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Der PolenmARkT lockt nicht nur kulturell interessierte Menschen nach Greifswald, sondern auch deutsche und polnische Politiker. Diese trafen sich am 20. und 21. November in der Aula der Universität Greifswald zum vierten Spitzentreffen der Oder-Partnerschaft.

Die Partnerschaft ist ein Verbund der Oder–Anrainerregionen auf deutscher und polnischer Seite. Ihr Ziel ist es, die Kooperation auf den Feldern Wirtschaft, Tourismus und Verkehr zu verbessern und somit die Region attraktiver zu machen. Eingeladen zur Konferenz hatte Mecklenburg–Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering. Unter den scharfen Blicken der alten Rektoren im Konzilsaal der Universität berichteten gestern die Politiker von ihren Ergebnissen.

Als Hauptthema auf der Konferenz galt die gemeinsame Vermarktung der Großregion um den Fluss Oder. Dabei solle die Region auch für ausländische Touristen attraktiver gemacht werden. Über das wie und wann schwiegen die Anwesenden. Doch Sellering wies darauf hin, dass der Ostseeraum schon ein positives Beispiel sei und man sich an Berlin als zentralen Punkt orientieren wird. Ein weiteres großes Thema war der Ausbau der Infrastruktur. Dabei verwies Sellering auf den Wiederaufbau der im zweiten Weltkrieg zerstörten Karniner Eisenbahnbrücke, die über die Peene verläuft. Generell sei auch die Nutzung der Oder als Verkehrsweg zu berücksichtigen. Diese sei laut Piotr Stachańczyk, Staatssekretär im Innenministerium der Republik Polen, nicht nur Gabe, sondern auch Gefahr für die in der Umgebung lebende Bevölkerung. Durch die Zusammenarbeit der Oder–Partnerschaft könne der Hochwasserschutz ausgebaut werden. Im nächsten Jahr findet eine Folgekonferenz in Greifswald statt, die sich mit dem Ausbau und der besseren Vernetzung der Archive beschäftigen wird.

Der Staatssekretär des polnischen Innenministeriums Piotr Stachańczyk mit dem Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering.

Auf die anderen angekündigten Themen Wissenschaft und Forschung ging keiner der Anwesenden genauer ein. Es sei laut Stachańczyk selbstverständlich, dass die Forschung und die Hochschulen gefördert werden.

Die Finanzierung all dieser Projekte ist solange noch unklar. Die Oder-Partnerschaft war sich darüber einig, dass sie gemeinsame Projekte bei der EU vortragen und damit auf Fördergelder hinarbeiten wird. Da die Vertreter der Regionen die politische Rückendeckung für dieses Vorhaben bilden, ist die Partnerschaft optimistisch gestimmt.

Am Ende der Pressekonferenz hatten selbst die alteingesessenen Journalisten keine Fragen mehr, da sie aus den Angaben der Anwesenden erkennen konnten, dass genauere Projekte und Pläne noch nicht vorhanden sind. Es schien als seien die Maßnahmen der Geldbeschaffung das Elementarste auf dieser Konferenz gewesen. Doch für die Zukunft lässt sich vermerken, dass sich unsere Landesoberhäupter alle prächtig miteinander verstehen und die Zusammenarbeit sehr harmonisch wirkt.

Fotos: Simon Voigt

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