Am Donnerstagabend werden Studierende des Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI) im Rahmen einer Vernissage in der Kuhstraße ihre erste eigene Galerie namens GARAGE eröffnen. Damit wollen sie auf Dauer eine Möglichkeit schaffen, regelmäßig die Resultate ihrer Arbeit auszustellen und in Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten.

Wer hat nicht schon einmal von den Ausstellungen zu den Abschlussarbeiten der CDFI-Studierenden gehört oder selbst einer beigewohnt? An vielen verschiedenen Orten in Greifswald, wie etwa in der Polly Faber oder in der Dompassage, konnten und können hin und wieder die Arbeiten der hiesigen Studierenden der bildenden Kunst begutachtet und bewundert werden. Ab morgen wird zudem ein weiterer Ort öffentlich zugänglich sein, an dem die Künstler ihre Werke präsentieren – unabhängig von den Ausstellungen der Absolventen und terminlich völlig konkurrenzlos.

Auch bisher gab es schon „Raum für Kunst“, beispielsweise in den Institutswerkstätten (Druck- und Medienwerkstatt), dem Institutsgebäude in der Bahnhofstraße und natürlich auch an anderen Orten, wie etwa den oben erwähnten. „Da aber trotzdem eine stetige Nachfrage an Räumlichkeiten besteht, kam die Idee des Projektes, eine eigene Galerie dafür ins Leben zu rufen“, betont Kunststudent Jonathan Dehn.

Im Rahmen des Seminars „Raum für Kunst“ kam schon im Sommersemester 2015 die Idee auf, dass ein eigener fester Platz zur Kommunikation der eigenen Arbeiten wünschenswert sei. Zusammen mit dem Kursleiter, Professor Frosch, erarbeiteten die Studierenden ein Konzept in Anlehnung an die Akademie Galerie der Kunsthochschule München. Nachdem im Kurs grundsätzliche Überlegungen zur Eröffnung einer eigenen Galerie angestellt worden waren, machten sich die Künstler auf die Suche nach angemessenen Räumlichkeiten. Einige Möglichkeiten wurden näher betrachtet, am Ende entschied man sich jedoch für die Garage „vor der Haustür“, auf dem Gelände des Instituts in der Kuhstraße 30.

Kunstsammlung in der Wunderkammer

Ab morgen werden dort zunächst die elf Teilnehmer des Kurses ihre Werke präsentieren. Was genau in dem etwa 30 Quadratmeter großen Raum neben der Holz- und Metallwerkstatt ausgestellt wird, wird noch nicht verraten. Verheißungsvoll lässt uns Jonathan nur so viel wissen: „Jeder von uns wird ein bis zwei Werke präsentieren, so ähnlich wie in einer Wunderkammer. Am besten, man lässt sich einfach überraschen.“ Auch in den Tagen nach der Vernissage wird das Oeuvre noch an fünf Tagen von 11 bis 15 Uhr zu bestaunen sein. Es sei geplant, dass künftig dreimal pro Semester Ausstellungen stattfinden, so Jonathan. Pro Projekt soll der Ausstellungszeitraum auch künftig fünf Tage betragen. In dieser Zeit werden sich die Mütter und Väter der Kunstwerke mit etwas Hilfe vom FSR Kunst caspars kinder eigenständig um die Betreuung der Räumlichkeiten kümmern.

Ganz alleine gelassen werden die Studierenden natürlich nicht. Professor Frosch wird ihnen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Er ist derjenige, der „Ideen und Ansätze, auch für die Ausstellungsgestaltung“ anbrachte, „aber er hat sich gerade bei der Frage der Umsetzung immer zurückgehalten und den Studierenden die Entscheidungen überlassen“, beteuert Jonathan. Professor Frosch wird als Verantwortlicher auch an der Jury aus Lernenden und Lehrenden teilnehmen, welche die Projekte und Bewerber, die ausstellen dürfen, festlegt. Nachdem letztere einige Fragen zu ihren Vorhaben beantwortet haben, werden sie die Nutzungsbedingungen unterschreiben müssen „und dann kann eigentlich mit dem Arbeiten direkt begonnen werden“, meint Jonathan. Eigenverantwortlich werden die Galeristen, bevor es in die finale Endphase vor Ausstellungsbeginn geht, noch ein Flyer- und Plakatmotiv einreichen müssen, damit auch für ausreichend Werbung gesorgt werden kann. Der Lehrstuhl wird dazu sogar ein gewisses Kontingent zur Verfügung stellen. Auch Materialgelder können – nach Absprache mit Herrn Professor Frosch – gestellt werden, hebt Jonathan hervor. Auf welche Art und Weise sich die Künstler in Zukunft in der GARAGE entfalten werden, bleibt spannend.

 

Beitragsbild: Jonathan Dehn