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An den historischen Gewächshäusern führte in der hochschulpolitischen Diskussion in der Vergangenheit kaum ein Weg vorbei. Doch wie sieht es inzwischen um die Rettung der denkmalgeschützten Bauwerke aus?

Die Studierendenschaft hatte dazu am Montag zu einer Infoveranstaltung geladen. Zu dieser kamen neben vielen Interessierten auch Prof. Martin Schnittler vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie und der hochschulpolitische Sprecher der CDU Fraktion des Landtages Egbert Liskow. Dieser stellte in einem kurzen Vortrag einige der bestehenden Probleme vor. Die Kosten für die Sanierung der Gewächshäuser belaufen sich auf ca. 3.7 Millionen Euro. Diese Berechnung wurde durch ein Planungsbüro aus Berlin aufgestellt, das sich auf die Erhaltung derartiger Stahlbauten spezialisiert hat. Durch ein Sonderprogramm des Bundes wurden bereits mit einiger Überzeugungsarbeit 1.36 Millionen Euro eingeworben werden. Aus den Körperschaftsmitteln der Universität stehen 350.000 Euro zur Verfügung, von denen ein Großteil bereits für Gutachten und Kostenschätzung verausgabt wurden. Über Spenden konnten zudem weitere Mittel eingeworben werden: Der Förderverein zur Rettung der Gewächshäuser, bei dem auch die Studierendenschaft Fördermitglied ist, hat bereits etwa 15.000 Euro gesammelt, Besucher des Botanischen Gartens haben mittlerweile 30.000 Euro gespendet. Weitere Spenden kamen auch aus der Studierendenschaft: Die frühere AStA Referentin für Ökologie, Antje Gärtner, hatte damals die Veranstaltung ‘Tanzen fürs Gewächshäusle’ mit ins Leben gerufen. Bei dieser regelmäßig stattfindenden Veranstaltung werden Spenden für den Erhalt und die Sanierung der Gewächshäuser gesammelt. Inzwischen konnten dank dieser Veranstaltungen weitere 10.000 Euro für den Erhalt und die Sanierung der Gewächshäuser gesammelt werden. Über private Stiftungen konnten zudem noch 80.000 Euro eingeworben werden. Für die Sanierung fehlen damit noch etwas über zwei Millionen Euro. Davon lässt sich aber niemand entmutigen. Auch Prof. Schnittler, der sich durch das Engagement der Studierenden anstecken ließ, wirbt weiter für Spenden und hofft, dass die Gewächshäuser noch gerettet werden.

Warum diese erhaltenswert sind, stellte der Bauingenieur Werner Lorenz aus Berlin vor. Die Gewächshäuser wurden 1884-1886 geplant und gebaut und sind damit etwa so alt wie der Eiffelturm. Ebenso wie der Eiffelturm handelt es sich bei den Gewächshäusern um eine Eisenkonstruktion. Von den ursprünglichen Gebäuden wurden einige kleine bereits abgerissen und neu errichtet, das Große Warmhaus, das Palmenhaus und das Cycadeenhaus sind noch in ihrer ursprünglich Form erhalten. Damit das so bleibt, muss allerdings noch einiges getan werden. Die gesamte Verglasung, die bis auf die Dachkonstruktion aus einer Einfachverglasung bestand, muss zurückgebaut werden. Bei der Dachkonstruktion wurde, für die damalige Zeit untypisch, eine Zweifachverglasung verbaut. Diese ist mit den heutigen Mehrfachverglasung nicht vergleichbar und wird durch Verbundsicherheitsglas ersetzt. Auch die Verschattungsanlagen, die aus außenliegenden Aluminiumlamellen bestehen, müssen im Zuge der Sanierung erneuert werden. Die Heizungsanlage soll im Idealfall erhalten bleiben und lediglich instandgesetzt werden. Die gesamte Eisenkonstruktion muss außerdem vom Rost befreit und um künftig Rost zu verhindern, gestrichen werden. Der Sozialtrakt der Anlage wird außerdem gedämmt und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Nach der Sanierung kann die gesamte Anlage wieder für Besucher geöffnet werden. Damit es möglichst bald soweit ist, wurde von engagierten Studierenden eine Crowdfundingkampagne ins Leben gerufen, damit SpenderInnen gezielt spenden können.

Beitragsbild: Florian Bonn

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