WM 2026: Das große Spiel hinter dem Spiel

WM 2026: Das große Spiel hinter dem Spiel

Auf dem Feld wird mit dem Ball, und außerhalb mit Politik gespielt.
Und trotzdem sollen Politik und Sport getrennt stehen. Ist das überhaupt möglich?

Von: David Langner, Lara Meyerdierks, Marek Schlösser
(Stand: 31. Mai 2026)

Übersicht

Nur noch wenige Wochen, dann ist es soweit: Vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 findet die 23. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer statt. Die 48 qualifizierten nationalen Fußball-Teams kämpfen bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko um die höchste Auszeichnung im internationalen Fußball. Neben der deutschen Nationalmannschaft messen sich auch erstmals die vier Debütanten Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan mit den anderen Nationalmannschaften. Das Turnier knackt dabei zahlreiche Bestmarken: niemals zuvor haben so viele Mannschaften teilgenommen, niemals zuvor gab es 104 Partien, niemals zuvor waren gleich drei Länder Gastgeber und dann nimmt mit Curaçao auch noch der gemessen an der Einwohnerzahl kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten an dem Großereignis teil. Gleichzeitig gab es wohl auch nur wenige Sportereignisse, die so umstritten sind und öffentlich diskutiert werden wie das Turnier im kommenden Sommer.

Foto: Ank Kumar via Wikimedia Commons,
CC BY-SA 4.0 (Bild zugeschnitten)

Ein globales Turnier mit Grenzen

In den USA, wo rund drei Viertel aller Spiele stattfinden, trifft ein Turnier für Fans aus aller Welt auf ein politisches Klima, in dem Einreise, Migration und Zugehörigkeit immer stärker kontrolliert werden. Verschärfte Grenzkontrollen, hunderttausende Abschiebungen und die wachsende Rolle der Einwanderungsbehörde ICE prägen die Debatte. Besonders umstritten ist deshalb die Frage, welche Rolle US-Behörden im Sicherheitsapparat der WM spielen werden.

ICE steht seit Jahren in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen werfen der Behörde Racial Profiling, willkürlicher Razzien, unrechtmäßiger Inhaftierungen und Abschiebungen vor. Gerade deshalb fordern Kritiker*innen klare Garantien von den US-Behörden oder der FIFA, dass internationale Fans nicht selbst in Gefahr laufen, ins Visier migrationspolitischer Maßnahmen zu geraten.
Besonders deutlich wird dieser Konflikt bei den Einreisebeschränkungen. Für Fans aus Ländern wie Iran, Senegal, Haiti und der Elfenbeinküste wird der Besuch von Spielen in den USA verboten, obwohl sich diese Nationen sportlich für das Turnier qualifiziert haben. Damit entscheidet nicht mehr nur der Fußball darüber, wer bei einer WM dabei sein kann. Auch Pass, Herkunft und Visa Status werden zu Faktoren, die über Teilhabe bestimmt werden.

Fotos: U.S. Immigration and Customs Enforcement
(Public Domain)

Noch deutlicher zeigt sich dies im Fall der iranischen Nationalmannschaft. Diese hat sich sportlich für die WM qualifiziert, zugleich steht ihre Teilnahme in den USA im Schatten geopolitischer Spannungen. Die USA weigern sich unter anderem, die iranische Nationalmannschaft im eigenen Land unterzubringen, weshalb diese nun spontan in Mexiko ihr Quartier aufschlagen wird. Die Gruppenspiele muss sie derweil trotzdem in Los Angeles und Seattle in den USA austragen, da die FIFA einen Antrag des Irans, die Gruppenspiele nach Mexiko zu verlegen, ablehnte. Berichten zufolge wurde zeitweise sogar die Idee ins Spiel gebracht, Iran durch Italien zu ersetzen, ein Land, dass die sportliche Qualifikation verpasst hatte. Auch wenn dieser Vorschlag keine wirkliche Durchsetzungschance hatte, zeigt allein die Debatte, dass sportliche Zugehörigkeiten von politischen Interessen überlagert werden.

Nationalflagge Mexikos

Foto: Juan Carlos Fonseca Mata
via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mexiko steht vor einer anderen, aber nicht weniger schweren Herausforderung. Das Land ist seit Jahren von Gewalt durch organisierte Kriminalität geprägt. Mehr als 125.000 Menschen gelten als verschwunden und immer wieder werden Sicherheitskräfte selbst mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht. Für Journalist*innen und Aktivist*innen zählt Mexiko seit Jahren zu den gefährlichsten Ländern weltweit. Dies unterstreichen ebenfalls die erst kürzlich gefundenen Massengräber in der Nähe einiger Spielorte. Letztendlich stellt sich deshalb mit Blick auf die in Mexiko stattfindenden Spiele die Frage, unter welchen Bedingungen ein globales Sportereignis stattfinden kann und ob Sicherheitsrisiken und Gefährdungen ausgeschlossen werden können. Als Lösung setzt der Staat auf massive Sicherheitsmaßnahmen, darunter zehntausende Einsatzkräfte und Soldat*innen. Ein großer Kontrast zwischen einer auf die Weltöffentlichkeit vorbereiteten Infrastruktur und Menschen, die vergebens nach ihren verschwundenen Angehörigen suchen, bleibt dennoch.

Das letzte Gastgeberland, Kanada, wirkt im Vergleich zunächst wie der ruhigste Austragungsort unter den drei Gastgeberländern. Doch auch dort zeigen sich typische Schattenseiten großer Sportevents. Städte sollen während des Turniers sauber, geordnet und präsentabel wirken. Für obdachlose Menschen oder andere marginalisierte Gruppen kann das Verdrängung bedeuten. Auch hier bedeutet die Austragung einer WM dementsprechend zu entscheiden, welche Realität sichtbar sein darf, und welche man lieber von der globalen Weltöffentlichkeit fernhält.

So entsteht insgesamt ein deutlicher Widerspruch. Die WM 2026 präsentiert sich als größtes, offenes und globales Fußballturnier. Gleichzeitig wird an ihren Rändern sichtbar, wie stark Grenzen, Behörden und Sicherheitsapparate darüber entscheiden, wer wirklich teilnehmen kann, auf dem Platz und auf den Rängen.

Ticketpreise

„Diese Zahl war mir nicht bekannt. Ich wäre sicherlich gerne dabei, aber um ehrlich zu sein: Ich würde diesen Preis auch nicht zahlen.“
Zitat aus einem Interview mit der New York Post

Donald Trump

45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten

Mit diesen Worten kommentierte der amtierende US-Präsident die Ticketpreise für das Auftaktspiel der USA gegen Paraguay. Er gibt damit wohl auch die Sorgen vieler Fans wieder, wenn sie überlegen, ob sie für über 1000 Dollar eine Eintrittskarte für das Spiel kaufen sollen. Vor allem für ausländische Gäste wird die kommende WM, zusätzlich zu den drastischen Einreisebeschränkungen und -vorkehrungen, sowieso bereits ein kostspieliges Unterfangen. Flüge, Hotels und öffentliche Verkehrsmittel kosten bereits eine große Summe Geld und sind bei weitem nicht für jeden Fußballfan ohne Probleme finanzierbar.
Hinzu kommen dann noch die hohen Ticketpreise für die WM-Partien. Bereits kurz nach dem Verkaufsstart kritisierten viele Fans die dynamische Preisgestaltung der FIFA, bei der die Ticket-Kosten je nach Nachfrage steigen oder fallen. Hinzu kommt der neu eingeführte FIFA-Zweitmarkt, bei dem erworbene Tickets weiterverkauft werden können. Dieser stellt einen Versuch dar, den teils illegalen Handel mit Tickets auf dem Zweitmarkt, wie man ihn bei Sportevents oder Konzerten häufig sieht, in eine legale und offizielle Bahn zu lenken. Die Probleme bleiben jedoch auch hier die gleichen. So gibt es ebenso keine Preisobergrenze für Tickets, weshalb die Preise ausschließlich von den Verkäufer*innen selbst bestimmt werden. Dadurch werden teils horrende Summen für die Eintrittskarten aufgerufen. Hinzu kommt, dass die FIFA eine 15 prozentige Provision für jedes auf dem Zweitmarkt verkaufte Ticket erhält.
Im Klartext bedeutet das, dass viele Fußballfans auf eine Reise zur WM verzichten müssen, da die anfallenden Kosten zu hoch wären. Eine weitere Grenze, die vielen Menschen einen direkten Zugang zu dem Großereignis verwehrt.

Der WM-Vergabeprozess unter der Lupe

Die WM-Vergabe der FIFA ist ein Prozess, der in der Vergangenheit selten unumstritten und ohne politische Machtspiele verlaufen ist. Dies gilt nicht nur für die kommende Weltmeisterschaft in den USA, sondern ebenso für die zwei vergangenen WMs in Russland und Katar.

Foto: U.S. Department of State via Wikimedia Commons (Public Domain)

Russland erhielt bereits 2010 den Zuschlag für die Gastgeberschaft bei der WM 2018. Diese Entscheidung geriet spätestens 2014 in die Kritik, als das Land mit der gewaltsamen Krim-Annexion begann.
Zudem kritisierten viele Journalist*innen das starke restriktive Vorgehen der Behörden, um die
Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Unter anderem verweigerte man dem Sportjournalisten Hajo Seppelt das Visum, um zur WM reisen zu können. Dieser hatte zuvor in Zusammenarbeit mit der ARD ausführlich über den russischen Doping-Skandal berichtet.

Foto: Mos.ru via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Foto: FIFA Worldcup Ball 2022 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Weltmeisterschaft in Katar im Jahr 2022 wurde ebenfalls 2010 vergeben, als sich das Land gegen die Mitbewerber USA, Südkorea, Japan und Australien durchsetzte. Im Zentrum der Kritik standen vor allem die zahlreichen aufgedeckten Menschenrechtsverletzungen und die Situation der Gastarbeiter auf den WM-Baustellen (mehr dazu in “Rückblick auf Katar”). Zudem hinterfragte man die rein sportlichen Absichten des Gastgeberlandes und warf Katar, ähnlich wie bereits Russland 2018, vor lediglich von der Situation im eigenen Land ablenken zu wollen und das eigene Image aufzupolieren.

In beiden Fällen wurde im gleichen Atemzug auch die Rolle der FIFA bei den WM-Vergaben hinterfragt und kritisiert. Unter anderem “Human Rights Watch” kritisierte 2018, dass sich die FIFA zu wenig für die Einhaltung der Menschenrechte einsetze. Sie habe eine gewisse Machtposition und solle diese noch stärker nutzen, um Menschenrechtsprobleme klar zu benennen und anzugehen.

Ob diese Forderung seitdem eingehalten wurde, ist zumindest mal zu hinterfragen. Bereits im Dezember 2024 stand fest, dass die übernächste Weltmeisterschaft 2034 in Saudi-Arabien stattfinden wird. Um diese Vergabe nachvollziehen zu können, lohnt es sich einen Blick in den tatsächlichen, formalen Prozess der WM-Vergabe zu werfen.
Es gilt generell das Rotationsprinzip, welches besagt, dass nie zwei Endrunden hintereinander auf einem Kontinent (von einer Konföderation) ausgetragen werden dürfen.

Nationalflagge Saudi-Arabiens

In der Praxis bedeutet das, dass die Weltmeisterschaft 2030 von Spanien, Portugal, Marokko, Argentinien, Uruguay und Paraguay ausgetragen werden wird. Die gemeinsame Kandidatur führte dazu, dass Europa, Afrika und Südamerika bei einer einzigen Weltmeisterschaft abgedeckt wurden. In den drei südamerikanischen Ländern findet dabei jedoch jeweils nur ein einziges Spiel statt. Für die WM 2034 bedeutete dies, dass lediglich die Verbände aus Asien, Ozeanien oder der nord-und mittelamerikanische Verband als Austragungsorte in Frage kamen. Letzterer wurde vom FIFA-Rat jedoch für die Bewerbung ausgeschlossen, was man mit der Rotation zwischen den Konföderationen begründete. Neben Saudi-Arabien (als Vertreter Asiens) war auch Australien ambitioniert, zusammen mit CO-Gastgeber Indonesien die WM auszutragen. Als sich Indonesien jedoch von dem Unterfangen zurückzog, verfielen diese Ambitionen, weshalb letztendlich nur noch Saudi-Arabien als einziger Bewerber für die WM 2034 feststand. Zum Abschluss dieses Prozesses erfolgte ein weiteres Novum in der FIFA-Vergabegeschichte. Es gab eine Doppelabstimmung für die WM 2030 und die WM 2034, welche quasi als “ein Paket” behandelt wurden. Dadurch hatten die Verbände beispielsweise nicht die Möglichkeit, nur die Weltmeisterschaft 2030 zu befürworten und die WM in Saudi-Arabien abzulehnen. Lediglich ein einziges Mal zuvor, im Jahr 2010 bei der Abstimmung zu den WMs in Russland und Katar, wurden zwei WMs am selben Tag vergeben. Damals stimmte man jedoch in jeweils einzelnen Abstimmungen für die Gastgeberländer ab und nicht im Rahmen einer einzigen Abstimmung.

Neben diesem viel kritisierten Vergabeverfahren, wird ähnlich wie in Katar und Russland auch in Saudi-Arabien die Menschenrechtssituation aufs schärfste kritisiert. Amnesty International spricht in diesem Zusammenhang von 200 Hinrichtungen im Jahr 2024. Auch die Presse- und Meinungsfreiheit ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch stark eingeschränkt. Auch hier wird die FIFA wieder dafür kritisiert, die WM 2034 in ein Land vergeben zu haben, dem regelmäßig Verschleierungen von Menschenrechtsverletzungen und ein reines Image-Interesse an dem Großereignis vorgeworfen wird.
Dennoch bleibt abzuwarten, ob sich die Menschenrechtslage im Zuge der WM verändert, oder ob sich die Kritik letztendlich bewahrheitet.

Foto: Alisdare Hickson via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Image und Inszenierung

Dass die Austragung großer Sportereignisse für das eigene Image und die eigene Präsentation genutzt werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Trotzdem scheint die kommende WM alle bisherigen Standards in dieser Hinsicht noch einmal übertreffen zu wollen. Dieses Bestreben scheint vor allem ganz im Interesse von Donald Trump zu stehen, der nicht nur die USA, sondern auch seine eigene Person vor dem globalen Publikum inszeniert.

Einen ersten Eindruck, konnte man bereits Mitte Juli letzten Jahres im Finale der Klub-WM bekommen. Das globale Vereinsturnier wurde  ebenfalls von der FIFA organisiert und in den USA ausgetragen. Auf dem Siegerpodest überreichte der US-Präsident die Trophäe dem Turnier-Sieger FC Chelsea und entschied sich daraufhin auf der Bühne zu bleiben und inmitten der Spieler für das Sieger-Foto zu posieren. Diese Geste sorgte unter anderem bei dem Chelsea-Kapitän Reece James für Verwirrung.

Foto: Official White House Photo (Public Domain)

Foto: Daniel Torok / White House via Wikimedia Commons
(Public Domain)

Grafik: OneLove-Design (Public Domain)

Das vorläufige WM-Highlight für Trump schien die Verleihung des „FIFA-Friedenspreis – Fußball vereint die Welt” gewesen zu sein. Diesen erhielt er von FIFA-Präsident Gianni Infantino bei einer feierlichen Zeremonie im Dezember 2025 im Rahmen der Gruppenauslosung für die WM. Da der Preis neu eingeführt wurde und von nun an jährlich vergeben wird, wurde Trump damit zum ersten Friedens-Preisträger in der FIFA-Geschichte. Eine interessante Ehrung mit Blick auf die politische Neutralitätspflicht in den selbst auferlegten Statuten der FIFA. Man behält sich nach eigenem Ermessen zwar Ausnahmen von dieser Regelung vor, unklar sind jedoch die Entscheidungsprozesse und die Ermessensmaßstäbe, die zu solch einer Ausnahme führen.
Diese Unklarheiten wurden auch in der vergangenen WM in Katar deutlich, bei der die FIFA unter anderem der deutschen Mannschaft verbot die sogenannte „One Love“-Binde zu tragen, da sie sie als ein politisches Symbol wertete. Dass dieses Symbol unter anderem als Zeichen für Toleranz und Vielfalt im Rahmen sexueller Orientierung dienen sollte, einem Grundsatz, dem sich auch die FIFA explizit verschreibt, schien dabei keine Berücksichtigung zu finden. Nebst der Debatte um politische Symbole hingen der letzten WM auch einige weitere Kontroversen an.

Rückblick auf Katar

Seit der Vergabe im Jahr 2010 war die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft im November und Dezember 2022 in Katar aus diversen Gründen umstritten. Zum einen wurden Vorwürfe aufgrund schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen und LGBTQ+-Menschen und umfassende Kritik an den ökologischen Auswirkungen des Turniers geäußert. Zum anderen standen Korruptionsvorwürfe innerhalb der FIFA im Rahmen des Vergabeprozesses im Raum. In Frage gestellt wurde der Austragungsort auch aufgrund der mangelnden Tradition des Fußballs im Gastgeberland und dem geringen Faninteresse an dem Turnier.

Im Zentrum der Kritik stand die Situation der beschäftigten Gastarbeiter auf den Baustellen an den WM-Stadien und der WM-Infrastruktur. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisierten das Vorgehen in Katar in der Vorbereitung auf die WM. So hätten die Arbeiter häufig stundenlang bei bis zu 50° C Hitze ohne ausreichende Pausen, medizinische Versorgung, ausreichend Lebensmitteln und Trinkwasser arbeiten müssen. Mangelnder Arbeitsschutz und körperliche Gewalt durch Arbeitgeber seien keine Seltenheit auf den Baustellen gewesen.

Foto: Alex Sergeev via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Allein im Jahr 2013 seien innerhalb von zwei Monaten, zwischen Juni und August, rund 40 Arbeiter als Folge dessen ums Leben gekommen. Des Weiteren wurde den Angestellten der Lohn häufig zu spät, zu niedrig oder auch gar nicht ausgezahlt. Darüber hinaus sei es gängige Praxis gewesen, dass die Arbeitgeber den Gastarbeitern ihre Pässe abnahmen, was eine vorzeitige Ausreise oder auch nur einen Arbeitsplatzwechsel erschwerte bis unmöglich machte.

Foto: Kabhi2011 via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Im Zuge des Klimaschutzes wurden ebenso die ökologischen Konsequenzen der WM im Winter kritisiert. In insgesamt acht Stadien, wovon sieben Stadien extra neu gebaut und klimatisiert wurden, spielte man Fußball. Um annehmbare Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad zu erreichen, erforderte es einen extremen Energiebedarf alleine für die Klimatisierung der Stadien. Hinzu kam ein immenser Wasserverbrauch, da neben den Stadionplätzen auch 136 Trainingsplätze fortlaufend gewässert werden mussten. Jeder einzelne Fußballplatz verbrauchte circa 10.000 Liter Wasser am Tag im Winter und sogar bis zu 50.000 Liter Wasser täglich während des Sommers. Da Katar zudem über keine natürlichen Wasserressourcen wie zum Beispiel Grundwasser verfügt, musste das Wasser über die thermische Entsalzung von Salzwasser gewonnen werden. Dieser Vorgang ist ebenfalls mit einem hohen Energieverbrauch verbunden.

All diese Kritiken änderten letztendlich nichts daran, dass man das Turnier in Katar stattfinden ließ. Einem Land, das viel Geld und einen immensen Aufwand investierte, um sich auf einer der größten sportlichen und politischen Bühne präsentieren zu können.

Blick in eine andere Sportart – Olympische Spiele 1936

Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-P017073 / Frankl, A. / CC-BY-SA 3.0 DE

Dass große Sportereignisse zur politischen Bühne werden, ist jedoch kein neues Phänomen. Ein besonders prägnantes historisches Beispiel sind die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Nachdem die Spiele bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten an Deutschland vergeben worden waren, nutzte das NS-Regime die internationale Aufmerksamkeit gezielt, um sich vor der Weltöffentlichkeit als leistungsfähiges, friedliches und modernes Deutschland zu präsentieren. Die Realität im Inneren des Landes sollte dabei möglichst unsichtbar bleiben. Antisemitische Schilder wurden zeitweise aus dem Berliner Stadtbild entfernt, offene Gewalt und Hetze wurden zurückgedrängt, und die Verfolgung von Jüd*innen Sinti und Roma sowie politischen Gegner*innen wurde während des Turniers nach außen hin verschleiert. Die Spiele wurden so zu einem sorgfältig inszenierten Gegenbild der tatsächlichen nationalsozialistischen Herrschaft.

Gleichzeitig waren die Olympischen Spiele 1936 weit mehr als ein sportliches Großereignis. Sie waren ein Propagandaprojekt, in dem Architektur, Massenchoreographien, Medienbilder und sportliche Höchstleistungen miteinander verbunden wurden. Stadien, Fahnen, Zeremonien und die internationale Berichterstattung sollten den Eindruck eines geordneten, starken und bewundernswerten Deutschlands erzeugen. Schon vor Beginn der Spiele wurde deshalb international über einen Boykott diskutiert. Kritiker*innen sahen in der Teilnahme die Gefahr, einem rassistischen und autoritären Regime Legitimität zu verleihen. Letztlich fanden die Spiele dennoch statt, und genau darin zeigte sich bereits damals ein Grundproblem des internationalen Sports: Die Berufung auf politische Neutralität kann selbst politisch werden, wenn sie dazu führt, bestehende Machtverhältnisse, Gewalt oder Ausgrenzung auszublenden.

Besonders häufig wird in diesem Zusammenhang auf Jesse Owens (rechts im Bild) verwiesen. Der afroamerikanische Leichtathlet gewann in Berlin vier Goldmedaillen und widerlegte damit sichtbar die rassistische Ideologie der Nationalsozialisten von einer angeblichen “arischen Überlegenheit”. Sein sportlicher Erfolg wurde zu einem der bekanntesten Gegenbilder zur nationalsozialistischen Propaganda. Trotzdem änderte dies nichts daran, dass das Regime die Spiele insgesamt erfolgreich für seine Selbstdarstellung nutzen konnte. Gerade deshalb bleiben die Olympischen Spiele von 1936 ein zentraler Bezugspunkt, wenn über Sport und Politik gesprochen wird. Sie zeigen, dass internationale Turniere nicht außerhalb gesellschaftlicher  Konflikte stehen. Sie können sportliche Begegnung ermöglichen, aber zugleich auch dazu dienen, Unterdrückung zu verdecken, Herrschaft zu legitimieren und politische Botschaften in scheinbar unpolitische Bilder zu übersetzen.

„Der Mythos vom unpolitischen Sport“

Immer wieder wird von Fußballfans gefordert, Sport und Politik zu trennen. Dieser Grundsatz erscheint jedoch in Anbetracht der Realität und den gegebenen Umständen als unrealistisch. Bereits vergangene Events haben gezeigt, dass globale Sportereignisse zwangsläufig einen politischen Charakter aufweisen. Auch die WM 2026 zeichnet sich noch vor ihrem Beginn überwiegend durch politische Konflikte, Skandale und Debatten und nicht durch sportliche Vorfreude aus. Turnier-Rekorde und Debütauftritte geraten in den Hintergrund. Die Politik überlagert den Sport!

Beitragsbild: SachinDaluja via Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Beitragsdesign: David Langner
Info: Artikel wurde bereits Ende Mai (ca. 2 Wochen vor der WM) geschrieben

Adventskalender Türchen 13: Rezension zu „The Red One – Alarmstufe Weihnachten“

Adventskalender Türchen 13: Rezension zu „The Red One – Alarmstufe Weihnachten“

In Kalendertürchen Nummer 13 werfen wir einen Blick auf einen der neusten Actionfilme – äh, ich meine Weihnachtsfilme. Die Rede ist von The Red One – Alarmstufe Weihnachten. Der neueste Film um Schauspieler wie Dwayne „The Rock“ Johnson und Chris Evans ist so impulsiv und energiegeladen wie die Geschäfte kurz vor Heiligabend. Wie weihnachtlich der Film wirklich ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Actionreiche Weihnachtszeit

The Red One – Alarmstufe Weihnachten ist ein actionreicher Weihnachtsfilm, der eine völlig neue Perspektive auf den Weihnachtsmann bietet. In diesem Film ist der Weihnachtsmann nicht nur ein gemütlicher Geschenkebringer, sondern ein erfahrener Agent mit dem Codenamen Red One. Von Beginn an macht der Weihnachtsmann nicht wirklich den Eindruck einer mystischen Figur der Winterzeit, sondern eher den eines besonders hohen Militär-Kommandanten. Ich will jetzt nicht sagen, dass das irgendwie typisch ist für einen in den USA spielenden Action-Film, aber es ist irgendwie typisch.

Die Prämisse des Films sieht wie folgt aus: Kurz vor Weihnachten verschwindet der Weihnachtsmann spurlos aus seiner Suite am Nordpol. Der Sicherheitschef des E.L.F.*, Callum Drift, gespielt von Dwayne Johnson, wird beauftragt, den Fall zu lösen. Gemeinsam mit seinem unerfahrenen Partner, Jack O’Malley, gespielt von Chris Evans, begeben sie sich auf eine wilde Jagd, um den Weihnachtsmann zu finden und Weihnachten zu retten.

(*Extremely Large and Formidable; nicht das, was man eigentlichen von Elfen erwartet glaube ich)

Während ihrer Mission stoßen sie auf eine geheime Welt voller magischer Kreaturen und gefährlicher Gegner*innen. Es stellt sich heraus, dass der Weihnachtsmann von einer Gruppe Bösewichten entführt wurde, die die Weihnachtszeit für ihre eigenen Zwecke missbrauchen wollen. Callum und Jack müssen nicht nur gegen die Bösewichte kämpfen, sondern auch gegen die Zeit, um den Weihnachtsmann rechtzeitig vor Weihnachten zu befreien und die Geschenke an alle Kinder der Welt bringen zu können.

Auf den ersten Blick scheint das für einen Weihnachtsfilm wohl für viele von euch nicht groß revolutionär, was die Storyline angeht. Und das ist es an sich auch nicht wirklich. Das Genre der Weihnachtsfilme wird in The Red One ganz sicher nicht neu erfunden, aber darauf zielt der Film auch gar nicht wirklich ab. Was ihn von den ganzen anderen Weihnachtsklassikern abgrenzt, ist die geballte Menge an Action, die für einen Film, der die ruhige und besinnliche Weihnachtszeit thematisiert, eigentlich komplett unpassend sein sollte, aber am Ende trotzdem irgendwie funktioniert. Der Film ist trotz fehlender tiefgängiger Story irgendwie unterhaltsam gestaltet. Wer ohne große Erwartungen in den Film reingeht, wird, denke ich, auch nicht wirklich enttäuscht. Wer einen neuen Star in der Szene der Weihnachtsfilme erwartet, sollte seine/ihre Aspirationen aber wohl etwas zurückschrauben. Überzeugt euch gerne selbst von The Red One in dem folgenden Trailer und bekommt einen ersten Einblick in die Rettungsaktion des Weihnachtsmannes.

Disclaimer: Ab hier folgen etwas genauere Informationen über den Film. Wer sich nicht spoilern lassen möchte, sollte den folgenden Part nicht lesen.

Sehr viel Action, wenig Tiefe, aber trotzdem unterhaltsam

Für alle, die sich dazu entschieden haben, sich etwas mehr spoilern zu lassen oder ihre Eindrücke des Films mit den Meiningen vergleichen zu wollen: Hier seid ihr richtig. Zunächst wollen wir nochmal etwas genauer auf die Geschichte und die Charaktere eingehen. Die beiden Hauptakteure des Films sind ohne Frage Callum Drift und Jack O’Malley. Beide sind charakterlich komplett unterschiedlich. Während Callum, wie in so vielen Performances von The Rock, den disziplinierten und draufgängerischen Part spielt, ist Jack eher ein entspannter, lässiger und unseriöser Kerl. Auch dieses charakterliche Duo ist vielen bestimmt schon bekannt, wenn man mal so an die Mischung aus Dwayne Johnson und Kevin Hart denkt, die einige von euch vielleicht noch aus Jumanji kennen. Passenderweise ist der Regisseur von The Red One auch der gleiche wie bei Jumanji. Von daher ist das Ganze am Ende wohl doch nicht so verwunderlich.

Zu Beginn des Filmes verstehen sich Callum und Jack kein bisschen. Vor allem Callum hat ein ganz großes Problem mit seinem zukünftigen Partner, denn Jack war derjenige, der den Bösewichten der Geschichte die Position des Hauptquartiers des Weihnachtsmannes verraten hat, um sich nebenbei etwas Geld dazu zu verdienen. Jack ist also der Grund, weshalb Red (so wird der Weihnachtsmann in dem Film größtenteils bezeichnet) überhaupt entführt wurde. Klar, dass Callum, der seit Jahrhunderten für Red arbeitet, überhaupt nicht gut zu sprechen ist auf Jack. Über den Film hinweg lernen sich die beiden aber immer besser kennen und arbeiten auch ihre persönlichen Probleme auf, mit denen wir als Zuschauer*innen ziemlich früh im Film bekannt gemacht werden. Jacks unseriöse Persönlichkeit spiegelt sich nämlich auch in seiner Fähigkeit als Vaterfigur wieder. Seine Ehe ist gescheitert und mit seinem Sohn verbringt er nur bedingt Zeit, auch wenn dieser sich eigentlich sehnlichst mehr gemeinsame Zeit mit seinem Vater wünscht. Die Verantwortung als Vaterfigur schiebt Jack beiseite, weil er nicht von sich selbst überzeugt ist. Auch Callum hat seine eigenen Probleme. So hatte er eigentlich vor, seinen Job beim Weihnachtsmann zu kündigen, weil er in der heutigen Gesellschaft den Glauben an das Kindliche und Unschuldige in den Menschen verloren hat. Heutzutage gibt es zu viele Erwachsene, die die Werte von Nettigkeit und Artigkeit komplett vergessen zu haben scheinen. Callums und Jacks Zusammenarbeit entpuppt sich am Ende nicht nur als Happy End für das Weihnachtsfest, sondern auch für die beiden selbst, da sie im Laufe des Films in der Lage sind, ihre persönlichen Probleme durch ihre Zeit miteinander zu lösen. Das Ganze ist aber mehr oder weniger auch der Großteil des Plots. Die Verbesserung des eigenen Selbst und die Klärung innerer Konflikte ist natürlich auch thematisch nichts Neues für einen Weihnachtsfilm, es ist schon eher ein Must-have in diesem Genre. Am Ende zu sagen, dass der Film überhaupt gar keine Tiefgänge in der Geschichte hätte, ist also nicht richtig, aber es sind nun mal – Abseits der persönlichen Probleme der Hauptcharaktere – auch nicht wirklich weitere Plot-Punkte vorhanden. Bei den ganzen Action- und Comedy-Szenen gibt es hier und da auch ein paar ernste Momente im Film, was immerhin für etwas Abwechslung sorgt. Dadurch wirkt der Film am Ende immerhin nicht komplett geradlinig, auch wenn die Story insgesamt trotzdem nicht wirklich komplex ist.

Neben den ganzen Actionszenen in dem Film, welche meiner Meinung nach übrigens recht unterhaltsam waren, sorgen viele Ausschnitte auch für den ein oder anderen Lacher. Ob es nun der sprechende Eisbär Garcia ist oder die Dialoge zwischen den ach so unterschiedlichen Gemütern Callum und Jack. Der Film taucht bekanntlich sehr stark in die mythische Welt ein und greift dabei auch in der Geschichte einige Figuren der Weihnachts- & Winterzeit auf. Wie in dem Trailer oben bereits zu sehen war, taucht der Krampus als ein weiterer Charakter im Film auf. Dieser ist vor allem in Österreich bekannt als Schreckensgestalt der Weihnachtszeit, um die unartigen Kinder aufzusuchen und zu bestrafen. In The Red One agiert er als der Bruder vom Weihnachtsmann und als ein alter Partner von Red. Die Wege der beiden haben sich aber schon lange getrennt, da die beiden unterschiedliche Ansichten haben, was den Umgang mit unartigen Persönlichkeiten angeht. Im Film wird der Krampus aber dennoch aufgesucht von Callum und Jack, da diese Hilfe benötigen bei ihrer Suche nach Red. Dass die beiden dabei in einen Wettkampf mit Reds Bruder verwickelt werden, haben sie nicht erwartet, als sie sich später im Krampus-Klaps beweisen müssen. Was ihr euch unter Krampus-Klaps vorstellen könnt? Dieses Video sollte glaube ich genug Aufschluss liefern. Neben dem Krampus macht auch die Winterhexe Grýla ihren Auftritt im Film als Hauptantagonistin. Ähnlich wie der Krampus ist sie aus Erzählungen wohl auch dafür bekannt, unartige Kinder verfolgt zu haben. Jedoch ging das Bestrafen bei ihr etwas weiter als beim Krampus, da sie die unartigen Kinder wohl nicht nur gejagt, sondern auch gefressen haben soll. Ihre Verbindung zum Weihnachtsfest folgte übrigens erst sehr viel später, aber das nur als Randinfo. In The Red One ist es Grýlas Ziel, alle Leute auf der Liste der unartigen Kinder zu fangen und für immer wegzusperren. Genau dafür braucht sie die Kraft und Magie des Weihnachtsmannes. Ich bin ja immer ein Fan davon, wenn man echte Mythen und Sagen als Grundlage für die Filme nutzt, anstatt komplett neue Gestalten zu erschaffen, mit denen niemand was anfangen kann. Dafür muss ich dem Film ein Lob aussprechen, auch wenn die richtige Herkunft der Mythen im Film selbst eher so semi-detailgetreu ist. Der Krampus wird dort nämlich als bekannte Figur der Weihnachtszeit in Deutschland beschrieben, was faktisch aber auch nur teilweise stimmt. Im Süden unseres Landes mag der Krampus vielleicht etwas verbreiteter sein, aber eine deutlich stärkere Präsenz hat er eigentlich in Österreich. Naja, man kann auch nicht alles haben, manchmal gehen bei der Recherche für Filme wohl ein paar Infos flöten. Im Film wird auch eine alte Beziehung zwischen dem Krampus und Grýla angedeutet, aber nicht weiter darauf eingegangen. Schade eigentlich, aber das ist wohl ein gängiges Motto in dem Film, dass viele Sachen angerissen werden und zeitweise Spannung und Interesse aufbauen, aber letztendlich doch nicht wieder aufgegriffen werden. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass The Red One nur der Start einer ganzen Filmreihe sein sollte, wie von den Machern angesprochen. Ob dies nun nur ein Wunsch ist oder ein wahrhaftiger Plan, ist nicht klar.

The Red One ist definitiv ein unterhaltsamer Actionfilm, aber ist er auch ein guter Weihnachtsfilm? Meiner Meinung nach ist er das nur bedingt. Die Basis wurde zwar gelegt mit einigen interessanten Elementen, wie die Inkorporierung von Mythen wie dem Krampus oder Grýla, aber der Film gibt einem als Zuschauer*in nicht wirklich dieses Weihnachtsfeeling, aufgrund der großen Actionanteile des Films. Die Aufarbeitung der Probleme von Callum und Jack im Verlauf des Films haben mir immer wieder einen Hauch dieses Gefühls vermittelt, aber da diese Story-Stränge dem Hauptstrang, nämlich der Rettung von Red, final leider nun mal untergeordnet sind, bleibt das Gefühl nie für lange Zeit bestehen. Wie vorhin bereits gesagt, ist der Film definitiv unterhaltsam, nur darf man nicht erwarten, dass man von der weihnachtlichen Atmosphäre des Films in den Bann gezogen wird, sondern eher von den kleinen Elementen drumherum, wie eben der Action, den passablen Comedy-Szenen oder der Inkorporierung von bekannten Sagen und Mythen. Wenn ihr euch ein eigenes Bild von dem Film machen wollt, dann schaut ihn euch gerne selbst an. Falls ihr den Film bereits gesehen habt, dann teilt doch gerne eure Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren.

Beitragsbild: Vanessa Finsel


Zur Person des Autoren

web.weekly vom 28. Oktober bis 03. November

web.weekly vom 28. Oktober bis 03. November

Was geht eigentlich ab in Greifswald? Ihr wollt etwas unternehmen, wisst aber nicht was? Wir haben da was für euch! Ob kreative Work-Shops, spannende Vorträge oder faszinierende Ausstellungen – hier stellen wir euch jede Woche unsere Veranstaltungstipps rund um die Themen Uni und Wissenschaft, Politik und Region, sowie Kultur und Sport vor.

Mit Empfehlungen von Vanessa Finsel, Simon Fortmann und Luise Markwort

Es ist wohl das Kult-Grusel-Musical: die Rocky Horror Picture Show. Und am Tag vor Halloween könnt ihr euch den dazugehörigen Film angucken. Ein Highlight der Filmgeschichte, das jeder kennen sollte. Guckt euch den Film an, singt mit und wenn ihr wollt kommt gerne verkleidet. Let’s do the time warp agaaain!

Wo? STRAZE
Wann? 30. Oktober 2024, 20 Uhr
Eintritt? 3-5-7 Euro
Mehr Infos findet ihr hier.


Buh! Es ist wieder Halloween und die Eisdiele Eiszeit lädt zu der hauseigenen Halloweenparty für Groß und Klein ein. Kostümierte Gäste können bei einem Wettbewerb einen Eisgutschein gewinnen. Dazu gibt es Bowle, Torwand-Schießen, Bratwurst, Musik und Grusel-Bowle.

Wo? Eiszeit an der Kolsterruine
Wann? Donnerstag, 31. Oktober, 16 bis 20 Uhr


Im Rahmen der Tagungen der Autor*nnen der „Junge Literatur“ in Europa findet ein Prosa-Slam statt. Es ist die einzige öffentliche Veranstaltung der Tagungsreihe. Es werden sich die teilnehmenden Autor*innen mit kurzen Texten präsentieren. Wenn ihr also euren literarischen Horizont erweitern wollt, dann ist der Prosa-Slam vielleicht etwas für euch.

Wo? Audimax in der Rubenowstraße 1
Wann? Freitag, 01. November, 19:30 Uhr
Eintritt? frei

Diese Woche steht ganz im Zeichen von Halloween! Die Uni kann einem schon mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Erst recht, wenn die Kustodie mit einer Special-Halloween Führung über den Campus führt und schaurige Geschichten aus der Vergangenheit erzählt.

Wo? Treffpunkt Rubenow-Denkmal
Wann? Donnerstag, 31. Oktober, 19 und 20 Uhr
Eintritt? 5€, kostümierte Personen gratis


Wir schlittern schon in den November rein. Das heißt, die kalte Jahreszeit mit all ihren Widrigkeiten wartet auf uns. Aber auch die Vorteile sind zum greifen nah, wie etwa leckerer Glühwein. Wer jetzt schon nicht mehr warten kann, der kann bei der Glühweinverkostung in der Eisdiele „Eiszeit“ an der Klosterruine teilnehmen. Wer sich als echten Kenner einschätzt, der kann an einer gemeinsamen Bewertung teilnehmen, an dessen Ende der beste Glühwein gekürt wird. Prost!

Wo? Eiszeit an der Klosterruine, Wolgaster Landstraße 39
Wann? Freitag, 1. November, 16 Uhr


Am Sonntag wird der Himmel über Greifswald wieder farbenfroh erstrahlen. Nicht wegen den Polarlichtern, sondern den vielen Drachen, die beim Drachenfest auf dem Deponieberg in die Lüfte steigen werden. Schon zum vierten Mal findet das Event statt. Wie bei den vorherigen Auflagen gibt es wieder ein Rahmenprogramm mit Musik, Verpflegung und einer Schnitzeljagd. Also, sucht euch einen Drachen und rauf auf den Deponieberg!

Wo? Deponieberg
Wann? Sonntag, 3. November, 10 bis 16 Uhr

Der Wahlkampf in den USA geht so langsam aber sicher in die heiße Phase. In dem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und der neuen Anwärterin der Democrats Kamala Harris, gibt es wieder einen Haufen wichtiger Fragen wie auch mögliche Prognosen zum Ausgang der Wahl. In einer Gesprächsrunde mit Dr. Kenton E. Barnes, Vorsitzender der Democrats Abroad (Germany), soll der Wahlkampf und alles Interessante dazu aufgearbeitet werden.

Wo? Neues Audimax, Hörsaal 1 ; Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

Wann? 29.10.2024, 18:00 Uhr – 20:30 Uhr


Im Rahmen der 16 Aktionstage der UN Women Kampagne „Orange the World“ wird es auch dieses Jahr wieder kostenlose Selbstverteidigungskurse für FLINTA*-Personen geben. Das Gleichstellungsbüro der Universität Greifswald veranstaltet diese in Kooperation mit dem AStA und dem Hochschulsport. Daher ist es aber auch notwendig, sich im Vorhinein über die Seite des Hochschulsports für den Kurs anzumelden.

Wo? Judohalle (Karl-Liebknecht-Ring 26)

Wann? 31.10.2024 von 15:00  bis 19:00 Uhr


Weitere Veranstaltungen könnt ihr im Veranstaltungskalender der Uni (hier) finden.

Was sind eure Veranstaltungstipps? Kommentiert sie!

Beitragsbild: Vanessa Finsel

Adventskalender Türchen 23: Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Adventskalender Türchen 23: Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Ein geschmückter Weihnachtsbaum, ein Kirchenbesuch an Heiligabend oder auch ein Krippenspiel. Diese Weihnachtsbräuche sollten den meisten hier in Deutschland ein Begriff sein. Aber wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus, mit spezifischen Bräuchen, um das Winterfest zu zelebrieren?

Hexen und Geister in Norwegen

In Norwegen verstecken die Einwohner*innen in der Weihnachtszeit ihre Besen und Wischmopps vor bösen Geistern und Hexen. Bei diesem Aberglauben wird davon ausgegangen, dass die gruseligen Gestalten an Heiligabend aus ihren Verstecken und Schlupflöchern kommen und auf der Suche sind nach geeigneten Geräten, um eine Spritztour durch den Weihnachtshimmel zu machen. Und um den bösen Geistern und Hexen einen Strich durch die Rechnung zu machen, verstecken die Norweger*innen ihre Putzutensilien so gut, wie es nur geht.

Island und die Weihnachtskatze

In Island werden die Kinder in der Weihnachtszeit von Monstern daran erinnert, brav und artig zu sein. Die Weihnachtskatze Jólakötturinn ist dabei ein Teil dieser monströsen Artigkeits-Kontrolle. Der Job von Jólakötturinn ist es, alle Kinder aufzuspüren, die nicht fleißig genug waren. Sie kann dies daran erkennen, ob die Kinder neue Kleidung tragen oder nicht. Tun die Kinder das nicht, dann gehen sie das Risiko ein, von der Katze gefressen zu werden. Darum werden die Kinder dazu ermahnt, auch ja ihre neuesten Kleider zu tragen, um die Weihnachtskatze nicht anzulocken.

Wer die Weihnachtsgurke findet, hat Glück

Eine Gurke am Weihnachtsbaum? Klingt etwas skurril, gibt es aber wirklich. In den USA wird die Gurke traditionell am Weihnachtsbaum versteckt. Wer die Gurke findet, hat dann das Glück, ein weiteres Geschenk zu erhalten und dem Glauben nach für das kommende Jahr gesegnet zu sein. Die Gurke ist übrigens, wie reguläre Weihnachtskugeln, als Glasbläserei erhältlich. Echte Essiggurken werden bei diesem Brauch nicht mehr wirklich verwendet.
Der Ursprung dieses Brauchtums ist jedoch nicht ganz klar. In den Vereinigten Staaten wird dieser Brauch als alte deutsche Tradition beschrieben, jedoch ist die Weihnachtsgurke den meisten Deutschen wohl alles andere als geläufig. Anscheinend geht die Geschichte auf einen deutschen Auswanderer zurück, welcher im amerikanischen Bürgerkrieg kämpfte und deswegen später in einem Gefangenenlager landete. Eine Essiggurke, welche ihm ein Wächter beschaffte, rettete ihn am Heiligabend wohl vor dem Hungertod. Das ist zumindest die Annahme, Belege gibt es jedoch keine genauen.

„El Gordo“ in Spanien

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, findet in Spanien die größte Lotterie der Nation statt, bei der die größte Geldsumme des ganzen Jahres verlost wird. Das Spektakel trägt den Namen „El Gordo“, auf Deutsch heißt das so viel wie „der Dicke“. Die Lottozahlen werden dabei traditionell von 22 Schulkindern vorgesungen, während abertausende von Spanier*innen gespannt zugucken und hoffen, dass ihre Zahlen vorgelesen werden. Ein komplettes Los für die Lotterie kostet zwar satte 200 €, aber die Gewinnchancen stehen mit 1:100.000 auch gar nicht mal so schlecht. Zum Vergleich, die Chancen beim deutschen Klassiker „6 aus 49“ zu gewinnen, liegen bei 1:140 Millionen.

„Posadas“ – Auf den Spuren von Maria und Josef

Im streng katholischen Mexiko gehört Weihnachten zu den mit Abstand wichtigsten Feiertagen im Jahr, weshalb es auch besonders zelebriert wird. So versammeln sich an den neun Tagen von Heiligabend Kinder aus der Nachbarschaft, um die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem nachzustellen. „Posada“ bedeutet dabei so viel wie „Unterkunft“ und dient als Sinnbild für den Stall, in dem Jesus zur Welt kam. So streifen die Kinder vom 16. bis zum 24. Dezember von einem Haus zum nächsten und tragen dort Weihnachtslieder vor. Im Anschluss fragen sie auch dann immer nach einer Herberge, um der Geschichte treu zu bleiben. Allerdings werden die Kinder an den ersten Tagen immer weggeschickt. Das ganze geht so lange, bis sie dann endlich von einem Haus aufgenommen werden, in welchem letztendlich auch der Posada-Abend stattfindet. Mit Spielen, Gebeten und Feuerwerken wird gefeiert und das Highlight des Abends ist dann eine Piñata, welche eine ganze Menge an Süßigkeiten für die Kinder parat hält.

Das war ein kleiner Rundflug um die Welt und ein Einblick in einige Weihnachtsbräuche, die uns allen wahrscheinlich nicht allzu bekannt sind. Welche Weihnachtsbräuche sind euch noch geläufig? Gibt es vielleicht auch bei euch Zuhause individuelle Bräuche, die nicht allzu verbreitet sind? Falls ja, dann teilt diese gerne mit uns und lasst einen Kommentar da.

Beitragsbild: Laura Schirrmeister

Filmabend zum Gedenken an Salvador Allende

Filmabend zum Gedenken an Salvador Allende

Artikelbild-Allende-Marco-Wagner-07-2013 „Dem Ruf unsres Landes dem werden wir folgen, wir werden uns erheben für ein Chile des Volkes. Wir werden uns befreien, den Faschismus zerschlagen. Männer Frauen schließt die Reihen, die Yankees verjagen. Denn heute geht es nicht mehr um die Wahl des Präsidenten, denn allein das Volk von Chile hält das Schicksal in seinen Händen…“ – heißt es im chilenischen Lied der Volksmacht.

Anlass und Hintergrund dieses Liedes war der Sturz des demokratisch gewählten chilenischen Präsidenten Salvador Allende durch den Putsch Augusto Pinochets, der am 11. September 1973 vollzogen wurde. Kommenden Mittwoch jährt sich dieses Datum zum 40. Mal. Die Greifswalder Jusos laden aus diesem Grund am Mittwoch, 11. September, zum Filmabend „Die letzten Tage des Salvador Allende“ um 20 Uhr in die Brasserie Hermann ein. (mehr …)