Die am kommenden Montag beginnende Urabstimmung der Studierenden zu Ernst Moritz Arndt erregt die Gemüter – sogar über den Kreis der Studierenden hinaus. Neben der Infozeitung zu Arndt, die von der StuPa-AG zum Uni-Namen herausgegeben wurde, publizierte der Greifswalder Kirchenhistoriker Dr. Irmfried Garbe ein Heft mit dem Titel „Wortmeldungen zu Ernst Moritz Arndt“, das mehrere Aufsätze von Wissenschaftlen enthält, die sich eher dem Arndt-freundlichen Flügel der Debatte zuordnen lassen. Es ist online nicht verfügbar, die enthaltenen Aufsätze wurden jedoch größtenteils zur Arndt-Anhörung vor dem Senat verfasst und können auf dessen Homepage nachgelesen und nachgehört werden. Prof. Dr. Helmut Klüter, Lehrstuhlinhaber für Regionale Geographie, äußert sich in einem Gastbeitrag für den webMoritz zu dem Heft:

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Prof. Dr. Helmut Klüter

Am 5.1.2010 erschien in Greifswald ein Heft mit vorgeblichen Argumenten „für eine Beibehaltung des Namens Ernst Moritz Arndt-Universität“. Vom Inhalt dieses Heftes sollte man sich distanzieren, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Schon die Diktion ist problematisch. Da heißt es in der Überschrift des ersten Beitrags: „Für die Beibehaltung des Namens Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald.“ Damit wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die Umbenennung der Universität von 1933 auch heute Rechtsgültigkeit hat.

Andererseits betonen die Autoren, der gute Arndt hätte dazu aufgefordert, sich gegen despotische und tyrannische Entscheidungen von oben zu wehren. Es steht außer Frage, dass der Entscheidung von 1933 entsprechende Säuberungen und andere Aktivitäten vorausgegangen sind, und dass der damalige Rumpfsenat sich einer Vorgabe des „Stahlhelms“ gebeugt hat, vielleicht auch beugen musste. Warum lehnen sich die angeblichen Apologeten Arndts nicht gegen diese Entscheidung auf? „Wem Furcht vor Jemand seine Zunge schließt, der dünket mich der schlimmste nun und immer“. (Sophokles, zitiert bei Arndt, zitiert von Garbe 2010, S. 12, Anm. 5). Übrigens wäre es auch für die Gegner Arndts angebracht, diese Entscheidung nicht zu akzeptieren. Denn der Universität ist mit dieser Art der Umbenennung 1933 nationalsozialistisches Unrecht widerfahren. Wir sollten also davon ausgehen – nicht zuletzt unter Berufung auf Arndt -, dass die Universität auch heute noch Universität Greifswald heißt.

2. Die „Wortmeldungen zu Ernst Moritz Arndt“ sind ein typisches Dokument des Greifswalder Provinzialismus. Keiner der Autoren macht sich Gedanken darüber, wie die Hochschule mit dem Namen Ernst Moritz Arndts im Ausland wirkt. Bisher konnte man darauf hoffen, dass kaum jemand Ernst Moritz Arndt kannte. Im Zeitalter des Internets ändert sich das leider. Wenn man in das französische Google E. M. Arndt eingibt, wird man nicht nur zur Universität Greifswald, sondern auch zu dem nachstehenden Text geführt:

Der Gott, der Eisen wachsen liess

Un article de Wikipédia, l’encyclopédie libre.

Der Gott, der Eisen wachsen ließ est un poème patriotique du poète allemand Ernst Moritz Arndt. Il était écrit juste avant les guerres de 1813 à 1815, pendant lesquelles l’Allemagne se libérait du règne de Napoléon Bonaparte.
Le poème reflète la haine contre Napoléon et le sentiment anti-français du poète, bien qu’il ne nomme pas de noms ou dates historiques d’actualité. Avec une mélodie composée plus tard, ce poème est devenu un des chants les plus importants du mouvement nationaliste allemand.

Texte et traduction

allemand(de)

français

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte.
Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt,
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht,
den hauen wir in Scherben.
Der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil’ges Vaterland!
O deutsche Lieb und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land,
dir schwören wir aufs Neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der füttre Krähn und Raben!
So ziehn wir aus zur Hermannsschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann,
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann,
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Lasst klingen, was nur klingen kann,
Trompeten, Trommeln, Flöten!
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten,
mit Henker- und mit Knechteblut.
O süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.

Lasst wehen, was nur wehen kann,
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen.
Auf, fliege, stolzes Siegspanier
voran den kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süßen Tod der Freien.

Le Dieu qui faisait croître le fer
ne voulait pas d’esclaves.
Puis, il donnait le sabre, l’épée et l’épieu
dans la droite de l’homme ;
puis, il lui donnait le courage hardi,
l’ire de la parole libre,
pourqu’il continue jusqu’au sang,
jusqu’à la mort la querelle.

Nous voulons donc tenir ce que Dieu a voulu
en bonne fidélité
et ne jamais pour la solde des tyrannes
fendre les crânes humains.
Mais celui qui lutte pour vanité et honte,
nous le hacherons en tessons.
Celui-là ne doit point, au pays allemand,
hériter à côté des hommes allemands.

O Allemagne, ô patrie sacrée !
O amour et fidélité allemands !
Pays si haut, pays si beau,
à toi, nous jurons de nouveau :
Veillez les garçons et les esclaves !
Qu’ils fassent manger les corneilles, les corbeaux !
Mais nous allons à la bataille de Teutobourg
et réclamons vengeance.

Faites gronder ce qui peut gronder
aux flammes claires et lucides !
Les Allemands, tous les hommes,
ensemble pour la patrie !
Et élevez les cœurs au Ciel
et au Ciel aussi les mains,
et criez, tous les hommes :
La servitude est finie !

Faites retentir ce qui peut retentir,
les trompettes, les timbales, les flûtes !
Nous voulons aujourd’hui, tous les hommes,
rougir le fer par le sang,
par le sang des bourreaux et des esclaves.
O chéri jour de la vengeance !
C’est un bon son à chaque Allemand,
ceci est la grande chose.

Faites flotter ce qui peut flotter,
les fanions et les drapeaux !
Nous voulons aujourd’hui, tous les hommes,
nous exhorter à la mort héroïque.
Hardi, vole, ô fière bannière de la victoire
devant les lignes audaucieuses !
Nous vainquerons ou nous mourrons ici
de la douce mort des libres.

Aus: http://fr.wikipedia.org/wiki/Der_Gott,_der_Eisen_wachsen_liess, abgerufen am 7. Januar 2010.

Bedenkt man, dass das Französisch die faktische Regierungssprache der EU-Kommission in Brüssel ist, dann hat die Universität mit dem Namen Arndt ein echtes Marketing-Problem. Wenn eine EU-Sekretärin in Brüssel etwas nicht weiß, dann schaut sie zunächst im französischen Internet nach. Wenn sie dann den oben zitierten Text lesen muss, kann man ihr nicht verdenken, wenn sie einer Hochschule, die Arndt in ihrem Namen propagiert, reserviert gegenübersteht.

Der Text gehört zu den wenigen Artikeln des französischen Netzes, die in deutscher Sprache getitelt sind. Der kommunikativen Nähe dieses grausamen, beschämenden, durch und durch peinlichen Textes zu unserer Universität kann man sich entziehen, wenn man Ernst Moritz Arndt aus dem Namen der Universität streicht. Oder müssen wir darauf warten, bis auch die übrigen 20 Horrorgedichte von Ernst Moritz Arndt neben dem Link zur Universität Greifswald stehen?

3. In dem Beitrag von Irmfried Garbe heißt es am Schluss: „Sein Denkhorizont ist europäisch-christlich bestimmt. Sein akademisches Lebenswerk bietet Stoffe, die sich über Literaturwissenschaft, Pädagogik, Geschichte, Altphilologie, Romanistik, Nordistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft, Staats- und Verfassungsrecht, Theologie, Philosophie, Geographie, Germanistik und Volkskunde  erstrecken“ (I. Garbe 2010, S.12). So enden normalerweise Biographien und Aufsätze über Arndts Zeitgenossen und Theologen Nikolai Grundtvig (1783-1872). Herr Garbe hat hier offenbar in die falsche Schublade gegriffen. Sein impliziter Verweis auf Grundtvig ist dennoch sehr wertvoll, zeigt er doch, was ein protestantischer Theologe zu Arndts Zeiten an positiven Impulsen zu geben vermochte. Grundtvig interpretierte die „Entdeckung“ des „Volkes“ in Richtung auf die Erziehung zum mündigen Bürger. Er schuf Volkshochschulen und die Idee des lebenslangen Lernens. Er wollte die Landbevölkerung emanzipieren. Seine Einflussnahme auf die dänische Verfassung von 1848 war derart vorausschauend, dass es in Dänemark seitdem keiner Revolutionen bedurfte, um das Land zu modernisieren. Grundtvig hatte also – im Gegensatz zu Arndt – politischen Erfolg. Als Denkmal steht in Kopenhagen eine riesige Kirche, die seinen Namen trägt. Sogar EU-Programme sind nach ihm benannt. Arndt wirkt im Vergleich zu seinem dänischen Theologie-Kollegen wie ein Dinosaurier.

4. Und dennoch: aus militärgeographischer Sicht war Arndt seiner Zeit voraus. Er erkannte sehr früh, dass die damals neue Raumabstraktion „Vaterland“ als Motivationsrahmen für den straffreien Totschlag die Hörigkeit und den direkten Gehorsam dem Fürsten gegenüber ersetzen konnte. Er verband dabei „Vaterland“ mit „Muttersprachraum“ zu einem totalitären Konstrukt, dem sich „das Volk“ kaum entziehen konnte.

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E. M. Ardnt

„ Was ist des Deutschen Vaterland,
So nenne mir das große Land!
So weit die deutsche Zunge klingt
Und Gott im Himmel Lieder singt
Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!“

Aus: E.M. Arndt: Des Deutschen Vaterland.

„Vaterland“ dient zur Ideologisierung der materiellen Umgebung, mit Muttersprachraum wird auch die immaterielle Umgebung okkupiert. Gott und die Religion werden dabei bedenkenlos den Kampfzielen untergeordnet. Auch die nationale Idee wird über die Religion gestellt. Wer nun erwartet, dass der Theologe Irmfried Garbe dieses blasphemische Element in Arndts Ideologie aufarbeitet oder auch nur erwähnt, wird in den Wortmeldungen von 2010 enttäuscht. Ebenso unterlässt es der Historiker Dirk Alvermann, auf die dadurch begründete Rolle Arndts als Prototyp des „Deutschen Christen“ zu verweisen. („Deutsche Christen“ war in der Zeit von 1932 bis 1945 die Selbstbezeichnung der nationalsozialistischen Richtung der Evangelischen Kirche.)

Die religiös verbrämte Verquickung von „Vaterland“ und „Muttersprachraum“ lässt dem Individuum keine Rückzugsmöglichkeit mehr, von der aus es eine Aufforderung zum straffreien Totschlag kritisieren könnte. Damit wurde eine fast automatische Tötungsmaschinerie aus der Taufe gehoben, die mit dem Aufkommen der Massenvernichtungswaffen in Kriegen und Weltkriegen ihre blutige Umsetzung fand. Viele Administrationen und Regimes haben von dem darauf aufbauenden Instrumentarium Gebrauch gemacht, es gegenüber der eigenen Bevölkerung in Stellung gebracht und sie in den Krieg geschickt. Es scheint so attraktiv zu sein, dass selbst heutige Militaristen gern darauf zurückgreifen: „Komplementär zu seinen demokratischen Überzeugungen vertrat Arndt, inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Frankreich, eine für seine Zeit einzigartige und noch für unsere heutige Zeit vorbildliche militärische Ethik“. (R. Bach 2010, S.16; Hervorhebung von H. K.). Das heißt: auch im Zeitalter der atomaren Erstschlags- bzw. Antwortstrategien sind Kriege dann erlaubt, wenn der Mordende nur die richtige Ethik hat. Die Opfer haben das bitte in christlicher Demut zu akzeptieren. (vgl. Garbe 2010, S.12: Er hält Arndt für einen Christen).

5. Auf solche Argumente antworten Tietz, Bach, Staats, Garbe und Alvermann, dass für so etwas nicht Arndt verantwortlich gemacht werden könne, der sei doch bereits 1860 verstorben. Das ist sicher richtig. Aber wir, die Menschen von heute, wissen, wie die Geschichte weiter gegangen ist – und die genannten Tietz, Bach, Staats Garbe und Alvermann sollten es auch wissen. Insofern ist deren Verteidigung Arndts ein eher plumpes Ablenkungsmanöver: Nicht Arndt möchte seinen Namen über der Universität Greifswald sehen, sondern Tietz, Bach, Staats, Garbe und Alvermann möchten es. Die Intensität, mit der sie in ihren „Wortmeldungen“ Arndt zu entschuldigen suchen, lässt auf die Dimension ihres schlechten Gewissens schließen, das sie offenbar bei diesem Unterfangen haben.

Fassen wir zusammen:

  1. Für eine moderne Universität ist es blamabel, wenn sie sich bei ihrer Namensgebung auf eine zweifelhafte Initiative des faschistischen „Stahlhelms“ von 1933 stützt. Die damalige Umbenennung ist aus heutiger Sicht inakzeptabel.
  2. Im Zeitalter des Internets kann man Arndts „Werk“ nicht länger geheim halten. Unsere internationalen Partner haben die Möglichkeit, zu erfahren, wer da als Namenspatron fungiert. Als einzelner Wissenschaftler hat man dann nur noch die Möglichkeit, sich von der Aktion 1933 zu distanzieren. Was ist ein Image wert, wenn man sich davon distanzieren muss?
  3. Bereits vor dem Zeithintergrund des frühen 19. Jahrhunderts und vor allem in Bezug auf damalige Angewandte Theologie erscheint Arndt hoffnungslos veraltet. Der Protestantismus hat das Glück, dass einige romantische Ideen dieser Zeit durch Grundtvig und andere Theologen für die heutige Kirche uminterpretiert und für die gesellschaftliche Praxis gerettet werden konnten. Das sollte aber keineswegs Arndt zugerechnet werden.
  4. Mit der religiös verbrämten Verquickung von „Vaterland“; „Muttersprachraum“ und -komplementär dazu – dem Hass auf andere Völker hat Arndt wesentliche Bausteine dafür geliefert, Aggression gegen andere Staaten auch in Friedenszeiten latent zu halten. Die kriegerischen Entladungen haben 1918 und 1945 haben zwei deutsche Administrationen in den Untergang geführt. Ist das noch nicht genug?
  5. Diejenigen, die dennoch für Arndt als Namenspatron plädieren, führen einen merkwürdigen Stellvertreterkrieg: Sie sezieren Arndt, seine Biographie und die entsprechenden Vergangenheiten. Daraus basteln sie ihre eigene, gegenwärtige, humpelnde, kriegsträchtige Tradition und ihre ebenso konservativ angeschrägte, schon von Motten zerfressene Identität. Genau diese möchten sie durch den Namen der Hochschule bestätigt sehen. Sie machen aus dem Universitätspatron ein Universitätsgespenst. Der Widergänger muss episodisch neu beschworen werden, denn „die Konstruktion von Vergangenheit und Deutung der Gegenwart muss immer wieder neu erfolgen…“ (Alvermann 2010, S. 30). Für derartige Geisterbeschwörungen sollte unsere Universität sich zu schade sein.

Literatur:

Alvermann, D.: Über Arndt. In: Garbe 2010, S. 17 – 32.
Arndt, E. M.; Hoffmann von Fallersleben, A. H.; von Schenkendorf, M.: Gesammelte Werke. Berlin ca. 1910.
Bach, R.: Ernst Moritz Arndt – Namenspatron der Universität Greifswald. In: Garbe 2010, S. 13-16.
Garbe, I. (ed.): Wortmeldungen zu Ernst Moritz Arndt. Greifswald 2010.
Garbe, I.: Arndt als Greifswalder Unipatron – Gesichtspunkte für die öffentliche Anhörung am 11. Dez. 2009. In: Garbe 2010, S. 10-12.
Staats, R.: Erklärung zu Namen „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ in Greifswald. In: Garbe 2010, S. 8-9.
Tietz, K.E.: für die Beibehaltung des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. In: Garbe 2010, S. 2-5.

Bilder: webMoritz-Archiv

Kommentare

  1. Z_wie_Zorro    

    Vielen Dank, Herr Klüter. Klare und richtige Worte!!!

  2. 17vier    

    Wie schön, dass sich hier auch mal ausgebildete Akademiker einmischen!

  3. Marco_Wagner    

    "Das heißt: auch im Zeitalter der atomaren Erstschlags- bzw. Antwortstrategien sind Kriege dann erlaubt, wenn der Mordende nur die richtige Ethik hat. Die Opfer haben das bitte in christlicher Demut zu akzeptieren. (vgl. Garbe 2010, S.12: Er hält Arndt für einen Christen)."

    Dieser Satz offenbart, dass Herr Prof. Helmut Klüter den "Katechismus für den Teutschen Kriegs- und Wehrmann" nicht gelesen hat.
    Denn darin sagt Arndt eindeutig, dass Angriffskriege verboten sein sollten (Im Katechismus auf Seite 10 nachzulesen).
    In dem Moment, wo kein Volk mehr einen Angriffskrieg durchführt, wird auch jeglicher Verteidigungskrieg hinfällig. Ergo wäre dann der Weltfrieden erreicht.

  4. Alani_Prinz    

    Du versuchst gerade in deinem Eifer, Arndts Katechismus zu einer Art Bibel hochzustilisieren und Arndt die Grundidee für den Weltfrieden anzudichten. Das allein scheint schon abstrust genug, aber muss man dir erneut all jene Aussagen Arndts vor Augen führen, welche das Gewicht dieses einen Satzes negieren?

  5. Oliver Wunder    

    Auf eine Stellungnahme von meinem Prof. Klüter hab ich schon lange gewartet. Dabei haben Sie doch schon immer in den Vorlesungen Argumente gegen Arndt aufgezeigt. Endlich erfahren das nun auch andere als die angehenden Geographen.

  6. MarkusD    

    Nationalhymne [Bearbeiten]
    Französischer OriginaltextDeutsche Übersetzung
    Allons enfants de la Patrie,
    Le jour de gloire est arrivé!
    Contre nous de la tyrannie,
    L’étendard sanglant est levé.(2x)
    Entendez-vous dans les campagnes
    Mugir ces féroces soldats?
    Ils viennent jusque dans vos bras
    Egorger vos fils, vos compagnes.
    Auf, Kinder des Vaterlands!
    Der Tag des Ruhms ist da.
    Gegen uns wurde der Tyrannei
    Blutiges Banner erhoben. (2 x)
    Hört ihr im Land
    Das Brüllen der grausamen Krieger?
    Sie rücken uns auf den Leib,
    Eure Söhne, Eure Ehefrauen zu köpfen!
    Refrain:
    Aux armes, citoyens,
    Formez vos bataillons,
    Marchons, marchons!
    Qu’un sang impur
    Abreuve nos sillons!
    (bis)
    Refrain:
    Zu den Waffen, Bürger!
    Schließt die Reihen,
    Vorwärts, marschieren wir!
    Das unreine Blut
    tränke unserer Äcker Furchen!
    (wiederholen)
    Que veut cette horde d’esclaves,
    De traîtres, de rois conjurés?
    Pour qui ces ignobles entraves,
    Ces fers dès longtemps préparés? (bis)
    Français, pour nous, ah! quel outrage
    Quels transports il doit exciter!
    C’est nous qu’on ose méditer
    De rendre à l’antique esclavage!
    Refrain
    Was will diese Horde von Sklaven,
    Von Verrätern, von verschwörerischen Königen?
    Für wen diese gemeinen Fesseln,
    Diese seit langem vorbereiteten Eisen? (2 x)
    Franzosen, für uns, ach! welche Schmach,
    Welchen Zorn muss dies hervorrufen!
    Man wagt es, daran zu denken,
    Uns in die alte Knechtschaft zu führen!
    Refrain
    Quoi! des cohortes étrangères
    Feraient la loi dans nos foyers!
    Quoi! ces phalanges mercenaires
    Terrasseraient nos fiers guerriers. (bis)
    Grand Dieu! par des mains enchaînées
    Nos fronts sous le joug se ploieraient.
    De vils despotes deviendraient
    Les maîtres de nos destinées!
    Refrain
    Was! Ausländische Kohorten
    Würden über unsere Heime gebieten!
    Was! Diese Söldnerscharen würden
    Unsere stolzen Krieger niedermachen! (2 x)
    Großer Gott! Mit Ketten an den Händen
    Würden sich unsere Häupter dem Joch beugen.
    Niederträchtige Despoten würden
    Über unser Schicksal bestimmen!
    Refrain
    Tremblez, tyrans, et vous perfides
    L’opprobre de tous les partis,
    Tremblez! vos projets parricides
    Vont enfin recevoir leurs prix! (bis)
    Tout est soldat pour vous combattre,
    S’ils tombent, nos jeunes héros,
    La terre en produit de nouveaux,
    Contre vous tout prêts à se battre!
    Refrain
    Zittert, Tyrannen und Ihr Niederträchtigen
    Schande aller Parteien,
    Zittert! Eure verruchten Pläne
    Werden Euch endlich heimgezahlt! (2 x)
    Jeder ist Soldat, um Euch zu bekämpfen,
    Wenn sie fallen, unsere jungen Helden,
    Zeugt die Erde neue,
    Die bereit sind, gegen Euch zu kämpfen
    Refrain
    Français, en guerriers magnanimes,
    Portez ou retenez vos coups!
    Epargnez ces tristes victimes,
    A regret s’armant contre nous. (bis)
    Mais ces despotes sanguinaires,
    Mais ces complices de Bouillé
    Tous ces tigres qui, sans pitié,
    Déchirent le sein de leur mère!
    Refrain
    Franzosen, Ihr edlen Krieger,
    Versetzt Eure Schläge oder haltet sie zurück!
    Verschont diese traurigen Opfer,
    Die sich widerwillig gegen uns bewaffnen. (2 x)
    Aber diese blutrünstigen Despoten,
    Aber diese Komplizen von Bouillé,
    Alle diese Tiger, die erbarmungslos
    Die Brust ihrer Mutter zerfleischen!
    Refrain
    Amour sacré de la Patrie,
    Conduis, soutiens nos bras vengeurs.
    Liberté, Liberté chérie,
    Combats avec tes défenseurs! (bis)
    Sous nos drapeaux que la victoire
    Accoure à tes mâles accents,
    Que tes ennemis expirants
    Voient ton triomphe et notre gloire!
    Refrain
    Heilige Liebe zum Vaterland,
    Führe, stütze unsere rächenden Arme.
    Freiheit, geliebte Freiheit,
    Kämpfe mit Deinen Verteidigern! (2 x)
    Unter unseren Flaggen, damit der Sieg
    Den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,
    Damit Deine sterbenden Feinde
    Deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!
    Refrain
    Nous entrerons dans la carrière
    Quand nos aînés n’y seront plus,
    Nous y trouverons leur poussière
    Et la trace de leurs vertus! (bis)
    Bien moins jaloux de leur survivre
    Que de partager leur cercueil,
    Nous aurons le sublime orgueil
    De les venger ou de les suivre.
    Refrain
    Wir werden des Lebens Weg weiter beschreiten,
    Wenn die Älteren nicht mehr da sein werden,
    Wir werden dort ihren Staub
    Und ihrer Tugenden Spur finden. (2 x)
    Eher ihren Sarg teilen
    Als sie überleben wollen,
    Werden wir mit erhabenem Stolz
    Sie rächen oder ihnen folgen.
    Refrain

    Noch fragen? Denke die Franzosen haben da selber ein ganz großes Problem mit ihrer Nationalhymne.

  7. Jan_Peter    

    Und das bedeutet für die Greifswalder Universität…?

  8. MarkusD    

    Einfach mal den Artikel lesen! Das Argument war doch wir wären so peinlich mit diesem Namen und die Franzosen haben uns daher nicht mehr lieb.

    Denke die lachen uns eher aus. Das war zumindest die Reaktion diverser FreundInnen won mir aus Frankreich, als ich denen von der Arndt Diskussion erzählte.

    Wir sollten uns es TakkaTukka Land nenne, in Deutschen Namen wurden ja Millionen Menschen ermordet.

  9. Moby_Dick    

    Marseillaise = Schlachtlied aus dem Verteidigungskrieg Frankreichs gegen das adlige Europa nach der Revolution. Nach der Revolution fühlten sich die europäischen Adelshäuser bedroht und Frankreich musste handeln, wenn es nicht alles wieder verlieren wollte.
    Trotzdem ist das Lied als Nationalhymne nicht tragbar. Aber da haben wir wieder das Problem mit den tollen Traditionen, die ja erhalten werden müssen ^^

    Im Übrigen macht es einen kleinen Unterschied, ob Nationalhymne oder Liedchen eines Namenspatrons einer Provinzuni. Als normaler Bürger habe ich von Frankreich ein ausreichendes Bild (wenn auch wir Deutschen oft eine sehr beschränkte und egozentrischen Blick auf unsere Nachbarländer hegen), um die Aussagekraft dieser Hymne für das Land und deren Leute abzuschätzen.
    Wenn sich dagegen jemand über die E.M. Arndt Uni informiert, sieht dass Arndt antisemitische, rassistische und frankophobe Tendenzen hat, dann ist schnell, mangels besseren Wissens, der Schluss gezogen, dass auch die Uni diese Werte vertritt.

  10. Peter_Madjarov    

    Hallo Marco,
    du kannst die sicher an meiner Widerspruch gegen den "Pazifisten Arndt" erinnern:
    Als Napoleon schon 2 Jahr zurück geschlagen war, forderte er „Nun nach Frankreich! Nun nach Frankreich!“(„Die Schlacht beim fröhlichen Bunde“(1815)), zudem die Zerstörung von Paris.
    Ist das kein Angriffskrieg? Ein Verteidugungskrieg ist es nicht.
    Du kannst jetzt sagen "Ja aber der Katechismus…" und ja, das stimmt, dort hat er sich dagegen ausgesprochen. Aber dieses Werk ist eben nicht so überragend in Arndts Lebenswerk, dass die Klüters Analyse ad absurdum führen würde!

  11. Peter_Madjarov    

    Ja und? Das spricht aber nicht für Arndt! Wenn ein Kind beim klauen erwischt wird, soll es dann sagen "Mein Nachbar hat aber auch geklaut"?
    Übrigens, fasse deine Ablenkungsargumente bitte kürzer, sonst stört das beim Lesen.

  12. Peter_Madjarov    

    Sorry, ich befinde mich gerade in Frankreich, und als ich einem Freund von der Debatte über den Uninamen erzählt habe, konnte er es nicht glauben, dass die Uni nach einem benannt ist, der den Hass gegen Frankreich als Religion des deutschen Volkes will. Kommt halt immer drauf an mit wem man spricht… ein Gegenbeweis ist das noch nicht.
    Richtig ist, dass Arndt in Frankreich kaum bekannt ist (im nichtpommerschen Rest Deutschlands ja auch nicht). Aber für Prof. Klüter richtig feststellt: wenn ein Franzose recherchiert, dann findet er einiges Unangenehmes.

    Uns du hast es immer noch nicht begriffen: Volkshass wird dadurch nicht besser, dass der Gehasste eine blutige Nationalhymne hat!

    Schließlich: die Millionen Morde geschahen nicht in der Bundesrepublik Deutschland, sondern im "tausendjährigen" bzw. Dritten Reich. Das ist ein Unterschied!

  13. Kollege_H    

    „Es fehlt nicht an solchen, die da sagen; Das Land (Frankreich) hat den ewigen Frieden verwirkt. Es hat durch ewigen Friedensbruch und Treubruch […] alles Recht verwehrt. Ja, man fordert, daß sie so zerrissen werden – wie sie uns zerrissen haben. Man for­dert, dass die Franzosen tausendfältig verdient haben, hart’ gezüchtigt zu werden, dass es auch für die Ruhe unseres Erdteils und Vaterlandes notwendig sei, dass man sie schwäche und einschränke. – Wir aber wollen nichts Unmenschliches und Hinterlistiges weder bil­ligen noch raten gegen die Franzosen, wie unmensch­lich und hinterlistig sie unsere Macht und unser Glück auch zu bestricken und zu zerstören gesucht haben. Nehmen wir also das Unsrige und lassen die Fran­zosen gewähren und sich für frei oder knechtisch, königlich oder kaiserlich machen, wie sie bestehen können. Wahrlich, wir haben ein jeglicher genug mit dem eigenen Elend und der eigenen Verwirrung zu tun. Und es ziemte uns wohl schlecht, anderen Glück und Freiheit, wenn sie sie haben können, ab­schneiden zu wollen, da wir sie selbst noch suchen. Denn jedes Unrecht, auch gegen die schlimmsten Feinde, ist zugleich eine schlimme Dummheit. Das schreiendste Unrecht aber ist es, wenn man bei an­deren fremden Völkern einen unrechtlichen und un­sittlichen Zustand verlängern. . . oder mit absicht­licher Bosheit bereiten will"
    Ernst Moritz Arndt: Der Wächter Band 1Heft 1 S.164/165 (1815)

    1. Sebastian Jabbusch    

      "Arndt sei gegen Angriffskriege"

      Immer wieder wird behauptet, Arndt hätte sich nur gegen die Franzosen gewehrt, sei gegen Angriffskriege oder habe gar mit seinem Buch des “Kurzer Katechismus für teutsche Soldaten” die Grundlagen für das internationale Kriegsvölkerrecht gelegt und ähnliches. Richtig ist, dass Arndt zunächst nur “die bösen Franzosen” vertreiben, ihnen aber ihr Land lassen wollte (man solle „die Franzosen gerne behalten lassen, was französisch ist“). Das war 1813.
      Als Napoleon 1815 aber schon lange zurück geschlagen war, da war Arndt nicht mehr so gnädig, (vielleicht weil für Arndt die Deutschen das seit jeher überlegene Volk seien?) und forderte „Nun nach Frankreich! Nun nach Frankreich!“(„Die Schlacht beim fröhlichen Bunde“(1815)) . Hätte es damals schon humanitäres Völkerrecht gegeben, wäre es wohl nicht gut um ihn bestellt gewesen:

      „Dann brause teutsche Siegesflut,
      Paris an deine Mauern,
      Dann lerne, frecher Übermut
      Mit Schlangenkünsten lauern.
      In Flammen laßt das Satansnest
      Der ganzen freien Welt zum Fest
      Zerfallen laßt’s in Trümmer!
      Sein Tag erstehe nimmer!“

      Einen Arndt, der “gegen Angriffskriege” argumentiert, können wir hier nicht erkennen! Wenn es Arndt nötig erschien, war er milde, aber die durch den Rassismus begründete Über-/Unterordnung der Völker war doch grundlegend: Als Frankreich die Oberhand hatte, wollte er „nur“ Deutschland befreien; als sich der Spieß wendete aber erobern und zerstören. Russland war (obwohl Ostvolk) natürlich nützlich, hat ihm Exil gewährt. Deshalb hegte Arndt natürlich keinen Volkshass gegen Russen. Die sonstigen osteuropäischen Völker, die dagegen das eigene Land „verunreinigen“ und auf dir er nicht zählen konnte, die sollten dagegen bekämpft werden.
      Ich weiß nicht, ob diese Schlussfolgerung zwingend ist, aber Arndt im Bezug auf Napoleons Kriege als Befreiungshelden mit weißer Weste hinzustellen halte ich für schlicht falsch.

      [Lesetipp: Birgit Aschmann: Arndt und die Ehre, Zur Konstruktion der Nation in Texten von Ernst Moritz Arndt]

  14. Peter_Madjarov    

    Ja, sehr schön, Arndt widerspricht sich. Marco hatte allerdings behauptet, dass Arndt immer gegen Angriffskriege war. Ich habe das widerlegt.
    Du kannst gerne mal eine Untersuchung in Arndts Gesamtwerk durchführen und belegen, wie oft er sich für und wie oft gegen Angriffskriege ausgesprochen hat.

  15. MarkusD    

    Deutschland ist Deutschland. Ob Reich oder Bund! Oder wollen wir jetzt wie die DDR hingehen uns sagen, nein ja wir heißen jetzt aber anders. Wir sind dafür nicht verantwortlich.

    Ich kann übrigens bei der Gott der Eisen wachsen liess nicht fieses erkennen. Wenn man sich das Verhalten der Franzosen in Deutschland zu Gemüte führt, ist es eigentlich noch sehr zurückhaltend. Wir sollten nicht vergessen, daß Frankreich Jahrhundertelang uns immer wieder überfallen hat um endlich die Grenze am Rhein zu erreichen.
    Fragt doch mal Menschen in der Pfalz oder im Rheinland was so ihre Erfahrungen mit Franzosen sind. Von den Frauen in Lübeck ganz zu schweigen.

    Wikipedia von heute:

    Die erste Koalition (1792–1797) war der erste Versuch des europäischen „Mächtekonzerts“, die Französische Revolution und ihre Auswirkungen einzudämmen oder gar ganz rückgängig zu machen. Allerdings muss hierbei hervorgehoben werden, dass Frankreich den Krieg mit der Kriegserklärung vom 20. April 1792 begann.

    Napoleon hat immerhin 6,5 Mio Tote auf seiner Kappe und ist in Frankreich heute ein Nationalheld.

    Aber mach ihr ruhig. Solane meine Universitäten an denen ich studieren durfte weiter ihren Namen tragen.

  16. ret_marut    

    Ich finde schon, daß es entscheidend ist, wie das Konstrukt Deutschland inhaltlich gefüllt wird. Ein Deutschland, das keine Republik ist und auch den Bruch mit dem Feudalismus nicht umfänglich vollzogen hat, kann für mich jedenfalls kein positiver Bezugspunkt sein. Arndt, für den Du hier ja eintrittst, war eben nicht republikanisch, sondern Monarchist. Es definierte "Volk" nicht als Staatsvolk (also Citoyen/StaatsbürgerInnen), sondern auf rein völkischer Grundlage (Vereinigung der "deutschen Stämme").

    btw, und nur als kurze Anmerkung, um keinen off-topic-Diskurs heraufzubeschwören:
    Es war die BRD unter Adenauer, die für die Teilung Deutschlands verantwortlich war. ("Lieber ein halbes Deutschland ganz als ein ganzes Deutschland halb.") Adenauer hatte als Kölner Oberbürgermeister (Zentrumspartei) übrigens auch schon in der Weimarer Republik 1923 gemeinsam mit Schlotbaronen von Rhein und Ruhr einen rheinischen Separatstaat (übrigens unter dem Schutz der französischen Truppen) angestrebt.

  17. Marco_Wagner    

    Zumindest ist der Katechismus überragender, als das Gedicht "Die Schlacht beim fröhlichen Bunde".

    Um meine Ausführung oben nun noch einmal näher zu erläutern:
    Zum einem habe ich nicht gesagt, dass sich Arndt immer gegen Angriffskriege ausgesprochen hätte, sondern im Katechismus.
    Und da steht, dass sie verboten sein sollten.

    Nun habe ich Arndts Grundgedanken, also das Verbot von Angriffskriegen (was im Katechismus steht) weiter geführt und überlegt, was denn wäre, wenn sich alle Staaten an das von Arndt geforderte Verbot halten würden.
    Dann hätten wir doch den Weltfrieden, oder etwa nicht?
    Es geht nicht nur darum, ein Werk zu lesen, es in ihren Kontext einzuordnen und zu bewerten. Entscheidend ist doch auch, was man aus den Aussagen in diesem Werk macht.

    Im übrigen bezog sich die Aussage von Herrn Klüter auf die Ausführungen Prof. Bachs zum Katechismus für den Teutschen Kriegs- und Wehrmann und nicht auf Arndts generellen Ausführungen zum Militär. Übrigens hat besagter Geograph nebenbei Bach auch gleich ohne Begründung als Militaristen bezeichnet.

  18. Peter_Madjarov    

    Ja, ich stimme Klüters Argumentation auch nicht zu 100 % zu. Aber jedenfalls in diesem.

    Wie du richtig sagst: man sollte sich nicht bloß ein Werk rausgreifen. Und Klüter kritisiert Bach (und da stimme ich ihm vollkommen zu), weil dieser Arndt als vorbildlichen Militärethiker bezeichnet. Das war er vielleicht im Katechismus und anderen Werken, aber nicht durchgängig (s.o.).

    Entscheidend finde ich eben, dass Arndt zumindest teilweise Angriffskriege gefodert hat. Das macht seinen Völkerhass so gefährlich, und deshalb kann man nicht sagen, dass er die schrecklichen Kriege des 20. Jh. vehement abgelehnt hätte.
    Arndts Völkerhass zieht sich durch sein ganzes Werk, und in schlechten Momenten hätte er auch vor Grausamkeiten nicht zurückgeschreckt. Das ist furchtbar und macht ihn als Vorbild einer Universität untragbar. Denn wir wissen heute, was passiert, wenn sich Välkerhass mit einer hitzigen (selbst wenn nur vorübergehenden) Gefühlslage paaren.
    Dass er in guten Momenten Franzosen und Juden zwar nicht mochte, ihnen aber nichts tun wollte, ist schön und gut. Aber das ist eben nicht alles.

  19. Z_wie_Zorro    

    Versteh ich auch nicht ganz. Aber Deutschland war ja schon immer Meister der Schuldumkehr. Lieber mit dem Finger auf andere zeigen, statt mal nach innen zu horchen.

    ALLONS ENFANTS!

  20. Hurtz    

    Das unterstreicht dann mal wieder die "Wissenschaftlichkeit" eures Vorgehens!

  21. deleted397847    

    Wissenschaftlichkeit ist bis auf drei oder vier Ausnahmen von eurer Seite nicht mehr als eine flache Plattitüde, deren Herbeirufung mittlerweile einfach nur noch hohl scheint.

  22. Marco_Wagner    

    Zumindest die Historikerzunft scheint sich über die Namensgebung nicht wirklich einig zu sein.
    Es ist alleine von fünf Greifswalder Historikern (Kirchenhistoriker eingeschlossen) bekannt, dass sie für eine Beibehaltung des Namens sind. Zwei weitere stammen nicht aus Greifswald bzw. sind bereits in Ruhestand.
    Ansonsten haben sich insgesamt nach meinem Wissensstand dreizehn Wissenschaftler für eine Beibehaltung des Namens ausgesprochen.

    Zählt man beide Zahlen zusammen und ermittelt dann ein Verhältnis, so würden sich 58% aller befragten bzw. sich freiwillig zu diesem Thema geäußerten Wissenschaftler für eine Umbenennung aussprechen. Bei dieser Befragung bzw. freiwilligen Meinungsäußerung würde es sich um 31 Personen handeln.
    Inwiefern dieses Ergebnis (egal von welcher Seite man es nun betrachtet) repräsentativ für "die" Wissenschaftlermeinung zu Arndt ist, bleibt allerdings mMn zweifelhaft.

  23. Sebastian Jabbusch    

    Was für ein Zahlenblödsinn lieber Marco !

    Ich kenne auch noch 10 weitere Wissenschaftler, die für eine Umbenennung sind. Aber, die wollen sich nicht öffentlich äußern…. Solche Schattennützen ja nun gar nix… Mal abgesehen davon, dass es hier nicht um die Menge der Historiker geht, sondern um die Qualität.

    Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem Uni-Archiv und ein Dr. der Kirchengeschichte, die Arndt als Christienmenschen verkaufen wollen, überzeugen mich zumindest nicht darin, dass Arndt kein Antisemit oder Rassist ist…

    Immerhin kann ich seine Bücher lesen. Wer hingegen 32 Seiten braucht, um zu erklären, dass Arndt eigentlich doch nen durfter Typ ist, kann nicht verstanden, dass es hier nicht um eine historische "Aburteilung" geht, sondern um die Frage, ob wir Arndt Rassismus in der _heutigen_ Zeit vertreten können.

  24. Marco_Wagner    

    "Was für ein Zahlenblödsinn lieber Marco !"
    "Solche Schatten-Zahlenspiele nützen ja nun gar nix… Mal abgesehen davon, dass es hier nicht um die Menge der Historiker geht, sondern um die Qualität."

    Schön, dass du das erkannt hast.
    Im übrigen gibt es auf beiden Seiten Wissenschaftler, deren Meinung zur Benennung dieser Uni nicht unbedingt immer von Qualität spricht.

    Die Ausführungen von Herr Dr. Alvermann sind hingegen sehr tiefschürfend und qualitativ hochwertig. Er hat – und das zeichnet ja eine wissenschaftliche Schrift aus – sehr stark differenziert, ist sehr tiefgründig in die Thematik eingetaucht und hat auf die verschiedenen Traditionslinien in Arndts Denken hingewiesen. Er hat übrigens in den Wortmeldungen nicht geschrieben, dass Arndt keine rassistischen Denkmuster gehabt habe. Er hat lediglich herausgestellt, dass in Arndts Fremdenfeindlichkeit die rassistische Komponente noch lange nicht im Vordergrund steht, d.h., dass man zwar rassistische Aussagen in seinen Texten finden kann, er aber trotzdem noch nicht als Rassist bezeichnet werden kann.

  25. Marco_Wagner    

    "Immerhin kann ich seine Bücher lesen."
    Ich auch. :p 😉

    Trotzdem kommen wir zu unterschiedlichen Ergebnissen. Weil wir jeweils mehr von dem einen Teil (oder anderen, je nachdem wie du es nennen willst) gelesen haben.

    Womit sich für mich die Grundforderung nach einer wissenschaftlich-kritischen Gesamtausgabe Arndts förmlich aufdrängt.
    Wäre das nicht mal eine Forderung für die nächste VV?

  26. ret_marut    

    Na, dann hätte Alvermann ja zu Prof. Garbes Vortrag auf der ESG-Veranstaltung, wo der Rassismus schlicht geleugnet wurde, fundiert Stellung beziehen können. Hat er aber nicht getan, mußten wir als Uni ohne Arndt dann übernehmen.
    "zwar rassistische Aussagen […] aber trotzdem noch nicht als Rassist" zu bezeichnen? – Etwas eigentümliche Logik. Wenn ich mich rassistisch äußere bin ich ein Rassist; deswegen bezeichnen wir den Herrn ja auch ganz offen als Rassisten, zumal die rassistische Komponente ein nicht unwesentlicher Bestandteil des völkischen Nationalismus des Herrn Arndt ausmacht.

  27. KnudBoysen    

    Also ich finde, diese Dinge hier drehen sich immer nur im Kreis. Die Seite hat Argumente, die andere auch. Langsam ist dann auch alles ausgetauscht und gesagt worden. Die einen sagen weiter: Arndt ist ein Proto-Nazi. Die anderen: Kann man nicht so sagen. Wer jetzt wieviele Wissenschaftler mit was für Argumenten auch imer auf seiner Seite hat, ist dafür unerheblich.
    Ich finde es aber irgendwie nicht in Ordnung, Sebastian, wenn du wiederholt Dr. Garbe so verunglimpfst. Ich habe fast täglich mit ihm zu tun, und kann deine Vorhaltungen in keiner Weise bestätigen. Bei dir klingt es an, als sei wegen Arndts Rassismus und seinem gleichzeitigen christlichem Bekenntnis, Dr. Garbe als ebensolcher Christ schon zu keinem Urteil mehr fähig.

    Also ich hoffe jetzt mal, dass die Urabstimmung die Diskussion endlich beendet. Diese ewigen Diskussionen im Web-Moritz haben doch lange schon eher den Status persönlicher Darstellerei als von Wissenschaftlichkeit, die um (immer umstrittene) Wahrheitsfindung bemüht ist. So zu tun, als ob alle Verteidiger von Arndt damit zugleich Rassismus verteidigen ist jedenfalls eine falsche Argumentation, die nur Emotionen hevorruft und zur Schärfe im Ton beinahe aufruft.

  28. ret_marut    

    Ich finde eine Ablegung des Namens auf Uni-Ebene sinnvoller – daher Urabstimmung und Appell an den Senat, den nicht haltbaren Namenspatron schnellstmöglich abzulegen!

    – Da die verfaßte Studierendenschaft den Namen Arndt abgelegt hat, wüßte ich nicht, warum sie dann eine kritische Gesamtausgabe der nationalistischen Hetzschriften Arndts einfordern oder gar finanzieren sollte.

  29. ret_marut    

    Von Totschweigen seiner Schriften kann wohl kaum die Rede sein. Die Unibibliothek hat (dem neuen Luxusscanner sei dank!) mittlerweile viele Werke Arndts eingescannt und digital bereitgestellt. Bei Googlebooks stehen derzeit auch etliche Texte von Arndt als Scan im Netz.
    Übrigens der Weg, auf dem ich mir die Texte "zugeführt" habe (die ja inhaltlich nicht gerade ein Genuß sind).

    Ich fände es sinnvoller, wenn die Uni Greifswald eine Lea und Hans Grundig Gesamtausgabe mit ihren Schriften und Malereien bzw. Zeichnungen zusammenstellen würde, schließlich werden die ja gerade der "damnatio memoriae" in Wort und Tat ausgesetzt, siehe den Skandal um den eingemotteten Stiftungspreis.

    1. mens_sana    

      Und ich bin für Hannelore-Kohl-Universität, aber auf uns beide hört mal wieder keiner..

  30. KnudBoysen    

    Naja hast schon recht, eine Arndt-Gesamtausgabe wäre kein Vorschlag für eine VV. Aber 1) sind nicht alle Schriften von Arndt hetzerische Rassetheorien (die es eigentlich gar nicht in diesem Sinne gibt). Und 2) sollte einer kritischen Wissenschaft auch Zugang zu einer Werkausgabe umstrittenen Personen gegeben werden. Es nützt ja nichts, ihre Werke mit totschweigen und Ignoranz zu behandeln, sondern sie gerade aufzurabeiten.

  31. Sebastian Jabbusch    

    Folgende News wurde gerade auf http://www.uni-ohne-arndt.de gepostet:

    Jost Aé lebt seit 1966 in Greifswald. Zwischen 1999 und 2009 war er Mitglied der Greifswalder Bürgerschaft für die SPD. Das folgende Statement möchte er jedoch als ehemaliger Student abgeben. Neben seiner Berufstätigkeit absolvierte Aé zwischen 1979 und 1985 im "Fernstudium" sein Diplom in Philosophie an der Greifswalder Hochschule:

    "Professor Klüters Stellungnahme im Namensstreit um Ernst Moritz Arndt trifft genau ins Schwarze. Die Erbitterung, mit der nun auch aus theologischer Ecke für Arndt gestritten wird, macht deutlich, dass die Zeiten noch immer nicht vorbei sind, in denen „Christliches“ der Versuchung, mit Deutsch-Nationalem eine unheilige Allianz einzugehen, nicht widerstehen kann.

    Im Gegenteil, es passt genau zum Zeit(un)geist, der Deutschtümelei und „wir sind wieder wer“ avancieren lässt als staatstragendes Beiwerk zur Durchsetzung der dem geeinten Deutschland zugedachten neuen imperialen Rolle.

    Arndt als Namenspatron retten zu wollen, indem man ihn aus seiner Zeit heraus zu verstehen vorgibt, zeigt bestenfalls, dass da wenig verstanden wurde. Dass einer Hass predigt, kann man vielleicht historisch erklären, aber man darf es nicht billigend in Kauf nehmen und schon gar nicht eine Universität nach ihm benennen. Dass dies zu Zeiten geschah, ist Teil unserer unrühmlichen Geschichte.

    Nicht die Zeiten sind verantwortlich, sondern wir sind für sie verantwortlich. Es wird sich daher zeigen, ob in unserer Alma Mater genügend weltbürgerlicher Geist und Mut herrschen, einen Namen abzulegen, dem diese Ehre nicht gebührt. Schon eine Kaserne nach Arndt zu benennen, hielte ich heute für bedenklich.

    Jost Aé

    Greifswald – 9. Januar 2010"

  32. KnudBoysen    

    Ich finde diese Beurteilung der Autoren der "Wortmeldungen" wirklich nicht gerade hilfreich. Es klingt so, als wolltest du Dr. Garbe gerade wegen seiner Zugehörigkeit zur Kirche einen Strick drehen. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter von welcher Provenienz auch immer auf deiner Seite überzeugen mich nicht mehr. Aber wir hatten unsere Auseinandersetzung ja bereits an anderer Stelle.

    Achja: Wer wie du viele, viele Blogeinträge braucht um zu zeigen, was fürn dufter Typ er selber ist, den halte ich allein deshalb schon für einen Kandidaten, für den zu stimmen bei den Gremienwahlen man sich nochmal überlegen sollte.

  33. Sebastian Jabbusch    

    Das sich die Dinge hier im Kreis drehen, unterschreibe ich.

    Ich habe jedoch weder Herrn Garbe noch sonst wen als Nazis o.ä. bezeichnet. Ich habe lediglich darauf hingewiesen (und tuhe das auch hier wieder), dass Herr Garbe in der Wissenschaftlichen Welt isoliert ist, mit seiner Behauptung Arndt sei weder Antisemit noch Rassist.

    Ich halte diese Argumentationsweise für unwissenschaftlich, unsachlich und polemisch. Aus diesem Grund hat ja auch Prof. Klüter und jetzt noch mal Jost Aé (siehe weiter unten) so deutliche Worte gefunden.

    Man sollte schon bei den Fakten bleiben und Arndts Rassismus nicht relativieren oder verharmlosen. Das ist unredlich.

    1. KnudBoysen    

      Es tut mir leid, aber ich kann nicht erkennen, dass Dr. Garbe bestritten hat, dass Arndt rassistische Äußerungen bzw. welche, die uns heute so erscheinen müssen, getätigt hat. Und ich habe mich wirklich länger mit ihm über dieses Problem unterhalten. Ich denke, bei ihm wiegt das Argument mehr, dass diese Äußerungen Arndts Gesamtwerk und Gedächtnis keinen Abbruch tun. Über diese beiden gegensätzlichen Standpunkte kommt man dann, denke ich, nicht weiter hinaus.

      1. Sebastian Jabbusch    

        Dann lesen wir seinen Text unterschiedlich. Seine Verharmlosungen – da stimme ich Dir zu – kommen aber deutlicher in seinen Vorträgen rüber. Etwa in der ESG oder bei der Senatsanhörung (kann man sich ja online anhören – ganz am Ende).

        Trotzdem macht es das nicht besser… .

        1. ret_marut    

          Würde ich auch so sehen wie Sebastian. Bei der ESG-Veranstaltung hat Prof. Garbe sogar auf Nachfrage (und selbst nachdem Uni ohne Arndt ihm spontan zwei konkrete Zitate zu Arndts rassistischer Ideologie präsentiert hatte), den Rassismus Arndts rundweg geleugnet.

  34. Peter_Madjarov    

    Hast recht, wir wollen ja nicht Arndt aus wissenschaftlichen Abhandlungen streichen, sondern nur aus dem Uninamen. Die Debatte zeigt ja, dass sein Werk komplex ist, und eine Gesamtausgabe erleichtert natürlich den Zugang. Auch an einer Uni mit einem anderen Namen sollte sich mit Arndt beschäftigt werden, allein schon deshalb, wil sie 77 Jahre diesen Namen trug. Aber als Vorbild taugt er halt nicht.

  35. ret_marut    

    Danke von hier aus an Herrn Aé für diese Stellungnahme.

    1. _LsD_    

      ein einfacher Link reicht wie immer nicht!

  36. ret_marut    

    Ich bezweifle, daß sich hier jemand selbstdarstellen will, das würde ich weder den ArndtbewahrerInnen noch den ArndtkritikerInnen vorwerfen.

    Herr Garbe, der ja gerne mal nonchalant (nicht nur in der OZ) KritikerInnen der "Demagogie" bezichtigt, sollte eine fundierte Kritik an seiner (mit Verlaub) verzerrten, eindimenionalen Darstellung Arndts schon aushalten können. Mit der Herausgabe der "Wortmeldungen" hat er ja explizit zur Diskussion auch seiner Position im Arndt-Streit aufgefordert.

    Wie ich schon schrieb: Herr Tietz (der Arndt selbstverständlich als Namenspatron geehrt sehen will) hat kein Problem damit, den Arndtschen Rassismus als solchen zu benennen. Herr Garbe hingegen schon, daher die Kritik an seiner (wissenschaftlich überdies nicht haltbaren) Position. Wie ich schon im Spätsommer 2009 sagte, sollten wir alle eine sachliche Diskussion führen und die Scheuklappen abnehmen. Ich für meinen Teil als arndtkritischer Student und Befürworter einer baldigen Namensänderung habe das bisher stets berücksichtigt und da, wo mir Irrtümer nachgewiesen wurden, diese auch korrigiert.

    1. Sebastian Jabbusch    

      Hallo Markus D.

      Wenn Du ein Buch zum Antisemitismus verlinkst, sollten Juden darin auch vorkommen… Ich habe mir erlaubt den Lesern hier mal ein ganzes Kapitel über die Arndts Judenhass zu kopieren – ohne Altdeutsche Schrift, so dass es jeder lesen kann:

      http://jabbusch.tose.de/blog/noch%20etwas%20%C3%B

      Quelle: Ernst Moritz Arndt „Ein Blick aus der Zeit auf die Zeit“ (1814) – S. 180-204

      Wer sich zusätzlich noch durch Experten über Arndts Antisemitismus informieren will, kann das hier tun:

      http://www.uni-ohne-arndt.de/uniohnearndt/2009/08

      und / oder

      http://www.uni-ohne-arndt.de/uniohnearndt/wofur-s

    2. Sebastian Jabbusch    

      Ein rechtsextremer Blog schreib zu Arndts antisemitischen Texten:

      „Arndts antijüdische Stellen beweisen, daß er ein Mann von weitsichtigem Charakter war, da diese Einschätzungen, wenngleich auch derb ausgedrückt, durchaus der Wahrheit entsprechen. Gerade die Geschichte des 20. Jahrhunderts beweist ja, daß den Juden allerhand erspart geblieben wäre, hätte man sich schon beizeiten die Warnungen Arndts zu eigen gemacht.“

      Ich denke das zeigt, dass Antisemitismus bei Arndt nich nur damals, sondern auch heute noch existent ist…

  37. MarkusD    

    Bedaure den Link leider nicht kontrolliert zu haben. Sollte zu Arndts Schrift "Aus der Zeit auf die Zeit" bei Google Books verweisen.

    1. Lese ich als Antifaschist lieber Fraktur. Warum? Siehe hier:

    http://www.ligaturix.de/bormann.htm

    2. Ich bin kein Politikwissenschaftler. Aber wo in diesem Kapitel ist denn bitte der fürchterliche Antisemitismus von Herrn Prof.Arndt zu finden?

    3. Ein rechtsextrmer Blog schreibt, daß Arndt toll sein soll. Super. Ich bin Anhänger des Hamburger SV. Es gibt leider viele Nazis in deutschen Fankurven. Auch beim HSV. Darf ich jetzt Fussball nicht mehr gut finden. Mit dieser Argumentation dürften wir auch nicht mehr die Lateinische Schrift benutzen.

    1. _LsD_    

      Das sind aber die falschen Töne um hier gute Kommentarpunkte zu bekommen… 😉
      In stiller Hoffnung, dass viele die Realität so deutlich sehen…

      1. 17vier    

        eine hoffnung, die sich bisher wohl noch nicht erfüllt hat…

    2. ret_marut    

      "Aber wo in diesem Kapitel ist denn bitte der fürchterliche Antisemitismus von Herrn Prof.Arndt zu finden?" – Ich weiß jetzt zwar nicht, was Du genau mit "Kapitel" in diesem Zusammenhang meinst, aber (wie Du in der Googlebook-Ausgabe unschwer nachprüfen kannst) auf den Seiten 180-204 kommt diese antisemitische Kanonade von Arndt, die Sebastian oben angegeben hat. (Ernst Moritz Arndt „Ein Blick aus der Zeit auf die Zeit“ (1814) – S. 180-204)

      Der HSV als Verein ist meines Wissens weder antisemitisch noch rassistisch – und die Zeit des völkischen Denkens ist bei denen nach 1945 auch aufgegeben worden. Arndt dagegen hat ein tiefseitzendes antisemitisches, rassistisches und völkisch-nationalistisches Ideologiekonstrukt, wie er in dem von Dir aufgeführten Text "Ein Blick aus der Zeit auf die Zeit" noch einmal exemplarisch aufzeigt.

      1. _LsD_    

        ach Jan… Rabulistik 😉
        Wie immer, die Worte deines Gegenübers kurz in den Mund nehmen…ein bissel den sinn verdrehen und schnell wieder das auswendig Gelernte abspulen 🙂

        1. ret_marut    

          Markus_D hatte das Thema Antisemitismus anhand einer konkreten Arndt-Quelle thematisiert. Darum: Lies doch bitte erst die Arndt-Schrift "Ein Blick aus der Zeit auf die Zeit", bevor Du hier abstruse Anschuldigungen in den Raum wirfst. Danke!

  38. Sebastian Jabbusch    

    Lieber Markus D,

    wenn Du in diesem Text, auf den Du Dich offenbar beziehst, keinen Antisemitismus entdeckst, bist Du in meinen Augen selbst Antisemit.

    Sorry, dass ich das hier so hart und klar sagen muss. Aber ich kann nur jeden Leser auffordern, sich selbst zu belesen und zu seinem eigenen Urteil zu kommen:

    http://jabbusch.tose.de/blog/noch%20etwas%20%C3%B

    Ich denke Arndt ist hier eindeutig… Deutlicher wurden gewisse Führer selbst im Dritten Reich nicht… Von einer Endlösung der Judenfragen wollte ja da auch niemand was gewußt haben.

    Ich meine, was soll Arndt denn noch schlimmeres schreiben als das? Ich kann mir eigentlich kaum mehr was vorstellen, was darüber hinaus gehen könnte?

    1. ret_marut    

      Sebastians Formulierung finde ich hier zwar ein wenig grobschlächtig (könnte daran liegen, daß sein Kommentar gegen 4:00 morgens abgesandt wurde 😉 ), aber die Kernaussage stimmt schon:
      Viel krasser war zu Arndts Lebzeiten (es lohnt ein Vergleich mit anderen antisemitischen Zeitgenossen Arndts wie z.B. Heinrich Marcard) Antisemitismus nicht zu formulieren.

      Wer solch einen Text von Arndt ("Blick aus der Zeit in die Zeit") hier als Link angibt und dann sagt: "Aber wo in diesem Kapitel ist denn bitte der fürchterliche Antisemitismus von Herrn Prof.Arndt zu finden?", hat schlichtweg
      a) den Arndt-Text überhaupt nicht gelesen und
      b) scheint an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus auch nicht wirklich interessiert zu sein.

      In besagtem Arndt-Text finden sich geballt ab Seite 180 die bekannten Arndtschen antisemitischen Haßtiraden.

    2. ret_marut    

      Sebastians Formulierung finde ich hier zwar ein wenig grobschlächtig (könnte daran liegen, daß sein Kommentar gegen 4:00 morgens abgesandt wurde 😉 ), aber die Kernaussage stimmt schon:
      Viel krasser war zu Arndts Lebzeiten (es lohnt ein Vergleich mit anderen antisemitischen Zeitgenossen Arndts wie z.B. Heinrich Marcard) Antisemitismus nicht zu formulieren.

      Wer solch einen Text von Arndt ("Blick aus der Zeit in die Zeit") hier als Link angibt und dann sagt: "Aber wo in diesem Kapitel ist denn bitte der fürchterliche Antisemitismus von Herrn Prof.Arndt zu finden?", hat schlichtweg
      a) den Arndt-Text überhaupt nicht gelesen und
      b) scheint an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus auch nicht wirklich interessiert zu sein.

      In besagtem Arndt-Text finden sich geballt ab Seite 180 die bekannten Arndtschen antisemitischen Haßtiraden.

    3. MarkusD    

      Aha, wer Antisemit ist bestimmt also Herr Jabusch. Nun, nach dem letzten Stand der Nürnberger Rassegesetze komme ich auf 3/8. Also ich leide ja manchmal unter Selbstzweifeln, aber mein Selbsthass reicht doch nicht zum Antisemitismus aus.
      So, und jetzt stimmt mal alle schön ab, ich denke Herr Jabusch wird sich leider durchsetzten. Ich fand den Namen immer schön, aber euer Kampf kommt leider 76 Jahre zu spät.

  39. CptSubtext    

    Zitat:
    Die „Wortmeldungen zu Ernst Moritz Arndt“ sind ein typisches Dokument des Greifswalder Provinzialismus. Keiner der Autoren macht sich Gedanken darüber, wie die Hochschule mit dem Namen Ernst Moritz Arndts im Ausland wirkt

    1. Und genau das ist der Grund warum die Uni-ohne-Arndt Truppe in der Bevölkerung nicht gut ankommt.
    Regelmäßig werden die Bürger wegen ihrer Meinung als Provinzler abgekanzelt. Dieser Begriff ist genauso negativ besetzt in der Wahrnehmung wie das amerikanische Aquivalent "Hintlerwelter".

    Man begegnet den Bürgern der Stadt also nicht auf Augenhöhe sondern mit einem Überlegenheitskomplex, der eine sofortige Abwehrreaktion zur Folge hat. Lieberst Provinzler als ständig die Nase so hoch im Wind zu tragen.

    2. Beschwert der Herr sich, das man sich nicht Gedanken um die Reaktionen irgendwo am Popocatepel Sorgen macht wegen Arndt.
    Dazu fällt mir nur Eilfertigkeit, Duckmäusertum ein. Man weiß noch nichtmal ob die irgendwo dagegen sind. Man setzt es vorraus, weil man es so will und paßt sich aus Angst, man könnte die Sympathie irgendeiner gesellschaftlichen Gruppe verlieren an. Diese eilfertige Gehorsam regt mich und viele andere auf. Ich bin nicht dafür da irgendwelchen Leuten im Ausland zu gefallen.

    Nur weil viele Menschen auf der Erde aus Erziehungsgründen den Verzehr von Bratwürsten ekelhaft finden, hören wir doch nicht die zu produzieren und ich nicht damit auf die zu Essen.

    Wenn auf einmal der Begriff "Greif" in Botswana negativ gesehen wird, müssen wir unsere Stadt dann auch umbenennen?

    Die Begründung: "Ja wenn das Ausland erfährt wie böse böse Arndt ist, dann aber, ja holla die Waldfee!" ist reinster Unfug.

    Und zu dem Lied, wenn man sein Volk zu einem blutigen Freiheitskampf führen muß, macht man das nicht mit schnulzigen Liebesgedichten. Sondern mit genau diesen Worten.

    Und zu guter Letzt:
    "Bedenkt man, dass das Französisch die faktische Regierungssprache der EU-Kommission in Brüssel ist"

    FALSCH

    Bedenkt man, das im internen Verkehr der Organe vor allem Englisch, Französisch und Deutsch als Arbeitssprachen verwendet werden,
    ist die Schlußfolgerung "dann hat die Universität mit dem Namen Arndt ein echtes Marketing-Problem" wiedermal totaler Unfug.

    So Zitat S.J.
    "Sorry, dass ich das hier so hart und klar sagen muss"

    1. Peter_Madjarov    

      Moment, Prof. Klüter ist nicht Mitglied der Initiative Uni ohne Arndt!
      Ich habe ja schon gesagt, dass ich nicht mit jedem Satz Klüters übereinstimme, und ohne alle anderen gefragt zu haben, denke ich, dass das in der Initiative Konsens ist.
      Du kannst uns nicht vorhalten, dass Klüter von "Greifswalder Provinzialismus" spricht.

      1. CptSubtext    

        Andersherum dürft Ihr den Pro-Arndt-Leuten aber regelmäßig vorhalten das es irgendwo Nazis gibts die Arndt gut finden und dies und jenes gesagt haben. Am besten noch mit der Aufforderung sich zu XY zu erklären, distanzieren wovon ma bis dato nix wußte.

        Aber UoA spannt sich den Typen als Werbefigur für ihre Sache vor den Karren, ergo kann ich seine Wortmeldungen euch vorwerfen. Gleiches Recht für alle.

        Außerdem schrieb ich "Regelmäßig werden die Bürger wegen ihrer Meinung als Provinzler abgekanzelt." Es ist bei weitem nicht das erste mal, das der Greifswalder als dümmlich dargestellt wird.

  40. Peter_Madjarov    

    Wo werfen wir denn den Arndt-Befürwortern vor, dass es Nazis gibt die für Arndt sind? Wir haben doch stets ausdrücklich begrüßt, dass es die Pro-EMAU AG gibt und für Arndt argumentiert wird, ohne auf rechtsradikale Argumentationen zu bauen.
    Wir berufen uns auf Klüter, weil er teilweise genau auf unserer Argumentionslinie liegt. Er hält beispielsweise dessen völkischen Nationalismus (in seinen Worten: "Mit der religiös verbrämten Verquickung von „Vaterland“; „Muttersprachraum“ und -komplementär dazu – dem Hass auf andere Völker hat Arndt wesentliche Bausteine dafür geliefert, Aggression gegen andere Staaten auch in Friedenszeiten latent zu halten.") für unerträglich, wir auch.
    Dort, wo seine Meinung unserer widerspricht, musst du bitte mit ihm selbst sprechen. Wir werfen der Pro-EMAU-AG ja auch nicht vor, dass sie Arndts Antisemitismus verneint, nur weil das einiger der Professoren tun, auf die sie sich berufen. Würden wir das tun, dann wäre das meiner Meinung nach ziemlich unsachlich.

  41. kukuruz    

    Wissenschaft betreiben bedeutet Austausch und Kommunikation. Deshalb ist es für eine Universität durchaus von Wichtigkeit, wie man in der Welt über den jeweiligen Namensgeber denkt. Dabei geht es nicht um "Eilfertigkeit" sondern – als absolute Mindestforderung – um die Vermeidung von offensichtlichen Brüskierungen. Dazu muss man nichteinmal den "Popocatepetl" bemühen. Das gilt bereits für die unmittelbare Nachbarschaft. Denn ebenso geringschätzig wie über Franzosen und Juden schrieb Arndt über Polen (und alle weiteren slawischen Völker).

    In seiner 1848 veröffentlichten Kampfschrift "Polenlärm und Polenbegeisterung" zieht Arndt über den (nicht unbeträchtlichen) Teil seiner Landsleute her, die den polnischen Freiheitsbestrebungen dieser Zeit mit Sympathie gegenüberstehen:

    Zitat (Arndt): "Die Polen und überhaupt der ganze slawische Stamm sind geringhaltiger als die Deutschen, und die deutschen Polennarren haben weder einen politischen noch einen geistigen und sittlichen Grund, die Kinder ihres Blutes den Polacken zu Gefallen aufzuopfern und in den schlechten Stoff hineinstampfen zu lassen."

    In der gleichen Schrift rechtfertigt er übrigens die Gründung des Deutschordensstaates als "Eroberungsrecht" – nur mal als Argument zu der Nichtangriffsdebatte.

    Bereits im selben Jahr publizierte ein (unbekannt gebliebener) junger Autor namens Ludvik Königk in einem Frankfurter Verlag eine Gegenschrift. namens "Gerechtigkeit für Polen". Man kann das ganze Buch online lesen:

    http://books.google.de/books?id=EucSAAAAYAAJ&…

    Bemerkenswert ist daran zweierlei: Bereits vor etwa einhundertfünfzig Jahren ließen es sich junge Leute nicht gefallen, sich einen derartig völkerverhetzenden Unsinn von einem – bereits zu dieser Zeit – historisch völlig von der Zeit überholten alten Mann einimpfen zu lassen. Das Beispiel wiederlegt ganz klar die These von einer eben zeittypischen nationalchauvinistischen Haltung.

    Greifswald gehört zusammen mit einigen weiteren nordostdeutschen und südwestschwedischen Gebieten sowie dem polnischen Westpommern der Euroregion Pomerania an. Selbst wenn man also nur die unmittelbare Nachbarschaft betrachtet und den "Provinz"-Begriff positiv deutet, muss man geradezu närrisch sein, den Namen eines derartig geifernden Polenhassers für eine Universität mitten in dieser Region zu führen.

    1. ret_marut    

      Danke! Die antislawische*Hetze Arndts ist ein Aspekt, der bei der bisherigen Diskussion leider zu kurz kam. Ich werde vorschlagen, daß die Uni ohne Arndt nach dem Urabstimmungsstreß noch einmal einen inhaltlichen Text zu dem Thema verfaßt. Auch wenn es nur ein Nebenaspekt in Arndts Werk war, in welchem völkische Deutschtümelei, Frankophobie und Antisemitismus das durchgängige Hauptthema bei ihm waren, sollte dieser auch noch einmal in einem (gerne auch längeren) beleuchtet werden.
      Vielleicht wäre das auch mal ein spannendes Thema für den kommenden Polenmarkt in Greifswald.

      *) Von Arndts antislawischer Hetze waren (meines Wissens) lediglich "die Russen" ausgenommen. Zum russischen Zarenreich, dem reaktionärsten Bollwerk des damaligen Europas, pflegte Arndt spätestens seit seiner Zeit als Sekretär in der russisch-preußischen Propagandaabteilung (1812-1814) gute Beziehungen. Daher auch Arndts Kritik in "Polenlärm und Polenbegeisterung" an der in deutschen Landen um sich greifenden Polenbegeisterung während und nach dem polnischen Novemberaufstand 1830.

  42. kukuruz    

    Auch wenn die antislawische Hetze Arndts vielleicht nur ein Nebenaspekt seiner Persönlichkeit ist. Sie lässt sich jedenfalls nicht durch das Scheinargument einer gegen die Besetzung durch eine fremde Macht gerichteten Bestrebung und Mobilisierung rechtfertigen. Polen existierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Schrift faktisch nicht.

    Was seine "Bevorzugung" des russischen Volkes anbelangt: In ebenjener Polenlärm-Schrift schreibt er dazu:

    Zitat (Arndt): "… die zahlreichen und wimmelnden Stämme der Slawen und Wenden haben nirgends Dauerndes gestiftet noch stiften gekonnt… Davon machen die Russen allerdings eine ehrenvolle Ausnahme. Sie haben wenigstens einen politischen Verstand und Bestand offenbaret, obgleich wir Germanen nimmer wünschen können, ihren Rock anzuziehen. Warum haben sie das offenbart? Sie haben eine Zuthat von germanischen Skandinavien, sie haben später eine bedeutende Zuthat von Tartaren bekommen."

    Hier zeigt sich in aller Klarheit das, was der Historiker Dr. Echternkamp in seinem wirklich bemerkenswerten und sehr ausgewogenen Aufsatz zur Anrdt-Debatte einen "essentialistischen Nationenbegriff" nennt. Für einen Patrioten hält sich auch der Verfasser der Gegenschrift. Für Arndt ist die Nation aber in erster Linie in einem "nationalen Wesen" begründet. Und diese im Kern biologistische Auffassung führt geradewegs zum Nationalchauvinismus und in der Konsequenz in den Rassismus.

    Es gibt doch zahlreiche Beispiele für historische Persönlichkeiten dieser Zeit, die sich als "Patrioten" fühlten, aber ihren Patriotismus sehr wohl mit völkerverbindenden Ideen zu vereinbaren wussten. Eine herausragende Anwältin des polnischen Volkes war zum Beispiel Bettina von Arnim, die – gleichfalls 1848 – unter dem Pseudonym "St. Albin" die sogenannte "Polenbroschüre" herausgab. Diese Autorin kann ja geradezu als prototypische Adressatin der Arndtschen Hetzschrift angesehen werden. Da bekennt sie zum Beispiel

    Zitat (Bettina von Armin) : "Sympathie für eine Nation, welche durch die Stürme aller politischen Elemente grausame Niederlagen erlitten hat und sich dennoch immer wieder mit vaterländischer Begeisterung emporragt"

    und hofft

    Zitat (Bettina von Armin): "daß der Schatz von Menschenliebe den Polen glückbringend sein wird"

    Wir sehen also, dass "vaterländische Begeisterung" und völkerverbindender Humanismus für die Zeitgenossen Arndts sehr wohl vereinbar zu denken war.

    1. ret_marut    

      Wenn Du Lust und Zeit hast, schreib doch mal einen Artikel draus für den Webmoritz und/oder für Uni ohne Arndt.

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