Harry Rowohlt las in der Stadthalle

Harry Rowohlt las in der Stadthalle

Harry Rowohlt folgte am vergangenen Donnerstag dem Ruf des Koeppenhauses und der Buchhandlung Weiland in die Greifswalder Stadthalle. Imposante 180 Minuten feinste Kleinkunst voller Gesangseinlagen, Anekdoten und tiefschwarzen Witzen streichelten die kulturelle Kleinstadtseele. Auch wenn Rowohlt das geliebte „Saufen“ aufgrund der leidigen Polyneuropathie aufgeben musste. Gebremst hat ihn das kaum. (mehr …)

Westsahara – Die totgeschwiegene Kolonie

Westsahara – Die totgeschwiegene Kolonie

WestsaharaDer Vortrag „Kickertisch und Kameldung: Ein Jugendzentrum in der Westsahara“ beleuchtet historische und politische Hintergründe des vergessenen Westsaharakonflikts und erzählt vom alltäglichen Leben junger Sahraouis – im algerischen Flüchtlingslager. (mehr …)

Unerträgliche Seichtigkeit des Seins

Unerträgliche Seichtigkeit des Seins

Ole Schwabe (21), studiert Politikwissenschaft und demnäcsht Geschichte. Der Ossi mit bayrischem Migrationshintergrund wäre gerne Nachwuchs-Intellektueller. Um das Grün hinter seinen Ohren abzubauen, schreibt er seit Januar 2011 für das moritz Magazin, aktuell als hochschulpolitischer Hofberichterstatter. Bisher größter Erfolg war die Schenkung eines Malbuchs nebst Waschbärkarte von Seiten eines humorvollen Ex-Würdenträgers.

„Investieren Sie ihr Geld in Dada!“ Neulich schwamm ein Strohhalm inmitten der dreckigen Newsflashbrühe und ich ließ ihn nicht mehr los. Der kluge Deutschlandfunk widmete dem Dadaismus einige Sendeminuten, jener verfremdenden Anti-Kunst, welche der verwirrenden Einsamkeit inmitten der Reizüberflutung scheinbar Wahnsinniges entgegen schleuderte. Die Lange Straße in Greifswald, auf einem T-Shirt prangt: „Investier‘ dein Geld in Alkohol, wo sonst gibt es 40%?“ Los Leben, schreib‘ mir die beste Geschichte, bitte mit Moral!

Wir sinken in schwarze Sofas, Fingerzeig auf einen im universitären Dunstkreis zu verortenden Tresengast. Der Hochschullehrer als Überschwemmungsopfer, tosende Weißweinfluten spülten sein Mojo hinfort und schwemmten stattdessen kommunikative Inkontinenz an. Bände sprechende Blicke der weiblichen Bedienung. Er setzt sich zu uns. Eindimensionales Themenportfolio, Charakteristikum des über den Durst trinkenden Arbeitstiers. Er redet am liebsten über sich, seine Arbeit und seine Ansichten. Unverständnis gegenüber verweichlichten Studierenden („Sie müssen den schwarzen Helm aufziehen, das Spiegelvisier runter klappen und sich mit der Polizei kloppen.“). (mehr …)