Alle Artikel von Laura Brehme

Professor Gleditsch über militärische Konflikte in Folge des Klimawandels

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Juli 2010 um 18:07 Uhr

Professor Gladitsch befürchtet keinen Anstieg militärischer Konflikte durch den Klimawandel

Wird es in Zukunft durch den Klimawandel vermehrt zu Konflikten kommen? Der Politikwissenschaftler Nils Petter Gleditsch sagt Nein. Am Montag hielt Gleditsch einen Vortrag über „Klimawandel und Sicherheit“ am Institut für Politikwissenschaft.

Nils Petter Gleditsch ist Professor am Peace Research Institute in Oslo und Herausgeber der Journal of Peace Research. Außerdem lehrt er an der University of Science and Technology in Trondheim. Er ist der siebt-meistzitierteste Politikwissenschaftler der Welt. Und das, obwohl er nie promoviert hat, wie er am Anfang seines Vortrages verriet.

Trotz Hitze fanden sich rund 60 Zuhörer im Hörsaal der Geschichte ein. Während das Klima Greifswald über 30 Grad bescherte, befasste sich Gleditsch im Hörsaal mit dem Zusammenhang von Sicherheit und Klimawandel. Wird der Klimawandel in Zukunft zu mehr Konflikten führen?

Diese Fragestellung ist nicht neu in der Politikwissenschaft. Dennoch wird sie meist nur am Rande behandelt. Selbst das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), das regelmäßig wissenschaftliche Berichte zur Bewertung der globalen Erwärmung verfasst, widmet erst in seinem neuesten Bericht ein Kapitel der Sicherheit.

Die offensichtlichste These lautet, dass der Meeresspiegelanstieg zu Migration führt und Migration wiederum zu Konflikten. Doch die Forschung zieht auch Verbindungen von Konkurrenz um Ressourcen sowie Ressourcenknappheit und lokalen Konflikten.

Doch hat der Klimawandel auch direkte Auswirkungen auf die Sicherheitslage? Gleditsch verneint dies. Die oben genannten Thesen können nur schwer direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Dass beispielsweise Migration zu Konflikten führt, ist bewiesen. Doch wer kann genau sagen, ob die Migration ausschließlich durch den Klimawandel ausgelöst wurde? Ebenso verhält es sich mit Wirtschaftskrisen. Auch diese können Konflikte hervorrufen. Doch die Krise auf den Klimawandel zurückzuführen ist schwierig.

In der empirischen Forschung konnte jedenfalls bisher kein Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheit gefunden werden.

Der Vortrag rief bei den Zuhörern einigen Diskussionsstoff hervor. Es gab viele Beiträge, darunter auch sehr kritische. So lautete der erste Beitrag: „Thank your for the provoking presentation!“ Andere fragten eher nach konkreten Beispielen, wie es zum Beispiel in China oder Finnland aussehen könnte.

Dass trotz des Wetters so viele Zuhörer kamen, erfreute auch Gleditsch: „I don’t know if I’d come to the lecture!“

Fotos: Wikipedia

Klimawandel und Sicherheit

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. Juli 2010 um 09:35 Uhr

Werden Konflikte um Ressourcen wie Wasser, was bereits jetzt in der Kalahari rar ist in Zukunft zunehmen?

Am Montag hält der Politikwissenschaftler Nils Petter Gleditsch einen Vortrag über die veränderte Konfliktsituation seit dem Aufkommen der Klimawandel-Diskussionen.

Seit dem Kalten Krieg hat sich die Anzahl der andauernden bewaffneten Konflikte verringert. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Härte von Kriegen abgenommen. Wird der Klimawandel diesen Trend umkehren? Und wird sich damit die Sicherheitslage bedeutend verschlechtern?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Nils Petter Gleditsch am Montag in seinem Vortrag. Der Politikwissenschaftler ist Professor am Peace Research Institute in Oslo und Herausgeber der Journal of Peace Research. Außerdem lehrt er an der University of Science and Technology in Trondheim.

Eingeladen wurde Nils Petter Gleditsch vom Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft. Der Vortrag findet am 12.7.2010 um 16.00 Uhr im Historischen Institut (HS12) statt.

Foto: Wikipedia (Wüste Kalahari)

Angeschaut: Spielfilm und TV-Diskussion über Scientology

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. April 2010 um 14:26 Uhr

Vergangene Woche zeigte die ARD einen Film über Scientology. „Bis nichts mehr bleibt“ soll einen Einblick in die Strukturen der Organisation und die damit einhergehenden Probleme bieten. Im Anschluss diskutierten Kritiker und Sympathisanten von Scientology bei „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg.

In Berlin warnten zeitweise Plakate vor den Methoden der Sekte.

Frank (Felix Klare) kämpft vor Gericht für das Sorgerecht seiner Tochter Sarah, nachdem er Scientology den Rücken gekehrt hat. Sowohl er, als auch seine Frau Gina (Silke Bodenbender) waren jahrelang Mitglied in der Organisation, bis Frank misstrauisch wird und sich gegen die Gruppierung entscheidet. Damit gerät er in eine heftige Auseinandersetzung mit seiner Frau, die seinen Entschluss nicht teilt. Von der Situation der Gerichtsverhandlung aus wird die Geschichte eines Aussteigers beschrieben.

Es war das erste mal, dass in Deutschland in Form eines Spielfilms über Scientology aufgeklärt werden soll. Der Zuschauer bekommt im Film einen hervorragenden Einblick in die Strukturen von Scientology. Angefangen bei den Einstiegstests bis hin zum „Alltag“ als vollständiges Mitglied der Organisation.

Besonders beeindruckend ist die Schilderung der Problematik, die mit einem Einstieg bei Scientology einhergeht: Schulden, Abbruch des Kontakts zu Familie und Freunden, Einschränkung der Willensfreiheit.

Scientology verspricht durch bestimmte Kurse mehr Glück, mehr Leistungsfähigkeit, mehr Stärke. Und tatsächlich stellt sich bei Frank und Gina zunächst ein Gefühl der Zufriedenheit ein. Sie sehen sich verändert, stärker. Doch bald wird klar, Glück findet man bei Scientology nur, solange man zahlt und nichts hinterfragt. Frank gibt sein gesamtes Geld für Kurse bei Scientology aus, für die er auch sein Architekturstudium aufgibt. Als er pleite ist, muss er bei Scientology arbeiten um seine Schulden abzubauen. Ein Gehalt wird ihm nie ausgezahlt.

Als er Zweifel an der Organisation zeigt, wird er unter besondere Behandlung gebracht. Immer wieder muss er so genannte „Wissensberichte“ schreiben, in denen er dazu gezwungen wird sogar seine eigene Frau anzuschuldigen.

Was jedoch im Film zu kurz kommt ist die Nachvollziehbarkeit. Der Einstieg von Frank und Gina wird mit persönlichen Schwierigkeiten begründet: Streit in der Ehe, ein schwieriges Verhältnis zwischen Gina und ihren Eltern sowie Franks Misserfolg im Studium. Doch reicht das aus, Scientologys Methoden zum Opfer zu fallen? Ist man den Persönlichkeitstests von Scientology tatsächlich derart ausgeliefert? Diese Fragen kommen im Film leider zu kurz.

Ein wenig Aufklärung bietet die Diskussionsrunde „Hart aber fair“ im Anschluss des Films. „Der Film nimmt einzelne Teile von Scientology heraus und stellt diese falsch dar“, wirft der Scientology-Pressesprecher Jürg Stettler dem Film vor. Er bestreitet, dass Übungen, wie sie im Film dargestellt werden, tatsächlich so stattfinden: „Ich habe noch nie gesehen, dass Kinder so trainiert werden.“ Inzwischen hat Scientology einen eigenen Film gedreht, der ihre Seite darstellen soll und im Internet zu sehen ist.

Das ehemalige Scientology-Mitglied Wilfried Handl widerspricht Stettlers Vorwürfen: „In den Übungen geht es darum Macht zu erlernen und Macht auszuüben! Das sind Standardübungen für Scientology-Mitarbeiter.“

Der ehemalige bayrische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), ebenfalls Gast in der Sendung, spricht die rechtliche Problematik von Scientology an: „Die Menschen haben das Recht auf ein selbst bestimmtes Leben. Doch bei Scientology führen sie ein von Scientology bestimmtes Leben!“

Es ist gut, mit einem Spielfilm die Menschen über die Strukturen von Scientology aufzuklären. Denn dadurch bleibt Scientology nicht die unbekannte Organisation, hinter deren Türen man nicht blicken kann. Und das Wissen über Hintergründe ist die Grundvoraussetzung für eine offene Diskussion über Scientology.

Bilder:

  • Foto Startseite: striatic via flickr
  • Logo Scientology: wikimedia commons
  • Litfaßsäule Berlin: Andreas Praefcke via wikimedia

Hinweis: Am 6. April wurde um 11:35h die Bildunterschrift des ersten Bildes (Litfaßsäule) korrigiert. Zuvor war der Eindruck entstanden, das abgebildete Plakat hänge immer noch am abgebildeten Ort.

“Mit der Kamera in die Welt” – Ausstellung im Landesmuseum

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. November 2009 um 19:49 Uhr

„Mit der Kamera in die Welt” begab sich Richard Fleischhut Anfang des 20.Jahrhunderts auf Reisen und dokumentierte damit nicht nur das gesellschaftliche Leben zwischen Amerika und Europa. Ein Bestand seiner Arbeit wird noch bis Januar in der Sonderausstellung des Pommerschen Landesmuseums ausgestellt – und zeigt eine beeindruckende Momentaufnahme der damaligen Zeit.

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Neben den Fotos sind auch viele Gegenstände aus Fleischhuts Nachlass zu bewundern.

Richard Fleischhut, der 1905 als Konditor zu seiner ersten Seefahrt aufbricht, ist bis 1939 Bordfotograf der Reederei Norddeutscher Lloyd.  An Bord der Schiffe hat er sein eigenes Atelier und Labor. Die Überfahrten zwischen Bremen und New York gelten damals als gesellschaftliches Ereignis, die luxuriösen Kreuzfahrtschiffe waren nicht nur Verkehrsmittel: Prominente wie berühmte Musiker, Politiker und Schauspieler treffen sich hier.

Die Kreuzfahrten wurden zu einem beliebten gesellschaftlichen Ereignis von Europäern und Amerikanern und diese werden auch zu einem wichtigen Motiv von Fleischhut. Von Schauspielern, wie Marlene Dietrich bis hin zu Politikern, wie Franklin D. Roosevelt: Fleischhut porträtiert die Schönen und Reichen der damaligen Zeit.

Auffallend ist die große Anzahl an Musikerporträts in Fleischhuts Bestand. Der Fotograf  ist selbst Teil einer begabten Musikerfamilie. So  war beispielsweise seine Frau Florentine Fleischhut eine erfolgreiche Komponistin und Pianistin und wirkte als Musiklehrerin. Florentines Vater war Oboist und Kapellmeister. Unter den Porträtaufnahmen finden sich Bilder von dem russischen Dirigenten Sergej Rachmaninoff, dem österreichischen Tenor Richard Tauber und anderen bekannten Musikern.

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Täter oder Opfer? Die Medien in der Wirtschaftskrise

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. November 2009 um 17:10 Uhr

Am Dienstag Abend sprach Dr. Frank Lobigs, Professor für Journalistik an der TU Dortmund, zum Thema „Täter oder Opfer? Medien und die Wirtschaftskrise“. Der Fachschaftsrat des Instituts für Kommunikations- und Politikwissenschaft lädt diese Woche zu Expertenvorträgen über die Wirtschaftskrise ein.

„Die Medien haben geflüstert, wo sie sonst eigentlich geschrien hätten“, sagt Lobigs. Er lehnt es jedoch ab, den Medien eine Täterrolle während der Wirtschaftskrise zuzuschreiben und entwickelt eine Verkettung des medialen Verhaltens: Am Anfang der Krise trugen die Medien zur Krise bei, indem sie positiv berichteten um ihr gutes Verhältnis zu den Führungsriegen in den Unternehmen aufrechtzuerhalten. Danach erfolgte eine Aufarbeitung der Wirtschaftskrise mit komplexen Erklärungen gefolgt von einer Kritik, die die Medien an sich selbst gegenseitig ausübten.

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Professor Frank Lobigs

Lobigs sieht ein positives Merkmal des medialen Verhaltens darin, dass sie keine Angst geschürt haben, indem Schockmeldungen vermieden wurden. Die Bild-Zeitung erhielt für dieses Verhalten sogar den Journalismuspreis „Prometheus“. Eben dafür, dass sie nicht die Schlagzeile brachten: „Finanzkrise: Die Ersten holen ihr Geld ab“. Andernfalls hätten nach Aussagen der Jury zu viele Deutsche reagiert und ihr Geld von der Bank geholt. Das hätte den Zusammenbruch des deutschen Finanzsystems zur Folge gehabt.

Ein wichtiger Kritikpunkt sei gewesen, erklärt Lobigs weiter, dass die Medien die Wirtschaftskrise nicht früher vorhergesehen hätten. Doch auch hier argumentiert Lobigs für die Medien: Selbst viele Experten konnten das Ausmaß der Krise nicht voraussagen.

Im zweiten Teil stellte Lobigs die Medien als Opfer der Krise dar: Die Werbeeinnahmen und Auflagen gingen zurück, es mussten massive Einsparungen erfolgen.

Im Anschluss kam es zu einer regen Diskussion, an der sich ein kleiner Teil der etwa 60 Zuhörer beteiligte. Hier kamen die Medien als vierte Macht im Staat zur Sprache, sowie die Frage, ob sie Informationen den Konsumenten bewusst vorenthalten können. Natürlich rief vor allem der Preis für die Bild-Zeitung im Publikum Erstaunen hervor.

Insgesamt waren die Reaktionen recht positiv, was am kräftigen Klopfen auf die Tische zu bemerken war. Lobigs konnte seine Argumente gut darlegen und schaffte es seinen Vortrag durch kleine Anekdoten interessant zu gestalten. Zu Beginn sprach er sich lobend über den Fachschaftsrat aus, der den Vortrag organisiert hatte: „So etwas gibt es bei uns an der Uni nicht“.

Und was waren die Medien in der Wirtschaftskrise nun? Täter oder Opfer? Auch wenn diese Auffassung im Anschluss des Vortrages kritisch diskutiert wurde – Lobigs sagt: „Wenn ich mich entscheiden müsste, hieße die Antwort – zumindest für die deutschen Medien – eindeutig Opfer. Leider!“

Bilder:

Laura Brehme

Studieren in Fernost – Gang und Dong helfen bei der Studienwahl

Geschrieben von | Veröffentlicht am 26. Oktober 2009 um 19:10 Uhr

Seit einigen Monaten macht die Kampagne “Studieren in Fernost” mit Publikationen, aber vor allem auch im Netz auf sich und damit auch auf die Hochschulen in den neuen Bundesländern aufmerksam. Im Juni gewann die verantwortliche Agentur Scholz & Friends für die Kamapagne den deutschen Multimedia Award. Doch was hat es mit dem Projekt genau auf sich?

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Screenshot der Startseite

Bis 2020 soll die Zahl der Studienanfänger in den neuen Bundesländern stabil gehalten werden. Unter anderem, um der steigenden Studienanfängerzahl im Westen und außerdem dem demographisch bedingten Rückgang im Osten entgegenzuwirken.Die meisten Abiturienten zieht es zum Studieren in den Westen. Doch warum ist das immer noch so? Dass auch die neuen Bundesländer attraktive Studienorte bieten, soll  eine Kampagne der “Hochschulinitiative Neue Bundesländer“  in Kooperation mit dem schülervz zeigen.

“Studieren in Fernost” rankt sich dabei um die zwei Asiaten Gang und Dong als Zugpferde. Sie führen die Interessenten auf ihrer Internetseite durch die “fernöstliche” Welt und kämpfen damit gegen die Vorurteile an, der Osten sei trostlos und marode. Denn ihre Welt ist bunt und vielseitig. Neben ausführlicher Werbung aller Hochschulen aus den neuen Bundesländern, ist der Hauptbestandteil der Internetseite die Studiensuchmaschine, mit dem man die passende Universität für sich finden soll.

Diese Suchmaschine bietet unkonventionelle Methoden um sein Traumstudium in seiner Traumstadt zu finden. Zunächst muss man beispielsweise sein bevorzugtes Arbeitsoutfit, den Arbeitsort und die Arbeitsutensilien aussuchen. Außerdem spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle, zum Beispiel ob die Testperson ein Großstadtmensch ist, oder lieber in einer Kleinstadt studieren möchte, oder ob man Berge oder das Meer bevorzugt. Und auch über seine Wohnvorstellungen oder die Nähe zu Berlin muss man sich Gedanken machen.

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Remise in der Straze abgerissen *update* Petruswerk: War rechtmäßig

Geschrieben von | Veröffentlicht am 15. Juli 2009 um 12:28 Uhr

Im seit November 2007 schwelenden Streit um das Haus Stralsunder Straße 10 hat es seit unserem letzten Bericht Ende Mai neue Entwicklungen gegeben. Zeitweise gab es angeblich ein Verkaufsangebot des Eigentümers, dem Berliner Petruswerk, das der Verein “Kultur- und Initiativhaus e.V.” auch annehmen wollte, das dann aber wieder zurückgezogen wurde. Jetzt sorgt der Abriss eines Nebengebäudes für Ärger.

Gebäude in der Stralsunder Straße 10/11

Gebäude in der Stralsunder Straße 10/11

Dem Petruswerk gehört das Gebäude seit Januar 2008. Die Gesellschaft wollte die „Straze“ zu einem studentischen Begegnungszentrum machen. Nur vier Monate später gab Dr. Douglas Fernando, Geschäftsführer des Unternehmens, jedoch bekannt, das Gebäude abreißen zu wollen, da eine Sanierung nicht finanzierbar sei.

Daraufhin bildeten über 20 Bürger am 29.5.08 die Bürgerinitiative zur Rettung der Stralsunder Straße 10/11. Sie wollen das unter Denkmalschutz stehende Haus erhalten (webMoritz berichtete). Seit einem Jahr dürfen nach einem neuen Gesetz in Mecklenburg-Vorpommern denkmalgeschützte Häuser abgerissen werden, wenn sie wirtschaftlich nicht rentabel sind. Dr. Ulrich Rose von den Greifswalder Grünen sagte über die Planugen für einen Neubau nach Abriss des Hauses in der Ostseezeitung im Juni 2008: „Der Neubau wird so gesichtslos, dass er in jeder Stadt stehen könnte.“ Die Fraktion Grüne/OK hatten sich in der Bürgerschaft gegen einen Abriss eingesetzt.

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Arndt-Debatte in den Medien *2xupdate*

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. Juli 2009 um 21:47 Uhr

Am 17.Juni stimmte die Studierendenschaft auf der Vollversammlung dafür, dass ihre Universität den Namen “Ernst Moritz Arndt” ablegt (wir berichteten). Seitdem wurde das Thema in verschiedenen Medien diskutiert.

Vielfach kritisiert wurde der Umgang der Ostseezeitung mit dem Thema. Am 23. Juni, wenige Tage nach der Vollversammlung, erschien ein Artikel in dem der eremitierte Professor Karl-Ewald Tietz den Namenspatron in Schutz nahm. Dass dieser einer der Vorsitzenden der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft ist, verschwieg man den Lesern großzügig. Diese Tatsache aber könnte Sätze wie: “Die Gesellschaft stehe für einen kritischen Umgang mit Arndt, der dabei immer „sein Fett weg bekomme“,sagt Tietz.” in einen ganz anderen Kontext rücken.

ernst_moritz_arndtDoch auch in vielen Leserbriefen wurde der Beschluss aufgegriffen – überwiegend ablehnend. So sorgte einer der Briefe für Wirbel, in dem sich zwei Leser aus Püttelkow gegen die Namensänderung aussprechen und vor Linksextremismus in unserer Gesellschaft warnen. Der Brief wies erhebliche Ähnlichkeiten zu der Berichterstattung auf der Website „Altermedia” auf, die der rechtsextremistischen Szene zugeordnet wird (wir berichteten). Eine Aufklärung über den Hintergrund des Autoren erschien erst einige Tage später, erneut per Leserbrief.

Gegner der Umbennenung: Vor allem drei Argumente

Doch auch viele andere Leser sprechen sich gegen die Namensumbenennung aus. Hier dominieren vor allem drei Argumente: Zum einen kritisieren viele, dass die Studierenden über den Namen der Universität abgestimmt haben, obwohl diese meist nicht mal hier gemeldet sind, geschweige denn geboren. Diese Leser sehen das Recht über eine Namensabstimmung bei den Greifswalder Bürgern, die schon Jahrzehnte in der Stadt wohnen.

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Eltern-Kind-Café – Erfahrungsaustausch für studentische Eltern

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. Juni 2009 um 11:28 Uhr

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Regelmäßig organisieren der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studentenwerk ein Eltern-Kind-Café. Hier können studentische Eltern ihre Erfahrungen austauschen und andere Eltern kennen lernen. Das nächste Treffen findet am Freitag, dem 19. Juni ab 15.00 Uhr in den Räumen der Evangelischen Studierendengemeinde im Lutherhof, Martin-Luther-Str. 8, statt.

Als Gast wird Anja Engel, vom Gesamtelternrat Greifswald anwesend sein. Sie soll für alle Fragen zur Kinderbetreuung zur Verfügung stehen. Außerdem wird sie die Arbeit des Gesamtelternrats vorstellen.

Neben studentischen Eltern sind auch diejenigen eingeladen, die es werden wollen. Das Studentenwerk bietet nicht nur schnelle Hilfe für Schwangere und Eltern an, sondern auch Entscheidungshilfe dabei, ein Studium mit Kind bewusst zu planen. Hierzu bietet auch die Homepage des Studentenwerks schon erste Informationen.

Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben derzeit 8% der Studentinnen in Deutschland Kinder.

Für alle Teilnehmenden wird Kaffee und Kuchen angeboten.

Foto: Homepage Studentenwerk

Bild Startseite: diorama via flickr

Wahlinterviews (5): Dr. Rainer Steffens (CDU)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Mai 2009 um 22:30 Uhr

Am 7. Juni wählt Greifswald eine neue Bürgerschaft. Der webMoritz interviewt Vertreter aller Parteien und Wählergemeinschaften. Heute: Dr. Rainer Steffens von der CDU.

webMoritz: Etwa 30% der Greifswalder sind Studenten oder Hochschul-Mitarbeiter. Was sind die Möglichkeiten der Bürgerschaft, etwas für diese Gruppe zu tun?

Dr. Rainer Steffens: Wer am Straßenverkehr teilnimmt sieht, dass wir unheimlichen Nachholbedarf haben in einigen Straßen und dass wir Radwege schaffen müssen. Wenn ich daran denke, dass wir in den nächsten Jahren den Wechsel haben, dass die Kliniken auf den Campus ziehen, ist zum Beispiel die Löfflerstraße ein ganz dringendes Beispiel.

Das ist etwas, was mir im Straßenbild auffällt, da muss was gemacht werden. Und da sind wir dann schon in dem Bereich in dem die Stadt helfen kann, nämlich Infrastrukturen zu schaffen, die dann auch von Studenten und Mitarbeitern der Universität genutzt werden. Im universitären Bereich ist ja die Universität selbstständig. Da müssen wir uns raushalten.

webMoritz: Das heißt hier sehen Sie akute Probleme, die demnächst angegangen werden müssen?

rainer_steffens-300x200-rainer_steffens1Dr. Rainer Steffens: Also wenn ich von hier losfahre zum Amtsgericht, dann hat man einfach gefährliche Situationen, weil die Fahrradfahrer nicht ausweichen können, sie müssen die Straße benutzen. Und das sieht man jeden Tag. Also da denke ich, gibt es in verschiedenen Bereichen der Stadt noch Nachholbedarf.

webMoritz: Greifswald hat zu wenig Wohnraum zu studentischen Preisen. Was kann die Stadt tun?

Dr. Rainer Steffens: Die Wohnungen, auf die die Stadt Zugriff hat, liegen ja bei der WVG und insofern wird dort über die Gremien, wie den Aufsichtsrat, Sorge getragen, dass die Mietpreise nicht ins exorbitante gehen. Aber es ist natürlich insbesondere auch die Privatwirtschaft gefragt und da muss sich auch der ein oder andere Vermieter fragen, ob er es nicht übertreibt.

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