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Kaum hat das neue Semester begonnen, tagte auch schon wieder das Studierendenparlament (StuPa). Die Tagesordnung war prall gefüllt, den Abgeordneten und dem tickernden Redakteur/ den tickernden Redakteuren stand eine lange Nacht bevor. Darüber hinaus gab es beim webMoritz einem Wechsel in der Chefredaktion. Nachdem Marco Wagner und Christine Fratzke noch weitere drei Monate die Redaktion kommissarisch leiteten, wurden sie nun von Simon Voigt und Felix Kremser abgelöst.

Des Weiteren sollte eigentlich auch nach gut einem halben Jahr ein neuer AStA-Vorsitz gewählt werden. Da es allerdings immer noch keinen Interessenten gab, wird dieser zunächst weiterhin von Anne Lorenzten komissarisch ausgeführt werden müssen. Die Tagesordnung im Detail:

TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Berichte: AStA-Referenten, Chefredakteure der Moritz-Medien, das StuPa-Präsidium sowie die Moritz-Medien-Geschäftsführung legen Rechenschaft über ihre geleistete Arbeit ab.
TOP 2 Formalia: Es wird die Beschlussfähigkeit des StuPas überprüft.
TOP 3 Wahl Präsidium
TOP 3.1 Wahl einer stellv. Präsidentin: Nach wie vor ist die Stelle der stellvertretenden Präsidentin unbesetzt und wird auch unbesetzt bleiben. Es gibt keine weitere Bewerbung für diese Stelle. Die vom damaligen StuPa-Präsidenten angekündigte Interessentin scheint von einer Arbeit im StuPa-Präsidium Abstand genommen zu haben.
TOP 4 Wahl AStA-Referentinnen: Auch hier sind bis jetzt keine weiteren Bewerbungen für vakante Referate eingegangen.
TOP 4.1 Wahl einer Vorsitzenden
TOP 4.2 Wahl einer Referentin für Ökologie
TOP 4.3 Wahl einer Referentin für Studierendenaustausch und ausländische
Studierende
TOP 5 Wahl Chefredaktion webmoritz: Die alte Chefredaktion ist zurück getreten, beziehungsweise wird heute noch zurück treten. Somit wird eine Neubesetzung erforderlich.
TOP 5.1 Wahl einer Chefredakteurin webmoritz: Es bewirbt sich hierfür Simon Voigt.
TOP 5.2 Wahl einer stellv. Chefredakteurin webmoritz: Es bewirbt sich Felix Kremser.
TOP 6 Wahl einer Vorsitzenden der GenderTrouble AG: Hierfür gibt es keine Bewerbung.
TOP 7 Finanzanträge
TOP 7.1 Polenmarkt 2011 (Drs. 21/85): Der Polenmarkt 2011 wünscht für die Durchführung ihrer Veranstaltungen finanzielle Unterstützung. Geplant sind vier wissenschaftliche Vorträge, acht Konzerte und Partys, fünf Lesungen, neun Filmvorführungen, zwei Hörspiele, zwei Theaterstücke sowie drei Kulturabende außerhalb Greifswalds. Hierfür wünschen die Organisatoren eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.500 Euro.
TOP 7.2 StuThe ‚Hanza Off‘ (Drs. 21/86): Hanza-Off ist ein Kulturaustauschprojekt zwischen Deutschland und Polen, das vom Studententheater StuThe organisiert wird. Der Austausch findet dabei zwischen dem StuThe, Teatr Brama und dem Teatr Krzyk statt. Es finden Bewegungs- und Musikworkshops statt, filmische Dokumentationen der ersten Begegnung organisiert. Das Projekt ist für bis zu zehn Teilnehmer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren vorgesehen. Sie bitten das StuPa darum, das Projekt mit 300 Euro zu unterstützen.
TOP 7.3 Nachhaltigkeitsseminar (Drs. 21/89): Es handelt sich hierbei um eine Diskussionsreihe zur nachhaltigen Universität, die mit bis zu 1.113,20 Euro gefördert werden soll.
TOP 7.4 Ergänzungsantrag StuThe (Drs. 21/91): Marian Wurm musste den in der vergangenen Sitzung gefassten Beschluss, dass das StuThe-Projekt „Mensch sein – Auch du bis Antifaschist! Für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft“ aufgrund Bemängelung des Justiziariats überarbeiten. Bemängelt wurde die fehlende Bindung an das hochschulpolitische Mandat. Das wurde nun mit der neuen Fassung behoben: „Hierbei ist zu beachten, dass die Unterstützung der Studierendenschaft des Projektes in den Räumlichkeiten der Universität gebunden ist.“ – wurde nun neu hinzu gefügt.
TOP 8 Forderungskatalog Bildungsministerium (Drs. 21/93): Der im webMoritz bereits erwähnte Forderungskatalog an das Bildungsministerium soll auf Wunsch Erik von Malottkis zum Forderungskatalog der Landeskonferenz für Studierendenschaften (LKS) gegenüber der neuen Landesregierung erhoben werden.
TOP 9 AE Vertretung vakanter Referate (Drs. 21/74) / 2. Lesung: Es geht hierbei darum, dass AStA-Referenten für die Vertretung vakanter Referate eine zusätzliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 50/ 75 Euro erhalten sollen.
TOP 10 Änderung Förderprogramm ‚Studentenclubs‘ (Drs. 21/75) / 2. Lesung: Die erste Lesung zum Förderprogramm der Studentenclubs erfolgte in der vergangenen Sitzung. Heute folgen Änderungsanträge und Endabstimmung. Die Förderung soll dahingehend geändert werden, dass bis zu 2.000 Euro innerhalb eines Geschäftsjahres eines Förderzeitraumes beantragt werden können, nicht wie bisher innerhalb des Förderzeitraumes.
TOP 11 Anpassung der Bezeichnung der Referentin für Soziales (Drs. 21/87): Es soll ein neues Namens-Ungetüm erschaffen werden. Obwohl Wohnen und Studienfinanzierung durchaus unter den Oberbegriff „Soziales“ zusammen gefasst werden können, soll das Referat in „Referat für Soziales, Wohnen und Studienfinanzierung“ umbenannt werden.
TOP 12 AG Wahlen
TOP 12.1 Schaffung einer AG Wahlen (Drs. 21/92): Das Studierendenparlament soll eine AG Wahlen für die kommenden Gremienwahlen einrichten.
TOP 12.2 Wahl einer Vorsitzenden der AG Wahlen: Ein Vorsitzender für diese AG soll ausgeschrieben werden.
TOP 13 Arbeitsauftrag AG Satzung Befangenheit (Drs. 21/88): Die AG-Satzung soll sich damit befassen, das Problem der Befangenheit näher zu definieren. Derzeit ist in der Satzung nicht definiert, was unter Befangenheit zu verstehen ist.
TOP 14 Rechtsstellung Vollversammlung (Drs. 21/90): Die Vollversammlung soll ein eigenständiges, dem StuPa und AStA gleichgestelltes Organ der Studierendenschaft werden.
TOP 15 Sonstiges: Was sonst noch zu sagen wäre.

Die Ankündigung wurde von Marco Wagner verfasst.

Es tickert Gabriel Kords

20:01 Die Sitzung hat noch nicht begonnen. Obwohl s.t. eingeladen wurde…

Das heutige Präsidium

20:12 Seine präsidiale Hoheit Marian Wurm hat soeben die Sitzung eröffnet.Es sind zwei StuPa-Rücktritte bekannt zu geben (Maximilian Wolf, Sergej Prokopkin), Nachrücker ist Matthias Bahner (Piraten). Außerdem ist Christine Fratzke (stv. webMoritz-Chefredakteurin) zurückgetreten. Der stellvertretende Präsident lobt ihre Arbeit und will dies auch ausdrücklich im Ticker vermerkt haben. Ein Präsent werde auf den Weg zu ihr gebracht.

20:15 Die Stimmmung tobt, als der Protokollant ausgelost wird. Es ist Erik von Malottki, was offenbar zu exorbitanter Heiterkeit führt. Der Präsident stellt überdies fest, dass das hohe Haus mit 22 anwesenden Stupanten beschlussfähig ist.

20:19 Da es sich um eine StuPa-Sitzung ohne Berichtspflicht handelt, gibt es heute statt einzelner Berichte nur eine allgemeine Fragestunde. Das verspricht, dass es mit der Tagesordnung zügig weitergeht. In der nächsten Sitzung steht dann wieder die ausführliche Berichterunde an.

20:22 Offenbar keine Fragen an die moritz-Medien. Hinsichtlich des Rechtsstatus der moritz-Medien hat sich das StuPa-Präsidium zusammen mit den moritz-Medien um die Einholung einer Expertenmeinung bemüht und auch eine bekommen.

Marco Wagner verliest seine Rücktrittserklärung.

20:24 Der webMoritz-Chefredakteur Marco Wagner tritt zurück. Er tut dies offenbar, indem er die Rücktrittsrede Karl-Theodor zu Guttenbergs plagiiert nachahmt. Er spricht vom „schmerzlichsten Schritt“ seines Lebens. Er spricht von hoher Verantwortung, die er getragen habe und den bösenbösen Journalisten, die ihm und seiner Person vorsätzlich und permanent zugesetzt hätten.

20:25 Große Heiterkeit beim StuPa.

20:26 Marco reagiert verwirrt, als er zum Präsidium gebeten wird. Weil er nicht kommt, wird der Präsident energischer: „Bei Fuß! Ich komm‘ nicht zu Dir.“ Das versteht er. Er bekommt dann ein hübsch verpacktes Geschenk mit einer goldenen Schleife überreicht.

20:28 Michael Seifert vom Haushaltsausschuss teilt mit, dass der Ausschuss die Entlastung Corinna Kreutzmanns (ehemalige Finanzreferentin beim AStA) empfiehlt. Das wird dann voraussichtlich in der nächsten Sitzung geschehen.

20:31 Erik von Malottki lobt die Durchführung der Ersti-Woche. Es habe weder interne noch externe Spannungen geben. Zustimmendes Murmeln. Das StuPa legt bisher enormes Tempo vor. Die Tops AStA-Wahlen entfallen, weil es keine Bewerber gibt. Alte Leier…

Simon Voigt

20:33 Jetzt soll sich Simon Voigt vorstellen, der sich auf die webMoritz-Chefredaktion bewirbt. Vorher wird noch flugs die Tagesordnung beschlossen. Simon stellt sich vor und benötigt dafür nicht mal drei Minuten.

20:34 Peter Madjarov möchte wissen, wie künftig das Sachgebiet Hochschulpolitik abgedeckt sein soll. Simon sagt, um dieses Ressort solle sich vermutlich Marco Wagner als Ressortleiter kümmern. Alexander Schmidt möchte wissen, ob es künftig wieder mehr Artikel auf dem webMoritz geben wird. Seit mehreren Monaten zeichne sich da eine ganz klare Tendenz nach unten ab. Simon sagt, das liege an der vorlesungsfreien Zeit. In der Vorlesungszeit gälten jetzt natürlich wieder andere Zahlen.

20:37 Alexander übte auch Kritik an der Arbeit der Chefredaktion der letzten Jahre.Erik von Malottki nimmt die bisherigen Chefredakteure in Schutz. Sie hätten „hervorragende Arbeit“ geleistet. Außerdem fragt er Simon, ob er künftig besser mit dem Magazin zusammenarbeiten wolle.

20:39 Erik stellt noch einige weitere Fragen. Unter anderem klingt Kritik am aktuellen Layout des webMoritz durch. Simon verteidigt das aktuelle Layout. Zusammen mit dem neuen webMoritz-Programmierer gebe es aber Verbesserungsbestrebungen.

20:42 Die Fragen sind beendet. Falls der Präsident eine Wahlkommission findet, kann anschließend gewählt werden. Er spricht ein präsidiales Basta und verdonnert zwei harmlose Zuschauer, die Zählkommission zu bilden: „Ihr macht das jetzt!“

20:44 Nun findet die Wahl statt.

20:46 Üblicherweise würde sich jetzt bereits der Bewerber auf den nächsten zu vergebenden Posten vorstellen. Das wäre der Kandidat für den stv. Chefredakteur. Das geht in diesem Fall aber nicht, da der stv. Chefredakteur vom Chefredakteur vorgeschlagen wird. Daher muss zunächst auf dessen Ergebnis gewartet werden.

Felix Kremser

20:48 Simon Voigt ist gewählt worden, mit 22 zu 2 Stimmen. Applaus. Damit hat die lange und entberhrliche rund zwanzigminütige Zeit ohne Führung beim webMoritz vorbei.  Felix Kremser stellt sich nun vor – er will stv. Chefredakteur geben. Die Wahl kann sofort beginnen, denn keiner der Stupisten hat Fragen an ihn.

20:51 Nun läuft Felix‘ Wahlgang. Es geht bereits an die Auszählung.

20:53 Während der Auszählung wird festgestellt, dass es keine Bewerber für den nächsten zu wählenden Posten, der Vorsitzenden der AG Gender Trouble, gibt. Also geht es weiter mit dem Finanzantrag zum Polenmarkt. Allerdings wird vorher noch bekannt gegeben, dass Felimx Kremser mit 24 Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme gewählt wurde. Erneuter Applaus.

20:54 Nun stellt Kilian Dorner den Polenmarkt vor. Er ist als studentische Hilfskraft für dessen Organisation zuständig und beantragt einen finanziellen Zuschuss von 2.500 Euro.

20:58 Es gibt positive Voten für den Antrag vom Finanzer und vom Haushaltsausschuss.

21:00 Irgendwelche Formalia halten das StuPa kurz auf, aber bei so zügigem Vorankommen kann man sich das auch mal leisten. Dann wird abgestimmt – wie immer bei Finanzanträgen namentlich.

21:02 Der Antrag wird einstimmig ohne Enthaltung angenommen. Das StuPa applaudiert sich selbst. Kilian Dorner haucht ein Dankeschön ins Mikrofon. Hach, was haben wir uns alle lieb…

21:02 Nun stellen zwei Kommilitonen einen Antrag auf Teilfinanzierung der Diskussionsreihe „Nachhaltige Universität“. Das Vorhaben geht von den Landschaftsökologen der Uni aus.

21:06 AStA-Fianzer Hendrik Hauschild ist skeptisch, was die Höhe der beantragten Förderung (über 900 Euro) angeht. Er spricht sich aber dennoch für eine vorläufige Förderung in voller Höhe aus – unter der Voraussetzung, dass die Antragsteller sich weiterhin um Drittmittel bemühen, um so die vom StuPa geleistete Förderung zu reduzieren. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses sieht das ähnlich.

21:09 Martin Hackbarth hat eine identische Meinung wie seine Vorgänger, gönnt sich aber trotzdem mehrere Minuten, um dem StuPa diese Tatsache bekanntzugeben.

21:11 Eric Makswitat hat auch eine Frage.

21:14 Relativ längliche Diskussion über relativ unerhebliche Fakten.

21:15 Es geht gerade so wenig kontrovers zu, dass der Ticker für wenige Minuten pausiert.

21:20 Die Debatte geht weiter, die Stupisten stellen pflichtschuldig einen Haufen Fragen. Alexander Wilhelm Schmidt fragt, ob bei der Organisation der Veranstaltungsreihe auch auf die Meinungspluralität geachtet wurde.

21:21 Der tickernde Redakteur lobt eine Handvoll Studentenfutter für diejenige/denjenigen, dem es gelingt, seine Tüte Studentenfutter zu öffnen.

21:23 Stupistin Ronja Tabea Thiede strickt übrigens eine Decke. Der Antrag wurde indes einstimmig angenommen.

21:25 Der tickernde Redakteur hat sein Studentenfutter jetzt selbst geöffnet.

21:26 Der oben als Top 7.4 vorgestellte Antrag wurde angenommen.

21:27 Bei dem oben genannten Antrag hatten einige Stupisten mit Nein gestimmt. Stupist Eric Makswitat kritisiert, dass die mit Nein stimmenden sich ruhig vor der Abstimmung mal hätten äußern können. Das gebiete der Respekt vor den Antragstellern.

21:29 Es gibt eine satzungsgemäße Sitzungspause.

21:37 Wir werden soeben auf einen überaus heiteren Sachverhalt hingewiesen: Das Präsidium hat Marco Wagner zum Abschied einen Terminkalender geschenkt. Es handelt sich dabei um eine mehr oder weniger unverblümte Anspielung auf gewisse organisatorische Defizite Wagners…

21:42 Der Präsident hätte gerne, dass es jetzt weitergeht. Den Stupisten ist das aber mehr oder weniger schnurz.

21:44 Es geht weiter mit Top 8. Erik von Malottki stellt den Antrag vor. Die Jusos, denen Erik angehört, haben vorab ihre Meinung zu diesem (von ihnen gestellten) Antrag auf ihrer Homepage veröffentlicht.

21:52 Von verschiedener Seite wird der Forderungskatalog als außerordentlich sorgfältig ausgearbeitet gelobt.

21:58 Die Stupisten diskutieren mit Elan darüber, wozu sie die Landesregierung nun eigentlich auffordern sollen oder nicht.

22:01 Zum ersten Mal an diesem Abend wollen nahezu alle Stupisten ihre Meinung kundtun, fast jeder hat an irgendeinem Partikel des Forderungskatalogs etwas auszusetzen.

22:04 Die Debatte ist länglich, aber freilich entbehrt das Thema nicht einer gewissen Wichtigkeit. Der tickernde Redakteur muss hier selbstkritisch eingestehen, dass es ihm an Sachkenntnis über das vorliegende Papier mangelt. Daher kann er die Debatte nicht mit der notwendigen inhaltlichen Tiefe wiedergeben.

22:07 Peter Madjarov merkt in einer Bemerkung an, in der Medienberichterstattung scheine es mitunter so, als säßen im Stupa „irgendwelche Primaten“, die keine Ahnung hätten. Zu diesen schwerwiegenden Vorwürfen wollen wir uns zunächst nicht äußern. Außer vielleicht mit einem herzlichen „Stimmt!“.

22:10 Trotz der eben festgestellten Wichtigkeit des Themas kann sich der tickernde Redakteur nicht des subjektiven Eindrucks entledigen, dass der ein oder andere Stupist ein bisschen viel schwurbelt. Außerdem putzig: Einzelne Stupisten, zum Beispiel Eric Makswitat, sind der Meinung, dass etwa der Ministerpräsident ihr Papier aufmerksam lesen werde. Das ist möglicherweise in klein wenig größenwahnsinnig.

22:15 Christopher Bilz gibt den (wie wir finden: äußerst klugen) Hinweis, sich nicht in Klein-Klein zu zerfleddern, sondern den Antrag als ganzes zu sehen und auch zu verabschieden.

22:18 Fürs Protokoll: Die Debatte dauert bereits 34 Minuten.

22:22 schwurbelschwurbelschwurbelschwurbelschwurbel

22:23 Paula Oppermann beantragt erfolgreich „Schließung der Rednerliste“. Ihr sei Lob und Dank.

22:29 Jetzt gibt es offensichtlich einige Änderungsanträge. Das wird nicht gerade dazu führen, dass das Prozedere hier zügig vonstatten geht. Erik von Malottki stellt lustigerweise einen Änderungsantrag zu seinem eigenen Antrag.

22:33 Der tickernde Redakteur merkt an, dass es dem Verfahren förderlich gewesen wäre, wenn die überaus klugen Damen und Herren Stupisten ihre staatstragenden Änderunganträge vor der Sitzung schriftlich eingereicht hätten.

AStA-Chefin Lorentzen und -Finanzer Hauschild lesen lieber webMoritz als der Debatte zu folgen.

22:36 Der tickernde Redakteur stellt des Weiteren fest, dass ihm langweilig ist. „Des Weiteren“ ist übrigens eine Formulierung, deren fehlerhafte Schreibung in dem zur Diskussion stehenden Papier Johannes Radtke vor einigen Minuten als höchst abenteuerlich bezeichnet hatte. Die Orthographie solle noch korrigiert werden, bevor das Papier an seine Adressaten, möglicherweise ja sogar die Bundesregierung, weitergereicht werde.

22:40 Der tickernde Redakteur fände es übrigns lustig, wenn die Stupisten jetzt stundenlang über die einzelnen Änderungsanträge abstimmten und den Antrag abschließend dann doch ablehnen würden. Aber dazu wird es wohl nicht kommen.

22:41 Die Debatte über gefühlte 245 Änderungsanträge zieht sich und wird sich wohl auch weiterhin noch ziehen.

22:48 Der eine oder andere Stupist ist überaus verwirrt ob der zahlreichen Änderungsanträge. Gerade hat es diesbezüglich Oliver Gladrow getroffen…

So sehen die zahlreichen Änderungsanträge aus.

22:53 Jetzt sind alle Änderungsanträge gestellt. Irgendjemand hat angeregt, dass jetzt nochmal über jeden Änderungsantrag debattiert werden kann. Die Stupisten stimmen dem zu, allerdings begrenzen sie die Redezeit immerhin auf eine Minute. Wir finden: eine halbe Minute hätte auch gereicht.

22:59 Es wird nacheinander über sämtliche Änderungsanträge abgestimmt. Die Stupisten schnattern wie eine Gänseherde. Wären sie eine, würde das auch einige andere ihrer heutigen Verhaltensweisen erklären…

23:01 So langsam vergeht auch den Stupisten die Lust, über jeden der Änderungsanträge nacheinander zu diskutieren. Der ein oder andere Änderungsantrg geht beinahe ohne Diskussion durch oder wird abgelehnt. Der Präsident glänzt derweil während der Abstimmungen mit Sätzen wie „Dann wird der Satz wie auch immer drinbehalten.“ oder „Das sind ganz viele Pro-Stimmen und ganz wenige Gegenstimmen, dann ist der Antrag wohl angenommen.“

23:08 Sebastian Blatzheim hat geheime Abstimmung (über einen Änderungsantrag!!!) gefordert, damit kein „Fraktionszwang“ herrscht. Nun gibt es im StuPa zwar gar keine Fraktionen, aber das macht ja nichts. Seinem Antrag wird Satzungsgemäß stattgegeben.

23:14 Möglicherweise wird irgendwann in nächster Zeit über den Antrag als Ganzes abgestimmt.

23:15 Möglicherweise aber auch nicht.

23:17 Das hochwohlgeborene hohe Haus schreitet nun offenbar tatsächlich zur namentlichen Endabstimmung. Es handelt sich zweifelsfrei um ein historisches Ereignis.

23:18 Der Antrag ist einstimmig angenommen worden. Die Anwesenden ertrinken in Konsenssauce. Julien Radloff ging übrigens Sekdunden vor der Abstimmung aus dem Raum.

23:19 Peter Madjarov gibt eine persönliche Erklärung darüber ab, dass die Debatte zwar langwierig aber wichtig war, was einigen Leuten offenbar auf den Senkel gegangen sei. Angesichts seines unten stehenden Leserkommntars richtet sich das vermutlich auch gegen unsere Berichterstattung. Er betont die Wichtigkeit solcher Debatten, aber auch, dass man sie zukünftig vielleicht etwas straffer führen wollte.

Der stellvertretenden Präsident Christoph Böhm zeigt sich in der Pause mit zünftigem Äußeren und zünftigen Artefakten.

23:20 Es gibt zehn Minuten Pause. Ronja Tabea Thiede korrigiert derweil die Aussage, sie stricke eine Decke. Sie strinkt einen Schal.

23:32 Es geht fast pünktlich weiter. Nun soll über eine zusätzliche Aufwandsentschädigung für diejenigen AStA-Referenten, die zusätzlich zu ihrem eigentlichen Referat ein weiteres Referat vertreten, abgestimmt werden.

23:37 Längere Debatte über einen Antrag, über den aber offensichtlich ein grundsätzlicher Konsens im StuPa herrscht. Übrigens sind inzwischen neben einigen AStA-Referenten nur noch drei Gäste anwesend.

23:39 Alexander Schmidt bemängelt, dass die Zusatzzahlung am Ende zu Salären führen könnten, die in Einzelfällen höher als „Sozialleistungen nach ALG II“ seien. Das könne doch nicht im Sinne einer studentischen Nebentätigkeit sein.

23:43 Jetzt gibt es wieder lustiges Änderungsantrags-Spektakel.

23:46 Um steuerliche Schwierigkeiten zu umgehenden, wird dem Antragstext ein Satz hinzugefügt, dass die Summe der monatlichen Aufwandsentschädigung nie über 400 Euro liegen kann.

23:57 Nach längeren zermürbenden Diskussionen über irgendwelche irrelevanten Formalia wird nun über die Änderungsanträge abgestimmt.

23:58 Der Ticker pausiert kurz, weil der tickernde Redakteur sich um Mitternacht für eine Lehrveranstaltung anmelden muss.

00:00 Der Ticker-Redakteur hat seinen Platz bekommen. Es wird weiter getickert. Passiert ist zwischenzeitlich übrigens nicht.

00:00 Anne Lorentzen hat übrigens Geburtstag.

00:01 Die überaus wichtigen Stupisten werden über diesen überaus wichtigen Antrag in überaus geheimer Abstimmung abstimmen. Der tickernde Redakteur findet das überaus blöde.

00:08 Der Ticker musste erneut kurz pausieren, weil der tickernde Redakteur zur Zählkommission „eingezogen“ wurde.

00:09 Das Ergebnis der Abstimmung über den Aufwandsentschädigungs-Antrag: 16 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen. Damit ist der Antrag, für den eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig gewesen wäre, abgelehnt. Alexander Schmidt freut sich überschwänglich.

00:10 Die Sitzungszeit wurde verlängert. Es soll noch in zwei Tops abgestimmt werden. Unmittelbar nach dieser Ankündigung gehen mehrere Stupisten nach Hause oder aus dem Raum.

00:11 Die Stupanten haben die Bezeichnung des AStA-Sozialreferats geändert. Donnerkeil, was für eine epochale Entscheidung!

00:13 Der Präsident ruft die Drucksache 21/92. AStA-Referent Franz Küntzel begründet seinen Antrag: Es solle eine AG Wahlen zur Unterstützung des künftigen Wahlleiters gegründet werden.

00:16 Alexander Schmidt hat zu allem eine Meinung, auch zu diesem Antrag. Im Kern ist es dieses mal folgende: Er ist dagegen. Jetzt wird namentlich abgestimmt. Frau Lorentzen köpft derweil eine Flasche Schampus.

00:17 Antrag abgenommen, AG gegründet. Jetzt muss man leider einen Vorsitzenden finden. Außerdem wird jetzt auch noch über einen Arbeitsauftrag an die AG Wahlen diskutiert.

00:19 Der stellvertretende Präsident moniert das Öffnen einer zweiten Sektflasche durch Anne Lorentzen. Das ist insofern erstaunlich, da er selbst in der letzten Pause dadurch hervorgetreten ist, dass er Whisky trank.

00:20 Die Sitzung ist beendet. Schicht im Schacht! (Nun gibt es Sekt von Frau Lorentzen. Wir freuen uns.)

Grafik: Jakob Pallus, Fotos: Marco Wagner (Änderungsanträge) Gabriel Kords (S. Voigt, F. Kremser, AStA), Simon Voigt (alle anderen)

Comments

  1. Christine_Fra    

    Viel Erfolg euch beiden, Simon und Felix!

  2. Eric_Schuemann    

    Yeah, ab jetzt dürfen als Simon und Felix offiziell das StuPa kritisieren. Viel Spaß dabei 😉

  3. rihgw    

    "Das Präsident" also. Ihr müsst euch schon zwischen "Präsidium" und "Präsident" entscheiden.

    1. Gabriel Kords    

      Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

  4. Peter_Madjarov    

    Lieber webmoritz,
    was meine Kommentar von 22:07 angeht: korrekt wiedergegeben, allerdings etwas unvollständig. Ich habe mich bemüht das ganze etwas differenzierter auszudrücken. Die Kommentar gegen manche im StuPa gehört genauso dazu wie das Anerkenntnis, dass das, was sie sagten, nicht völliger Bullshit war. Die aktuelle Debatte ist zwar lang, aber in einem Parlament, in dem diskutiert und nicht nur vorgefertigte Statement abgelassen werden, ist das eben so. Wir spiegeln eben auch die Studierendenschaft wieder, da sind die Meinungen und Stile eben differenziert.
    Und inhaltlich war da auch einiges mehr dabei als schwurbelschwurbelschwurbel. Ihr könntet ja mal schreiben, was die einzelnen StuPa-Mitglieder inhaltlich vertreten. Da wurden neben dem blabla viele Positionen geäußert, die zukünftige Wähler_innen interessieren könnte. Wer ist für/gegen Lehrer_innenverbeamtung, Bafög-Initiative, Semesterticket…?
    Ich weiß dass jeder Hauch einer Kritik ein StuPa-Mitglied in Todesgefahr bringt, deshalb hoffe ich, dass ihr es als Bitte auffasst.

    1. Ja_K    

      Die viel wichtigere Frage: welchen relevanten Entscheidungsträger sollte die Meinung eines simplen Stupa-Mitglieds auch nur ansatzweise interessieren?
      Der Hinweis des Ticker-Schreiberlings (22:10) mit "größenwahnsinnig" war schon nicht total deplaziert.

    2. Gabriel Kords    

      Ich kann dem adhoc nur meine Privatmeinung gegenüberstellen, die ja auch mehr als deutlich (und hoffentlich zumindest ansatzweise vom Inhaltlichen abgegrenzt) im Ticker durcklingt: Mir ist nicht klar, warum diese mehr als anderthalbstündige Debatte wirklich im Plenum geführt werden muss.
      Ansonsten danke ich dir für das ausführliche Statement. Lediglich das mit der Todesgefahr halte ich für überspitzt, aber ich überspitze im Kommentar ja auch hier und da… 😉

      1. Peter_Madjarov    

        Klar war der Debattenablauf im Einzelfall alles andere als gut. Ich will deinem EIndruck gar nicht widersprechen, ihn höchstens ein bisschen abschwächen. Trotzdem war es eine wichtige Debatte. Ich würde mir wünschen, wenn im Ticker zum Beispiel auftaucht "Erik von Malottki und Alexander Schmidt sehen die Verbeamtung von Lehrer_innen kritisch". Im Ticker kommt leider überhaupt nicht zum Ausdruck, worüber gestritten wurde. War viel Mist dabei, aber nicht nur. In der Zeit, als ich nicht im StuPa war, habe ich oft den Ticker gelesen um zu wissen, was gerade die "heißen Themen" sind.

        Übrigens war meine persönliche Erklärung nur am Rande auf die Medien bezogen, auch und vor allem die StuPa-Mitglieder sollten die Debatten ernst nehmen und inhaltlich verfolgen.

  5. weltputsch    

    Selbst ein Nicht-Anwesender bekommt durch den Ticker den Eindruck eines ungeordneten Haufens, der anscheinend keinerlei Sitzungsleitung hat. Um weiter sinkende Wahlbeteiligung muss sich das StuPa keine Sorgen mehr machen – sicher es wurden auch wichtige Sachen besprochen und beschlossen, aber in einer offensichtlich unkultivierten Art und Weise, die seines gleichen sucht. Strafft euch mal!

    1. Gabriel Kords    

      Dieser Eindruck trifft so nur auf den Teil nach der ersten Pause zu. Im ersten Teil lief die Sitzung zügig und konstruktiv. Womöglich sollte das StuPa mal wieder darüber nachdenken, künftig wöchentlich zu tagen, um auf diese Weise die Sitzungslänge zu reduzieren und die eigene Konzentrationsfähigkeit zu steigern…

  6. Gabriel Kords    

    Juso-Stupist und Alt-Präsident Eric Makswitat hat auf dem Blog der Jusos ("präsi-blog") einen Beitrag veröffentlicht, der sich auch an unserem (respektive: meinem) Live-Ticker abarbeitet. Er findet sich unter der URL http://praesi-blog.de/2011/10/12/nachlese/

    1. Bib931    

      Ein literarisches und persönliches Armutszeugnis des Wannabe-Präsidenten und Lachnummer #1 ERIC MAKSWITAT!

  7. MissMutig    

    Ich bin wirklich froh, dass es die Moritz Medien gibt und dass ihr euch engagiert. Aber dieser Ticker ist so unsachlich. In ihm stehen genauso viel Informationen wie in der Bild. Ich weiß, dass ist sehr harte Kritik, aber das tut beim Lesen weh. Muss man es darauf anlegen, unprofessionell zu sein? Ein Ticker sollte informieren und zwar so, dass die Leser sich selbst ihre Meinung bilden können. Stattdessen dominieren kindisches Geläster, nervige Übertreibungen und plumpe Anmerkungen. Das StuPa wird kritisiert, vielleicht in manchen Dingen mit Recht, aber das Niveau des Berichterstatters ist nicht besser. Irgendwie ist das peinlich. Auch das Gezicke zwischen dem StuPa und dem Webmoritz. Was habt ihr davon? Ich hab das Gefühl, dass einige wirklich nichts besseres zu tun haben. Ein bisschen mehr Würde und gegenseitiger Respekt ist nicht so schwer, sonst machen sich das StuPa und der Moritz noch lächerlicher.

    1. Wildfuchs    

      Ich kann mich dem oben genannten nur anschließen. Es ist toll, dass webMoritz tickert, aber dieser Ticker ist einfach peinlich.

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