Spannung präsentiert von künstlicher Intelligenz –              AI Dungeon

Spannung präsentiert von künstlicher Intelligenz – AI Dungeon

Gehe durch die Tür
→ Die Tür ist verschlossen
Benutze einen Schlüssel
→ Du besitzt keinen Schlüssel
Weine leise
→ Eine lustige Ente kommt angeflogen und muntert dich auf

Die 1970-er Jahre sind die Geburtsstunde für Computerspiele. In verschiedenste Richtungen werden die Grundsteine für verschiedenste Genres gelegt. So beispielsweise auch für das Genre des ‚Adventure‘. 1976 und 1977 kommen mit ‚Adventure‘ und ‚Zork‘ die ersten textbasierten Abenteuerspiele auf den Markt. Mehr als 40 Jahre später hat sich viel getan. Mit der Verwendung von künstlicher Intelligenz ist es möglich, die starren Konzepte früher Adventures komplett zu erneuern und Spielern eine unendliche Anzahl an Möglichkeiten zu bieten. Dies versucht auch das Abenteuerspiel ‚AI Dungeon‘ zu erreichen.

Aber fangen wir ganz von vorne an. Die ersten Adventures basieren rein auf Text. Das bedeutet, die Benutzeroberfläche wird nur von der Texteingabe des*der Spielenden und der Textausgabe des Programms bestimmt. Das Textadventure beschreibt dabei die Umgebung und reagiert auf die Eingaben des*der Spielenden. Im Fall von ‚Adventure‘ von 1976 ist die Eingabe aufgrund der Rechenkapazität noch sehr einfach gestaltet. Es ist lediglich möglich, eine Aktion mit einem einfachen Verb auszuführen und diese mit einem Objekt zu kombinieren. Für das Objekt werden jedoch nur die ersten fünf Buchstaben verarbeitet. Das bedeutet, dass beispielsweise die Aktion ‚ziehe Schwert‘ nur als ‚ziehe Schwe‘ erkannt werden konnte. Auch die Geschichte des Textadventures ist vorbestimmt und begrenzt durch die Programmierung.

Blickt man nun auf das 2019 erschienene und mittlerweile kostenlos verfügbare AI Dungeon, wird man erkennen, dass sich vieles verändert hat, doch die Begeisterung an der Geschichte, die sich rein im Verstand abbildet, ist noch immer beständig. Nicht ohne Grund gibt es eine nicht endende Begeisterung am Abenteuer mit Freunden, auf Stift und Papier in Pen and Paper Adventures. Nun haben die Möglichkeiten allein, wie auch digital eine ganz neue Dimension erreicht. Künstliche Intelligenz ist dabei das Stichwort.  

Wie in den klassischen Textadventures der 1970 Jahre ist die Benutzeroberfläche von AI Dungeon sehr einfach. Es wird die aktuelle Geschichte angezeigt und im unteren Bereich kann ein Befehl in verschiedenen Varianten eingeben werden. Der*die Spieler*in kann entweder mit seinem Charakter etwas sagen, etwas tun oder das momentane Geschehen selbst bestimmen. Im Gegensatz zu den Textadventures der siebziger Jahre kann hierbei aber so viel Text eingegeben werden, wie man möchte. So sind sowohl Sätze als auch ganze Abschnitte möglich. Darauf reagiert die künstliche Intelligenz in der für sie besten Art. Aber wie ist es nun möglich, dass die KI auf jede Art von Eingabe, in einem gewissen Rahmen sinnvoll, reagieren kann?

Bei der verwendeten künstlichen Intelligenz handelt es sich um eine ‚natural language artifical intelligence‘. Das hört sich erstmal einfach nur kompliziert an, heißt aber lediglich, dass sie darauf ausgelegt ist, Wörter und die damit verbundenen Bedeutungen zu verstehen. Kommt es beispielsweise dazu, dass der*die Spieler*in sich mit seinem Charakter einer Klippe nähert und sich dazu entscheidet, diese herunterzuspringen, dann weiß die künstliche Intelligenz, dass es das Prinzip der Schwerkraft gibt. Damit folgt für sie, dass der Charakter auch fallen wird. Es sei denn der*die Spielende hat vorherbestimmt, dass auf der Welt des Charakters nur eine geringe Schwerkraft herrscht. Dann müssen dementsprechend andere Ereignisse folgen. Oder der*die Spieler*in möchte, dass nun Harry Potter durch die Tür kommt. Die KI soll leisten, dass es sich dabei auch um „den“ Harry Potter und seine dazugehörigen Fähigkeiten handelt und nicht nur um einen beliebigen Nebencharakter mit zufällig diesem Namen.

Woher weiß die ‚natural language AI‘ aber all diese Sachen überhaupt? Dazu muss die künstliche Intelligenz trainiert werden. Das passiert durch die Fütterung von Unmengen an Texten, aus denen die KI Wörter und ihre Bedeutungen aufnimmt. Harry Potter kann mit seinen Eigenschaften nur durch die Tür kommen, weil die KI bereits Harry Potter gelesen hat. So soll es theoretisch funktionieren. Ist das aber wirklich immer der Fall? Das ist zu überprüfen.

Bei AI Dungeon wählt man sich zu Beginn eines neuen Spieles erst einmal ein bestimmtes Setting aus. Dafür gibt es vorgefertigte Welten wie Fantasy, Zombies oder Cyberpunk, es ist aber auch möglich, eine eigene Welt zu erstellen. Dabei ist das gesamte Spiel in englischer Sprache. Im eigentlichen Adventure angekommen, beschreibt die KI den Ort, die Charaktere und die aktuelle Aufgabe. Nun kann der Spieler mithilfe der drei verschiedenen Kommandos ‚do‘, ‚say‘ und ‚story‘ auf die Geschichte Einfluss nehmen. Die künstliche Intelligenz reagiert darauf und stellt ebenso Dialoge oder Geschichtsabschnitte dar. Weiß man an einer Stelle selbst nicht, wie es weitergehen soll, kann einfach Enter gedrückt werden und das Programm generiert weiteren Text. Ebenso kann man darauf Einfluss nehmen, wenn einen die computererzeugten Ereignisse einmal nicht gefallen. Mit dem Klicken des ‚edit‘-Buttons kann die letzte Ausgabe der KI einfach bearbeitet werden.

Schauen wir uns also unser eigenes Abenteuer an:

Ich erwache ohne Erinnerung in einem dunklen Wald. Trommeln in der Ferne. Der Wald schimmert rot.
Aus dem Gespür für Gefahr beginne ich zu rennen, aber eine Gruppe von Dämonen stellt sich mir in den Weg.
Sie wollen meine Seele. Von Hoffnung verloren, versuche ich mich ihnen anzuschließen. Doch ohne Erfolg.
Sie kommen, mit einem Messer gezückt, näher. Plötzlich, nach einem letzten Flehen, verlassen die Dämonen den Wald. Doch ein kleiner Dämon kommt zurück zu mir. Ich frage ihn, ob ich nicht auch ein Dämon sein kann, aber es ist nicht möglich. „Dann möchte ich ein Zauberer sein“, sage ich ihm. Er teilt mir mit, dass meine Einladung in die größte Zaubererschule Europas bereits in meinem Briefkasten liegt. „Wenn das so ist, brauche ich einen Zauberstab aus der Winkelgasse“. Der kleine Dämon und ich reisen gemeinsam, um die Besorgungen zu machen.
Ich betrete den Laden von Olivander. Er gibt mir einen Zauberstab aus Birke und ich teste ihn. Als ich den Laden verlassen möchte, frage ich ihn, ob er überhaupt zaubern kann. Wutentbrannt rennt Mr. Olivander auf mich zu.
Ich entschuldige mich, wenn ich ihn beleidigt haben sollte und eile aus dem Laden. Ein Junge vor dem Geschäft sagt mir, dass wir jetzt nach Hogwarts gehen müssen und ist beängstigt, dass die Tests über Molche schon morgen anstehen. Angekommen im Zug erzählt mir der Junge, wer er ist und dass Tom Riddle ihn umbringen wollte.
Der Zug kommt am Schloss an und wir gehen in die große Halle. Die Schüler der ersten Klasse werden begrüßt.
Nachdem ich eine Stunde geschlafen habe, steige ich erneut in den Zug nach Hogwarts ein. Zwar dachte ich, dass wir bereits in dem Schloss waren, doch ein Junge sagt mir, dass wir noch an der Barriere sind, die nur betretbar ist, wenn auch der Zug im Bahnhof steht. Wir warten kurz und plötzlich greift mich eine Person von hinten an.
Er sagt, wir können jetzt nicht gehen. Ich sehe meinen Freund einen Zug betreten. Dann kann ich mich losreißen und steige auch in einen Zug. Dort sehe ich niemand Bekannten. Nach zehn Minuten erreiche ich das Ziel.
Als ich aussteige, kommt ein großer Mann auf mich zu und packt mich. Er trägt mich zu einem nahestehendem Professor. Er behauptet, ich wäre ein Zauberer und das bestätige ich auch. Dann habe ich den falschen Zug genommen, sagt mir der Professor.
Nun komme ich wieder an der Barriere an. Ein Mann packt meinen Arm, sagt mir, hier wäre ich sicher und verschwindet dann. Als ich ihm versuche zu folgen, erreiche ich einen Gang mit zwei Türen. Ich gehe durch die eine und komme in einen Raum, in der ein kleines Mädchen sitzt. Nachdem ich sage, dass ich Cedric Diggory bin (warum auch immer), berichtet sie, dass sie das ertrunkene Mädchen ist. Sie bittet mich zu gehen, also möchte ich zurück in den Gang, um zu sehen, was hinter der anderen Tür wartet. Ich komme aber in einer großen Halle an.
Ich frage mich, wo ich bin und eine Stimme antwortet mir, dass es die große Halle meiner Familie ist. Ich habe für viele Jahre geschlafen. Meine Welt soll vor langer Zeit geendet sein. Wir haben überlebt durch das Schlafen und das Träumen neuer Welten. Die Stimme entpuppt sich als Haushälterin und ihre Augen beginnen zu bluten: „Du wirst nicht allein hier sein, viele Monster, Dämonen und Geister werden kommen, um dich zu töten“. „Aber wie kann ich das verhindern“ frage ich beängstigt. „Du musst das Haus verlassen“. „Dann sag mir, wie ich das Haus verlasse“.
„Du verlässt es nicht“…

Durch das Testen des Ai Dungeons wird klar, dass nicht alles so funktioniert, wie es vielleicht soll. Das Programm versteht nicht immer genau, was man vorhat und reagiert öfters eher verwirrend. Charaktere erscheinen und verschwinden plötzlich und auch der eigene Charakter wechselt öfters den Namen und seine Eigenschaften. Das ist aber nicht unbedingt ausschließlich negativ zu sehen, da dadurch immer wieder neue spannende Ansätze geliefert werden und so eine unendliche Zahl an Möglichkeiten entsteht. „Es passieren immer wieder Dinge, mit denen der Programmierer selbst nicht rechnet“, gibt auch Entwickler Nick Walton im Podcast ‚Between Worlds‘ zu. Diese unendliche Freiheit gibt es in keinem anderen Spiel. Laut dem Programmierer wird diese Verwendung von künstlicher Intelligenz in Zukunft eine große Entwicklung vornehmen. Im Fall von AI Dungeon handelt es sich um ein noch sehr einfaches Programm, ähnlich wie bei den Textadventures der siebziger Jahre. Doch dieselbe Entwicklung, hin zu hochauflösenden Spielwelten, die sich auch in der vergangenen Spielhistorie ereignet hat, wird nun noch einmal vorhergesagt. Diesmal aber mit der Implementierung von künstlicher Intelligenz. So könnte es möglich sein, dass jeder Charakter einer Spielwelt, die vergleichbar ist mit erfolgreichen Rollenspielen der letzten zehn Jahre wie ‚Skyrim‘ oder ‚The Witcher‘, später mit künstlicher Intelligenz verbunden ist. Auf diese Weise hätte jeder Charakter immer wieder eigens generierte Dinge zu berichten.
Dass dieser Fall eintritt, liegt jedoch noch in ferner Zukunft und bis dahin ist die Vorstellungskraft unser bester Freund.

AI Dungeon kann hier einfach kostenlos ausprobiert werden.

Beitragsbild: Frenjamin Benklin auf unsplash.com

Umgekrempelt: Voll im Saft stehen

Umgekrempelt: Voll im Saft stehen

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Saft, das Blut der Früchte. Wer wollte als Kind nicht schon immer mal ein Vampir sein. Wahrscheinlich nicht allzu viele, jedoch ist das jetzt möglich und soll sogar sehr gesund sein. Nur eben nicht mit Blut von Tieren oder Menschen, sondern von Obst und Gemüse. Die Saftkur ist eine der heißesten Lifestyle-Erfindungen der letzten Jahre. Hier ist das Experiment.

Bei einer Saftkur geht es darum, sich eine bestimmte Zeit ausschließlich von Saft zu ernähren. Dadurch soll erreicht werden, dass die natürlichen Reinigungskräfte des Körpers unterstützt werden, um Schadstoffe zu beseitigen. So soll eine Saftkur besonders bei Personen, die häufig unter Müdigkeit oder Abgeschlagenheit leiden, eine Methode sein, um sich wieder fitter zu fühlen. Energie- und Motivationsgewinn soll also die Folge sein. Außerdem soll die rein flüssige Ernährung der Verdauung wohltun.

Innerhalb der Saftkur, die zwischen einem und neun Tage lang sein kann, soll über den Tag verteilt eine Menge von sechs Säften mit je 500 ml getrunken werden. Nebenbei soll keine andere Nahrung zu sich genommen werden. Ausschließlich Wasser oder Tee kann zusätzlich getrunken werden, um nicht zu dehydrieren.

Es gibt im Internet eine Reihe an vorgefertigten Programmen für eine Saftkur, sodass man sich die Menge an Saft je nach Dauer einfach zuschicken lassen kann. Diese sind jedoch recht kostspielig. Für die Saftzusammenstellung kann sich jedoch trotzdem gerne daran inspiriert werden, da die Hersteller oft auch die Zusammenstellungen ihrer Säfte darbieten. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Säfte, die man kauft, möglichst rein — also frei von Konservierungsstoffen und ähnlichem — sind. Darauf sollte besonders geachtet werden, um sich in der Zeit möglichst von natürlichen Mitteln zu ernähren. Zudem sollte die Zusammenstellung der Säfte möglichst divers sein, damit der Körper mit verschiedensten Stoffen versorgt wird, die für ihn wichtig sind. Besonders Gemüsesäfte aus verschiedenen Komponenten bilden daher einen wichtigen Bestandteil.

Ich habe mich drei Tage lang nur von Saft ernährt, weil das Abenteuer niemals schläft. Dazu habe ich mir folgenden Plan aufgestellt:
8.00 Uhr: 0,25 Liter Fruchtsaft, 0,25 Liter Mandelmilch
10.30 Uhr: 0,5 Liter Fruchtsaft
12.00 Uhr: 0,5 Liter Gemüsesaft
14.30 Uhr: 0,5 Liter Fruchtsaft
17.30 Uhr: 0,5 Liter Fruchtsaft
19.00 Uhr: 0,5 Liter Gemüsesaft

In der Regel wird empfohlen alle zwei Stunden einen halben Liter Saft zu trinken.
Meine Saftauswahl bestand aus Fruchtsäften wie Apfelsaft, Orangensaft, Maracujasaft und Ananassaft, aus Gemüsesäften wie Tomatensaft, Karottensaft, Rote-Beete-Saft sowie aus kombinierten Gemüsesäften und aus Mandelmilch.
In vorgefertigten Programmen wurde oft Mandelsaft in kombinierten Säften verwendet, sodass ich Mandelmilch als Ersatz dafür benutzt habe.

Tag 1:
Die ersten Liter sind die schwersten, sagen sie. Danach wird es leichter.
Ich hoffe, sie haben damit Recht, denn der Spaß war heute nicht der saftigste.
Der morgendliche Orangensaft ist noch gut zu vertragen, aber spätestens zum Mittag wünsche ich mir irgendeine Art von fester Nahrung. Was würde ich geben für ein paar goldene Töften und ein Stück gebackenen Fisch. Jedoch nur ein halber Liter Tomatensaft wartet auf mich. Am Nachmittag bietet eine Tasse warmer Apfelsaft mit einer Prise Zimt eine willkommene Überraschung und lenkt von dem gelegentlich eintreffenden Krankheitsgefühl ab.
Am ersten Tag bildet Karottensaft den Abschluss, der nur sehr schwer zu vertragen ist, sodass ich mit einem eher unwohlen Gefühl ins Bett gehe.

Tag 2:
Mein Mund fühlt sich nur noch nach Saft an. Im Prinzip fühlt sich mein ganzer Körper nach Saft an. Besonders der Gemüsesaft ist nicht immer der schmackhafteste.
Für alles gibt es nur eine Lösung: Du hast Hunger? Trink doch etwas Saft! Dir tut etwas weh? Dann trink doch etwas Saft! Deine Frau hat dich verlassen und hat die Kinder mitgenommen? Dann trink doch endlich mal etwas Saft.
Der Hunger lässt sich durch den Saft nur immer kurzzeitig in Grenzen halten. Das Leid hat an Tag 2 deutlich seinen Höhepunkt erreicht.

Tag 3:
Was ist das? Ich verspüre eine aus den letzten Tagen unbekannte Energie. Ist es die Hoffnung auf ein baldiges Ende, oder sind es doch die Unmengen an Fruchtzucker, die langsam ihrer Wirkung nachkommen? An den Geschmack mancher, am Anfang nicht ganz so köstlicher, Saftigkeiten habe ich mich mittlerweile auch gewöhnt. Scheinbar ist das ganze doch vielleicht etwas wert. Zunehmend stelle ich mir auch vor, wie Schadstoffe aus meinem Körper nur so herausfließen.
Am Ende des Tages kann ich zufrieden die letzten Gläser überwinden.

Fazit:
Auch wenn es am Anfang schwer war, muss ich zugeben, dass die Saftkur mir zumindest bislang nicht geschadet hat. Da ich bereits davor nicht an Motivationsproblemen gelitten habe, kann ich aber schwer feststellen, ob der gewollte Effekt wirklich eingetreten ist. Jedenfalls ist immerhin keine negative Wirkung dieser Art festzustellen.
Daher kann ich sagen, dass die Saftkur wohl durchaus etwas bringen kann. Trotzdem werde ich das ganze für eine Weile wohl nicht nochmal machen. Aber vielleicht kann ja eine jährliche Tradition daraus werden.

Beitragsbilder: Fabian Kauschke

Zuhause was erleben

Zuhause was erleben

Museen: der Kampf von Sitzmöglichkeit zu Sitzmöglichkeit. Vor allem in der aktuellen Zeit, in der solche geistigen Bereicherungsmöglichkeiten geschlossen haben, sehnt man sich besonders danach. Wie wäre es, wenn man die Wunder der Weltgeschichte auch einfach bequem von Zuhause erleben könnte?

Tatsächlich versuchen sich Museen aus der Region, wie auch weltweit der Krise anzupassen. Immer mehr digitale Konzepte werden angeboten. Daher ist es sinnvoll, einen Blick darauf zu werfen, bei welchen Museen es sich um gelungene Umsetzungen handelt und wo noch Platz für Verbesserung ist.

Museen in Greifswald

Wenn man Museen von Zuhause erleben möchte, bietet Greifswald selbst die Möglichkeit dazu an. Allen voran das Pommersche Landesmuseum stellt dafür einige Varianten bereit. Das aktuelle Projekt des Museums beschäftigt sich mit Sidonia von Borcke, die vor 200 Jahren als Hexe hingerichtet wurde. Ihre Geschichte erfährt man in bislang 11 bebilderten Blogeinträgen.
Außerdem sind einige Ausstellungen im Virtuellen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Dort gibt es beispielsweise eine neue Sonderausstellung mit dem Thema: „Queer im Museum: Lesben, Schwule und Transpersonen in der Landesgeschichte“.

Wer so von Landesgeschichte begeistert ist, dass es gar nicht genug sein kann, wird auch von den Werken von Caspar David Friedrich nicht zurückschrecken können. Sämtliche Werke, die sich in der Sammlung des Pommerschen Landesmuseums befinden, wurden zu einer Gemäldegalerie in einer digitalen Bibliothek zusammengestellt. Diese Auswahl an Möglichkeiten kann bequem von Zuhause erlebt werden.

Museen weltweit

Wem das regionale Angebot nicht reicht oder einfach nicht gefällt, soll nicht enttäuscht zurückgelassen werden. Der weltweite Museumshorizont ist sehr weit und wurde nach den Juwelen durchforstet.

Mit gutem Vorbild voran geht der Papst. Also nicht ganz, jedoch sind die vatikanischen Museen wirklich eine gelungene Umsetzung des digitalen Konzeptes. Anders als in vielen Museen, die mit Google Arts & Culture arbeiten, bei denen die Navigierung – Google Maps nachempfunden – eher weniger intuitiv ist, kann in der Ewigen Stadt durch eine große Anzahl von Gebäuden und Ausstellungen geklickt werden.  Zudem bieten die vatikanischen Museen hochauflösende Qualität und sogar einen Virtual Reality Modus. Auch wenn alle Ausstellungsobjekte sehenswert sind, ist das Highlight der Museen auf jeden Fall die Sixtinische Kapelle.

Noch hochklassiger auf dem Museumsglobus geht es wohl nur in Paris. Der Louvre ist auch digital die Spitze der Pyramide. Dieser bietet ein sehr benutzerfreundliches Navigieren durch verschiedene Ausstellungen sowie einen 360-Grad-Modus. Dabei ist besonders die Einbindung von Informationen zu den Ausstellungsstücken gelungen. Diese Informationen sind zwar auf Französisch, so wird aber gleich eine Möglichkeit geboten, dieses wiederaufzufrischen.

Wem das immer noch zu wenig ist, kann Ausstellungsstücke aus der gesamten Weltgeschichte in der Ausstellung „Museum of the World“ im British Museum virtuell betrachten.
Auf einem Zeitstrahl werden Präparate aus verschiedenen Themenbereichen von vor 2 Millionen Jahren bis heute dargestellt. Zu jedem der Stücke gibt es einen Audioguide und eine Beschreibung, woher das jeweilige Objekt stammt.

Das Resümee kann also nur sein: Es lohnt sich Museen auch von Zuhause auszuprobieren, denn es gibt wirklich gute Umsetzungen. Also bleibt einfach mal sitzen und genießt.

Hier könnt ihr eure virtuellen Museumsbesuche starten:
Pommersches Landesmuseum
Vatikanische Museen
Louvre
British Museum

Titelbild: Alexander Kagan auf unsplash.com