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Am 27.04.2016 eröffnete das Sperrwerk in der Greifswalder Ryckmündung. Rund um die Bauphase gestaltete sich die mediale Berichterstattung widersprüchlich und durcheinander. moritz. bringt Licht ins Dunkel.

Im Jahre 1872 starben bei einem Ostseesturmhochwasser neun Menschen alleine im Ort Wieck, die meisten Gebäude wurden von den Wassermassen zerstört. Mittlerweile sind die Küstengebiete der Ostsee deutlich dichter bewohnt als noch im Kaiserreich, bei Sturmfluten würden vermutlich wesentlich mehr Menschen zu Schaden kommen. Damit genau das nicht passiert, wurde in den vergangenen sechs Jahre in Wieck ein Sperrwerk errichtet. Solche Bauten dienen als Verschluss eines Binnengewässers, das starkem Wassereinstrom bei Sturmfluten ausgesetzt ist.

Die Planung für das große Bauprojekt lief schon vor der Jahrtausendwende an, im Jahr 2006 wurde der Planfeststellungsbeschluss gefasst. Der Bau begann im Jahr 2010, dauerte zwei Jahre länger als veranschlagt und verschlang über 30 Millionen Euro. Vorgesehen waren circa zehn Millionen weniger. Die Kostensteigerung im Bauverlauf ist bei vielen Großprojekten schon gar nicht mehr wegzudenken, das Erstaunen und die Verärgerung halten sich deswegen in Grenzen.Für einen Aufschrei in den Medien und der Bevölkerung sorgte jedoch der Skandal um das Segelschulschiff Greif. Das Sperrwerk ist für das Schiff mit 3,60 Metern Tiefgang nicht mehr passierbar und kann so seinen Liegeplatz am Maritimen Jugenddorf Wieck (Majuwi) nicht mehr anlaufen. Dazu die Ostseezeitung im April 2015 ohne Angabe von Quellen:

Ursache dieser unzureichenden Durchfahrtstiefe sind Planungsfehler und in Folge dessen nachträglich eingebaute Spüldüsen am Drehsegment.

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Diesem Statement widersprechen planende Ingenieure vehement. Auf der Straße fällt den Gesprächen der Passanten lauschend aber auf: Die Schuld wird bei den Planern gesehen. Sogar Vergleiche mit dem Berliner Flughafen liegen in der Luft.Wie sind die zehn Millionen Euro an zusätzlichen Baukosten zu erklären? Woher die Missverständnisse zwischen Planern und Bewohnern von Greifswald? Und wie kommt die Ostseezeitung dazu, solche Aussagen zu treffen?

Den ausführlichen Bericht mit allerhand Details zum Sperrwerk lest ihr in der aktuellen Ausgabe des moritz.magazins!

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