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Brinke-Mahnwache_Katrin-HauboldAm 30. September rief das Aktionsbündnis „Brinke 16-17 erhalten“ zu einer Demonstration auf, die dem Wunsch nach der Erhaltung des Gebäudes in der Brinkstraße noch einmal Ausdruck verleihen sollte. Nachdem die Demonstration beendet war, schritt eine weitere Initiative, die Brinke WG, zu drastischeren Mitteln: Die Brinkstraße 16 bis 17 wurde besetzt. Am 2. Oktober fand eine erste Gerichtsverhandlung zur Zukunft  des Gebäudes statt.

Die Brinkstraße 16/17 polarisiert. Für die einen ein Schandfleck, der aus dem Gesicht der Stadt entfernt werden muss, für die anderen einer der letzten Orte, an denen man in der Mühlenvorstadt noch zu erschwinglichen Preisen wohnen und sich zudem mit Biolebensmitteln eindecken kann. Bereits seit zwei Wochen versuchen letztere ihr kleines Paradies zu retten, indem sie zu täglichen Mahnwachen vor dem Gebäude aufrufen.

Am 30. September zogen die Protestanten durch die Straßen Greifswalds, danach quartierten sich einige von ihnen in dem Gebäude ein.

Am 30. September zogen die Protestanten durch die Straßen Greifswalds, danach quartierten sich einige von ihnen in dem Gebäude ein.

Am 30. September organisierten die Initiative “Brinke 16-17 erhalten!” zudem eine Demonstration. Gestartet wurde diese am Amtsgericht. Unter dem Motto “Brinke 16-17 retten – für bezahlbaren Wohn-, Gewerbe- und Kulturraum” zogen die Demonstranten in Richtung des Streitobjektes. Hier quartierten sich einige Demoteilnehmer umgehend ein und fordern eine Änderung der “einseitig orientierten Wohnungsbaupolitik und Mietpreissteigerung in Greifswald.” Die Besetzer nennen sich selbst “Brinke WG” und bestehen aus Greifswaldern und Zugezogenen, auch Neu-Studenten die keine Wohnung finden konnten und sind von der Initiative “Brinke16-17 erhalten!” unabhängig. Sie wollen nicht nur für den Bioladen, sondern auch für den Erhalt eines der ältesten Vorstadthäuser demonstrieren. Zwar sei der Wohnraum bewohn- und bezahlbar, ohne sie würde dieser jedoch ungenutzt bleiben, da der Betreiber Roman Schmidt nur den Abriss des Gebäudes wolle.

Verlassen will man das Gebäude erst dann, wenn der Abriss des Gebäudes verhindert ist. Außerdem rechtfertigen sie sich auf ihrer Website: Der Eingriff in Schmidts Eigentum sei zulässig, da man nicht mit ansehen könne, wie dieser das Gebäude einfach verfallen lassen würde und somit ein Teil Greifswalder Geschichte auslöschen möchte.

Urteil der Verhandlung erst in zwei Wochen

Die Mahnwache am 2. Oktober: Ein Teil der Protestler ist bei der öffentlichen Verhandlung im Gerichtssaal.

Die Mahnwache am 2. Oktober: Ein Teil der Protestler ist bei der öffentlichen Verhandlung im Gerichtssaal.

Am 10. September stand bereits das Bauunternehmen vor der Tür, die Vorbereitungen für den Abriss konnten nur verhindert werden, indem ein spontanes Protestfrühstück organisiert wurde. Momentan läuft eine Räumungsklage gegen den im Gebäude ansässigen Bioladen Sonnenmichel. Am 2. Oktober verhandelte das Amtsgericht Greifswald öffentlich über dessen Zukunft. Mit einer Mahnwache vor dem Gericht wollten die Demonstranten ihre Ablehnung der Pläne des Eigentümers des Hauses kundtun. Viele junge Erwachsene fanden sich unter den Protestlern. Eine junge Studentin erzählt, dass sie früher in dem Haus gewohnt hatte, im August 2012 aber die WG aufgelöst wurde. “Ich finde, es ist ein Stück Greifswalder Kultur und Architektur, das erhalten bleiben sollte”, erklärt sie. Gegen 11.45 Uhr, eine dreiviertel Stunde nachdem geplanten Ende der Verhandlung, wurde bekannt gegeben, dass das Urteil erst in zwei Wochen verkündet werde.

 

 

 Fotos: Katrin Haubold (Mahnwache, Titelbild), Brinke 16-17 erhalten! (Demonstrationszug, kein cc)

Kommentare

  1. Mu    

    Ich kenne keinen einzigen Greifswalder und habe von keinem einzign gehört der das Gebäude für einen Schandfleck hält. Wieso auch, sieht doch voll idyllisch aus mit den großen Schaufenstern und den Markisen.

  2. sAtiRikEreI    

    Schandfleck? Das verfehlt den Kern der Sache. Da kauft Person A ein Grundstück , mit dem Ziel dort ein modernes Gebäude entsprechend städtischem Recht zu bauen. Person a spricht Person B, der im alten Gebäude einen Bioladen betreibt, eine ordentliche Kündigung aus.

    Ab jetzt wird es kurios. Jahrelang stand die Bude leer. Wohnen möchte dort auch niemand.
    Aber mit viel Gepolter, dafür ohne Argumente, verzerren jetzt einige Personen den Sachverhalt.
    Der Bioladen wehrt sich gegen die Räumungsklage, was die Angelegenheit nur verteuern dürfte.

    Und der Grund bleibt weiterhin unklar. Nehmen wir an, der Bauunternehmer A hat den Baubeginn für dieses Jahr fest eingeplant. Die Initiative wäre evtll. für Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit der Mitarbeiter verantwortlich. Aber Bauunternehmer A ist nicht so blöd, wie die Initiative zu sein scheint. Sie versucht jetzt weiter den Bauunternehmer zu nötigen.

    Ich freue mich auf den Tag, an dem die Polizei den Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung unterstützt. Auch ich könnte ein Haus kaufen und dann mit solchen Personen konfrontiert werden.
    Irgendwie soll jeder mit seinem Eigentum machen können, was er möchte. Für baulich besonder Objekte gibt es den Denkmalschutz, was hier vorliegend nicht der Fall ist.

    Worum geht es also? Ich erkenne nichts als heiße Luft und trotziges Verhalten. Hier versuchen ein paar Menschen den Bauunternehmer für gesamtgesellschaftliche Veränderungen und die daraus folgende Umstellung der Versorgungslandschaft haftbar zu machen. Der Bauunternehmer kann aber auch nichts dafür, dass in seiner Hütte ein durchaus schützenswerter Bioladen eingemietet ist. Der allerdings überall anders auch eine Unterkunft anmieten kann.

    Aber ein Gutes hat die Sache. Die breite Unterstützung in der Bevölkerung für "linke Ziele" wie diese, geht spürbar zurück. Denn diesen Schwachsinn kann von Denkenden nur selten nachvollzogen werden.

  3. brinke WG    

    Leider muss ich dir in ALLEN Punkten widersprechen.

    “modernes Gebäude entsprechend städtischem Recht” – es gibt (ja, unbestätigte) Vermutungen das schon beim Nebengebäude die zulässige Bebauungshöhe überschritten wurde. Zudem hat der Eigentümer schon in einigen Situationen angedeutet dort Eigentumswohnungen bauen zu wollen, also Wohnraum von dem auch nur Besserverdienende profitieren.

    “Jahrelang stand die Bude leer.” – stimmt nicht. Bis vor einem Jahr waren noch Wohnungen bewohnt. Der Wohnstandard ist niedrig, variert aber zwischen den einzelnen Wohnungen stark. Zweifelsohne müsste an einigen Wohnugen etwas gemacht werden, andere sind bezugsfertig. Hätte der Eigentümer nicht dafür gesorgt die Mieter zu kündigen um neu bauen zu können, wären die Wohnungen weiter bewohnt gewesen.

    “verzerren jetzt einige Personen den Sachverhalt.” – den Sachverhalt verzerrst du, wenn du behauptest bei diesen Protesten und vor allem der Besetzung würde es nur darum gehen einen Bioladen zu retten. Natürlich kann der auch woanders hin. Hier geht es viel mehr darum, dass Anwohner_innen in die Gestaltung ihrer Stadt mit einbezogen werden sollten und mindestens 1500 von ihnen haben sich auf Unterschriftenlisten für den Erhalt ausgesprochen (Sammelzeitraum ist mir gerade unbekannt). Zudem geht es darum vorhandenen Wohnraum zu erhalten und nutzbar zu machen, der gerade für Niedrigverdienende und Initiativen nötig ist. Wir sind nicht gegen neuen Wohnraum oder Neubauten generell. Wir haben aber ein Problem damit, wenn ein, die Straße belebendes Gebäude, für das es konkrete kulturelle und soziale Nutzungspläne seitens der Initiative gibt, für teuren und gesichtslosen Wohnraum und – im Endeffekt Profitinteressen abgerissen werden soll.

    Wenn du an dieser Stelle beginnst mit freier Marktwirtschaft und Eigentumsrecht zu argumentieren, dann ist dir doch auch klar, das wir dabei völlig gegensätzliche Ausgangspunkte haben werden, die in eine Grundsatzdiskussion führen.

    Für “Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit der Mitarbeiter” ist der Eigentümer selbst verantwortlich, wenn er, wie es neuer Trend in der Baubranche zu sein scheint, sich seine Mitarbeiter nur projektbezogen von Leiharbeitsfirmen mit unterirdischen Löhnen bestellt.

    Als Nötigung könnte der Eigentümer die Besetzung auffassen, nicht jedoch die Arbeit der Initiative, die sich in den 1 1/2 Jahren ihrer Arbeit immer dialogbereit gezeigt hat. Den Vorwurf der Nötigung würden wir, als Besetzer_innen eher als zivilen Ungehorsam beschreiben, der angemessen ist, wenn ein Einzelner Interessen des Gemeinwohl so offensichtlich verletzt.

    “Hier versuchen ein paar Menschen den Bauunternehmer für gesamtgesellschaftliche Veränderungen” – ihm dafür die alleinige Verantwortung aufzubürden wäre wahrlich verkürzt. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Auf der Demo und allen Transparenten der Besetzung wurde der größere Zusammenhang einer Forderung nach sozialer Wohnungspolitik hergestellt. Die Brinke 16/17 wurde zum Anlass genommen diese Themen aufzugreifen. Aber es geht auch um seine konkrete Verantwortung in diesem konkreten Fall. Und so wie er Teil der Entwicklung ist, ist es auch berechtigt ihm in dieser Hinsicht entgegen zu treten. Zumal er mannigfaltige Ausweichmöglichkeiten hätte (3 Tauschgrundstücke, 1 Kaufangebot).

    Natürlich unterliegt er im Kapitalismus auch nur kapitalistischen Regeln, aber 1.hat er hier genug Spielraum anders zu handeln und 2.lassen sich gesamtgesellschaftliche Prozesse schlecht nur theoretisch thematisieren (Eigentum in Frage stellen) oder nur von der Politik einfordern (soziale Wohnungspolitik), sondern anhand konkreter Beispiele deutlich machen.

    “Die breite Unterstützung in der Bevölkerung für “linke Ziele” wie diese, geht spürbar zurück.” – sorry, aber leider auch falsch. Seit der Besetzung überschlagen sich die positiven Reaktionen von (interessanterweise überwiegend älterer) Bevölkerung, Anwohnern, Medien. Ein Reporter fragte viele Anwohner_innen der Brinkstraße und erhielt durchweg wohlwollende Rückmeldungen mit Ausnahme einer Bemerkung über die Lautstärke.

    Ein Denkmalschutzantrag wurde übrigens gestellt und ist noch nicht entschieden. Kunsthistoriker Felix Schönrock sieht das Gebäude jedenfalls als schützenswertes Ensemble. Infos stehen hier: http://brinke16bis17.de/wordpress/?page_id=39

    1. sAtiRikEreI    

      "gegensätzliche Ausgangspunkte" trifft es ganz gut. Ich lebe in der Realität und orientiere mich an Fakten. Für mich ist Eigentümer, wer im Grundbuch steht.

      Bei Dir scheint das anders zu sein. Ist Eigentümer wer es am meisten möchte?
      Bald kommen die kalten Tage und dann werden wir sehen, was passiert. Ich vermute, dann wird es auch im Traumland ungemütlich. War eigentlich der Schornsteinfeger dort? Nicht dass die Benutzung der Öfen untersagt ist?

      Wenigstens versucht die OZ in diesem Fall etwas objektiver zu sein als der Moritz hier und lässt auch die Gegenseite zu Wort kommen. Deren Argumente sind schlüssig und nachvollziehbar.

      "Einfach sei der vorliegende Fall aus Sicht des Richters, da der Mietvertrag des „Sonnenmichels“ zum 31. Dezember 2013 gekündigt wurde. Weil Betreiber Ende einen Aufschub erbat, zeigte sich Hausbesitzer Schmidt kulant und gewährte ihn bis zum 15. März. In der Zwischenzeit sollte Ende aber notariell beglaubigen lassen, dass er die Räume leerzieht. Da er dies nicht tat, erging am 14.März die Räumungsklage. Dennoch blieb der Bioladen im Gebäude."

      "Tatsächlich wollte Schmidt das Grundstück tauschen. Seinen Angaben zufolge sei ihm aber nichts angeboten worden. Er zog die Option noch vor der Räumungsklage zurück. „Der Wille des Klägers, Rechtssicherheit herzustellen, war erkennbar“, befindet der Richter. Dies müsse doch auch dem Bioladenbetreiber und seinem Anwalt klar gewesen sein."

      "Haubold lässt die Anwesenden im Gerichtssaal wissen, dass es in der nächsten Instanz erfahrungsgemäß bis zu einem Jahr dauern könne, ehe der Fall geklärt sei. Dies würde einen deutlichen wirtschaftlichen Schaden für Hausbesitzer Schmidt bedeuten. Eigenen Angaben nach hat er bereits 200 000 Euro für das Projekt Brinkstraße ausgegeben und eine Baugenehmigung in der Tasche. In der Planung für dieses Jahr habe sein Bauunternehmen das neue Wohnhaus fest vorgesehen. „Sollte mein Mandant nicht anfangen können, muss er wohl einen Teil seiner 18 Angestellten entlassen“, erklärt Schmidts Anwalt Arnd Schürmann am Rande der Sitzung. Der Eigentümer sagt, er habe bislang auf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs verzichtet, um den Konflikt nicht eskalieren zu lassen."

      Aber wen interessieren schon die Fakten.

    2. Matthias Hühr    

      "Zumal er mannigfaltige Ausweichmöglichkeiten hätte (3 Tauschgrundstücke, 1 Kaufangebot). "

      Dann mal Butter bei die Fische: um welche Objekte handelte es sich und wie groß war der Unterschied bei der maximal möglichen vermietbaren Wohnfläche.

      Nach meinen Informationen gab es nämlich nur Angebote, die 1. eine schlechtere Lage hatten, 2. keine so große Bebauung zuließen, wie sie in der Brinkstraße möglich wären, wirtschaftlich also deutlich schlechter wären.

      Welche Medien bitteschön? Selbst bei Google-News findet man fast nichts darüber …

      "wenn ein Einzelner Interessen des Gemeinwohl so offensichtlich verletzt." Welche Interessen des Gemeinwohls wurden verletzt?

      "Für "Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit der Mitarbeiter" ist der Eigentümer selbst verantwortlich, wenn er, wie es neuer Trend in der Baubranche zu sein scheint, sich seine Mitarbeiter nur projektbezogen von Leiharbeitsfirmen mit unterirdischen Löhnen bestellt." … DIe Aussage grenzt schon an Verleumndung und von nicht allzu viel kaufmännischen Wissen. Projektentwickler bauen Häuser und verkaufen diese an die zukünftigen Eigentümer. Solche Projekte sind dank der notwendigen Genehmigungen ein langwieriges Unterfangen, welches langfristig geplant werden müssen. Man kann nicht mal so einfach irgendwoanders bauen, nur weil es einigen Leuten nicht passt.

      Die Argumentation mit dem Denkmalschutz finde ich im übrigen mehr als verlogen, denn wenn das Haus unter Denkmalschutz steht, ist die denkmalgerechte Sanierung deutlich teurer, was die Mieten entsprechend hoch ausfallen lässt, weitaus höher übrigens, als wenn man die Eigentumswohnungen vermieten würde…

      1. Marco_Wagner    

        Es gab Zeiten, in denen Sozialdemokraten für sozialen Mietwohnungsbau argumentierten. Sie scheinen ein Beispiel dafür zu sein, dass diese Zeiten der Sozialdemokratie schon längst vergangen zu sein scheinen. Aber nichts für ungut; das ist jetzt nichts, was einen überraschen sollte. Aber durchaus interessant, bei diesem Thema noch einmal anzumerken. 😉

      2. Marco_Wagner    

        Achso… und was die "schlechtere Lage" betrifft, so ist dies höchstgradig subjektiv. Nach meinem Kenntnisstand war die Verkehrsbelastung in einen der vorgeschlagenen Kaufgrundstücke beispielsweise deutlich geringer, als in der Brinkstraße. Es waren meiner Meinung nach durchaus faire Tauschangebote. Wer hat nun Recht? Sie oder ich? Oder ist am Ende alles doch so oder so subjektiv? Und wenn alles subjektiv ist, sollte man sich dann nicht eher daran orientieren, was einem selbst in dieser Frage als wichtig erscheint? In meinem Fall wäre es der soziale Mietwohnungsbau. In Ihrem Fall, so lese ich es aus Ihrem Statement heraus, die Interessen eines Bauunternehmers. Womit wir im Übrigen wieder bei der Frage wären, für welche Interessen so manche Sozialdemokraten heutzutage noch stehen… 😉

        1. Matthias Hühr    

          Ob einer von uns die Angebote fair findet steht hier nicht zur Sache …

        1. Matthias Hühr    

          Allein die Überschriften zeigen schon, dass Focus und SVZ dieselbe DPA-Meldung verbreitet haben, auch die Welt hat DPA drunterstehen, und und und … das sind also positive Reaktionen von Medien … selten so gelacht …

        2. 17vier    

          Es sind alle relevanten lokalen und überregionalen Medien dabei. Lach dich glücklich, aber lach alleine!

        3. Matthias Hühr    

          Glaub mir, ich bin nicht der einzige der darüber lachen kann …

  4. sAtiRikEreI    

    Die Geschichte mit den Tauschgrundstücken ist so lächerlich. Wo leben wir denn, wenn der Wünscher über den Tausch entscheidet. Der Eigentümer wurde verarscht und soll sich noch vorschreiben lassen, wohin er tauscht?

    Aber bitte, welche Tauschangebot(E) wurden unterbreitet?
    M.W. gab es genau eines, und zwar in der Grimmer Straße oder Loitzer Str.
    Gleichzeitig von einer Verkehrslärmbelastung in der brinkstr. zu sprechen zeugt von Chupze.

    Und die soziale Mietwohnungsbaugeschichte, da könnte man genau so gut die Polizeiwache besetzen. Denn die kann genau so viel wie der Eigentümer dafür. Es ist einfach nur Unrecht, wenn man dem Eigentümer hier so begegnet. Da hat man lieber Messiemieter. Aber das scheint die Lügen und Propagandamärchen der Unterstützer kalt zu lassen.

    Soziale Interessen sind eben nur wichtig, wenn sie einem selbst nützen. Was juckt mich die Arbeitslosigkeit von anderen, die ich durch mein Verhalten auslöse. Lass doch die Festangestellten von Schmidt arbeitslos werden. Ist doch seine Schuld, wenn er ein Haus bauen will. Da muss man schon vorher die örtlichen Hausbesetzerschützer um Erlaubnis fragen.

  5. chris63    

    Frage: Seit wann wussten die Mieter, dass das Haus verkauft wird und gab es Überlegungen selber das Haus zu kaufen?

    1. Marco_Wagner    

      Ja, es gab und gibt bis heute Überlegungen, das Haus selber zu kaufen. Der damalige Eigentümer hat sich dann allerdings – aus mir nicht bekannten Gründen – für den Verkauf an Schmidt entschieden. Die Initiative selbst will das Haus wiederum seit einiger Zeit nach wie vor von Schmidt abkaufen, allerdings will Schmidt nicht. Logisch. Er will da ja sein vierstöckiges Wohnhaus hinbauen.

      Daher ja dann der Vorschlag mit dem Tauschgrundstück.

      Und um die Frage nach dem "seit wann": Im Prinzip von Anfang an. Einer der Mieter hat ja deshalb auch ein Kaufangebot unterbreitet. Also es ist nicht so, dass die Mieter nichts getan hätten und erst mit dem nahenden Abriss aktiv geworden wären. Die Initiative ist bereits seit über einem Jahr aktiv. Nur eben noch nicht so lange in der Öffentlichkeit.

      1. 17vier    

        1,5 Jahre, ich glaube, der erste öffentliche Auftritt war hier: http://blog.17vier.de/2013/03/05/fotoausstellung-

        1. chris63    

          Und wie wäre es , wenn man dem neuen Eigentümer ein Angebot machen würde, dass er seinen Neubau machen kann unter der Bedingung, das der Bioladen unter unter den jetzt existierenden Konditionen wieder einziehen kann?

        2. Matthias Hühr    

          "…unter der Bedingung, das der Bioladen unter unter den jetzt existierenden Konditionen…" Warum nicht ganz für lau …? :p

        3. Marco_Wagner    

          Den Vorschlag gab es auch, so weit ich weiß, allerdings geht es der Initiative ja nicht nur um den Bioladen, sondern um das Haus. Wobei der Bioladen bei diesem Hausprojekt wiederum eine Schlüsselrolle einnimmt. Es gibt ein komplettes Konzept, wie das Ganze mal aussehen soll, als Alternativvorschlag zum Wohnsilo. Es geht auch darum, das dortige Stadtleben bzw. eher: Straßenleben zu erhalten. Und das geht verloren, wenn ein Laden mit soziokulturellem Antlitz die Straße verlassen muss.

        4. sAtiRikEreI    

          Leute gibt es, die scheinen aus dem Märchen zu kommen.

          Dem Eigentümer Ein Angebot machen, unter der Bedingung…

          Das ist hier gottseidank nicht möglich. Wenn einer Angebote machen kann, dann der Eigentümer. Alles andere ist Zwang und Enteignung. Und hier schließt sich der Kreis.

          Einige sind so links, dass sie rechts wieder raus kommen ohne es zu bemerken.
          Da wird gern mal dies und das gefordert und am Ende verhält man sich wie in untergegangen Diktaturen. 🙂

        5. Marco_Wagner    

          Das ist Quatsch. Als Mieter hat man jederzeit die Möglichkeit, dem Eigentümer das Angebot zu unterbreiten, ihm das Haus zu Kondition x abzukaufen. Wo das Weltfremd oder märchenhaft sein soll, erschließt sich mir nicht ansatzweise.

          Es gibt kein Gesetz, dass es verbietet, dem Eigentümer ein Kaufangebot zu unterbreiten. Freilich ist der Eigentümer nicht verpflichtet, das Angebot anzunehmen. Aber das ist wieder eine andere Sache.

        6. Matthias Hühr    

          Aha, man machte also dem Eigentümer offenbar ein schlechtes Angebot, der dieses natürlich nur ablehnen kann, und schon ist er der Böse, dem man dieses anschließend öffentlichkeitswirksam vorhalten kann. Kein Wunder dass über diesen "Deal" bisher keine Details verbreitet wurden… wäre wohl zu offensichtlich?

        7. Marco_Wagner    

          Wo lesen Sie das denn aus meinem Kommentar heraus? Das Angebot zu unterbreiten, ein Haus kaufen zu wollen, ist nicht per se ein Schlechtes. Ob das Angebot schlecht ist, oder nicht, ist ja Ansichtssache des Eigentümers. Ich könnte sagen, ja, das Angebot ist OK, ich würde drauf eingehen. Aber wenn der Eigentümer das anders sieht?

        8. sAtiRikEreI    

          "dem neuen Eigentümer ein Angebot machen würde, dass er seinen Neubau machen kann unter der Bedingung, das der Bioladen unter unter den jetzt existierenden Konditionen wieder einziehen kann?"

          Jeder kann jedem jederzeit ein Angebot unterbreiten. Aber irgendwie hast Du nicht verstanden, worauf sich der Kommentar bezog. Und da ist nicht die Rede von einem Kaufangebot. Für mich klingt das eher nach einem Erpresser-Knebel-Angebot mit grundbuchverschärfenden Folgen. 🙂

        9. Marco_Wagner    

          Da haben wir aneinander vorbei geredet. Gemeint war, dass es die Überlegung gab, dass der Bioladen wieder in den Neubau einziehen kann.

        10. sAtiRikEreI    

          "aneinander vorbei" ist sachlich falsch. Du hast den Bezug falsch verstanden wäre richtiger. Denn gemeint war was man klar lesen kann.
          Aber jetzt haben wir es ja. 🙂

  6. sAtiRikEreI    

    Der Leserbrief, heute in der OZ, ist ja auch niedlich. 🙂 Die Initiative scheint es gar nicht gewohnt, dass Medien mal die Gegenseite zu Wort kommen lassen. Die "Medien", wie der Webmoritz, fragen doch sonst nie beim Bauunternehmer.

    Ein Leserbrief, der nur verschwurbelte Formulierungen enthält. Noch immer ohne Fakten. Die Grundstücke, welche angeblich angeboten wurden, hat niemand genannt. Stattdessen verliert der Schreiber sich an Orte, wo angeblich der Tausch vorgeschlagen werden sollte.

    Aber am schlimmsten für die Initiative ist, dass der Bauunternehmer äußerte, dass sein Vertrauen missbraucht wurde. Das Trifft die Initiative hart.

    So hart, als würde der Kopf auf den Pult knallen wahrscheinlich. 🙂

    1. Tobias_Bessert    

      Hallo sAtiRikEreI,

      dein Einwand, dass man nur die eine Seite befragt muss ich für uns als falsch bezeichnen. Wir haben Herrn Schmidt geschrieben und ihn in der Mail gefragt, ob er seine Sicht der Dinge schildern möchte und was er zu der Hausbesetzung zu sagen hat. Auf die Mail haben wir leider bis zum heutigen Tage keinerlei Antwort erhalten.

  7. sAtiRikEreI    

    So Leute,

    das hohe Gericht hat gesprochen. Und jetzt raus aus der Hütte. 🙂
    Beim nächsten mal einfach etwas weniger Unwahrheiten verbreiten, etwas früher tatsächliche Initiative zeigen und vor allem etwas wirklich erhaltungswürdiges finden. Unser schönes Schloss in Ludwigsburg ist vom Verfall bedroht. Aber hey, eigentlich weiß ja jeder, dass es in dieser Auseinandersetzung eher weniger um das Haus an sich als um die kapitalistischen Vorgänge in dieser Stadt geht.

    1. Matthias Hühr    

      Interessanterweise wurde vonseiten des Beklagten damit argumentiert, dass cder Eigentümer angeblich bereit war das Grundstück zu tauschen, was wiederum von den Hausbesetzern geleugnet wird … langsam wird das Erfinden von Fakten in dieser Geschichte echt peinlich …

    2. sAtiRikEreI    

      So Leute, da bin ich wieder,

      heute fand der staatlich unterstützte Auszug der Brinke WG statt. War ganz schön was los da.
      Und jetzt kümmert Euch um Dinge, die wirklich Hilfe brauchen. Das Schloss in Ludwigsburg z. B. sieht ganz schrecklich aus.

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