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Am kommenden Montag ist Tag der Arbeit. Während auf dem Greifswalder Marktplatz das Kulturfest des Bündnisses “Greifswald für alle” stattfindet, wollen in Stralsund Neonazis demonstrieren. Landesweit wird zum Gegenprotest aufgerufen. Ein Überblick zum Kampf- und Feiertag.

Es ähnelt dem vergangenen Jahr. Am traditionellen 1. Mai, dem historischen Tag der Arbeiterbewegung, dem Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse oder mittlerweile auch der Maifeiertag genannt, finden landesweite Veranstaltungen im politischen und kulturellen Rahmen statt. Während das Greifswalder Kulturfest auf dem Marktplatz in die zweite Auflage geht, rufen auch die NPD-Kader wieder einmal zu einer Demonstration auf – diesmal in Stralsund. Nach den vergangenen beiden 1.Mai-Demonstrationen in Neubrandenburg und Schwerin möchte die Neonaziszene nun im nördlichen Vorpommern unter dem Motto “Heraus! – Für Volk und Heimat” den Tag der Arbeiterklasse für sich instrumentalisieren. Landesweite Gegenproteste werden seitens verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen unter dem Label “1.Mai Stralsund – Stralsund bleibt bunt” organisiert. Zur gleichen Zeit findet in Rostock die “1. Mai Jugendbündnis-Demo” und in Neubrandenburg das traditionelle Demokratiefest des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Marktplatz statt. In Greifswald startet das Bündnis “Greifswald für alle” in Zusammenarbeit mit dem DGB ein Kulturfest, welches mit zahlreichen Ständen sowie Rede- und Musikbeiträgen wie bereits im vergangenen Jahr viele Interessierte einlädt und ein klares Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und Willkommenskultur setzen soll.

1. Mai – Greifswalder Kulturfest für Solidarität und Weltoffenheit

Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder – wie auch im vergangenen Jahr – soll am 1. Mai ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden. Über 30 lokale, regionale und überregionale Organisationen, Initiativen, Parteien und Vereine beteiligen sich an Informationsständen. Ein buntes Programm aus musikalischen Acts, wie beispielsweise KRACH, Artur & Band oder Chris Murray, einem Perspektivwechsel von einem Drehleiterwagen der hiesigen Feuerwehr aber auch einiger Redebeiträge verschiedener Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Universität sowie dem Ehrenamt sollen das Kulturfest schmücken. Auch für Kinder ist einiges geplant: neben einer Hüpfburg, dem Kinderschminken, Malen und einem Tattooautomat der Kunstwerkstätten, soll auch den kleinsten Gästen etwas geboten werden. Alle Interessierten haben die Möglichkeit, von 13-19 Uhr ein positives Zeichen für eine solidarische und weltoffene Universitäts- und Hansestadt zu setzen, mit dem auch die kulturelle Vielfalt und demokratischen Werte wieder gestärkt werden sollen. Der Eintritt ist frei.

1. Mai – Stralsund bleibt bunt // Proteste gegen die NPD-Demonstration

Etwa 20 Kilometer von Greifswald entfernt ruft der Landesverband der NPD Mecklenburg-Vorpommern ab 12 Uhr in Stralsund zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto “Für Volk und Heimat – Sozial National Legal” werden “alle nationalen und patriotischen Kräfte” aufgerufen, “in die Hansestadt Stralsund zu kommen und gemeinsam FÜR VOLK UND HEIMAT und gegen die Volksverräter in den Parlamenten und Schreibstuben der Republik zu demonstrieren.” Neben einer abschließenden Demonstration durch die Hansestadt wird im Vorfeld mit einem Rahmenprogramm aus Informationsständen und einer Kundgebung im äußeren Bereich des Hauptbahnhofes mobilisiert.

Verschiedene Anreisemöglichkeiten aus M-V (Bild: Rostock nazifrei)

Dagegen will die Initiative “1. Mai – Stralsund bleibt bunt” mit einer Kundgebung ab 11 Uhr am Theater und weiteren Mahnwachen im Altstadtbereich einen bunten Protest gegen die rassistisch-nationalistischen Inhalte der Neonazis organisieren. Landesweit wird bereits seit wenigen Wochen aus zahlreichen Städten wie beispielsweise Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Greifswald dazu aufgerufen, per Zug den Weg in die Hansestadt anzutreten. Dafür gibt es in den sozialen Netzwerken für die einzelnen Abfahrtsorte genauere Details, um möglichst allen Interessierten eine Anreise in einer Bezugsgruppe zu ermöglichen. Am Greifswalder ZOB wird ab 10 Uhr eine gemeinsame Zuganreise organisiert, wie der webmoritz. erfuhr.

Wir fahren ebenfalls nach Stralsund und twittern unter dem Hashtag #1mHST von den Geschehnissen vor Ort. Parallel wird von uns außerdem eine Fotostrecke des Kulturfestes auf dem Greifswalder Marktplatz organisiert.

 

(Beitragsbild: Philipp Schulz (Archiv); Artikelbilder: Greifswald für alle / Rostock nazifrei)

Kommentare

  1. thomas nitz    

    Ob es wohl jemals gelingt, Radikale einfach ins Leere laufen zu lassen? Stattdessen wird reflexartig zu Gegenmaßnahmen aufgerufen, von denen man weiß, dass sie selten friedlich bleiben, und auf dem Rücken der Landespolizei kann man sich dann richtig profilieren.

    Thomas Nitz
    Stralsund

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