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„Zu Fakten gibt es keine Alternativen!“ – mit diesen und ähnlichen Parolen begaben sich am Samstag weltweit Menschen auf die Straßen, um gegen Fake News,  Alternative Fakten sowie eine steigende Wissenschaftsfeindlichkeit zu demonstrieren. Allein in Greifswald versammelten sich mehr als 300 Personen.

Der Klimawandel ist eine Erfindung! Impfen führt zu Autismus! – mit solchen Aussagen machen nicht nur Verschwörungstheoretiker auf sich aufmerksam. Auch Populisten wie die (Noch-)AfD-Vorsitzende Frauke Petry oder der amtierende US-Präsident Donald Trump zeigen mit solchen Aussagen, was sie von wissenschaftlichen Fakten halten. Gegen diese offenkundige Ignoranz wollen sich Wissenschaftler nun zur Wehr setzen.

Mit einem globalen „March for Science“ setzten am vergangenen Samstag Wissenschaftler und Demonstranten in über 600 Städten jetzt erstmals ein deutliches Signal gegen alternative Fakten und Fake News. Damit wollen sie die Öffentlichkeit nachdrücklich an die fundamentale Bedeutung der Forschung und Wissenschaft erinnern und zugleich ihre Solidarität mit bedrohten Wissenschaftlern in Ländern wie den USA, der Türkei oder Ungarn zeigen.

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Neben der zentralen Protest-Kundgebung in Washington D.C. beteiligten sich auch in Deutschland mehr als 30.000 Menschen an den Demonstrationen. So unterstützte die Universität Greifswald eine Kundgebung auf dem Marktplatz, auf der sich nach Angaben des Veranstalters mehr als 400 Personen versammelten. Unter ihnen waren nicht nur Professoren und Studenten, sondern auch zahlreiche Bürger und Bürgerinnen Greifswalds. Neben musikalischer Untermalung durch zwei Bands und einem Beitrag des Poetry-Slammer Jonas Greiten wurden auch mehrere Reden gehalten. In seiner Einstiegs-Rede warnte Philosophieprofessor Micha Werner vor einem Nationalismus, der Fakten negiere, denn dieser habe ein großes Interesse an einer unaufgeklärten Öffentlichkeit.

“Autokraten haben ein Interesse an einer unaufgeklärten Öffentlichkeit.” (Prof. Micha Werner)

Nicht ganz ohne Ironie bemerkte der Prodekan der Universitätsmedizin Prof. Karlhans Endlich, dass keiner sich eine Blinddarm-Operation auf Grundlage alternativer Fakten wünschen würde. Der Jura-Professor Heinrich Lang betonte zusätzlich, dass ein Engagement gegen alternative Fakten nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch „für die Rechtsstaatlichkeit und die Demokratie“ von enormer Bedeutung sei.

moritz.tv war bei der Veranstaltung dabei und hat was zusammengeschnitten:

Beitragsbilder: Tom Peterson

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