StuPa-Ticker 9. ordentliche Sitzung

StuPa-Ticker 9. ordentliche Sitzung

Hier könnt ihr ab 20 Uhr c.t. die neunte ordentliche Sitzung des Studierendenparlaments mitverfolgen. Euch erwartet eine hochspannende Sitzung.

Das ist die vorläufige Tagesordnung:

TOP 1 Begrüßung

TOP 2 Formalia

TOP 3 Berichte

TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft

TOP 5 Wahl stellvertretende*r Präsident*in des Studierendenparlaments

TOP 6 Wahl Datenschutzbeauftragte*r der Studierendenschaft

TOP 7 Fachschaftsrahmenordnung/FSRO (2. Lesung)

TOP 8 Antrag: „Verfahren studentischer Prorektor“

TOP 9 Antrag: „Kein Aufschlag für Barzahlung“

TOP 10 Sonstiges 

Heute tickern für euch Allan, Finja, Ida, Hannah und Lina.

Langsam füllt sich der Hörsaal. Bald geht es los.

TOP 1 Begrüßung

Robert begrüßt uns um 20:18 Uhr und eröffnet die Sitzung. Wir sind mit 16 Anwesenden ohne Stimmübertragungen beschlussfähig. 

Das Protokoll der letzten Sitzung wird mit zwei Enthaltungen angenommen. 

TOP 2 Formalia

 TOP 7 soll verschoben werden, da eine 2/3 Mehrheit von 18 Personen zur Annahme notwendig ist und nur 16 da sind. Emil möchte trotzdem darüber sprechen, weil Personen aus den Fachschaften dafür anwesend seien.

Top 7 wird umbenannt. Es wird nur darüber gesprochen, aber nichts beschlossen werden. Die Änderung wurde einstimmig angenommen. 

Keine weiteren Änderungen werden vorgeschlagen und das geänderte Protokoll/Tagesordnung wird angenommen. 

TOP 3 Berichte 

Maybritt berichtet, dass sie bei Gemeinsam für Greifswald eine Förderung über 3600 Euro für den feministischen und antifaschistischen  Aktionsmonat sichern konnte. 

TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft

 Eine Germanistikstudentin äußert , dass eine Fachschaftsveranstaltung vom FSR Deutsche Philologie in einer Verbindung stattfinden soll, was sie besorgt.

Maybritt erklärt, der AStA wisse davon nichts.

Robert bittet den AStA sich damit zu beschäftigen. StuPa-Beschlüsse würden das „eindeutig“ verbieten.

Er bittet darum, auf der nächsten StuPa-Sitzung ein Update zu erhalten.

Luis fragt nach, ob es sich dabei um eine offizielle Veranstaltung handle und ob eine offizielle Einladung stattgefunden hat. 

Es seien private Veranstaltungen zu der sie privat geladen sei, jedoch bei einer offiziellen Veranstaltung bei der sie als Studierende eingeladen wurde. Der AstA soll dort nachfragen. 

Luis meint, das sei dann „Privatsache“ und keine Angelegenheit des AStAs.

Marie macht den Punkt, dass man als FSR-Mitglied nicht aus Position eines FSR-Mitglieds einladen könne und sich an gewisse Dinge halten muss. 

Luis entgegegnet dem, andere würden oft erklären, „es sei nur ein Ehrenamt“, wenn „Rechtsbruch“ begangen werde. Er hält es nicht für sinnvoll, dass der AStA sich damit beschäftige, sondern hält die Angelegenheit für privat.

Jemand wirft ein „STUDIERENDE“

Luis hält das für einen „fatalen Fehler“. 

Es wird kurz klargestellt, dass es sich um den FSR der deutschen Philologie handelt, da die Germanistik nicht explizit einen eigenen FSR hat.

Es gibt keine weiteren Anregungen und Fragen aus der Studierendenschaft.

TOP 5 Wahl stellvertretende*r Präsident*in des Studierendenparlaments

Robert erzählt, dass Angelina Gauer die Uni verlassen  ihren Abschluss gemacht hat und es deshalb eine Neubesetzung eines StuPa-Präsidiums-Postens gibt.

Robert schlägt Luise für die Position vor.

Sie ist im zweiten Jahr stellvertretender Vorsitz der FSK und auch stellvertretender Vorsitz der AG SHA.

Luise freut sich, ebenfalls hier mitwirken zu können.

Chris fragt, ob sie sich in anderen Verbindungen, Organisationen etc. engagiert. Dies verneint sie. 

Irma hält eine Fürrede für Luise und lobt ihr Engagement während der Erstiwoche.

Es kommt zur geheimen Abstimmung. Die Moritz.Wahlfeen gehen herum.

TOP 6 Wahl Datenschutzbeauftragte*r der Studierendenschaft

Es gibt keine freiwilligen BewerberInnen.

Robert hätte den Punkt gerne von der Tagesordnung und bewirbt die Stelle. Es gebe zwar keine Vegütung, aber man würde in einem zackigen Tempo eingearbeitet werden. Es sei sehr spannend. Amüsiertes Lachen in den Reihen.

Edona stellt zwei Fragen: wie viel Zeit nehme das in Anspruch und gibt es einen Zugang zum Büro?

Gibt es nicht.

Edona bewirbt sich mit einem Seufzen. 

Keine Fragen an Edona. Robert schägt eine offene Wahl vor. 

Es gibt eine offene Wahl. Sie wird mit vier Enthaltungen gewählt und nimmt das Amt an.

Erleichtertes Klopfen!

Luise wird mit 16 Ja-Stimmen zum Mitglied des StuPa-Präsidiums gewählt. 

Die Sitzung wird für fünf Minuten unterbrochen, damit sie direkt eingearbeitet werden kann.

Robert läutet die Glocke und es geht weiter…

TOP 7 Fachschaftsrahmenordnung

Robert merkt an, dass man online zwei Stellungnahmen finden konnte. 

Der Hubi e.V. ist da und kommt nach vorne. 

Lisa beginnt mit ihrer Stellungnahme.

Sie studiere seit einem Jahr Humanbiologie und sei seitdem im Verein aktiv, dazu ist sie mit dem Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Sie positioniert sich gegen die Gründung eines eigenen FSR Humanbiologie. 

Nun erklärt sie den Hergang, wie sie dazu kommt. 

Es habe eine zeitlang aufgrund von Änderungen die Befürchtung gegeben, dass Humanbiologie Teil der UMG werde. Nun sei aber klar, dass der Masterstudiengang Teil der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät bleibe.

Die Zusammenarbeit zwischen Hubi e.V. und FSR sei in der Vergangenheit nicht immer optimal gewesen, weshalb sich auch Studierende einen eigenen FSR gewünscht hätten.

Aber das habe vor allem an der nicht funktionierenden Kommunikation gelgen, an der mittlerweile gearbeitet würde.

Sie möchten sich nun gemeinsam von ihrem Anliegen distanzieren.  

Sie möchten weiterhin mit dem FSR Biowissenschaften kooperieren. 

„Eine Neugründung ist keine nachhaltige Lösung für uns.“ 

Emilia ist die Präsidentin des Hubi e.V. und studiere selbst Humanbiologie.

Sie knüpft bei Lisas Worten an und sagt, die Erstiwoche sei wunderschön gewesen, vor allem weil sie sich gegenseitig unterstützt und geholfen hätten.

Sie seien ein bisschen schockiert gewesen, als sie am Wochenende gehört haben, dass das Thema weiterhin durch die AG SHA verfolgt werde.

Daher sei die Vorbereitung für diese Stellungnahmen leider sehr kurzfristig gewesen.

Die Argumente aus der AG SHA möchte sie weiter beleuchten und die praktische Umsetzung beschreiben. In der AG SHA gab es Bedenken bezüglich erhöhter Kosten für die Studierende durch den Hubi e.V.

Der Verein habe einen kleinen Mitgliedsbeitrag.

Die Veranstaltungen des Hubi e.V. seien ein Zusatzangebot, für die man einen geringen Eintrittspreis zahlt, was bei anderen FSR mit ähnlichen Veranstaltungen aber nicht anders sei. 

Sie hätten sich gewünscht, dass Sie zur letzten StuPa-Sitzung geladen worden wären, holen dies jedoch nun nach. 

Gerne möchte der Hubi e.V. an der Kooperation mit dem FSR Biowissenschaften festhalten.

Ihr sei nicht bekannt, dass sich Studierende überhaupt für einen neuen FSR aufstellen lassen würden, was einen eigenen FSR sinnfrei mache.

Daniel ist Mitglied des FSR für Biowissenschaften.

Er will an die Worte des Hubi e.V. anknüpfen und die eigene Situation erklären. Seit sie von dem Vorhaben mit dem eigenen FSR erfahren hätten, hätten sie sich direkt mit dem Hubi e.V. zusammengesetzt und die bestehenden Probleme ausgearbeitet.

Er legt die enge Zusammenarbeit des FSR Biowissenschaften mit dem Humanbiologie e.V. dar. So sei bei den Fachschaftsratsitzungen immer ein Vertreter des Vereins mit festen Redezeiten anwesend.

Es gebe auf beiden Seiten Ansprechpartner*innen, die für die Vernetzung zwischen dem FSR und dem Verein verantwortlich seien. Die Situation sei in den letzten Monaten deutlich besser geworden.

Sie stehen gemeinschaftlich als Fachschaft zusammen und wollen eine Aufspaltung verhindern. 

Daniel lobt die Arbeitsteilung zwischen den Instanzen.

Zwei getrennte FSR würden den jetzt gegebenen Informationsfluss behindern.

Es sei im Sommer unter den Studierenden eine Umfrage durchgeführt worden, bei der 62 Prozent der Bachelor-Studierenden dagegen waren. Bei den Master-Studierenden waren es 75 Prozent und bei den weiteren Studiengängen sogar 90%. 

Mittlerweile würde die Ablehnung dem Vorschlag gegenüber vermutlich noch eindeutiger ausfallen, da nun der Hubi e.V. selbst nicht mehr hinter dieser Idee stehe, was zum Zeitpunkt der Umfrage noch der Fall gewesen sei.

Daher sei eine Trennung auch „demokratisch“ nicht vertretbar.

Nadine beleuchtet als Vorsitzende noch einen anderen Punkt: es sei ein enormer organisatorischer Aufwand, den neuen FSR zu gründen.

Von sieben verschiedenen Fächern hätten sie im jetzigen FSR mittlerweile Mitglieder oder Kooptierte, beim achten würden sie das noch versuchen; aber auch das zu erreichen sei schon schwierig gewesen.

Die Biologie-Studierenden haben viele Überschneidungen mit den Humanbiologie-Studierenden. Daher müssten Probleme, die in diesen Veranstaltungen auftreten, sowieso gemeinsam besprochen werden. 

Das heißt die FSR müssten miteinander und teilweise zusätzlich noch mit dem Hubi e.V. kooperiren, was sicherlich kompliziert würde.

Ihre verschiedenen Studiengänge seien sehr „verworren“ und eine Aufteilung würde potenziell dazu führen, dass die gleichen Personen in verschiedenen Gremien mehr Arbeit hätten.

Auch die Dozierendenschaft sei derzeit gegen eine Trennung.

Momentan seien daher alle Beteiligten dagegen. In mehreren Jahren im FSR habe sie noch nie so schnell so viel Einigkeit erlebt.

Robert schlägt vor, die Perspektive des AG SHA nochmal zu erläutern und anschließend den Raum für Diskussionen zu öffnen.

Die AG SHA käme trotz der gehörten Argumente zu dem Schluss, es sei sinnvoll einen FSR Humanbiologie zu gründen.

Robert ist überrascht über die Überraschung des Hubi e.V.

Es wird geklärt wie es zu der Verwirrung kam und wie genau der Ablauf von statten ging. 

Es gebe nächste Woche eine AG SHA Sitzung, bei der mögliche Änderungsantrage besprochen werden können.

Robert hat eine Anmerkung als Stupist:

Er persönlich habe das Gebilde mit der Verein schon immer etwas schwierig gefunden. Er finde es umso schöner das die Beteiligten geschlossen auftreten. 

Robert hoffe, die Einigkeit zwischen dem FSR und dem Verein bleibe auch in Zukunft bestehen. 

Chris schließt sich Robert an und fragt aus Interesse, wie im Hubi e.V. darüber gesprochen wurde. Ob also alle Mitglieder oder der Vorstand da Stellung nimmt oder befragt wurden. Die Mitglieder sind nicht in einer Leistungspflicht und nur freiwillig tätig. Abgesehen von der jährlichen Vollversammlung, in der der Vorstand neu gewählt wird, sind die Mitglieder nicht fest eingebracht. 

Im Eventteam des e.V. befänden sich viele Mitglieder, unter denen die Situation diskutiert wurde.

Inti fragt, inwiefern ein Fach nicht mittlerweile Teil der UMG sei. Darüber sei im Senat gesprochen worden.

Jemand erklärt, bei der Änderung sei beschlossen worden, dass die Organisation sich trotz der Fakultätsänderung nicht ändere. Darum solle trotzdem weiterhin der FSR für beides zuständig sein. Die Fakultätsänderung sei nur formell.

Wir sind über weitere Details etwas ausgestiegen.

Der Verein sei in jedem Fall ein fakultatives Element des Studiums. Sie würden immer alle Humanbiologie-Studierenden zu ihren Veranstaltungen einladen und nicht nur ihre Mitglieder.

Ihre Veranstaltungen seien spezifischer als die des FSRs. Dafür seien aber die erwähnten geringen Kosten von Teilnehmenden zu erbringen.

Robert wird nach der nächsten AG SHA Sitzung berichten und lädt die Mitglieder des Hubi e.V. und des FSR auch ein, dabei zu sein.

TOP 8 Antrag: „Verfahren studentischer Prorektor“

Lukas tritt nach vorne, um seinen Antrag vorzustellen.

Es handele sich weniger um einen inhaltlichen und mehr um einen formalen Punkt.

Jedes Jahr wird durchs StuPa neu festgelegt wie das Verfahren zur Wahl des studentischen Prorektorats ablaufen soll.

Bisher befinde sich das Amt des studentischen Prorektorats nicht in der Satzung der Studierendenschaft, dies soll aber demnächst geändert werden. 

Es würde eine Vorstellung im StuPa geben, die Wahl im StuPa sei aber lediglich ein Vorschlag an den Senat, welcher dann in letzter Instanz entscheide.

Er hält sich an den Prozess von den letzten Jahren. Er teilt mit, er werde nicht erneut für das Amt kandidieren und lädt freundlich zu zahlreichen Bewerbungen ein.

Er finde es sinnvoll, dass eine neue Person die Möglichkeit zum Engagement und Einbringen neuer eigener Ideen erhalte. Daher müsse ein*e neue*r motivierte*r Bewerber*in gefunden werden.

Lukas lädt auf einen Kaffee ein, bei dem er gerne Fragen über das Amt beantwortet.

Chris merkt an, dass man sich im Prozess auf eine Person festlegen solle, da dies der Senat letzten Endes auch tue.

Lukas hält diesen Punkt für „fair“. Er erklärt zudem, die Rektorin habe immer ein Veto-Recht, sodass bei nur einer Person das Risiko bestehe, dass wenn sie ein Veto erhalte, eine neue das gesamte Verfahren noch einmal durchlaufen müsse, was Zeit kosten würde.

Paul spricht sich dafür aus, als StuPa mehrere Personen vorzuschlagen.

Lukas merkt an, dass der Vorschlag durch zwei Personen aus dem Senat oder der Rektorin erfolgen kann. 

Paul hält es für sinnvoll mehrere Kandidierende als StuPa vorzuschlagen, über die dann der Senat diskutieren könne.

Moritz widerspricht. Er hält es für sinnvoll, wenn das StuPa geschlossen eine Person unterstütze, um als Studierendenschaft mit einer Stimme zu sprechen, und nicht mehr Entscheidungsmacht als notwendig dem Senat zu übergeben.

Die Entscheidung obliege ohnehin dem Senat und der Rektor*in. Die Verantwortung für eine*n gute Kandidat*in solle jedoch beim höchsten studentischen Organ liegen.

Generell hält Lukas es für sinnvoll, die restlichen Senator*innen, die nicht regelmäßig im StuPa dabei sind, zu der Sitzung einzuladen, bei der sich die Kandidat*innen vorstellen.

Robert wird die studentischen Senator*innen einladen.

Es gibt keine weiteren Wortmeldungen zur Generaldebatte. Wir kommen zur Änderungsdebatte.

Es gibt einen Änderungsantrag, sich auf eine*n Kandidat*in zu beschränken.

Henry fragt, ob eine Ranked-Choice-Voting (https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4ferenzwahl) der Studierendenschaft satzungskonform sei. Das bedeute, dass man beim Wählen ein Ranking erstelle, welche Person man haben wolle, wenn die erste Präferenz nicht gewählt werde. Das wird zum Änderungsantrag.

Es wird offen über den Änderungsantrag abgestimmt. Mit einigen Enthaltungen und zwei Gegenstimmen wird der Änderungsantrag angenommen. 

Henry erklärt nochmal das Ranked-Choice-Verfahren. Es verhindere die Situation der taktischen Wahlentscheidungen. 

Lukas schlägt bei Uneinigkeit im StuPa vor, das Thema noch einmal in die AG SHA zu verschieben. Man habe hierfür genug Zeit. Er würde dann aber vorschlagen, zumindest den Wahltermin heute schon festzulegen.

Henry meint, das sei nicht notwendig, da das Wahlsystem nicht Teil des jetzigen Beschlusses sei.

Henry kümmert sich um einen Änderungsantrag. So werden am 25.11.2025 die Bewerber*innen im StuPa vorgestellt und gewählt. Über das Wahlverfahren wird am 28.10.2025 abgestimmt.

Robert sagt, es sei ihm „ein inneres Blumen Pflücken“ gewesen 🙂

TOP 9 Antrag: „Kein Aufschlag für Barzahlung“

Es gibt von Henry einen Geschäftsordungsantrag zur Beendigung des Tagesordnungspunktes ohne Endabstimmung.

Luis bringt hervor, dass der TOP schon einige Mal auf der Tagesordnung gestanden habe. Er komme aus der Vollversammlung, auch wenn diese nicht beschlussfähig gewesen sei. Man möge ihn jetzt endlich diskutieren und beschließen. Diss würde die Studierenden finanziell entlasten, ohne dem Studierendenwerk zu tief in die Tasche zu greifen. Die anderen StuPist*innen mögen ihr „Lagerdenken“überwinden und sich „nicht vor der Debatte scheuen“. 

Der Geschäftsordnungsantrag wird angenommen; es wird zum TOP 10 ohne Beschluss übergegangen. 

TOP 10 Sonstiges 

nichts

Die Sitzung wird um 21:38 Uhr geschlossen.

Beitragsbild: Allan Kant

Ersti-Woche 2025/26: Willkommen in Greifswald

Ersti-Woche 2025/26: Willkommen in Greifswald

Vom 06. bis zum 11. Oktober 2025 wird die Ersti-Woche fürs Wintersemester 2025/26 stattfinden. Das ist die Gelegenheit für alle Erstis, Kommoliton*innen kennenzulernen, die Stadt zu erkunden und zum ersten mal studentisch zu feiern. Auch viele fortgeschrittene Studierende freuen sich immer wieder auf die Partys der Ersti-Woche.

Die wichtigsten Infos im Überblick

Wie jedes Semester läutet der AStA die Woche mit der Erstibegrüßung am Beitzplatz ein, die erste Möglichkeit um eure neuen Kommiliton*innen kennenzulernen. Auch die Erstibeutel werden dort verteilt.
Neben Einführungsveranstaltungen und von verschiedenen Fachschaften organisierten Programmen, um die Stadt kennenzulernen, gibt es wie jedes die Nacht der offenen Clubs, den Markt der Möglichkeiten und vieles mehr. 

  • Erstibegrüßung: 06.10. ab 14:20 Uhr – Campus Beitzplatz
  • Nacht der offenen Clubs: 06.10. ab 22 Uhr
  • Markt der Möglichkeiten: 07.10. 15-18 Uhr – Mensa Campus Beitzplatz
  • Get together vom AStA: 09.10. 18-22 Uhr – Ernst-Lohmeyer-Platz 1 (Campus Loefflerstraße)
  • Das vollständige Programm des AStAs findet ihr hier.

Wir als Moritz.Medien werden ebenfalls in der Ersti-Woche präsent sein. Wir helfen dem AStA beim Verteilen der Erstibeutel, präsentieren uns mit einem Stand beim Markt der Möglichkeiten und bieten euch zusätzlich mit unserem Mediencafé die Möglichkeit, uns näher kennenzulernen. Jede*r Interressierte ist herzlich eingeladen: Erstis ebenso wie Studierende in höheren Semestern.

  • medien.café : 11.10. um 14 Uhr – Audimax Campus Innenstadt (Rubenowstraße 1) Hörsaal 4

Der Webmoritz. wünscht euch eine wunderschöne Erstiwoche. Teilt weitere Veranstaltungstipps und konstruktive Bewertungen der Veranstaltungen gerne in den Kommentaren!

Erstiwoche Uni Greifswald: das Wichtigste auf einen Blick


Was? Erstiwoche
Wann? 06.10. – 11.10.2025

Beitragsbild: Laura Schirmeister


Moritz.Vorpommern: eine Insel auf einem Rad: Einrad-Urlaub im Osten von Rügen

Moritz.Vorpommern: eine Insel auf einem Rad: Einrad-Urlaub im Osten von Rügen

Eine der bekanntesten und beliebtesten deutschen Urlaubsinseln ist sicherlich das vorpommersche Rügen. Im letzten Herbst habe ich in deren Osten einen Urlaub gemacht, mit meinem Einrad. Dieser Urlaub war bisher der dritte, bei dem ich mit meinem Einrad täglich von Ort zu Ort gefahren bin und so die Landschaft meines Urlaubsortes erkunden und dabei immer wieder spannende Gespräche führen konnte. Mein erster derartiger Urlaub, zu dem ich auch einen Artikel geschrieben habe, war im Sommer 2022 in Irland, mein zweiter im Herbst 2023 in Polen und Brandenburg in der Nähe der Oder und in der Uckermark. Das schöne am alleine Urlaub mit dem Einrad machen ist, dass man überall auffällt und sich so immer wieder Gespräche mit unbekannten Personen ergeben. So lernt man immer wieder Leute kennen. Diese Art und Weise des
Reisens ermöglicht zudem sehr gut, die Landschaft des Urlaubsortes intensiv zu erleben.

Am Großen Jasmunder Bodden und auf Wittow

Schöne Landschaften bietet der Osten Rügens in Massen. Gestartet habe ich meine Reise in Lietzow im Westen der Halbinsel Jasmund am Großen Jasmunder Bodden. Die leicht hügelige Küstenlandschaft im Westen Jasmunds bietet viele sehr schöne Ausblicke und neben einzelnen Abschnitten auf größeren Landstraßen gab es sehr viele kleine Sträßchen, die diesen Abschnitt sehr idyllisch gemacht haben. Ich fühlte mich teilweise an meine erste Einradreise in Irland erinnert. Im eher eintönigen Waldgebiet der Landzunge Schaabe habe ich eine längere Pause an einem dortigen Strand eingelegt, um auf einen Bus nach Breege am Rand von Wittow zu warten. Der stürmische Wind an diesem Tag hat diesem Aufenthalt eine eindrucksvolle Herbstatmosphäre verliehen. Das Busnetz auf Rügen ist, wie ich feststellen konnte, sehr dicht, sodass ich auch an den folgenden Tagen einige landschaftlich eher langweiligere Abschnitte damit zurückgelegt habe, um mehr Zeit und Kraft zu haben, mir die schönen mit dem Einrad anzusehen. Wittow ist sehr flach und zu großen Teilen von grünen Weiden und Feldern bedeckt. Die Landschaft war dadurch etwas eintöniger als auf Jasmund aber immer noch schön. Beendet habe ich die erste Tagesetappe in Wiek, einem Dorf an der Westküste Wittows, und dort in einem Hotel übernachtet.

Wittow, Kap Arkona, Jasmunds Nordküste und Königsstuhl

Nach einem Besuch im Wieker Dorfgottesdienst mit etwa fünf anderen Gottesdienstteilnehmenden und einem sehr schönen Ausblick auf den Wieker Bodden von einer Aussichtsplattform im Wieker Hafen begann meine zweite Etappe. Dabei kam ich nach einer Fahrt durchs Wittower Innland zur Ostseite der Insel, die an der offenen Ostsee liegt. Dort führte ein kleiner Küstenweg an der Steilküste entlang bis zur Nordspitze Rügens, dem Kap Arkona. Auf diesem hat man einen wunderschönen Ausblick auf die offene Ostseeküste. An dieser ist besonders die Farbe sehr beeindruckend. Durch einen idealen pH-Wert ist das Wasser extrem klar. Am Kap Arkona gibt es mehrere Leuchttürme, von denen ich einen auch besteigen habe. Von dort aus hat man einen wundervollen Ausblick auf die Ostsee und den Norden der Halbinsel Wittow. Nach einem etwas längeren Aufenthalt bin ich mit dem Bus zurück nach Glowe, im Nordwesten Jasmunds, südöstlich der Schaabe, gefahren. Von dort aus ging es dann über eine kleine, leicht hügelige Landstraße entlang der Jasmunder Nordküste nach Lohme. Die moräne Landschaft war auch hier sehr schön. Von Lohme aus bin ich dann über einen Radweg durch den Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl, der bekanntesten Rügener Kreidefelsenformation, gefahren. Diese sind über eine Aussichtsplattform begehbar, für die man leider Eintritt bezahlen muss. Der Ausblick, der sich einem dann bietet, ist aber wirklich beeindruckend. Es lohnt sich also auf jeden Fall. Vom Königsstuhl aus bin ich über ein kurzes Stück Waldweg zur Victoria Sicht, einem weiteren Kreidefelsen-Aussichtspunkt, gelaufen. Auch das dortige Panorama war lohnenswert. Im Anschluss bin ich über weitere Radwege durch den Nationalpark Jasmund nach Hagen (Gemeinde Lohme) gefahren. Südöstlich des Dorfes habe ich in einem Hotel die zweite Nacht verbracht.

Ostküste Jasmunds, weitere Kreidefelsen, Schmale Heide, Proraer Wiek, Mönchgut

Meine dritte Etappe ging zunächst weiter über Radwege durch den Jasmunder Nationalpark entlang der Küstenlinie nach Süden. Die Ostküste Jasmunds ist hier von etlichen beeindruckenden Kreidefelsen, wie dem Königsstuhl und den Victoria Fällen, geprägt, von denen ich noch einige sehen konnte. Ansonsten war der Nationalpark zwar auch schön, aber nach einer Weile doch etwas monoton. Am südlichen Ende des Nationalparks kam ich nach Sassnitz. Von dort aus ging es über offenes Gelände weiter zur Schmalen Heide, einer Nehrung zwischen dem Kleinen Jasmunder Bodden und der Prorer Wiek. Die Landschaft ist hier ebenfalls flach aber leider stark bebaut und an der Küste von Wald bedeckt und daher nicht ganz so schön. Daher bin ich von Prora mit dem Bus an den südöstlichen Rand des Ostseebads Binz gefahren. Von dort aus ging es durch ein weiteres Waldgebiet entlang der Küste ins Ostseebad Sellin. Dieses Waldgebiet war sehr hügelig, sodass die Etappe sportlich etwas herausfordernd war. Seit ich in Greifswald wohne, bin ich es weiniger gewöhnt über Hügel zu fahren. In Sellin habe ich in der Jugendherberge übernachtet. Am nächsten Tag ging es zunächst ins Ostseebad Baabe und von dort durch eine moräne Landschaft am Selliner See vorbei weiter nach Süden, auf die Halbinsel Mönchgut. Dieser Teil war sehr schön. Beim Ostseebad Göhren ging es dann zurück nach Norden. Durch mehrere Ferienhaussiedlungen naher der Küste kam ich zurück nach Sellin und fuhr von dort durch den Wald zurück nach Binz. Von dort fuhr ich mit dem Zug zurück nach Hause.

Fazit

Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub. Ich kann das östliche Rügen als Reiseziel nur empfehlen. Noch schöner wäre es gewesen, wenn ich mich bereits vor dem Urlaub über besonders schöne Routen informiert hätte. Dann hätte ich mir einige etwas langweiligeren Abschnitte sparen können. Wenn ihr auch schon einmal auf Rügen Urlaub gemacht habt, schreibt eure Erlebnisse gerne in die Kommentare!

Beitragsbilder: Allan Kant


Zur Person des Autors

Campus-Kirmes: schön oder überteuert? Ein Rückblick

Campus-Kirmes: schön oder überteuert? Ein Rückblick

Vor etwas mehr als einem Jahr organisierte der AStA die Campus-Kirmes der Studierendenschaft. Auch ein Jahr später erregt das Thema die Hochschulpolitik. Kritisiert werden vor allem die Kosten in Höhe von 20.096,98€.

Eine Kirmes für die Uni: Das Programm in Kürze

Am 12. Juli 2024 fand auf dem Gelände des Instituts für Deutsche Philologie die Campus Kirmes statt, die zuvor auch in einem Artikel vom webmoritz. angekündigt wurde. Organisiert vom AStA sollte die Kirmes einen bunten „Nachmittag und Abend mit viel Musik“ bieten.

Auf der Bühne spielten mehrere Bands: zum Auftakt die UniBigBand, aber auch drei externe Musikgruppen. Am Nachmittag gab es außerdem Kirmesstände der Fachschaftsräte. Ab 18 Uhr wurden von den Studierendenclubs Trinkspiele angeboten. Zeitgleich präsentierte Professor Eckhard Schumacher (Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literatur) ein Bühnenprogramm. Ab 19:30 Uhr spielten die drei Bands.

Für den abendlichen Programmteil mussten vor Ort Tickets erworben werden. Diese kosteten bis 18 Uhr fünf und danach acht Euro. Für den AStA beliefen sich die Kosten der Veranstaltung insgesamt auf rund 20.000 Euro, wie einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag entnommen werden kann. Über den Hintergrund der Anfrage informiert ein weiterer webmoritz.-Artikel.

Die teuerste Studi–Veranstaltung des Jahres – Preis sorgt für Irritationen

Die Höhe der Kosten wurden im Nachhinein besonders vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), einem unionsnahen deutschen Studierendenverband, mehrfach kritisiert. In einer außerordentlichen StuPa-Sitzungen vom 01.04. merkten die unionsnahen RCDS-Mitglieder an, die Kirmes sei in ihren Augen kein erfolgreiches Projekt gewesen.

„Besucherzahl konnte diese Kosten auch nicht rechtfertigen“ – RCDS fordert „mehr Augenmaß“

Wir haben eine Anfrage an den RCDS geschickt, um ihm zu ermöglichen seine Position zu schildern. Auf webmoritz. Anfrage stellt die unionsnahe Hochschulgruppe zunächst klar, dass die finanzielle Förderung studentischer Kulturangebote durch den AStA grundsätzlich für positiv befunden wird. Die Kosten von rund 20.000 Euro seien dennoch zu hoch. Der AStA habe sich „personell und finanziell überlastet“, erklärte die Hochschulgruppe, die zum Veranstaltungszeitpunkt kein*e AStA-Referent*in stellte.

Der RCDS erklärt weiter, es seien nicht genügend Besuchende anwesend gewesen, um die Kosten zu rechtfertigen. In der Planungsphase und vorherigen StuPa-Sitzungen seien die hohen Kosten nicht zu „erkennen“ gewesen. Die nachträgliche Auswertung erscheine „zurückhaltend“.

Als Verbesserungsvorschlag empfiehlt die Hochschulgruppe dem AStA, vorhandene Projekte zu unterstützen statt neue zu initiieren. Die Förderung von Studierendenclubs und Feiern, die von FSRs organisiert werden, seien hierzu ein gutes Beispiel. Die prekäre Finanzierung anderer Projekte zum Ende des letzten Semesters sei kritisch gewesen. Als Grund sieht der RCDS hier die hohen Kosten der Campus-Kirmes. In Zukunft solle der AStA bei ähnlichen Projekten mehr „Augenmaß“ wahren. Unsere Frage, ob RCDS-Mitglieder bei der Campus-Kirmes anwesend waren, blieb unbeantwortet.

AStA in der Kritik – Viel Resonanz, wenig Echo

Um beide Seiten zu anzuhören, wollten wir vom AStA wissen, ob es ein Ziel bei der Veranstaltung der Kirmes gab. Hinsichtlich der Organisation interessierte uns, wie die Planung ablief, ob Probleme auftraten und ob es Vorwissen gab, auf welches der AStA zurückgreifen konnte.

Wir fragten außerdem an, wie viele Besuchende bei der Campus-Kirmes waren, wie sich die Kosten von 20.096,98 Euro zusammensetzten und ob auch Einnahmen generiert werden konnten. Wir fragten ferner, ob der AStA erwägt habe, studentische Musikpräsentationen einzubauen und wie er die Veranstaltung im Nachhinein betrachte.

Im StuPa wurde von Problemen während der Organisation in Bezug auf die Kommunikation mit dem Rektorat und städtische Auflagen gesprochen, auch dies behandelte die webmoritz. Anfrage. Des Weiteren wollten wir wissen, ob der AStA im Nachhinein Feedback erhalten habe und wie er damit umgehe. Zuletzt wollten wir wissen, ob Konsequenzen aus der Campus-Kirmes gezogen werden und ob es in Zukunft ähnliche Veranstaltungen geben wird. Der AStA teilte uns mit, dass er keine Antworten auf unsere Fragen geben möchte.

Da die Lesenden der Informationsseite zur Campus-Kirmes des AStA geduzt werden, ist davon auszugehen, dass die Campus-Kirmes primär oder ausschließlich an Studierende adressiert war. Der letzte Satz „Jeder kommt auf seine Kosten!“ legt nahe, dass ein möglichst breites Publikum an Studierenden angesprochen werden sollte.

Weil sich der aktuelle AStA nicht äußern wollte, haben wir darüber hinaus den ehemaligen AStA-Vorsitzenden Raphael, der während der Campus-Kirmes das Amt innehatte, um ein Statement gebeten. Auch diese Anfrage blieb unbeantwortet.

Fazit

Insgesamt gab es viel Kritik an der Veranstaltung. Kritisch sah der RCDS weniger die Veranstaltung an sich, sondern vor allem deren Kosten. Da der AStA uns kein Statement gegeben hat, können wir leider nicht sagen, was er von dieser Kritik hält. In einer späteren StuPa-Sitzung räumte ein AStA-Mitglied (Henry) ein, dass bereits Konsens zwischen StuPa und AStA bestehe, dass im Kontext der Campus-Kirmes Fehler gemacht wurden. Auch fand in diesem Jahr keine Campus-Kirmes statt.

Wenn ihr ebenfalls eine Meinung zur Campus-Kirmes habt, könnt ihr sie gerne in die Kommentare schreiben.

Beitragsbild: Adrian Siegler

Adventskalender Türchen 24: Seefahrer und Entdecker mit ambivalenter Leistung

Adventskalender Türchen 24: Seefahrer und Entdecker mit ambivalenter Leistung

Heute vor 500 Jahren ist der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama, Graf von Vidigueira, in Cochin, dem heutigen Kochi, in Indien gestorben.

Seine Entdeckung des Seewegs von Portugal nach Indien entlang der afrikanischen Küste kann als hohe nautische Leistung betrachtet werden und ermöglichte einen deutlich günstigeren Handel zwischen Westeuropa und Ostasien. Sie bildete aber auch den Auftakt für europäische Gewalt und Expansion in Übersee und somit auch für den späteren europäischen Kolonialismus. Informationen über den großen Seefahrer da Gama und seine ambivalenten Leistungen liefert dieser Artikel.

Adeliger Seefahrer

Da Gama kam aus einer portugiesischen Adelsfamilie, wobei Teile seiner Verwandtschaft aus England kamen, und hatte mindestens vier Geschwister. Wie sein Vater war er Mitglied eines christlichen Ritterordens, wodurch er Einnahmen durch die Verwaltung von Ordensbesitz erwerben konnte. 1492 war er im Auftrag König Johanns II. von Portugal für einen Kampf gegen französische Piraten verantwortlich.

Erste Seereise nach Indien

1497 begann die von da Gama geleitete Seereise nach Indien entlang der afrikanischen Küste. In der Forschung ist umstritten, ob da Gama diesen Posten aufgrund bereits gezeigter seemännischer Leistungen oder wegen seiner guten Beziehungen zu König Johann II. und dessen Nachfolger, König Manuel I. von Portugal, erhielt. Die Schiffe fuhren von Lissabon aus auf den Atlantik und folgten in größerem Abstand der afrikanischen Westküste. Nach etwa vier Monaten umfuhren sie das Kap der Guten Hoffnung, die Südspitze Afrikas, und folgten der afrikanischen Ostküste. Hier kamen sie in Gewässer, die zuvor noch nie von Europäer*innen befahren worden waren. Etwa ein halbes Jahr später erreichten sie die Hafenstadt Malindi, deren Sultan da Gama einen Navigator zur Verfügung stellte. Mit dessen Hilfe konnten sie rund einen Monat später nach fast elf Monaten Seereise die indische Malabarküste erreichen. Damit waren sie als erste europäische Seefahrer*innen entlang der afrikanischen Küste bis nach Indien gefahren. Drei Monate später waren die Handelsgeschäfte abgeschlossen und sie begannen, mit teuren Gewürzen als Fracht die Rückreise nach Portugal, die erneut etwa elf Monate dauerte.

Weitere Seereisen nach Indien und Seekrieg

Auf da Gamas erste Seereise nach Indien folgten noch weitere von ihm und anderen. Das führte verstärkt zu Konflikten mit arabischen und indischen Seehändler*innen, die im Indischen Ozean zuvor einen Handelsmonopol besessen hatten. So kam es zu gewaltsamen Konflikten. Bei der vierten portugiesischen Indienreise, der zweiten von da Gama, im Jahr 1502 ließ er militärische portugiesische Stützpunkte an der afrikanischen Ostküste errichten. Vor der indischen Küste gewann er eine Seeschlacht gegen eine sich ihm entgegenstellende indisch-arabische Flotte. Angekommen in Indien, beendete er den Widerstand der lokalen Herrscher*innen gegen die neue portugiesische Handelspräsenz, indem er brutal Gewalt anwendete und die verschiedenen miteinander verfeindeten lokalen Herrscher*innen gegeneinander ausspielte. So erreichte Portugal schnell eine Monopolstellung im indischen Seehandel.

Portugiesischer Kolonialherr

Zudem entstand eine portugiesische Kolonialherrschaft an der indischen Küste, die jedoch von Misswirtschaft geprägt war. Um das zu ändern, entsandte König Johann III. von Portugal da Gama zu einer dritten Seereise nach Indien und ernannte ihn zu dessen Vizekönig. Nach ersten Maßnahmen starb da Gama jedoch nur drei Monate nach seiner Ankunft an Krankheit oder Altersschwäche. Seine Gebeine wurden später nach Portugal überführt.

Europäische Expansion

Die Entdeckungsreise da Gamas fällt in die Zeit der europäischen Expansion. In dieser Epoche reisten Europäer*innen in ihnen bis dahin unbekannte Weltregionen in Ostasien, nach Amerika, in das Landesinnere von Afrika und später nach Ozeanien und Australien. Hintergrund waren vor allem wirtschaftliche Interessen. Reisen nach Ostasien ermöglichten es, die dortigen Produkte zu deutlich günstigeren Preisen in Europa zu verkaufen als bei einem indirekten Handel mit arabischen Händler*innen, bei dem diese auch Gewinn machen wollten. Von den Europäer*innen entdeckte Gebiete wurden aber vielfach auch ausgebeutet und die indigenen Bevölkerungen unterdrückt, um ihre Reichtümer nach Europa zu schaffen. Legitimiert wurde die europäische Expansion mit der Verbreitung des christlichen Glaubens. Zeitlich ist sie sehr grob im 15. bis 17. Jahrhundert zu verorten. Sie war damit vor der Epoche des europäischen Kolonialismus und dem durch pseudo-naturwissenschaftliche Vorstellungen und Charles Darwins Evolutionstheorie geprägtem Rassismus, kann aber als Vorstufe dessen betrachtet werden. Die Entdeckung und Ausbeutung anderer Weltregionen durch die Europäer*innen bildeten die Grundlage für deren spätere Kolonialisierung. Zudem wurden die indigenen Einwohner dieser Regionen bereits zu diesem Zeitpunkt als „barbarisch“ betrachtet, auch wenn dies anderen Argumentationsmustern folgte als dem späteren Konzept des Rassismus.

Insgesamt kann man da Gamas Leistungen als ambivalent bewerten. Seine Leistung, als erster Europäer mit einem Boot um die afrikanische Küste nach Indien zu fahren, war für die Seefahrt von enormer Bedeutung und ermöglichte für Portugal gute Handelsbeziehungen. Sie stellt aber auch einen Startpunkt ausbeuterischer Praktiken durch Europäer*innen in Übersee dar. Weitere Einschätzungen zu den Leistungen da Gamas können gerne in den Kommentaren geschrieben werden.

Titelbild: Vanessa Finsel
Beitragsbild: KI auf Pixabay


Zur Person des Autors