Am Mühlentor Baustelle-David VössingWer momentan die Straße Am Mühlentor von der Fußgängerzone bis zur Europakreuzung nutzt, kann sehen, wie sich die Baustelle seit einigen Wochen entwickelt. Die Zufahrt zur Mensa  erleichtert dies nicht gerade. Vor ein paar Tagen wurde ein historisches Grabengewölbe entdeckt, welches die Bauarbeiten leicht verzögert. Bis zum Jahresende sollen sie aber abgeschlossen sein.

Nach Einschätzung von Giannina Schindler vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege handelt es sich bei dem historischen Grabengewölbe um die Verrohrung des inneren Stadtgrabens aus dem 18 Jahrhundert. Mit dem Fund hätten sie aber nicht gerechnet. „Das imposante Bodendenkmal ist eine super technische Anlage und einzigartig für Greifswald“, fügte Grit Hanke vom städtischen Tiefbau- und Grünflächenamt hinzu. Das Bauwerk stammt aus der sogenannten „Schwedenzeit“.

Umplanung ermöglicht den Erhalt

Seit 1630 stand Greifswald unter schwedischer Herrschaft, nachdem der schwedische König Gustav II. Adolf von Pommern aus in den Dreißigjährigen Krieg eingegriffen hatte. Erst mit dem Wiener Kongress 1815 fiel „Schwedisch-Pommern“ an Preußen, nachdem es zuvor kurz in dänischer Hand war. Auch das Hauptgebäude der Universität stammt aus dieser Zeit. Damit das Bauwerk erhalten bleibt, wird eine geplante Trinkwasserleitung nun um 20 Meter in Richtung Europakreuzung um die Fundstelle herum verlegt. Das Bauwerk selbst ist bereits dokumentiert und wieder mit Erde abgedeckt worden.

Blick auf das historische Grab

Blick auf das historische Grabengewölbe

Allerdings sorgt der Fund auch für eine geringe Verzögerung der Bauarbeiten. Die Stadtwerke erneuen hier gerade ihre Versorgungsleitungen von der Europakreuzung bis zum Beginn der Fußgängerzone. Dabei haben sie schon den größten Teil der Strecke zurückgelegt. Erkennen lässt sich das daran, dass eine Seite der Straße von einer wasserfesten Schicht bedeckt ist. Später sollen hier hochwertige Granitsteine verlegt werden, welche die bisherigen, unebenen Platten ersetzen. Bis das soweit ist, dürfte es allerdings noch bis Jahresende dauern.

Zusätzlich soll das historische Mühlentor mit einem Bronzeband im Boden nachgezeichnet werden. An beiden Seiten des Weges werden außerdem Orientierungsstreifen für Sehbehinderte eingerichtet, wie sie bereits Im Schuhagen zu finden sind.

Fotos: David Vössing