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BrinkeDiese Flut kann verschiedene Formen annehmen, für die es unterschiedliche Rettungsversuche bedarf. Erst vor wenigen Tagen gab es einen solchen Versuch durch die Initiative „Brinke16-17 erhalten“ und die Altstadtinitiative Greifswald, welche in einem offenen Brief für den Erhalt des Haus- und Hofensembles in der Brinkstraße 16-17 aufriefen. Nun soll am 9. März ein Straßenfest unter dem Motto “Ein lebendiger Ort für eine attraktive Stadt” folgen.

Verhandlungen liegen auf Eis

Trotzdem naht die Abrissflut, welche das 158 Jahre alte Gebäude in der Brinkstraße 16 bis 17 bedroht. Eine der Bemühungen, dies zu verhindern, war es, dem Grundstückseigentümer Roman Schmidt im Tausch ein gleich- oder hochwertigeres Grundstück anzubieten. Diesem Vorschlag habe der Demminer Bauunternehmer anfänglich offen gegenüber gestanden. Nachdem man aber mit Hilfe der Stadt und der Kirche repräsentative Tauschgrundstücke gefunden hatte, habe Schmidt den Termin zur Besprechung weiterer Schritte kurzfristig abgesagt. Die Verhandlungen liegen somit seit Mitte Februar auf Eis und der 15. März, der Auszugstermin des letzten Mieters, der Bioladen „Sonnenmichel“, rückt im näher.

1.000 Unterschriften

Dennoch zeigen sich die Mitglieder der Initiative „Brinke16-17 erhalten“ und die Altstadtinitiative Greifswald e.V. guter Dinge. In ihrem offenen Brief heißt es unter anderem: „In den zurückliegenden 5 Jahren hat sich das Haus in der Brinkstr. 16-17 zu einem Kristallisationspunkt bürgerschaftlichen Engagements entwickelt, einem Ort der Vielfalt und des Austauschs zwischen Menschen unterschiedlichster Couleur. Das Haus bietet Gewerbetreibenden, sozialen und ökologischen Initiativen eine Heimat. Der Bioladen „Sonnenmichel“ ist in der Hansestadt so beliebt, dass über 1.000 Unterschriften für seinen Erhalt gesammelt wurden.“ Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem zahlreiche Greifswalder Vereine und bekannte Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Kultur. So zum Beispiel Prof. em. Dr. Michael Succow, Namensgeber einer Stiftung, die sich um den Naturschutz bemüht, der Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter, der ehemalige Landtagspräsident von Mecklenburg Vorpommern Hinrich Kuessner und der Pfarrer der Domgemeinde Matthias Gürtler.

Um dem Ganzen auf besondere Weise nochmals Substanz zu verleihen, findet am kommenden Sonntag (9. März) zwischen 11 und 17 Uhr ein Straßenfest in der Brinkstraße statt, wo es Informationen zur Situation des Hauses geben wird. Warmes Essen, Kaffee und Kuchen, sowie Spiele und Mitmachangebote für Jung und Alt sind angekündigt, so zum Beispiel Jonglieren, Kickern, Trampolin springen, Kerzenziehen oder Buttons machen. Auf einer kleinen Bühne sind Musiker eingeladen, selbst aufzutreten. Ein Zeichen wird dabei auch die Nähwerkstatt Kabutze setzen, indem sie bei einer öffentlichen Aktion das Haus „einstricken“ will. Als Mahnung vor dem drohenden Abriss.

Wer weiteres erfahren möchte, kann sich über den Blog der Initiative auf dem Laufenden halten.

Bild: Initiative “Brinke16-17 erhalten”, ohne CC-Lizenz

Kommentare

  1. sAtiRikEreI    

    Da hat die Redaktion wieder voll zugeschlagen. Aus welchem Grund nennt Ihr den Namen des Eigentümers. Soll so öffentlicher Druck ausgeübt werden, weil der Mann sein Eigentum nutzen möchte?

    Außerdem ist auch dieser Gastbeitrag, wie der offene Brief, inhaltslos. Ein angebotenes Tauschgrundstück war wohl eher weniger Wert als das in der Brinkstr..

    Welches "höherwertige" Tauschgrundstück gab es denn? Ich jedenfalls glaube das nicht, denn einen Tausch dieser Art, wäre für einen Unternehmer sicherlich interessant. Und der Mangel an Informationen darüber lässt mich hier eine Lüge vermuten.

    Die Initiative "fordert" etwas. Allein das ist frech. Die Mieter sollen sich überlegen, in welcher Position sie stehen. An deren Stelle würde ich eher "bitten". Denn gutes Benehmen kann entscheidenden Einfluss auf Verhandlungen haben.

    Möge Euch für diese Art der Propaganda die Abrissbirne treffen. Gern auch mit vorheriger Zwangsräumung.

    1. Simon_Voigt    

      Auch wenn Du dir das immer so einfach vorstellst, dann ist es aber trotzdem keineswegs so, dass hinter jeder hier veröffentlichten Zeile Kalkül und Propaganda steckt. Ich weiß, dass ist so schön einfach, da kann man sich die Welt schnell erklären und es ist klar, wo jeder steht. Nur stimmts dummerweise nicht. Ich weiß ja nicht, ob dich das überhaupt interessiert oder ob Du dir deine Kritikpunkte lieber selbst konstruierst. Wie immer gilt: Komm' mal runter!

      1. sAtiRikEreI    

        Wo runter? Die Redaktion hat die Verantwortung, den Artikel zumindest zu prüfen. Und da müsste die Frage aufkommen, warum der Klarname des Vermieters im Text steht.
        Ich vermute selten Kalkül, weil oft schlichte Inkompetenz die Ursache ist.

        Aber schön, wie Du mit keinem sachlichen Wort auf die Kritik eingehst.
        Nicht das die Redaktion an Ende zugeben müsste, dass es doch kein "höherwertiges" Tauschgrundstück gibt.

      2. Matthias Hühr    

        Sorry, aber sAtiRikEreI hat völlig Recht!

        Ein Blick in den Pressekodex:

        Ziffer 8 – Schutz der Persönlichkeit

        Die Presse achtet das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung. Ist aber sein Verhalten von öffentlichem Interesse, so kann es in der Presse erörtert werden. Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen; bloße Sensationsinteressen rechtfertigen keine identifizierende Berichterstattung. Soweit eine Anonymisierung geboten ist, muss sie wirksam sein.

        Die Presse gewährleistet den redaktionellen Datenschutz.

        1. 17vier    

          Das sehe ich völlig anders und erkenne ein öffentliches Interesse an diesem Bauvorhaben, das sich u.a. in dem offenen Brief ausdrückt. Bereits in der Vergangenheit wurde über Greifswalder Immobiliengeschichten von lokalen Medien berichtet, von Torsten Abs bis Douglas Fernando. Nach meinem Kenntnisstand ist die Brinkstraße nicht das einzige Objekt, dass Schmidt verantwortet, sondern er ist auch an anderen Stellen in der Stadt aktiv. Abgesehen davon ist damit zu rechnen, dass die zukünftige Baustelle auch nach Baubeginn mit einem entsprechendem Banner geschmückt wird, dass ihn als Verantwortlichen ausweist — das ist weder Geheimwissen noch Drohkulissen.

    2. 17vier    

      "Außerdem ist auch dieser Gastbeitrag, wie der offene Brief, inhaltslos."

      Meine Güte, dafür, dass du dich hier seit Wochen mit Kritik an der Redaktion des webMoritz abarbeitest, solltest du ein Gefühl dafür gekriegt haben, wer zur Redaktion gehört und was ein Gastbeitrag ist.

  2. sAtiRikEreI    

    Schade, dass keine inhaltlichen Argumente auf meine Fragen folgen.
    Da wird es wohl die Abrissbirne sein, die Fakten schafft. 😉

    1. Froschsalat    

      Welche Fragen? Vielleicht ist Dir aus Deiner ungeliebten Schulzeit noch der Unterschied zwischen rhetorischen Fragen und denen zur Informationsgewinnung bewusst.

      1. sAtiRikEreI    

        Da längere Texte vielleicht zu schwer zu erfassen sind für Dich, hier ein Auszug, mit einer nicht beantworteten Frage.

        "Welches "höherwertige" Tauschgrundstück gab es denn? Ich jedenfalls glaube das nicht, denn einen Tausch dieser Art, wäre für einen Unternehmer sicherlich interessant. Und der Mangel an Informationen darüber lässt mich hier eine Lüge vermuten. "

        1. Froschsalat    

          Der Autor schreibt nicht, dass ein höherwertiges Tauschgrundstück gefunden wurde, sondern dass mit der Stadt und Kirche "repräsentative Tauschgrundstücke" ausfindig gemacht und angeboten wurden. Die Unterstellung einer Lüge fußt auf einer kontextuell falsch verstandenen Aussage. Da der Inhaber und zuküntige Bauherr nicht weiter darauf eingegangen ist, erklärt es sich auch ohne Kenntnis der konkreten Grundstücke, dass es sich nicht um einen vorteilhaften Tausch gehandelt hätte. Folglich werte ich Deine Frage weiterhin als rhetorisch. Sie führt stilistisch zudem so schön zu Deiner "Alles Lüge"-Schlussfolgerung.

          Nächste Frage?

        2. sAtiRikEreI    

          Dafür, dass Du das so wegwischt wurde aber viel trara um das Tauschgrundstück in der Loitzer Str., glaube ich, gemacht. Und wenn ich ein Grundstück anbiete, kann ich doch auch sagen welches es ist. Erst recht wenn ich andere Details, wie den Namen des pösen Besitzers, so bezeichnend im Text plaziere. Nene, da stinkt was.

          Also welches höherwertige Grundstück wurde dem Eigentümer angeboten um den Erhalt der Brinke durchsetzen zu können?

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