Alle Artikel von Christin Brauer

Gefangen im Bann der Familie – Family Instinct

Geschrieben von | Veröffentlicht am 3. Dezember 2011 um 20:29 Uhr

Ein mickriger Weihnachtsbaum dekoriert mit Toilettenpapier. Rundherum sitzen die Bewohner eines lettischen Provinzdorfes. Beschimpfungen, Gewalt und Alkohol gehören zu ihrem Alltag. Getrunken wird bis zur Bewusstlosigkeit. Zwischen den Schnapsleichen spielen zwei Kinder. Es sind die Kinder von Zanda und ihrem Bruder Valdis, der wegen Inzest im Gefängnis sitzt.

Ohne Alkohol ist der Alltag für Zandas Umfeld nur schwer zu ertragen

Auf den ersten Blick scheint sich Regisseur Audris Gauja in Family Instinct vordergründig mit der illegalen Beziehung zwischen Bruder und Schwester zu beschäftigen. Schnell wird aber klar, dass das nur der Höhepunkt verschiedener, teilweise jahrelang gärender Konflikte ist. Bittere Armut, exzessive Alkoholgelage und grauenhafte Gefühlskälte prägen das Klima im Dorf. So ist es nicht nur das verbotene Verhältnis zu ihrem Bruder, das Zanda Kopfzerbrechen bereitet. Vielmehr ist es die Verknüpfung unterschiedlicher sozialer Spannungen, die die Situation aussichtslos machen.

Mit Stockflecken und Schimmel durchzogene Wände von denen der Putz abbröckelt, zerfallene Möbel und eine marode Kochmaschine: das ist das Umfeld in dem die 28-jährige Zanda zusammen mit ihren beiden Kindern, ihrer Mutter, einem ihrer Brüder und dessen Frau lebt. Gerne sind auch die Nachbarn zu Besuch, deren Hemmungen mit steigendem Alkoholpegel sinken. Zandas Zustand schwankt zwischen totaler Zurückgezogenheit und gewalttätigen Wutausbrüchen. Oft verprügelt sie dabei die Männer des Dorfes. In Gedanken ständig bei Valdis, hofft sie, dass der sie nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis noch liebt. Auch wenn seine Briefe eine andere Sprache sprechen.

Zanda wartet auf Valdis' Rückkehr aus dem Gefängnis

Trotz aller alltäglichen Probleme versucht Zanda ihren Kindern die Liebe und Wärme zu geben, die sie selbst nie erfahren hat. Zwar wird das Verhältnis zwischen Zanda und ihrer Mutter nicht tiefgründig analysiert, der Zuschauer bekommt aber all zu deutlich mit, dass es sich um keine herzliche Mutter-Tochter-Beziehung handelt. Auf die Frage, ob ihre Mutter sie liebe, antwortet diese lediglich „Warum sollte ich?“ Dennoch sind einige Entscheidungen von Zanda nur schwer nachzuvollziehen. So lehnt sie die Hilfe der örtlichen Behörden ab. Bei der Besichtigung einer Sozialwohnung flüchtet sie Hals über Kopf. Zu groß ist die Angst vor dem endgültigen Bruch mit der Dorfgemeinde, zu groß auch die Angst von Valdis gefunden zu werden.

Der Zuschauer ist hin und her gerissen, zwischen Mitgefühl und völligem Unverständnis, Mitleid und Ratlosigkeit. Gauja gibt in seiner Reportage aus dem Jahr 2010 keine Antworten. Zu komplex sind die sozialen Probleme in Lettlands ländlichem Raum. Zu komplex sind die Ursachen. Stattdessen zeigt er Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und stellt deren Alltag in erschreckend realistischer Weise dar.

Regie: Andris Gauja, Lettland, 2010, 58 Minuten

Guido Goh im Café Koeppen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. Dezember 2011 um 15:00 Uhr

Räucherstäbchen und Kerzen, dazu die sanften Klänge von Klavier und der indischen Sisa zusammen mit einer rauchig, kräftigen Männerstimme. Diese Mischung erwartet die Zuschauer am 03. Dezember im Café Koeppen. Zu Gast ist Guido Goh, einstiger Leadsänger der Indian Tea Company, der mittlerweile auch als Solo-Künstler unterwegs ist. Den ersten großen Erfolg feierte Goh 2008 bei seinem Konzert im Hamburger Goldbekahaus. International machte der Künstler spätestens mit der Neuproduktion des Rolling Stones Klassikers „Paint it black“ auf sich aufmerksam. Seine Musik ist schwer zu beschreiben – es ist eine Verbindung von sanften, exotischen und melancholischen Klängen, die unter die Haut gehen. Passend zur Vorweihnachtszeit hat das Café Koeppen Konzert Team (CKKT) den charismatischen Singer und Songwriter nach Greifswald geholt.

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Weit mehr als Kunst – polenmARkT 2011 in Greifswald (Teil 2)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. November 2011 um 08:00 Uhr

Plakat Polenmarkt 2011Eine Woche voll gepackt mit Kunst, Kultur und Sport liegt bereits hinter uns. Das ist jedoch kein Grund es in den kommenden Tagen ruhiger angehen zu lassen. Im Rahmen des diesjährigen polenmARkTes gibt bis zum 28. November noch einiges zu entdecken. Der webMoritz hat für euch die Höhepunkte herausgesucht.

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Weit mehr als Kunst – polenmARkT 2011 in Greifswald (Teil1)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. November 2011 um 10:00 Uhr

Was einst als polnischer Abend in der Tschajka begann, ist mittlerweile zum größten polnischen Festival außerhalb Polens avanciert. Vom 17. bis 28. November gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen, die uns Kunst, Kultur und Lebenswirklichkeit unserer polnischen Nachbarn näherbringen. Der webMoritz hat für euch einige Highlights der ersten sieben Tage zusammengefasst.

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“Studenten im Visier der Stasi” – Vortrag im Landesverfassungsgericht Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 19. Oktober 2011 um 21:34 Uhr

Sollen die Aktivitäten der Stasi in Greifswald aufgearbeitet werden oder soll die Forschung ruhen? Das war die Frage, die am Dienstag, den 19. Oktober, bei dem Vortrag „Studenten im Visier der Stasi“ im Raum schwebte. Pünktlich um 19 Uhr eröffnete Hannelore Kohl, Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts Greifswald, die von der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) und dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ organisierte Veranstaltung. Ohne große Umschweife übergab sie das Wort an die beiden Referenten Wolfgang Gräfe und Guntram Schulze, deren Recherchen zur Aufarbeitung der Stasi-Aktivitäten in Greifswald erst 2008 begannen. Folglich konnten sie ihre Erkenntnisse an diesem Abend nur grob umreißen.

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Wissen lockt Jung und Alt – Familien-Universität startet ins neue Semester

Geschrieben von | Veröffentlicht am 15. Oktober 2011 um 09:00 Uhr

„Du auch wieder hier“, ist ein Satz, den man am Donnerstag, den 13. Oktober, des Öfteren hörte. Es ist zu merken, hier treffen sich alte Bekannte. Kein Wunder, schließlich geht die Familien-Universität in diesem Semester bereits in die siebte Runde. Viele Greifswalder sind längst zu Stammhörern geworden.

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Jung, weiblich, intelligent sucht: Karriere – Frauen in Führungspositionen (Teil 2)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 19. August 2011 um 17:34 Uhr

Im ersten Teil von “jung, weiblich, intelligent sucht” ging es vorrangig um die Gründe, warum weniger Frauen im Wissenschaftsbetrieb Karriere machen. Betrachtet man die Anzahl der Professorinnen in Greifswald wird schnell klar, dass auch hier Fördermaßnahmen greifen müssen. Das Projekt „Karrierewege für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft M-V“ zeigt, dass das eine Frauenquote sein kann, aber nicht unbedingt sein muss.

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Jung, weiblich, intelligent sucht: Karriere – Frauen in Führungspositionen (Teil1)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. August 2011 um 15:15 Uhr

Frauen werden Bundeskanzlerin, Außenministerin oder Chefin des Internationalen Währungsfonds. Doch bilden Angela Merkel, Hillary Clinton und Christine Lagarde die Ausnahme, denn trotz gleicher Bildung sind Frauen in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Führungspositionen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Dieses Phänomen lässt sich auch in Greifswald finden.

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Frauenfußball in Greifswald – Der Zeit voraus

Geschrieben von | Veröffentlicht am 26. Juli 2011 um 12:05 Uhr

Vor einer Woche ging die Frauenfußball-WM in Deutschland zu Ende und Japan trug den Pokal nach Hause. Zeit für einen Blick jenseits der Weltmeisterschaft: Wie sieht es in Greifswald mit dem Frauenfußball aus? Es ist mit Überraschen festzustellen, dass Greifswald der Zeit scheinbar voraus ist. Immerhin hat eine Stadt mit 55.000 Einwohnern gleich vier Frauenmannschaften. Neben dem Greifswalder SV und dem FC Pommern Greifswald wäre da noch das Damenteam des HFC zu nennen. Auch beim Hochschulsport gibt es die Möglichkeit für Frauen Fußball zu spielen.

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Kicken, Kreischen und Kosmetik – Frauenfußball im Jahr 2011

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Juni 2011 um 18:40 Uhr

Ein Kommentar

Das Berliner Olympiastadion ist ausverkauft. Die knapp 74.000 Zuschauer feuern die deutsche Nationalmannschaft im Spiel gegen Kanada lauthals an. Groß ist die Erleichterung, als nach knapp 10 Minuten das 1:0 für Deutschland fällt. Torschütze: Kerstin Garefrekes. Kerstin wer???

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