shadow

So einfach und so schnell war die Entscheidung, als die Wahl auf das Auswärtsspiel der Hengste in Reinkenhagen fiel. Die SG Reinkenhagen war bei mir ein fast weißes Blatt. Zwei Sportplätze werden von der SGR beackert. Ziemlich undurchsichtig ist das Namengewirr, so fand das Spiel am Samstag am Bahnhof von Miltzow statt, was auf der Ansetzungsseite mit der Information „Austragungsort: Sundhagen“ ausgewiesen war. Den Platz zu finden stellt nicht das große Problem dar, wenn der Platz „Am Bahnhof“ tituliert wird. Gesehen hatte ich das Teil allerdings noch nie von der Bahnstrecke aus. Das geht auch nicht, weil Bäume es verdecken. Dahinter gibt es dann einen Platz, Imbiss und eine Umkleide. Spektakulär ist anders, aber wesentlich besser als unsere Berliner Plastik-Plätze.

Greifswald hatte von Beginn an Probleme mit der SGR. Chancen gab es auf beiden Seiten nicht, aber von hinten nach vorn gelang den Hengsten rein gar nichts. Für die Erstis: Der HFC 92 wird im Volksmund „Hengste“ genannt, da der Verein so benannt wurde. Die Hengste verstecken sich seit ein paar Jahren hinter dem „H“ im Vereinskürzel „HFC“. Aus dem Wappen verschwand der Hengst gar gänzlich und wurde durch einen Greif ersetzt.

Die erste halbe Stunde des Spiels am 27.10. plätscherte so dahin. Das Gesprächsthema der Zuschauer war daher ein Wildschein, ein mächtiger Keiler, der wohl am letzten Mittwoch ein Auto übersehen hatte. Nicht wenige hielten an und gafften.

Dann begannen acht Minuten, die HFC-Trainer Henry Dünow zur Weißglut brachten. Grund dafür waren ein Tore-Dreier binnen dieser Zeit. Zuerst Kuhn per Foulstrafstoß, dann Zimaks Treffer und zu guter Letzt zieht Schmidt aus zwölf Metern flach ab, trifft den Innenpfosten, von dem der Ball dann abprallt und die Torlinie überschreitet. Das hat gesessen! Die Vorentscheidung, ganz klar! Dennoch blieben alle 60 Zuschauer. Erstaunlich, denn so einladend war das Wetter  nicht. Windig, nass und kalt, kalt, kalt. Als HFC-Beifallrufer hätte man noch Geld bekommen müssen. Eintritt wollte heute scheinbar niemand. Obwohl  die benachbarte Bahnhofsuhr wohl schon seit ein paar Jahren 10:37 Uhr anzeigt, ging es pünktlich 16:01 an diesem Samstag weiter.

In der zweiten Hälfte wurde nur noch das Kosmetiktäschchen ausgepackt – 3:1 durch Giese, 4:2 Serroukh. Das letzte Tor für die Hengste fiel erst in der 83. Minute. Eine HFC-Chance gab es noch, ehe Reinkenhagens Bahmani mit seinem Kracher den Schlusspunkt setzte. Die Niederlage zieht die Hengste nun auf den 14. Platz. Abstiegskampf kennt man bereits im Hengste-Park. Die Personaldecke ist dünn, sodass es wieder schwierig werden könnte. Schon am Mittwoch kommt die SG Wöpkendorf nach Greifswald. Schon wieder ein Duell um die Kellerplätze.

Bilder: Michael Fritsche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Ähnliche Artikel