Kreuzfahrt: Der Schlumpf mit der Peitsche

Kreuzfahrt: Der Schlumpf mit der Peitsche

Das ist die große Kreuzfahrt durch das Meer der unbegrenzten Möglichkeiten. Steigt ein in das Traumschiff und genießt den Ausblick auf von feinster Hand ausgelesene Universen der Popkultur. Beißt in das knusprige Cro(i)ssant und erlebt die Überschneidung von euren liebsten Figuren und Erzählungen in komplett neu gekreuzter Weise. Beantwortet am Ende die Fragen, um in eure eigenen Kreativität einzutauchen.

Der Mond schien hell über das mitten im großen Wald gelegene kleine Schlumpfhausen. Selbst Traumi, der jeden Abend die Sterne beobachtete, träumend davon, auch einmal zu ihnen zu reisen, hatte sich bereits in seinem winzigen Häuschen zu Bett gelegt. Nur am Fluss, auf einem Baumstamm, saß ein Schlumpf mit roter Feder am Hut. Neben dem als Schnuffi bekannten blauen Zwerg saß die Schlumpfdame Sassette, erkennbar an ihrer langen Latzhose.
„Schau doch Schnuffi, der Mond, er spiegelt sich im Wasser und lässt es glänzen“, bemerkte die einst aus dem selben Rezept wie Schlumpfine entstandene Sassette. Schnuffi wandte sich ihr zu: „Nur deine Augen funkeln schöner.“ „Oh Schnuffi“, konnte die Schlumpfdame nur hervorbringen, als ihr vor Glück die Tränen in die Augen schossen.
Genau in diesem Moment schnallte eine schwarze Peitsche aus einem naheliegenden Busch hervor und umklammerte Schnuffi am Hals. Mit einem einzigen Ruck fiel der blaue Körper leblos auf den kalten Boden.

Wie jeden Morgen wachte Papa Schlumpf voller Freude auf den Tag in seinem pilzförmigen Häuschen mit dem roten Dach auf. Er zog sich seine Mütze auf den Kopf und wollte gerade aus der Tür gehen, als diese ihm bereits geöffnet wurde. „Oh Papa Schlumpf, oh Papa Schlumpf, es ist so schrecklich, ich habe noch nie so etwas Trauriges geschlumpft!“, winselte eine kleine Schlumpfdame. „Was ist denn passiert, meine liebe Sassette? So schlimm wird es doch wohl nicht sein“, versuchte Papa Schlumpf sie aufzumuntern. „Schnuffi … er wurde ermordet“, sagte sie mit zittriger Stimme, bevor sie wieder in Tränen ausbrach.
Eine kurze Zeit später versammelte sich ganz Schlumpfhausen in der Mitte des kleinen Dorfes. Viele Schlümpfe hatten glasige Augen und ihre weißen Mützen voller Respekt abgenommen. „Detecti wird ab sofort die Ermittlung zu diesem Unglück leiten“, brachte Papa Schlumpf laut hervor. „Jede Information soll ihm mittgeteilt werden.“ Aus der Menge trat Schlaubi Schlumpf hervor: „Bestimmt war es Gargamel, dieser bösartige Zauberer.“ Papa Schlumpf wusste aber, dass es nicht der sonst so bedrohliche Zauberer gewesen sein konnte: „Gargamel ist bereits seit langer Zeit nicht mehr gesehen worden, seit er dem Gummibärensaft aus dem Süden verfallen ist.“

Papa Schlumpf, Detecti und Sassette saßen wenig später zusammen und die Schlumpfdame berichtete vom vorigen Abend. Es war das erste Mal, dass ihre Augen nicht mehr einem Wasserfall ähnelten. „Kann es nicht doch etwas Ungeheures außerhalb der Grenzen von Schlumpfhausen gewesen sein?“, fragte Papa Schlumpf Detecti besorgt. „Wir haben den Tatort untersucht und haben einen Schlumpf-großen Fußabdruck gefunden. Daher ist sicher, dass es sich um einen Schlumpf handeln muss. Leider tragen alle Schlümpfe die gleichen Schuhe, wodurch keine weiteren Hinweise daraus erschlossen werden können“, berichtete Detecti. Plötzlich öffnete sich die Tür und Neugieri stürmte herein: „Die Presse hat das Geheimnis wieder einmal gelöst, Schlumpfine ist die Mörderin und hat Schnuffi erschlumpft. So titelt es schon meine Schlumpfzeitschrift, und alles darin Enthaltene sind Fakten. Eifersucht ist ihr Motiv, nichts anderes.“ Papa Schlumpf versuchte den Boulevardjournalismusschlumpf zu beruhigen.
Doch für Sassette war die Lage klar. Noch immer in tiefer Trauer erkannte sie, dass Schlumpfine in den letzten Wochen immer wieder Sassette und Schnuffi gestört hatte, obwohl sie zuvor die Zuneigung von Schnuffi abgelehnt hatte. „Wenn sie ihn nicht haben möchte, darf ihn auch kein anderer haben, oder was?“, schrie Sassette in die aufgewühlte Runde und stürmte aus dem kleinen Haus. 

Fürchti, Clumsy und Jockey saßen auf kleinen Stämmchen aus Holz in der Mitte des Dorfes. „Oh ich hab solche Angst, als nächstes trifft es bestimmt mich“, bibberte Fürchti. Jockey, der Schlumpf, der immer einen Scherz im Ärmel hatte, holte eine Box aus seinem kleinen Beutelchen und reichte sie Fürchti: „Hier, dreh mal an dem Hebel“, kicherte er leise. Fürchti nahm die bunte Box mit seinen zitternden Händen entgegen und griff langsam nach dem Hebel. Als er ihn drehte, öffnete sich schlagartig der Deckel der Box und eine furchterregende Katzenpuppe schnellte heraus. Fürchti ließ die Box sofort fallen und rannte weinend davon. „Jockey, du musst dich wirklich nicht wundern, wenn dich nie jemand ernst nimmt“, stellte Clumsy fest. Danach stand er auf, stolperte über einen auffallend kleinen Stein und lief Fürchti hinterher. Als er gerade an einer Lichtung angekommen war, rauschte von der Seite ein kleiner blauer Zwerg heran und riss ihn zu Boden.

Sassette rollte wie ein unaufhaltsamer Zug durch das sonst so friedliche Schlumpfhausen. Sie war am Haus von Schlumpfine angekommen. Sie hatte nicht den Anstand zu klopfen, warum auch, wenn Schlumpfine doch ihren geliebten Schnuffi umgebracht hatte. Mit einem Ruck riss sie die Tür auf. Schlumpfine blickte erschrocken zu ihr hinüber. „Du, du hast meinen Schnuffi umgeschlumpft!!!“, schrie Sassette sofort die Schlumpfdame an. „Wie, warum sollte ich, nein das war ich nicht …“, stammelte Schlumpfine erschrocken. Da brüllte Sassette sie nur noch mehr an: „Die ganze Zeit hast du uns gestört, nachdem du Schnuffis Gefühle nicht geteilt hast. Jetzt wolltest du, dass niemand Glück hat, weil die so tolle Schlumpfine, die originale Schlumpfdame, immer die Wichtigste ist.“ Schlumpfine hatte es immer noch die Sprache verschlagen. Nun kamen auch Papa Schlumpf und Detecti im Haus von Schlumpfine an: „Keine unüberlegten Handlungen, liebe Sassette“, versuchte Papa Schlumpf sie zu beruhigen. „Aber sie hat doch … wie könnt ihr nur alle nicht …“, regte sich Sassette nur noch mehr auf. In diesem Moment stieß Neugieri wieder zu den anderen Schlümpfen. Diesmal jedoch nicht so euphorisch wie zuvor. „Clumsy … er … er wurde auch erschlumpft“, stotterte der sonst so sichere Schlumpf.

„Ja, das sind die gleichen Spuren, die auch bei Schnuffi gefunden wurden. Keine Frage. Er wurde von hinten von etwas umschlungen und so erschlumpft“, erkannte Detecti kurze Zeit später am neuen Tatort, im äußeren Rand von Schlumpfhausen. „Aber … dann kann es ja gar nicht Schlumpfine gewesen sein“, stellte Sassette erschrocken fest. „Nein, wirklich nicht, damit sind all unsere Spuren vollkommen zwecklos“, analysierte Papa Schlumpf die Lage. „Wer ist nur fähig, nicht nur einen, sondern gleich zwei Schlümpfe auf so grausame Weise zu erschlumpfen? Ich muss in meinem Alchemielabor nach einem Rezept für einen Zaubertrank suchen, das ist unser einziger Anhaltspunkt.“

„Ist es nicht viel zu gefährlich, unter den aktuellen Umständen Schlumpfbeeren zu pflücken?“, quengelte Fürchti. „Hab dich nicht so“, ging ihn Hefty heftig an. „Was soll denn schon passieren?“, stimmte ihm Schlaffi zu. „Was passieren soll? Wir werden bestimmt auch gleich von dem Schlumpf mit der Peitsche erschlumpft!“, griff Schlaubi ein. Durch die Schlumpfzeitung hatten sich schon verschiedene Namen für den Serienschlumpfer herausgebildet: der Schlumpf mit der Peitsche, der blaue Würger, Schlingi Schlumpf oder Tod mit niedlicher weißer Mütze.

Derweilen hatte Papa Schlumpf das Rezept für den Trank gefunden, den er gesucht hatte: „Ah da ist es, das ‚Ich bin ein britischer Kommissar und kläre so jeden Fall auf‘-Trank-Rezept“, stellte Papa Schlumpf erfreut fest. „Ich habe auch noch alle Zutaten: die Maske eines Frosches, eine gefangene Jungfrau und die Rückenhaare eines Gorillas, einfach auffüllen mit Wasser aus der Themse.“
Schnell brodelte es im Kessel und der Schlumpf mit der roten Mütze füllte etwas davon in einen Flakon. Mit diesem in der Hand ging er vor sein Haus. Dort wartete der eigentlich mit keinem seiner Fälle erfolgreich gewesene Kommissar von Schlumpfhausen, Detecti. „Hier, mein Lieber, nimm einen großen Schluck“, teilte Papa Schlumpf ihm mit. Die ersten Tropfen der brodelnden Flüssigkeit benetzten die Zunge des kleinen unerfolgreichen Schlumpfes. Plötzlich schoss roter Rauch aus seinen beiden Ohren und riss ihn zu Boden. Als er wieder auf die Beine kam, hatte sich seine Mütze vom klassischen Weiß in ein Wallnussbraun mit rot-schwarzem Karomuster verwandelt. Voller Sicherheit zog Detecti eine Pfeife aus seiner rechten Tasche und zündete sie genüsslich an. „Der Fall ist gelöst, es ist doch alles so klar. Komm mit, mein alter Freund, ich möchte dir etwas zeigen.“

Die Sonne war fast untergegangen, als die beiden Schlümpfe an einem kleinen Haus am Rande von Schlumpfhausen angekommen waren. „Gehen wir doch hinein, mein lieber Papa Schlumpf“, sagte Detecti und nahm einen Zug aus seiner Pfeife. Als sie die Tür einen Spalt öffneten, hörten sie grausames Schluchzen. Die Köpfe durch die Tür gesteckt, sahen sie den Grund. Ein kleiner Schlumpf kauerte zusammengerollt in der Ecke und weinte schrecklich. Als sie sich ihm von hinten näherten, drehte er sich schlagartig um. Es war Fürchti, der sie mit Tränen überflossenem Gesicht anblickte. „Geht! Geht wieder, bevor er zurückkommt!“, sagte er mit zittriger Stimme. „Wer?“ versuchte Papa Schlumpf zu fragen, aber es war bereits zu spät. Hinter ihnen war ein Schlumpf erschienen. Jedoch kein gewöhnlicher. Er trug eine leuchtend rote Kutte und hatte eine lederne Peitsche in der Hand: „Von dir hätte ich mehr erwartet, Papa Schlumpf. Ich dachte, zumindest du kennst mich. Aber nein! Niemand kennt mich wirklich. Weil niemand mich ernst nimmt. Für alle bin ich immer nur der lustige kleine Schlumpf, der immer für einen Spaß zu haben ist. Aber damit ist jetzt Schluss. Ihr könnt euch noch nicht einmal daran erinnern, dass ich meinen ‚Apfel mit Peitsche vom Kopf schlagen‘- Trick letztes Jahr noch gemacht habe. So wenig beachtet ihr mich wirklich.“ „Clumsy … aber das ist doch keine Lösung“, versuchte Papa Schlumpf ihn zu beruhigen. „Für mich ist es die einzige Lösung, denn jetzt wird mich jeder ernst nehmen“, erwiderte der Schlumpf mit tiefer Stimme und hob langsam seine Peitsche.
Kommissar Detecti hatte den Verlauf der Ereignisse bereits vorhergesehen. Der Wind hatte ihm alles zugeflüstert. Er hatte daher schon seinen Revolver auf den Schlumpf mit der Peitsche gerichtet, bevor der grausame Schatten an der Wand ausholen konnte. Mit einem flinken Handgriff entsicherte der übernatürlich mit seinen Sinnen vertraute Schlumpf die Waffe. Ein präziser Schuss traf er die Hand von Clumsy Schlumpf. Mit einem Schlag fiel die ledrige Peitsche zu Boden.

Wo führt euch diese Geschichte hin? Auf eure Wolke der kreativen Energie? Dann ist hier die Leiter dafür. Steigt sie hoch und legt euch rein in das flauschige Gefühl der wilden Gedanken.

– Welche Namen kann die Schlumpf Boulevardzeitung dem ‚Schlumpf mit der Peitsche‘ noch geben?
– Wo wird ein Verbrecher-Schlumpf eingesperrt?
– Welchen Schlumpf bräuchte es noch?

Beitragsbild von Elisa Schwertner
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Mimimi-Mittwoch: Sterne zum Greifen nahe – Horoskope

Mimimi-Mittwoch: Sterne zum Greifen nahe – Horoskope

Was sagen wohl die Sterne, was flüstert der Fisch dem Steinbock zu und welche Energie durchströmt wohl diese Woche deine innere Aura? Das möchtest du erfahren? Dann hol die Klangschale heraus, zünde die Räucherstäbchen an und lasse dich fallen. Horoskope, der Weg zur Spiritualität für den kleinen Mann. Was für manche nur ein Lückenfüller in der Tageszeitung ist, bietet anderen den täglichen Weg zur Erleuchtung. Kleine süße Sprüche, die aus den Sternen und der Natur lesen, was für die einzelnen Sternzeichen bevorsteht und was diese am besten verfolgen oder lassen sollten – das sind Horoskope.

Ich persönlich betrachte sie als geniale komödiantische Erfindung. Lustig in jeder ihrer Wendungen und von unausschöpfbarer Kreativität. Die Verbindung des Unbefahrbaren mit leeren Sinnsprüchen ist wohl so überzeugend, wie die Erzähltechnik der Bibel (vier Mal dieselbe Geschichte hintereinander ist gewagt, aber wem es gefällt). Wie sonst, als durch Horoskope, kann man Menschen vage Informationen mitteilen, um sie in ihrer Verhaltensweise zu verunsichern? Aber kommen wir erst einmal zu den Basics. Wie ist ein Horoskop überhaupt aufgebaut?

Ein Horoskop ist immer einem Sternzeichen zugehörig und widmet sich damit einem bestimmten Zeitabstand. Das kann ein Tag sein, eine Woche, ein Jahr oder jedes andere erdenkliche Zeitintervall. Völlig egal. Das ist sowieso das Motto jedes Horoskopes. Völlig egal wann, warum und welche Bedeutung. Die Sterne werden schon wissen, wie ich mich fühlen muss.
Es gibt außerdem noch Regeln, die generelle Eigenschaften der Sternzeichen widerspiegeln. So lieben alle Krebse beispielsweise den Mond, alle Zwillinge sind gerne alleine und alle Fische suchen Nemo. Diese Bestimmungen können natürlich immer auch hintergründige Bedeutungsweisen haben. Demnach kann das Motto des Schützen: „Ich will wachsen“, auch als Traumkarriere als Kerzenzieher*in oder Intimhaarentferner*in gewertet werden. Allgemein kann jedes Wort als jeder andere, attraktiver erscheinende Begriff aufgenommen werden. Wie auch immer. 

Zu Beginn wird die astrologische oder astronomische Gegebenheit beschrieben. Dazu gehört meist ein Planet, eines der klassischen Elemente, sowie ein Sternenbild, nahe oder entfernt des Gürtel des Orion. Anschließend werden aus diesen Bildern die aktuelle Gemütslage und eine vorgeschlagene Verhaltensweise gelesen. Das aber leider in kryptischer Weise, sodass die Leser*innen, wie bereits erkannt, einen ganzen Raum voller Interpretationsspielraum vor sich haben. Daher kommt nun auch die große Schwäche der Horoskope immer mehr zum Vorschein: Die Menschen brauchen konkrete Anweisungen von den Sternen und nicht ein vieldeutiges Geschwader. Was genau soll ich tun, oh Saturn, Herr der Ringe, sag es mir?

Menschen ziehen aber trotzdem Erkenntnis aus den lustigen Sprüchlein, sodass sich ein regelrechter Horoskop-Fetischismus, besonders angesichts Liebespartner*innen, ergeben hat. Jedes Sternzeichen ist nämlich nur mit manchen anderen Sternzeichen kompatibel, sodass nach dem guten alten Schlüssel-Schloss-Prinzip manche zusammenpassen und andere nicht. Schade. Daher muss in der modernen Gesellschaft das Geburtssymbol von jedem klar sichtbar am Körper getragen werden. Nicht dass sich unnötigerweise Hoffnung gemacht wird, und dann die große Überraschung ins Haus steht: Oh nein, er ist Waage!! Das geht leider nicht. Sorry. Da kann man nix machen. 

Die Idee von Horoskopen, sollte aber trotzdem nicht klein geredet werden. Denn sie strotzen nur so von humoristischem Potenzial. Daher werden im Folgenden Horoskope präsentiert, die für jedes Sternzeichen genau das bieten, was sie brauchen: aus den Sternen handverlesene Weisheiten, Tipps, Tricks und Lifehacks. Diese sind auch nicht auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt, sondern gehören digital ausgeschnitten und an die Pinnwand gehängt, als wichtiger Begleiter des Lebens und für brenzlige Situationen.

Widder:

Für den Widder ist alles ein steiniger Weg.
So auch die Reise zu deinem Ziel. Der Mars ist dem Widder die Heimat, die schon so lange gesucht wird. Also befreie dich von deinem Dickschädel. Werde Astronaut. Auf dem Weg dahin kannst du aber ruhig mal den Müll mit nach unten nehmen.

Stier:

Der Stier packt seine Probleme und seine Konkurrenz an den Hörnern. Stierkampf ist aber verboten, sodass sich nach Alternativen umgeschaut werden muss. Die Venus empfiehlt dir, deine sinnliche Seite zu entdecken. Mach mal wieder einen Wellnessurlaub. Du hast es dir verdient.

Zwillinge:

Der Merkur spürt in dir, dass du dich nie richtig allein fühlst. Immer schaut dir jemand aus dem Schatten über die Schulter. Du hast es auch erkannt. Es ist deine Arbeit. Kündige. Zieh zurück zu deinen Eltern aufs Land. Stecke deine Eltern in ein Altersheim und besuche sie nie. Jetzt hast du das Haus für dich allein. Allein! Das ist Erfüllung!

Krebs:

Der Krebs steht unter dem Bild der knusprigen, ja fast schon krossen Krabbe. Burgerbraten, du musst Burgerbraten um dir deinen Unterhalt zu verdienen. Dabei verspürst du deine ausgeprägte Geizigkeit. Du verlierst alle deine Freund*innen. Aber hey, dafür hast du Geld. Geld macht doch auch glücklich, oder?

Löwe:

Brüll! Die Sonne erkennt, wie wild du bist. Dein edles Herz leuchtet dir den Weg. Werde Teil eines Theaterensembles für Fabeln. Du spielst immer den Löwen. Du spielst in jedem Stück mit. Jackpot. Du wirst reich!

Jungfrau:

Der Gürtel des Orion steht quer. Doch die Jungfrau analysiert die Situation und bleibt ruhig. Du weißt, was du möchtest: Einen zu speziellen Blumenladen. Nur Pinselblumen.

Waage:

Was hält die Welt in der Waage? Das bist du. Auf deinen Schultern lastet unendlich viel Welt. Wirf alles ab. Weg mit der ganzen Welt. Erfreue dich an den kleinen Dingen. Kauf dir ein Schloss.

Skorpion:

Stich! Stich! Der Mond wird hell angestrahlt von der Sonne und versetzt den Skorpion in Angriffsstimmung. Du verspürst einen starken Drang nach alkoholhaltigen Süßigkeiten. Yammie!

Schütze:

Der Schütze hat Angst, sein Ziel zu verfehlen. Doch er hat Glück: Der Uranus geleitet ihn zurück auf seinen Weg. Nutze deine Zielgenauigkeit. Werde Darts-Profi. Verdiene viel Geld in zu großen Shirts.

Steinbock:

‚Was ist nun der Unterschied zwischen Widder und Steinbock?‘, könnte man sich fragen. Der Steinbock hat den Durchblick. Komplizierte Situationen sind für dich eine Leichtigkeit. Schach wäre doch was. Naja, das ist schon ziemlich schwierig. Du wirst professionelle*r Dame-Spieler*in.

Wassermann:

Der Wassermann folgt seinem großen Gebieter Aquaman. Ein Fisch ist dein Begehren der Liebe. Du schreibst dem Fisch ein Liebeslied. Es hat den Titel ‚Den Fisch um das Stäbchen wickeln‘. Keine Antwort.

Fische:

Immer schwimmen, schwimmen, schwimmen. Damit ist jetzt Schluss! Finde Land und reise auf eine tropische Insel. Lebe deinen Traum als Robinson Crusoe. Vermisse die Strömung. Du möchtest zurück. Du kannst nicht mehr schwimmen.
Dam Dam Dam Dam!!!

Beitragsbild von Elisa Schwertner
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Die unendliche Geschichte – Teil 4

Die unendliche Geschichte – Teil 4

Einfach mal abheben in ein anderes Universum, auch dafür ist der webmoritz. da! Ihr könnt jeden Freitag ein anderes Redaktionsmitglied auf einem neuen Teil der intergalaktischen Reise unserer unendlichen Geschichte begleiten. Die Rahmenbedingungen haben wir in einer gemeinsamen Sitzung aus unseren Ideen zufällig ausgewürfelt, danach haben wir die Geschichte jedoch der individuellen Kreativität und Gnade unserer Redakteur*innen überlassen. Wohin die unendliche Geschichte führen wird, ist für uns also auch noch ungewiss, aber wir bieten Corona-Craziness, Ärger und Spaß ohne Ende – garantiert!

Was bisher geschah…
Die Galapagos-Schildkröte Gerhard Schmitt ist auf dem Planeten Meridia als blinder Passagier im Raumschiff Große Kosmische Ente gelandet (Teil 1). Dort traf er die Einwohner*innen – die Schnabeltiere – und war Beobachter einer phänomenalen Fete. Aber auch die neu angekommenen Enten mischen sich unter die Gäste und drohen entdeckt zu werden (letzter Teil). Was nun passiert, erfahrt ihr im vierten Teil der unendlichen Geschichte.

Teil 4 – Streifenweise Panik

Eine Ente, die mitten auf der Tanzfläche gestanden hatte, wurde heftig von einem Schnabeltier mit dem Ausdruck Halb Tier, Halb Bier auf seinem Tanktop angetanzt. Dabei war „die Kreisliga-Maschine“, wie sich das Schnabeltier selbst nannte, der Ente etwas an das Federkleid gegangen. Nun hatte er eine braun schimmernde Feder in der Flosse. Bei der Ente ergab das ein Löchlein in der Federdecke, wodurch ein Stück rosafarbene Haut freigelegt wurde. Schnell war das Geschrei ganz groß und Schnabeltiere, mit Bierhelmen auf dem Kopf, rannten wild mit den Flossen in die Höhe gestreckt umher. „Sie sind da, unser Ende ist nah“, riefen einige von ihnen. Der DJ legte sofort die Guns n‘ Roses-Version von Knockin‘ on Heaven‘s Door auf, um passende Musik zu der Untergangsstimmung zu liefern. „Der macht wirklich einen tollen Job, der Schallplattenalleinunterhalter, den können wir auch bei unserer nächsten Sportheim-Party buchen“, dachte sich Brigitte noch rasch bevor die komplette Panik ausbrach. Die Enten und Erpel versuchten sich irgendwie zu sammeln und auch Gerhard suchte sicheren Unterschlupf in einem nahegelegenem Busch. Zum Unglück der Enten und Erpel waren auch zwei Mitglieder des Meritär unter den Partygästen.

Wie es sich gehört, hatten diese zu der Feierlichkeit auch ihre Strontium-Werfer zur Hand. Das war die Standardwaffe jedes Meritärmitglieds, die nicht nur durch ihren äußerst gefährlichen Namen zu überzeugen wissen. Mit diesen bewegten sich die Schnabeltiere in Richtung der Gruppe Enten und Erpel, die sich auf der Mitte der Tanzfläche versammelt hatten. „Jetzt kommen Sie, schnell weg hier“, versuchte Garlinda ihnen noch zuzurufen, doch es war bereits zu spät. Ohne irgendeine große Wahl zur Gegenwehr wurden vier Enten von den Meritärangehörigen festgenommen und in Strontium-Fesseln gelegt. Alle anderen Enten und Erpel ergriffen nun die Flucht, da keiner von ihnen bewaffnet war. Sie wollten eine rein friedliche Ankunft ohne irgendeinen Einsatz von Waffengewalt garantieren. Nun hatten sie zumindest keine Möglichkeit ihren Kumpan*innen zu helfen. „Auch nicht so schlecht“, dachte sich Gerhard aus sicherer Entfernung. Die Mitglieder des Meritärs sahen sich um, ob sie sich noch mehr Enten schnappen könnten und verschwanden daraufhin mit den Gefangenen im naheliegenden Wald.
„Sie Idioten, wie konnte das nur passieren?“, brüllte Garlinda ihre übriggebliebenen Kadett*innen an, „Wir sind nicht geflohen, um hier wieder festgenommen zu werden!“ „Es muss zu einem Dialog mit den Einwohner*innen dieses Planeten kommen, damit wir nicht als Bedrohung wahrgenommen werden“, sagte ein Erpel mit Monokel im rechten Auge. Daraufhin merkte dieser bloß noch, wie er nach einem heftigen Flügelschlag zu Boden ging.
Gerhard konnte die gesamte Lage noch nicht so richtig verarbeiten. Da war so viel Potential für verschiedenste Berichte für den quackmoritz, so viel heißer Stoff für seine investigative Karriere. Er musste den Entführer*innen folgen, das wusste er genau – also ab in den Wald und hinterher.

Der Wald war dicht bewachsen. Wild umherschlingende Wurzeln und saftig grünes Moos ließen Gerhard fast für ein Nickerchen Pause machen, jedoch war ihm der Journalismus wichtiger.
Gerhard war aber nicht klar, wie viel langsamer er als das Meritärkommando war. Schon nach kurzer Zeit konnte er sie nicht mehr erblicken und versuchte so der Richtung zu folgen, wo er sie das letzte Mal gesehen hatte. Gleichzeitig trat zunehmend die Dunkelheit ein. „Zum Glück haben Galapagos-Schildkröten einen ausgeprägten Orientierungssinn und können außerdem extrem gut Spuren lesen. Gib mir einen Fußabdruck von irgendetwas und ich sage dir, was es auf dem Kopf trägt“, dachte sich Gerhard. Nur der Hunger machte ihm allmählich zu schaffen. Daher trauerte er umso mehr um seinen geliebten Sauerteig. „Vielleicht ist es doch besser, einen Unterschlupf für die Nacht zu finden“, stellte Gerhard kurze Zeit später fest. Der Stern des Sonnensystems hatte am Himmel bereits den dritten Mond passiert. Eine kleine Lichtung mit angrenzendem Bach bot für den Vollzeit-Journalisten schließlich einen passenden Nachtplatz. Als er sich gerade in seinen Panzer zurückgezogen hatte, hörte er ein Knacken im Unterholz.

Voller Angst zog sich Gerhard bis ganz nach hinten in sein portables Haus zurück. Plötzlich hörte er einen unheimliches Klopfen auf seinem Dach. „Huhu, jemand zuhause?“, rief eine Stimme Richtung Panzeröffnung. „Wenn du nicht rauskommst, dann komm ich eben rein“, war das Nächste, das Gerhard hörte. Aus Angst, dass jemand sein Haus betreten würde, steckte er den Kopf aus der Panzeröffnung. „Ach, nicht so schüchtern, Sie werden es nicht bereuen, Teil der großen Reise des noch viel größeren Cornelius von Nussingen, Entdecker des Unentdeckten, Helfer der Hilflosen, Retter der Wale, Finder von Nemo und so weiter, zu sein“, sagte ein kleines braunes Wesen, als Gerhard es erblickte. „Ganz genau, ich bin es. Sie können Ihr Glück sicherlich selbst noch nicht fassen. In vielen abenteuerlichen Geschichten haben Sie bereits von mir gehört.“
„Oh nein, ein Abenteuerautor“, murmelte Gerhard leise. „Wie bitte? Haben Sie etwas gesagt, mein Kamerad? Haben Sie vielleicht Hunger?“ Gerhard wusste, worum es sich bei dem Wesen handelt. Es war ein Streifenhörnchen, das er bereits auf seiner Reise nach Streifonia Beta gesehen hatte. Mit einem hellbraunen Hut auf dem Kopf und einem Beutel um die Hüfte, aus dem es Gerhard ein paar Nüsse reichte. „Und wer sind Sie, wenn ich fragen darf, oder soll ich Ihnen noch ein bisschen mehr von mir erzählen? …Na gut…“, wollte das Streifenhörnchen gerade weiterreden, als die Galapagos-Schildkröte es jedoch unterbrach: „Ich kann es ja gar nicht glauben, dass Sie mich nicht kennen! Ich bin Gerhard Schmitt! Weltbekannter Journalist und…“ – da unterbrach ihn das kleine Nagetier wieder: „Na, da sind Sie vielleicht gerade in der falschen Welt. Also ich habe noch nie etwas von Ihnen gehört, und ich bin schon viel herumgekommen. Und dann ist er auch noch Journalist. Na, das ist doch wirklich ungeheuerlich. Wer möchte denn heutzutage noch sowas wie Journalismus lesen? Ich weiß nicht, ob Sie es schon gehört haben, aber der Journalismus ist tot!“ Solch eine Ungeheuerlichkeit! Das ließ sich der intergalaktisch beste Journalist Gerhard Schmitt nicht bieten: „Sie…Sie sind doch wirklich das Allerletzte. Der Journalismus ist genau das Gegenteil von tot! Ihre Märchengeschichten, die sind doch einfach nur grausam! Deshalb heißt es doch auch Brüder Grimm, bleibt bei Eurem Wörterbuch!“ Beide schauten sich gegenseitig wutentbrannt an. „Nun seien Sie mal nicht so. Ich, Cornelius von Nussingen, bin natürlich auch Vereiniger von Kulturen und bin nur auf die Wahrheit aus. Ich war Ihnen doch bisher ein wahrer Freund. Im Prinzip ein Engel, ein Heilsbringer. Oh ja, Heilsbringer, das muss ich in meine ‚Enzyklopädie der Wörter, die würdig sind, den großen Cornelius von Nussingen zu beschreiben‘ aufnehmen.“ „Jetzt ist auch mal gut mit Ihrer Lobpreisung, vielleicht können Sie mir ja wirklich helfen“, entgegnete Gerhard. „Natürlich kann ich Ihnen helfen, ich bin doch eigentlich auch Journalistenfreund“, sagte Cornelius und schrieb es gleich unter Retter in jeglicher Not in sein Buch. „Na sagen Sie schon, wobei ich Ihnen behilflich sein kann.“
„Also Sie als Abenteurer kennen sich doch bestimmt aus“, begann Gerhard, „und von intergalaktischen Konflikten weichen Sie ja schon gar nicht zurück. Vielleicht wissen Sie dann auch, wo in dieser Region Gefangene festgehalten werden, oder wo sich ein Lager des Meritärs befindet.“ Cornelius antwortete aufgeregt: „Natürlich weiß ich das. Mit Ihrer Frage machen Sie mich aber ganz wuschig. In Ordnung – ich sage es Ihnen, wenn ich Sie begleiten kann. Das ist nämlich ganz großer Stoff für mein neustes Abenteuer.“ Bevor Gerhard antworten konnte, hörten die beiden einen ungeheuren Lärm aus den Tiefen des Waldes kommen.

Das ist ja wohl eine prekäre Angelegenheit. Werden Gerhard und Cornelius sich noch vertragen? Und was hat diesen Lärm verursacht? Das erfahrt ihr im nächsten Teil der unendlichen Geschichte von Elli.

Schnapp‘ sie dir alle!

Schnapp‘ sie dir alle!

Pokémon. Wildtierfangen, nur legal und spaßig. Seit 1996 erzeugt das meistverdienende Franchise der Welt Spiele, Filme, Merchandise und neue Monster im Akkord. Daneben gibt es das Sammelkartenspiel, welches, vielleicht wie noch nie zuvor, über die Ufer schlägt. Von 1st Edition PSA 10 Glurak träumt jede*r Sammler*in. Was das überhaupt bedeutet und wie es dazu gekommen ist, warum nicht alle Fans begeistert sind und ob vielleicht das große Geld im eigenen Keller liegt, könnt ihr hier lesen.

Was ist passiert?

Es ist 2020, Corona kommt, und niemand freut sich. Im Frühjahr des letzten Jahres trifft die Corona-Pandemie auch viele wirtschaftlich starke Unternehmen. Fabriken müssen zwischenzeitlich geschlossen werden und Lieferengpässe entstehen. So auch bei der Pokémon Company. Im Herbst 2019 war jedoch die achte Generation der Hauptspielserie mit den Titeln Pokémon Schwert und Schild erschienen und so liefen im Folgenden auch die ersten Sammelkartenspiel-Reihen an. Diese konnten nun nur in sehr geringen Auflagen gedruckt werden und nach dem alten John-Locke-Prinzip regelte der Markt einiges. Boxen mit Sammelkartenpackungen waren sofort ausverkauft und wurden für deutlich höhere Preise angeboten.

Auch Sammler*innen waren von der Lockdown-Langeweile betroffen und nahmen sich so ihre alten Hobbies vor, um ihre Kollektionen mit seltenen Karten zu füllen. Aber auch bei einer Person, die bisher noch keine Beziehung zu den Sammelkarten hatte, brach das große Fieber aus: Logan Paul. Der US-amerikanische YouTuber und Streamer, der bei vielen durch verschiedene Skandale vermutlich nicht positiv in Erinnerung geblieben ist, entdeckte das Potential hinter den bedruckten Pappen. Durch seine enormen finanziellen Möglichkeiten kaufte er so gut wie jede Karte, von denen Sammler*innen nicht nur nachts träumen. Dabei lag sein Fokus insbesondere auf 1st-Edition-, Shadowless- und Base-Set-Karten. Um zu verstehen, warum diese so wichtig und wertvoll sind, sollten wir erst einmal betrachten, was es überhaupt für Pokémon-Karten gibt.

Bezeichnungen und Fachsimpelei

Seit dem Jahr 1996 erscheinen immer wieder neue Serien des Pokémon TCG (Trading Card Game), orientiert an der aktuellen Generation. Nun sind aber nicht alle Serien und alle Arten von Karten gleich beliebt. Viele frühe Fans wachsen mit der ersten Generation an Monstern rund um Pikachu, Evoli und Pummeluff auf. Diese sind auch Teil einer ersten Serie an Karten. Dieses Set erschien hintereinander in drei Versionen und ist aus Sicht von Sammler*innen und des finanziellen Interesses von großem Wert. Die erste ist die Original 1st Edition Version, die am linken Rand mit einem entsprechenden Symbol markiert ist, das andere Karten nicht aufweisen. Die zweite Version ist als Shadowless bekannt, da sie am rechten Rand keinen Schatten besitzt, der in späteren Versionen zu sehen ist. Diesen Schatten besitzt das klassische Base Set. Alle drei Versionen haben die gleichen Abbildungen sowie die gleichen Holo-Karten. Dies sind seltene Karten, die in der Schule gerne als glänzend bezeichnet wurden. Neben diesem gibt es auch noch andere beliebte Sets, die aber oft eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie enthalten Glurak. Der beliebte Feuerdrache, der schon in verschiedensten Versionen erschienen ist, stellt immer wieder einen Grund für die Besonderheit eines Sets dar.
Neben der Einteilung in Sets können alle Karten nach ihrem Zustand bewertet werden. Dafür zuständig ist meist das Unternehmen PSA (Professionell Sports Authenticator).
Dieses bewertet, ob die Karten geknickt sind, kaputte Stellen aufweisen, zentral ausgestanzt sind sowie weitere Kriterien. Ist eine Karte makellos, erhält sie eine 10, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen ist, eine 1.
Zusammenfassend bedeutet das also, dass ein PSA 10 1st Edition Holo Glurak einen sehr hohen Wert besitzt, da es in einwandfreiem Zustand ist und aus einem sehr beliebten und seltenen Set stammt.

Wie viel ist deine Karte wert?

Genau solch eine Karte versuchte auch Logan Paul am 10. Oktober 2020 zu ziehen. Er ersteigerte eine 1st Edition Box und verkaufte jedes der 36 Packs für 11.000 Euro. Er selbst behielt also keine der Karten. Stattdessen kauften viele YouTuber und Streamer die Packungen und sammelten so Spenden für ein gemeinnütziges Projekt zu mentaler Gesundheit. In einem Event öffnete er die Box schließlich und zog alles, was man sich nur wünschen kann.

Angetrieben von der medialen Aufmerksamkeit, die das Event brachte, bemerkten auch andere schnell, welch eine Begeisterung und welche finanziellen Möglichkeiten dahinterstehen. So stiegen auch Persönlichkeiten der deutschen Streamer-Szene wie Trymacs oder Montana Black ein und öffneten täglich live Boxen. Eine enorme Preissteigerung besonders für die zuvor beschriebenen ersten Serien, aber auch für die durch Corona nur in geringer Anzahl produzierten neuen Sets war die Folge. Extrem seltene Karten, wie das Illustrator Pikachu, das nur an wenige Teilnehmende eines Zeichenwettbewerbs im Jahr 1997 vergeben wurde, oder das bereits benannte 1st Edition Glurak wurden für immer höhere Preise von gerne einmal 300.000 Dollar verkauft. Auch Logan Paul veranstaltete ein weiteres Event und ersteigerte diesmal Boxen im Wert von einer Million Dollar, dessen enthaltene Packungen für rund 35.000 Dollar verkauft wurden. Die Preisentwicklung hatte sich so erheblich gesteigert.

Das ist aber nicht unbedingt das, was die Fans erfreut. Bei Neueinsteiger*innen, die den Trend verfolgen, steht meistens nicht die Begeisterung für das Artwork oder das Monster selbst im Fokus. Im Gegenteil: Meist werden die Karten nur an ihrem aktuellen Wert gemessen. Das ist auch kein Wunder, wenn bei den genannten Events ein Pack im Wert eines Kleinwagens gekauft wird. Natürlich möchte man dann auch nicht mit vollkommen leeren Händen dastehen.
Mittlerweile legt sich die Aufregung allmählich wieder. Die Preise für Karten sinken, Produktions- und Lieferengpässe sind überwunden und die Stream-Events nehmen ab. Darüber sollten besonders weniger finanzstarke Fans jedoch nicht allzu traurig sein – sie können ihrer Leidenschaft nun wieder in vollen Zügen nachkommen.

Liegt das Geld im Keller?

Zum Schluss vielleicht noch die Frage, die sich viele in der Zwischenzeit gestellt haben: Kann ich mit meinen Karten aus Schulzeiten jetzt das große Geld machen? Auch ich habe auf dem Schulhof früher mit meinen Freund*innen Karten getauscht, mit ihnen gekämpft und darüber gefachsimpelt. Nun bin ich aber kein Kind der ersten Generation. Zu meiner Zeit war gerade die vierte Generation mit den Editionen Diamant und Perl gestartet und verbreitete große Begeisterung.
Dementsprechend besitze ich auch heute noch viele Karten aus dieser Zeit. Besonderen Wert besitzen diese allerdings nicht. Das liegt zum einen daran, dass auf dem Schulhof nicht unbedingt die seltensten Karten im Umlauf waren, und zum anderen daran, dass der Umgang als Kind sowie die Lagerung bis heute nicht unbedingt die idealsten Bedingungen für die Karten darstellen. Knicke und zerkratzte Bilder sind somit keine Seltenheit und würden sich dementsprechend nicht unbedingt positiv auf die vorhin beleuchtete PSA-Bewertung auswirken. Wer allerdings schon früher seine Karten in kleinen Folien oder in einem Album verstaut hat, könnte durchaus nach Schätzen Ausschau halten. Preise können unter anderem hier überprüft werden. Für alle anderen und mich bleibt zumindest das Durchblättern und in Nostalgie schwelgen.

Beitragsbild von Thimo Pedersen auf unsplash.com
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Created by the poor, stolen by the rich

Created by the poor, stolen by the rich

Created by the poor, stolen by the rich. Das ist ein Satz, den man in den letzten Wochen oft lesen und hören konnte. Ein Grabstein mit der Aufschrift „Football 1869-2021“, daneben zwei zerschlitzte Fußbälle als Symbolbild für das potenzielle Ende des „Beautiful Game“. Die Super League soll der Mörder sein, Geld und Gier das Motiv. Doch dann die Wiederauferstehung. Der Austritt von immer mehr Vereinen, angetrieben durch die Stimme des Volkes, durch die Stimme der Fans. Die Welt des Fußballs bleibt aber voller Misstrauen und Korruption, getrieben von wenigen Einflussreichen, auf der Suche nach Macht. Aber das ist nicht erst seit den letzten Wochen so. Der Konkurrenzkampf neben dem Platz hat schon fast Tradition.

Die Fakten

Was ist eigentlich passiert? Am 18. April 2021 verkündigten zwölf der wohl einflussreichsten Fußballvereine der Welt die Gründung der „Super League“. Darunter die „Big Six“ aus England (FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspurs), die erfolgreichsten Vereine aus Italien (AC Mailand, Inter Mailand, Juventus Turin) und Spanien (FC Barcelona, Atletico Madrid, Real Madrid). Dazu wurden noch drei weitere dauerhafte, sowie drei saisonale Mitglieder gesucht. Deutsche Vereine wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund und andere prominente Kandidaten wie Paris St. Germain lehnten den Beitritt ab. Diese Liga mit dem Motto „Die besten Klubs. Die besten Spieler. Jede Woche.“ soll die Créme de la Créme des Weltfußballs kombinieren. So wurde es versprochen. Schnell wurde jedoch Gegenwind in die Segel dieser Pläne der „European Super League Company“ geblasen. Zwei Parteien pusteten dabei die Backen besonders auf: die UEFA und die Fans. Die UEFA, der europäische Fußballverband, hat besonders etwas gegen dieses Vorhaben, da sie den bisher etablierten Wettbewerb veranstalten. Das ist die Champions League, die durchaus auch unter dem Motto der Super League laufen konnte. Die UEFA drohte allen Vereinen mit dem Ausschluss aus der Champions League, die aktuelle Saison inbegriffen und in Absprache mit den Verbänden der einzelnen Länder, auch den Ausschluss aus den nationalen Ligen. Auch wurde damit gedroht, Spieler der beteiligten Vereine aus den Nationalmannschaften zu streichen.
Die Fans auf der anderen Seite fühlten sich einfach nur betrogen. Und ließen das auch die Vereine merken. Besonders bei englischen, von Arbeitern gegründeten Vereinen wie Liverpool und Manchester United waren Proteste und die Kündigung der Mitgliedschaften die Folge. Fanbanner wurden aus Stadien entfernt und auf Social Media die Missgunst mitgeteilt. Auch von Fans anderer Teams, da diese sich alleingelassen fühlten, nur weil sie nicht so umsatzstark sind. Die Aufruhe sollte auch nicht ungehört bleiben.

Bereits am 21. April 2021 hatte der Spuk zunächst wieder einmal ein Ende. Immer mehr Vereine traten bereits 48 Stunden nach der Gründung aus. Sie gaben zu, einen Fehler gemacht zu haben und entschuldigten sich bei ihren Fans. Nur wenige hielten länger an den Plänen fest.

The rich man’s world

Die Pläne für eine Super League sind keinesfalls neu. Ende der Achtzigerjahre werden die Stimmen um eine Super League zum ersten Mal laut. Der bis dahin führende Wettbewerb Europapokal der Landesmeister wurde dabei als zu wenig lukrativ eingestuft. Die UEFA lehnte bereits an diesem Punkt die Gründung einer Super League ab. Als Versöhnung wurde jedoch die Champions League gegründet, die im Gegensatz zum vorherigen Wettbewerb aufgrund einer Gruppenphase eine deutlich größere Anzahl an Spielen und damit Übertragungsrechte und Werbefläche bereitstellt. Auch zu diesem Punkt war also Profit der Hauptantreiber hinter einem solchen Wettbewerb. Dieser Faktor spielt auch bei den jetzigen Geschehnissen eine große Rolle. Das Modell der Super League von 2021 sollte im Vergleich zur Champions League noch mehr Spiele bieten. Ein Liga Modus von 2 Gruppen je 10 Teams mit Hin- und Rückrunde plus K.O. Phase war geplant.

Geld war auch der Anreiz, der den teilnehmenden Vereinen geboten wurde. 3,5 Milliarden Euro stellte die US-Bank JP Morgan zur Verfügung. Dieses sollte auf die teilnehmenden Vereine aufgeteilt werden. Manche von ihnen sind auf gewisse Art durchaus auf dieses Geld angewiesen. Schätzungen zufolge mussten die 12 Vereine zusammengerechnet in der Saison 2019/2020 Verluste von 1,4 Milliarden Euro verbuchen. Das natürlich auch durch die Corona-Pandemie. Damit belaufen sich die Schulden der Clubs zusammen auf 8,5 Milliarden Euro. Es gibt also schon finanziellen Handlungsbedarf für die Agierenden. Wichtig ist es hierbei nicht nur auf die Vereine selbst zu schauen, sondern auch auf die Finanzierenden und Besitzer*innen, die dahinterstehen. Vier der zwölf Clubs haben Mehrheitseigner aus den USA. Und genau dort sollte die Super League endlich „Soccer“ zum verdienten Einfluss auf dem amerikanischen Sportmarkt führen. Eine der treibenden Kräfte zur Gründung der Super League, Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid, sah den Niedergang des Fußballs in Europa als Faktor für die Vorstellung der Liga. Besonders in den jungen Altersgruppen gibt es in der Tat einen Rückgang des Interesses am Spiel „das Runde muss ins Eckige“. Durch die Super League sollten diese wieder mehr angelockt werden. Das ging wohl nach hinten los.

Das Ende?

Was folgt nun daraus? Was haben diese Ereignisse für Konsequenzen? Alle Vereine, die sich verpflichtet hatten an der Super League teilzunehmen, müssen vermutlich eine vertraglich festgelegte Ausstiegsklausel über 150 Millionen Euro bezahlen. Verschiedene Sportvorstände oder Trainer mussten bereits in ihrer Stellung das Zeitliche segnen und werden in Zukunft so schnell die Gunst der Anhänger*innen nicht wiedererlangen können, sollten sie sich nicht direkt nach der Ankündigung auf die Seite der Fans geschlagen haben. Eine Revolution der Champions League wurde von der UEFA bekannt gegeben, bei der mehr Teams, mehr Spiele und mehr Geld im Fokus stehen. Es wird also vermutlich keine Trendwende folgen, obwohl Fans sich weiterhin betrogen fühlen, protestieren und das Ende der Karriere aller Beteiligten der Super League Planung fordern. Aber auch diese Stimmen werden nach einiger Zeit verstummen und der Geruch von Geld die Gierigen antreiben, einen neuen Anlauf auf die Welt des Fußballs zu starten.

Beitragsbild von Sandro Schuh auf unsplash.com