dort gelten eigene Regeln: Bundestrainer Sepp H. charakterisierte mit seinen Lebensweisheiten den Mannschaftssport, vergaß aber den nachweisbaren Einfluß des Privatlebens auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Den Eintracht Imma 95-Spielern kann es nämlich nicht gut gehen. Zwar sind fast alle Spieler liiert, glücklich können sie aber nicht sein. Erstens muß der Kampf gegen den Abstieg in die sportliche Bedeutungslosigkeit gewonnen werden. Der Bomber des Teams kann dabei verletzungsbedingt nicht helfen. Zweitens tolerieren, ja haben sich die lebensabschnitts- begleitenden Personen mit der Fußballpassion ihrer Partner resignierend abgefunden.

Dass diese Opferbereitschaft nicht bis zum jüngsten Tag aufrechtzuerhalten ist, dient als Ausgangskonflikt des Kinofilms „FC Venus“. Die Regisseurin Ute Wieland veranstaltet den Kampf der Geschlechter auf und um den Fußballplatz.
Das Zukunft des Paares Paul Bruhn und Anna Rothe (Christian Ulmen und Nora Tschirner) wird auf die Probe gestellt: Unter falschem Vorwand zieht die Frau mit ihrem Mann in dessen Heimatstadt, er spielt Fußball ohne ihr Wissen, die weibliche Intelligenz deckt das Geheimnis auf und aus einer Schnapsidee wird ein alles entscheidendes Fußballspiel angesetzt. Die Eintracht-Männer gegen ihre unter dem Namen FC Venus spielenden Partner(innen).
Lohn der sportlichen Mühe ist der Verzicht auf alle fußballerischen Aktivitäten seitens der Männer bei einem Sieg der Frauen, umgekehrt müssen diese die männliche Leidenschaft zum Fußball unterstützen. Trotz 22 zu besetzender Positionen wird die Geschichte von den beiden Hauptfiguren getragen. Humorvoll und klischeebehaftet kommt diese daher. Handwerklich über das Niveau eines deutschen Kinofilms hinausgehend, macht es einfach Spaß, ein Remake eines finnischen Blockbusters zu sehen.

Geschrieben von Björn Buß

Kino: Mission: Insignificant

Tom Cruise alias Ethan Hunt ist zurück. Der nunmehr dritte Kinostreich über die Impossible Mission Force, kurz IMF, lässt das sommerliche Unterhaltungsfilmangebot aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten beginnen. Was in den 1960-er Jahren des letzten Jahrhunderts auf der kleinen Mattscheibe wunderbar funktionierte, ein Team bestehend aus verschiedenen Experten zusammenkommen zu lassen um mit allerlei technischen Schnickschnack die Bösewichter der Welt dingfest zu machen, ist in dem von J.J. Abrahams als Regisseur begleiteten Werk misslungen.

Eine spannende Story, warum auch: Wichtig ist nur Mr. Cruise – und der Film macht keinen Hehl daraus, dass der mittlerweile 43 Jahre Akteur sein Privatleben auf der Leinwand auslebt und mit der ganzen Welt teilen muss. Oder zumindest mit den zahlungsbereiten Zuschauern. Der beste Mann der IMF dient dieser nur noch als Ausbilder. Schuld daran ist natürlich eine Frau, Krankenschwester von Beruf und die zukünftige Mrs. Hunt. Nur um die Rettungsaktion für eine frisch ausgebildete Agentin zu leiten, veranlasst Ethan Hunt noch einmal in den Ring zu steigen: Die Mission führt ihn und sein Team nach Berlin, Erfolg ist ihnen nicht vergönnt. Die Los(t)er wollen dies nicht ungeschehen lassen und machen im unbeschreiblich unnahbaren Luther Strickell den Schuldigen, den Staatsfeind Nummer 1 aus. Das Team plant dessen Entführung aus der Stadt des Heiligen Geistes, gibt sich auch Mühe in der Durchführung, doch im Gefängnis kann er nicht abgeliefert werden. Warum auch, der Film wäre zu Ende und der Zuschauer würde mittelmäßige Actionsequenzen und eine unbeschreiblich langweilige Reise ins Reich der Mitte verpassen. Dorthin muss sich nämlich Ethan Hunt begeben, um seine Herzallerliebste zu retten. Denn Strickell ist sehr sauer auf ihn.
Viele Drehbuchideen existierten, mehrere Regisseure (was hätte ein David Fincher bewirken können?) und Darsteller (Scarlett, danke für Deine Nichtmitarbeit!) haben sich an diesem Filmprojekt versucht. Doch ein Egomane wie Tom Cruise gibt anderen keine Freiheit. Seinem Diktat ist der bisher schlechteste Teil der Reihe anzukreiden.
Im Herbst wird Mr. Hunt dann hoffentlich elegant abserviert werden. Glücklicherweise schickt der britische Geheimdienst seinen besten Mann wieder
in die Arena.

Geschrieben von Björn Buß