von Archiv | 15.01.2005
Eine Umfrage unter Greifswalder Studenten
Ulrike Joachim
Biologie
moritz: Welche Persönlichkeiten verbindest du mit Greifswald?
Ulrike: Berühmtheiten oder Künstler? Da fällt mir eigentlich nur Koeppen ein.
Was weißt du über Wolfgang Koeppen und seine Literatur?
Nicht wirklich viel und was ich weiß, ist auch eher vage, aber in der Bahnhofsstraße gibt es das Koeppenhaus. Ehrlich gesagt, habe ich mich nie für regionale Autoren interessiert.
Also waren dir die Namen Koeppen oder auch Fallada bis du nach Greifswald gekommen bist, kein Begriff?
Nein, erst seit dem ich hier studiere sind mir die Namen hin und wieder mal zu Ohren gekommen. Das könnte jedoch auch an meinem Studienfach liegen. Ein Germanist könnte bestimmt besser auf diese Fragen antworten.
Kathleen Viergutz
Anglistik
moritz: Welche Persönlichkeiten verbindest du mit Greifswald?
Kathleen: Soweit ich weiß, waren Hans Fallada und Caspar David Friedrich gebürtige Greifswalder.
Kennst du Werke von Caspar David Friedrich oder hast du schon einmal etwas von Hans Fallada gelesen?
Ehrlich gesagt hab ich noch nichts von ihm gelesen, ich weiß zwar, dass er ?Wer einmal aus dem Blechnapf frisst? geschrieben hat, aber dann hört es auch schon auf. Hier in Greifswald soll es ein Falladahaus geben, aber wo, weiß ich auch nicht so genau.
Und Caspar David Friedrich?
Bilder von ihm habe ich schon gesehen, gleich um die Ecke ist das Caspar David Friedrich Haus, drin war ich leider noch nicht. Aber manchmal hat man in Greifswald das Gefühl, dass das, was man gerade sieht, bereits in einem seiner Bilder verewigt wurde.
Torsten Priem
Geschichte und Geographie auf Lehramt.
moritz: Welche Persönlichkeiten verbindest Du mit Greifswald?
Torsten: In erster Linie den Romantiker Caspar David Friedrich und Wolfgang Koeppen
Bist du schon einmal mit Werken dieser Künstler in Berührung gekommen?
Ja, ich habe mich einmal sehr intensiv mit den Werken Caspar David Friedrichs auseinandergesetzt. Wolfgang Koeppen bringe ich in Verbindung mit der Gruppe 47.
Gruppe 47?
Das ist eine Schriftstellervereinigung die sich 1947 in München unter dem Vorsitz von Hans Werner Richter gegründet hat.
Aha, hast du schon mal etwas von Koeppen oder von Hans Fallada gelesen, der auch hier in Greifswald geboren wurde?
Zwei Werke von Koeppen wurden mir sehr empfohlen, ?Tauben im Gras?, sein Hauptwerk, und ?Das Treibhaus?, allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Also der Name Hans Fallada ist mir auch geläufig. Rudolf Ditzen, so sein korrekter Name, ist mir in erster Linie durch Kulturabende in der Villa Irmgard in Heringsdorf auf Usedom bekannt.
Geschrieben von Delia Holm, Anne schuldt
von Archiv | 15.01.2005
„Für die Ewigkeit“, so steht es seit dem 16. Dezember 2004 am Eingang des „IfA“. Die Worte des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides haben, in den dunklen Stein gefasst, etwas sepulkrales an sich; als wollte man sagen: „Hier ruhen einige der ältesten und traditionsreichsten Lehren unserer Universität – zum Tode verurteilt im beginnenden 21. Jahrhundert …“.
Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. So ist es nicht verwunderlich, dass die Neugründung des Instituts für Altertumswissenschaften 1994 zu ihrem 10jährigen Jubiläum mit großen Festlichkeiten gefeiert wurde. Neugründung daher, da man in der DDR-Kulturpolitik der 1960er Jahre radikal auf Studiengänge verzichtete, die hier teilweise bereits seit der Gründungszeit der Alma Mater existierten. Erst nach der Wende konnten diese „wiederbelebt“ werden.
Die Lehrstühle für Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Latinistik und Gräzistik haben seit dem einen respektablen Stellenwert erlangt, sowohl innerhalb der Uni, als auch teilweise im internationalen Bereich. Es sei nur an die spektakuläre Ausgrabung auf der Mittelmeerinsel Pantelleria im Sommer 2003 erinnert, bei der vor laufender ZDF-Kamera die besterhaltenste Cäsar-Büste entdeckt wurde, die bisher bekannt ist. Heute ist der Lehrstuhl für Klassische Archäologie vakant. Nicht nur dessen Neubesetzung sondern die Zukunft des gesamten Instituts wird seit einiger Zeit diskutiert.
Vor diesem Hintergrund war die Feier in der vorweihnachtlichen Zeit ein Akzent, den man nicht so leicht übergehen sollte. Der Abend wurde mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Wulf Raeck in der UB eingeleitet, der seinerzeit zu den Erstberufenen des Instituts gehörte. Seinen Ausführungen zu den Darstellungen von Emotionen in der Antike wurde in andächtiger Weise gelauscht, während man den eigenen Emotionen im Anschluss erheblich mehr Spielraum geben konnte: In der knapp 100 Jahre alten und mühsam sanierten Villa in der Petershagen-Allee, welche heute alle Lehrstühle unter ihrem Dach vereint, wartete bereits ein vielgestaltiges Buffet auf die große Anzahl der Gäste. Sowohl Professoren und Dozenten, als auch Studenten der verschiedensten Fachrichtungen fanden sich zu lebendigen Gesprächen und Scherzen (begeleitet von dezenter Live-Musik) in den Räumlichkeiten ein, die schon im alltäglichen Lehrbetrieb an ihre Grenzen gehen und nun „aus ihren Nähten platzten“.
Doch zuvor wurde in Fackellicht die erwähnte Tafel enthüllt. Der eisige Wind kam einem dabei wie ein böses Omen vor und man entsann sich der Worte, die der Institutsdirektor Prof. Dr. Gregor Vogt-Spira kurz zuvor in seiner Laudatio vorgetragen hatte: „Das gezielte Eliminieren wichtiger Bestandteile unserer Universität ist durchaus mit den Abrißplänen für die Greifswalder Innenstadt vergleichbar. Mein kunsthistorische Kollege, Prof. Dr. Bernfried Lichtnau, hat uns kürzlich eindrucksvoll vorgeführt, wie die Altstadt nach diesen Plänen im Jahre 2000 ausgesehen hätte: Sie wäre bis zum Bahnhof hin abgerissen worden und hätte alles verloren, was ihre Besonderheit und Vielfalt ausmacht, die sie heute so anziehend wirken läßt. Dies sollte uns Mahnung sein, einen die Geschichte negierenden Diskurs scheinbarer Rationalität nie wieder zuzulassen!“
Geschrieben von Arvid Hansmann
von Archiv | 15.01.2005
Nun, einige von ihnen treffen sich während der Vorlesungszeit montags um 19 Uhr im IKUWO-Café zum Plauderstündchen, dem sogenannten Nähkästchen. Bei einer Tasse Tee oder auch einem Bierchen werden hier in zwangloser Atmosphäre Erfahrungen ausgetauscht.
Für Nakula, Laök-Student im 1. Semester, liegt der besondere Reiz des Nähkästchens denn auch im geselligen Beisammensein. „Vor allem gefällt mir, dass man hier mit älteren Semestern ins Gespräch kommt und von ihren Erfahrungen im Studium profitieren kann“, führt er näher aus.
„Dieses Semester haben wir das Nähkästchen unter das Thema ’Was kommt nach dem Studium?’ gestellt. Wir laden zu den Treffen jeweils einen Gast ein, der sein Studium bereits abgeschlossen hat. „Er erzählt uns dann von seinem Leben nach dem Studium“, sagt Anja. Zusammen mit Franziska und Susanne organisiert sie die Treffen.
Der heutige Gast ist Jonathan. Mehr als zwanzig Interessierte haben sich eingefunden, um seinen Worten zu lauschen. Jonathan hat letztes Jahr sein Landschaftsökologie-Studium in Greifswald abgeschlossen und bemüht sich zur Zeit um ein Stipendium für seine geplante Doktorarbeit. „Es ist sehr schwer ein Stipendium zu erhalten. Auf wenige Plätze kommen häufig bis zu 200 Bewerber. Man muss schon einen langen Atem haben.“ Er möchte sich in seiner Doktorarbeit mit der Beweidungsproblematik in Aserbaidschan auseinandersetzen, nachdem er sich bereits für seine Diplomarbeit einige Monate in diesem Land aufgehalten hat. Jonathans Erfahrungen stoßen auf besonderes Interesse bei Kai, Biologie-Student im 9. Semester. Auch er möchte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Kaukasus-Staat befassen. Das Nähkästchen ist also offensichtlich nicht nur für Studierende in den ersten Semestern und nicht nur für Landschaftsökologen ein Gewinn. „Wir möchten auch gezielt Biologie- und Geographiestudierende, die sich einen landschaftsökologischen Schwerpunkt setzen ansprechen“, klärt Anja auf.
Eine brennende Frage der Anwesenden ist jene nach der Situation von Landschaftsökologen auf dem Arbeitsmarkt. Darüber weiß Jonathan wenig Erfreuliches zu berichten: „Wer exzellente Noten und viele Praktika vorzuweisen hat, bekommt häufig schon während der Anfertigung der Diplomarbeit Jobangebote. Alle anderen müssen sich meist – wenn sie überhaupt Arbeit finden – mit kurzfristigen Hiwi- oder Werkverträgen zufrieden geben. Oder sie werden schwanger“, bemerkt Jonathan scherzhaft. Wie sehr sich doch die Probleme ähneln, möchte man da als Geisteswissenschaftler in spe aufseufzen.
In Hinblick auf die bald danach folgenden Prüfungen, wird das letzte Treffen am 17. Januar stattfinden. „Das Nähkästchen wird aber auf jeden Fall auch im nächsten Semester fortgeführt“, versichert Anja. Das vorerst letzte Treffen wird wohl gleichzeitig das Highlight: Professor Dr. Succow, die graue Eminenz der Landschaftsökologen und Alternativer Nobelpreisträger, wird seinen Studierenden Rede und Antwort stehen.
Geschrieben von Peer-Arne Arweiler
von Archiv | 15.01.2005
Ein Zeichen ist etwas, das für etwas Anderes steht – so lautet eine sprachwissenschaftliche Definition des Zeichenbegriffs. Somit erfüllen Zeichen eine bestimmte Funktion. Ein Stoppschild etwa soll Autofahrer veranlassen, anzuhalten, der Pfeifton des Wasserkessels zeigt an, dass das Teewasser kocht. Zeichen kommunizieren also etwas.
Eine besondere Art des Zeichens sind ?icons?. Diese bilden etwas Konkretes ab und sind meist recht einfach und auf Anhieb zu verstehen.
Icons sind also wunderbar dazu geeignet, einprägsam wichtige Dinge zu vermitteln. So werden sie auch in der neuesten Broschüre der Jubiläumskommission benutzt um bereits jetzt über die wichtigsten Ereignisse im Jubiläumsjahr zu informieren. Der moritz darf heute bereits einige der icons zeigen, bevor dann im Februar die Broschüre den gesamten Überblick verschaffen wird.
Geschrieben von Kai Döring
von Archiv | 15.01.2005
Susi Baude (22) kommt aus einem kleinen Ort in der Nähe von Regensburg und studiert EWi und DaF in Greifswald. Zu GrIStuF kam sie im Sommer 2003 und übernahm im September 2004 die Leitung des Participants-Teams.
Wie bist du zu GrIStuF gekommen?
Meine Freundin hatte von dem Verein gehört und hat mich zu einer Präsentation mitgenommen. Dann wurde auch gleich ein Workshop angeboten um uns Neuen einen Einblick zu geben. Die Vorstellung, bei einem so riesigen Projekt mitzuwirken, hat mich schnell begeistert.
Was sind deine Aufgaben?
Im Bereich Participants wählen wir die Teilnehmer aus und laden sie ein. Gleichzeitig müssen wir Visa und Versicherungen beschaffen und uns um die Verpflegung kümmern. Wenn die Gäste ankommen, ist meine Gruppe für den Check-In verantwortlich und für die Verteilung auf die Hosts. Außerdem bin die Kontaktperson für Laura EVS zu uns gekommen ist.
Was erwartest du vom Students-Festival?
Ich wünsche mir, dass es für alle eine spannende Woche wird mit guten Diskussionen und vielen internationalen Begegnungen, die man so schnell nicht vergisst. Ganz wichtig: Der Spaß und das Feiern dürfen nicht zu kurz kommen.
GrIStuF in drei Worten ist…
…. multikulturell, spaßig und bereichernd!
Susi ist zu erreichen unter:
susi_b@gristuf.org
Geschrieben von Julia Schrod