Wahlergebnisse: Bund – Wahlkreis – Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. September 2009 um 16:09 Uhr
Kategorien: Aufmacher, Greifswald, Top-Themen

Ein spannender Wahlabend war von vielen Seiten versprochen worden. Als um 18 Uhr die ersten Hochrechnungen über die Bildschirme liefen, war jedoch sehr schnell klar, wer an diesem Abend jubeln und wer in Trauer verfallen würde.

Stärkste Fraktion im neuen Bundestag ist, trotz leichter Verluste,  wie erwartete die CDU/CSU mit 33,8 Prozent. Über Zugewinne freute man sich bei der FDP, den Linken und den Grünen – dramatische Verluste gab es bei der SPD. Prognosen in den letzten Tagen vor der Wahl hatten Hoffnungen bei den Sozialdemokraten genährt, man könne noch in die Nähe der 30 Prozent kommen, gereicht hat es gerade mal für gut 23 Prozent.

Die rechtsextrem Parteien NPD, DVU und Republikaner haben bundesweit knapp zwei Prozentpunkte bekommen. Beachtlich immerhin die Piratenpartei, die unter den sonstigen Parteien mit zwei Prozent der Zweitstimmen „stärkste Kraft“ wude, die Fünf-Prozent-Hürde aber dennoch weit verfehlte. Die Wahlbeteiligung lag mit 70,8 Prozent deutlich unter der Beteiligung 2005.

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Die Verteilung der Zweitstimmen bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag

Die einzige wirklich beworbene Koalition – aus CDU und FDP – hat sich am Sonntag an den Wahlurnen durchsetzen können. Vor allem die FDP hatte allen Grund zum Jubeln und erreichte mit 14,6 % der Zweitstimmen ihr bisher bestes Ergebnis. Trotz leichter Stimmverluste konnte die CDU/CSU die Anzahl ihrer Mandate im Bundestag vergrößern – durch den Gewinn von 24 der umstrittenen Überhangmandate. Das Bundesverfassungsgericht hatte die derzeit geltende Regelung für verfassungswidrig erklärt, für die Änderung aber eine Frist bis 2011 eingeräumt. Eine  Mandatsmehrheit für die so genannte „bürgerliche Koalition“ würde aber auch ohne die zusätzlichen Mandate zustande kommen.

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Verteilung der Mandate: CDU/CSU und FDP kommen gemeinsam auf 332 Sitze

In unserem Wahlkreis (Greifswald – Demmin – Ostvorpommern) wurde die CDU erneut stärkste Kraft, deutlich vor den Linken. Analog ist Matthias Lietz (CDU) direkt gewählter Kandidat für den neuen Bundestag. Die Soziademokraten liegen derweil nur noch mit 2 Prozentpunkten vor der FDP. Auch für sich genommen wäre die NPD in diesem Wahlkreis an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Die freien Kandidaten Susanne Wiest (1,2%) und Jürgen van Raemdonck (0,5%) spielten bei der Wahl des Direktkandidaten erwartungsgemäß keine Rolle bei der Wahl.

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Die Verteilung der Zweitstimmen im Wahlkreis 16 (Greifswald - Demmin - Ostvorpommern)

Nur geringfügig anders geben sich die Ergebnisse der 52 Greifswalder Wahlbezirke. Bei den Erststimmen schnitten die Kandidaten der beiden großen Parteien (CDU und Linke) sowie der rechtsextremen NPD  etwas schwächer ab, zugunsten der anderen fünf. Bei den Zweitstimmen profitieren vor allem die Piraten von der gleichen Entwicklung, die in Greifswald auf 4,3 Prozent der Stimmen kommen. Knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten hatten in der Universitätsstadt ihre Stimme abgegeben, in einigen Wahllokalen gaben allerdings deutlich weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

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Verteilung der Erststimmen auf die acht Direktkandidaten (nur in Greifswald)

Die detaillierten Ergebnisse für Bund, Länder und Wahlkreise findet ihr auf der Internetseite des Bundeswahlleiters. Die Greifswalder Daten (auch für die einzelnen Wahlbereiche) gibt es auf der Homepage der Stadt.

Bildnachweis:

Foto Startseite – “Julian Beger” / www.jugendfotos.de

Diagramme – Carsten Schönebeck

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31 Kommentare zu “Wahlergebnisse: Bund – Wahlkreis – Greifswald”

  1. Marcus sagt:

    Bitte korrigiert die Grafik zur Verteilung der Zweitstimmen im Wahlkreis 16, die Piraten haben 4,3% erhalten und die NPD 2,4%.

  2. Piratenfan sagt:

    Was der Artikel leider nicht erwähnt:

    Greifswald eine der stärksten Piratenhochburgen Deutschlands

    Die Piraten haben die Hansestadt geentert: Mit 4,3 Prozent ist Greifswald bundesweit eine der Städte mit den meisten Piraten-Wählern. In der Innenstadt erreichten die Piraten in einem Wahllokal sogar 9,6 Prozent, im Ostsee-Viertel in einem Wahllokal 8,0 Prozent. „Das ist  Spitzenergebnis. Wir bedanken uns für das Vertrauen der Wähler.“, sagt Tristan Varbelow, Vorsitzender des Kreisverbandes Region Greifswald: „Auch im gesamten Bundestagswahlkreis Greifswald-Demmin-Ostvorpommern liegt das Ergebnis bei überdurchschnittlichen 2,4 Prozent“.
     
    Damit setzt die Piratenpartei den Siegeszug der Europawahl fort. Schon damals war Greifswald eine der vier großen Piraten-Hochburgen in Deutschland.

    Sebastian Jabbusch, Pressesprecher der Greifswalder Piraten, bedankt sich im Namen des Vorstands: „All das ist innerhalb von nur zwei Monaten und auf der Arbeit von vielen freiwilligen Helfer/Innen entstanden. Im Gegensatz zu anderen Parteien gibt es bei uns keine finanzielle Entschädigung, sondern nur Idealismus für die Helfer. Danke für Eure Hilfe und ein großes Danke an alle Wähler.“
     
    Der positive Trend zeichnet sich auch bei den Mitgliederzahlen ab. Inzwischen hat die Piratenpartei in Mecklenburg Vorpommern bereits 200 Mitglieder. „Wenn der Trend anhält, haben wir die Grünen in Mecklenburg Vorpommern in wenigen Monaten überholt“, so Jabbusch.
     
    Bereits gestern feierten die Piraten in Greifswald laut Aussagen der Greifswalder Lokalzeitung die größte und fröhlichste Wahlparty der Stadt. Mit einer „Buddle Rum“ wurde auf das sensationelle Ergebnis angestoßen. Aber es schlossen sich auch viele nachdenkliche Gespräche über die geringe Wahlbeteiligung und die zu erwartende Politik der neuen Schwarz-Gelben Regierung an. In einem war man sich sicher, die Piraten werden jetzt mehr denn je gebraucht zum Schutz der Bürgerrechte.
     
    Als nächste Projekte stehen für die Greifswalder Piraten die Hochschulpolitik der Universität und Landtagswahl 2011 auf dem Programm.

    • ret marut sagt:

      Dazu paßt auch ganz gut der Hinweis, daß die Piratenpartei (laut Infratest dimpa) bei den männlichen Erstwählern bundesweit 13% (!!!) erhalten hat, in dieser Wählergruppe damit gleichauf mit den Grünen und noch vor der Linkspartei steht.
      Ich vermute mal, daß es bei den weiblichen Erstwählerinnen nicht annähernd so hoch sein wird. Meiner Meinung nach sollte die Piratenpartei jetzt verstärkt Frauen mit in die Crew aufnehmen. Zudem wäre eine parteiinterne Piratinnen-AG und eine Frauenquote bei Ämter- und Delegiertenwahlen eine sinnvolle Sache.

      Ich bin ja mal gespannt, wie sich die PiratInnen in der nächsten Zeit inhaltlich so entwickeln.

    • mens 2.0 sagt:

      Darf jetzt jeder hier seine PM posten?

    • Hein Blöd sagt:

      diese elendige Jabbusch-Werbetournee muss endlich ein Ende finden! Der springt doch auf jedes Pferd auf, das ihm und seinem Beamerverleih PR bringt. Erst Apfelfront, dann unwissenschaftliche Anti-Arndt-Polemik, nun Piratenpartei.

      Man sollte den Kerl mit eisernem Ignorieren bestrafen!

      • ret marut sagt:

        "Man sollte den Kerl mit eisernem Ignorieren bestrafen!" – Das war wohl ein Anflug spontaner Selbstironie. ;)

      • Mesut sagt:

        Ach Gottchen, bloß keinen Neid!
        Herr Jabbusch ist wenigstens ein Macher- Typ und reißt nicht nur anonym sein Maul in Blogs auf.
        Über Inhalte kann man sich ja streiten, aber deine Posts zeugen einfach nur von Frustration durch Missachtung. Tut mir ja fast nen bisschen leid….

      • vom blöden Penner sagt:

        Du scheinst zu vergessen, dass der webMoritz auf dem Du schreibst, auch von diesem "bösen" Jabbusch stammt…

    • "Bereits gestern feierten die Piraten in Greifswald laut Aussagen der Greifswalder Lokalzeitung die größte und fröhlichste Wahlparty der Stadt." …. Welch ein Zeugnis von politischer Kompetenz. B)

    • "Bereits gestern feierten die Piraten in Greifswald laut Aussagen der Greifswalder Lokalzeitung die größte und fröhlichste Wahlparty der Stadt." …. Welch ein Zeugnis von politischer Kompetenz. B)

  3. ret marut sagt:

    Ein bißchen irritieren könnte die Erststimmengraphik. Vielleicht sollte die Redaktion noch einmal hervorheben, daß es sich bei der Graphik allein um die Greifswalder (!!!) Wahllokale handelt, die übrigen Wahllokale des WK 16 bei dieser speziellen Graphik also bewußt unberücksichtigt bleiben. Das vorläufige Endergebnis im WK 16 für Erst- und Zweitstimmen hatte ich gestern schon im webmoritz als Kommentar veröffentlicht.

  4. Hein Blöd sagt:

    Ein sehr guter Wahlausgang, Deutschland darf glücklich sein. Zuversicht, Realismus, kluge Wirtschaftspoiitik sowie Bildung und Bürgerrechte haben gewonnen.

    • kpt. blaubär sagt:

      lol…das hätte die npd auch geschrieben wenn sie gewonnen hätten :P

      • Patrick sagt:

        SPD, Linke und Grüne auch ;-)

        • Marlene sagt:

          Bürgerrechte…. das ist echt der blanke Hohn.
          Abschaffung von Mindestlöhnen, die Lockerung (vllt auch Aufhebung) des Kündigungsschutzes, Bildung nur für die, die es sich finanziell leisten können usw.
          Bürger freuet euch über eure menschenverachtenden Rechte. Ich hol ma die Fanfare raus

          • User sagt:

            Dann geht doch 4 Jahre in den Keller ;) ))

          • bb sagt:

            okay, bis dann!
            Ganz lustig sind die Wahlergebnisse grafisch mit Nichtwähleranteil:
            http://erdgeist.org/graph.pdf

          • Marco_Wagner sagt:

            "Abschaffung von Mindestlöhnen, die Lockerung (vllt auch Aufhebung) des Kündigungsschutzes…"

            Das sind ja erst mal die Forderungen der FDP. Angela Merkel hat dagegen mehrmals gesagt, dass sie gegen eine Lockerung/ Aufhebung des Kündigungsschutzes ist. Und die CDU hat in dieser Koalition noch mehr Gewicht als die FDP. Außerdem hat Merkel in der Elefantenrunde gesagt, dass sie zu Gewerkschaften einen guten Draht hat und den nicht aufs Spiel setzen will…und das würde sie, wenn der Kündigungsschutz gelockert werden würde.
            Was es sicher geben wird ist die Senkung des Spitzensteuersatzes auf 35%. Ob alle anderen Steuersenkungsversprechen auch umgesetzt werden wage ich allerdings zu bezweifeln.

          • Marco_Wagner sagt:

            Ich hab vorhin übrigens im Radio gehört, dass sich Union und FDP zur Zeit über die Lockerung des Kündigungsschutzes in den Koalitionsrunden streiten. Da hoffe ich mal, dass es in dem Punkt keine Kompromisse gibt und sich die CDU durchsetzen kann. Alles andere wäre besonders besch… .

  5. Seb sagt:

    "Die freien Kandidaten Susanne Wiest (1,2%) und Jürgen van Raemdonck (0,5%) spielten bei der Wahl des Direktkandidaten erwartungsgemäß keine Rolle."

    1. "Erwartungsgemäß" finde ich etwas diskriminierend, dafür das der Artikel neutral sein soll :(
    2. Auch wenn die Direktkandidaten nicht in den BT einziehen, ist ihre Kandidatur doch sehr wichtig. Sie zeigen, dass offenbar vielen Menschen diese Themen wichtig sind. Ich denke, dass noch mehr Leute z.B. Susanne gewählt hätten, wenn man die "freie Wahl" gehabt hätte. Viele haben Ritter nur gewählt, um Lietz zu verhindern…

  6. [...] Inzwischen werden wir mal wieder auch im Webmoritz erwähnt Schlagworte: Die Linke, FDP, Greifswald, Grüne, Party, Piratenpartei, Politik, [...]

  7. EMAU-Absolvent sagt:

    Obwohl ich mir immer noch eine bundesdeutsche FPÖ wünsche, ist schwarz-gelb natürlich besser als das rot-grüne Elend.

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