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Arndt hin oder her – so lange ein Wahnsinniger im Weißen Haus sitzt ist die Frage eher, wie lange wir noch Zeit haben uns um einen Namenspatron zu streiten. Ich geh lieber Wasservorräte kaufen, so wie die Bundesregierung es empfohlen hat. 

Als im Januar 2015 Terroristen die Redaktion von Charlie Hebdo angriffen und ein Blutbad unter den Mitarbeitern anrichteten war ich entsetzt und traurig. In die Kolumne für das moritz.magazin mm115 schrieb ich „Was bleiben wird, ist, neben einer weiteren überflüssigen Islamismus-Debatte und einem mittellangen Beitrag während des Jahresrückblickes 2015, die Satire.Wir verhandeln nämlich nicht mit Terroristen.“ In allen Punkten sollte ich recht behalten. Die Islamismus-Debatte bestimmt auch heute noch die Titelblätter vieler Zeitschriften und die deutschen Stammtische. Mittlerweile ist es sogar kein Problem mehr, Muslime unter Generalverdacht zu stellen und in Sippenhaft zu nehmen. Als könnte man alle Waffenbesitzer des Mordes bezichtigen und alle Musiker für Kanye West zur Verantwortung ziehen. Auch der mittellange Beitrag im Jahresrückblick kam und die Verhandlung wurde in diesen zwei Jahren mit Reaper-Drohnen, Tornados und Patriot-Raketen geführt. So wie westliche Werte nach Außen sich eben am besten erklären und verteidigen lassen, eine gemeinsame Linie als minimaler Grundsatz, wenn jemand von Außen den verdienten Frieden stören will. Jetzt jedoch wird Terror in einer Art und Weise ausgeübt, auf die vermutlich niemand eingestellt war und auf die sich, auf Grund der Unmöglichkeit des Eintreffen dieses Ereignisses, niemand vorbereiten wollte oder konnte. Während Deutschland in Demut und die Welt in Trauer am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz um die Millionen Tote der Shoa trauert, verhängt ein Mann in der, oft so besungenen, mächtigsten Adresse der Welt – der Pennsylvania Avenue 1600 – ein Dekret, das es Menschen aus sieben Ländern verbietet, in die USA einzureisen. Unabhängig davon, ob sie bereits eine Greencard oder andere Staatsangehörigkeiten haben. Fast auf den Tag genau 84 Jahre, nachdem das begann, was in Auschwitz seinen traurigen Höhepunkt fand. Begangen von einem deutschen Auswandererkind in 2. Generation. Unsere Kanzlerin lässt währenddessen prüfen, ob das so überhaupt in Ordnung ist und über ihren Sprecher verlauten, dass die Genfer Flüchtlingskonvention die internationale Staatengemeinschaft auffordert, Kriegsflüchtlinge aus humanitären Gründen aufzunehmen. Alle Unterzeichnerstaaten sind dem verpflichtet. Das einem Mann zu erklären, der den Klimawandel für eine Lüge, Waterboarding für eine gute Idee und Importsteuern auf Waren aus Mexiko für eine Einnahmequelle und keinen Ausgabenposten sieht, grenzt an grenzdebile Euphorie. Stimmen aus dem innereuropischen Ausland: „Naja, Trump halt. Schön ist das nicht.“ Außer Horst Seehofer. Der kann sich für das tolle Arbeitstempo des Milliardärs mit deutschen Wurzeln begeistern und schielt dabei verächtlich Richtung Dobrindt. Die Frage, was man jetzt geschlossen europäisch unternehme, im Angesicht der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von einem, mit Dekreten und kruden Ideen um sich werfenden Rassisten regiert werden, stellt scheinbar keiner so recht. Auch Fakten schaffen, gemeinsam und mit Ausrufezeichen, wird wohl in den europäischen Hauptstädten in den nächsten Wochen niemand. Zu unvorhersehbar ist, was passieren würde, wenn jemand dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ins Lenkrad greift. Die Verbundenheit zu der Great Nation ist zu – und der Schreck in den Knochen wohl noch nicht genug – tief. Schließlich ist es die hier schon seit zwei Jahren gerne ausgeführte Sippenhaft, derer Trump sich bedient und so viele „echte“ Europäer betrifft es dann doch – noch – nicht. Schauen wir mal, welches hirnrissige presidential executive order der POTUS Montag aus dem Ärmel schüttelt, ist ja wieder so weit. Mir drängt sich dabei noch die Frage auf: Verhandeln wir jetzt doch mit einem Terroristen? Zumindest, solange er TTIP in Ruhe lässt und unsere schönen westlichen Werte nur antippt und nicht mit Füßen tritt? 

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