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Wappen_Mecklenburg-VorpommernNicht nur in Greifswald und im umliegenden Wahlkreis, auch im ganzen Bundesland erreichte die CDU bei der Bundestagswahl 2013 mit Abstand die meisten Stimmen. Starke Verluste in Mecklenburg-Vorpommern müssen hingegen Linkspartei, FDP und die Grünen verkraften. Die AfD erreicht auf Anhieb ihr drittbestes Ergebnis im ganzen Bundesgebiet.

Genau wie im Bund konnte die CDU auch in Mecklenburg-Vorpommern ihr Ergebnis im Vergleich zur den Wahlen 2009 deutlich ausbauen. 42,5 Prozent der Zweitstimmen gingen nach letzten Hochrechnungen an die Christdemokraten, eine Steigerung von fast 10 Prozentpunkten. Die Linkspartei bleibt zwar zweitstärkste Kraft, muss aber im Nordosten herbe Verluste einstecken (minus 7,5 Prozent). Ähnlich trifft es die FDP, die in den letzten vier Jahren stark abbaute (minus 7,6 Prozent). Die SPD konnte sich nur leicht (plus 1,2) verbessern und bleibt auf Platz drei. Aus dem Stand schaffte es die AfD 5,6 Prozent der Zweitstimmen auf sich zu vereinen, auch im bundesweiten Vergleich ist dies ein gutes Ergebnis, nur in Thüringen (6,2 Prozent) und Sachsen (7 Prozent) gab es mehr. Die Grünen verlieren 1,2 Prozent von ihrem Stimmenanteil, die Piraten 0,4 Prozent.

Wie auch die Landtagswahl 2011 zeigte, befindet sich die rechtsradikale NPD im Abwärtstrend (minus 2,8 Prozent). Laut Endstation Rechts dürfte sie bundesweit bei etwa 1,2 Prozent stehen.

Bundestagswahl 2013: Zweitstimmenverteilung in MV (Stand:00.01 Uhr)

Verteilung der Zweitstimmen aus MV nach den Bundestagswahlen 2013 und 2009 im Vergleich (Stand:00.01 Uhr). Einige der Sonstigen fehlen.

CDU gewinnt alle Wahlkreise

Bei den Direktmandaten gehen nun alle sechs Wahlkreise an die Kandidaten der CDU, 2009 gab es noch mit Steffen Bockhahn (Linke) aus Rostock einen Wahlkreisgewinner aus einer anderen politischen Richtung. Angela Merkel erreichte das beste Ergebnis, mit ihr ziehen Eckhardt Rehberg (WK 17), Matthias Lietz (WK 16), Karin Strenz (WK 13), Dietrich Monstadt (WK 12) und  Peter Stein (WK 14) in den 18. Bundestag ein. Weiterer Vertreter für Mecklenburg-Vorpommern kommen über die Landeslisten hinzu. Bei der Linkspartei sind es Dietmar Bartsch, Heidrun Bluhm und Kerstin Kassner. Für die SPD ziehen Sonja Steffen, Frank Junge, Jeannine Pflugradt ein. Steffen und Kassner ist es somit gelungen, ihr im Wahlkreis 15 nicht gewonnenes Direktmandat mit einem Platz auf der Landesliste kompensieren zu können. Harald Terpe ist der einzige Kandidat der Grünen, der es aus MV in den Bundestag geschafft hat.

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,4 Prozent und ist somit nach 2009 (63 Prozent) wieder ein wenig angestiegen. Im bundesweiten Vergleich ist der Nordosten etwas abgeschlagen, in Berlin und vielen westlichen Bundesländern gehen mehr Menschen zur Wahl.

Alle verwendeten Statistiken befinden sich beim Bundeswahlleiter und beim Landeswahlleiter.

Artikelbild: Landeswappen via Wiki-Commons

Kommentare

  1. tacr    

    Wäre echt schön, wenn der Autor mal seine politische Meinung bei einer Ergebnismeldung außen vor lassen könnte (auch wenn er wahrscheinlich das Wortspiel in der Überschrift lustig findet). Dass die NPD in der Stadt Greifswald schon lange keine Rolle mehr spielt könnte auch mal erwähnt werden. Außerdem ist es seit der Reform des Wahlrechts gleichgültig wer das Direktmandat gewinnt, weil die anderen Parteien proportional ebenfalls Ausgleichsmandate erhalten.

    1. Simon_Voigt    

      In Anbetracht der Tatsache, dass die CDU mit ihrer traditionellen Parteifarbe Schwarz überall in MV die Wahl mit Abstand für sich entscheiden konnte, hielt ich die Überschrift für eine treffende Zuspitzung. Kann man missverstehen, muss man aber nicht. Hätten die Grünen gewonnen, stünde da sicher etwas von einer grünen Welle, bei der SPD wäre es der rote Tag geworden. Hätten die Piraten haushoch gewonnen, dann hätte ich mich ganz klar für folgende Überschrift entschieden: "Müssen wir jetzt alle Augenklappen tragen?"

      1. Teodric    

        Da ich normalerweise oft politische Ungewichtung beim Moritz kritisiere und dort auch weiterhin eine interne Debatte anraten würde, muss ich Simon heute mal in Schutz nehmen.
        Der Artikel ist nämlich diesmal ausgewählt neutral und sachlich. In diesem Lichte und dem des ja wirklich spektakulären Landesergebnises finde ich, dass der Scherz keineswegs auf konservative Kosten geht, sondern eher die Monumentalität des christdemokratischen Sieges gut repräsentiert. Auch wenn ich hier wie immer eine Einzelmeinung vertrete, 57% Direktstimmen kann man schomal als schwarzen Tag bezeichnen. 😀
        Als Titel für de SPD Sieg wäre im Übrigen auch der absurde Propagandafilm "Die rote Flut" mit Patrick Swayze klassisch gewesen. Aber das ist ja zum Glück eine hypothetische Debatte.
        Von daher verteile ich heute ein großes Bienchen für den Artikel und kann nur sagen:

        Black is beautiful.
        😉

        1. Matthias Hühr    

          Ich wäre eher für "MV sieht rot!" 😉

        2. Manfred Peters    

          Es war ja zu erwarten und sei Euch gegönnt, immer noch besoffen vom Wahlsieg? http://www.youtube.com/watch?v=zJzZIWieyF0
          Leider soll danach ja irgendwann der Kater sein Unwesen treiben und auch den habt ihr Euch redlich verdient. 😉

  2. Strandvogt    

    Die Überschrift ist doch zutreffend, wenngleich noch untertrieben. Ich sehe für ganz Deutschland schwarz. 7% der CDU Wähler haben sich nämlich vom Wahlprogramm leiten lassen, 44% haben ihre Wahl allein an der Person Merkel festgemacht. Das ist ja schon Personenkult ,wie in Nordkorea und hat wenig mit gesundem Menschenverstand zu tun.

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