shadow

Am frühen Morgen des 6. Juni wird die Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbeiziehen – der sogenannte Venustransit. In der Sternwarte Greifswald kann dieses Schauspiel beobachtet werden, am heutigen Dienstag wird außerdem ein einleitender Vortrag angeboten.

Bei einem Transit wandert die Venus ein Mal über die Sonnenscheibe, so wird es zumindest von der Erde aus zu sehen sein. Der Planet wird zwischen Erde und Sonne stehen, was aufgrund der verschiedenen Umlaufbahnen nur selten vorkommt. Der Bobachtende wird dies lediglich als einen kleinen Fleck auf der Sonnenoberfläche wahrnehmen. Das Ereignis ist seltener als eine totale Sonnenfinsternis und der letzte Durchgang konnte nach Angaben der Sternwarte von keinem heute noch lebenden Menschen beobachtet werden. Der nächste Transit lässt noch bis Dezember 2117 auf sich warten.

Der Durchgang wird bereits kurz nach 0 Uhr eintreten, kann aber erst gesehen werden, wenn die Sonne aufgeht. Dies wird am Mittwoch, 6. Juni, ab 4:29 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit der Fall sein. Hier hat man als Greifswalder einen Vorteil, denn im Nordosten Deutschlands geht die Sonne fast eine Stunde früher auf als im Südwesten. Die Sternwarte wird dementsprechend ab 4:30 Uhr für Besucher geöffnet haben. Beendet ist der Durchzug um 6:55 Uhr. Ihr findet die Sternwarte in der Domstraße 10A am Alten Campus der Universität. Die einzige Voraussetzung, das Spektakel am Himmel beobachten zu können, ist klares Wetter, laut donnerwetter.de, wird es nur leicht bedeckt sein. Aber auch ein klarer Kopf wird sicher ebenso vonnöten sein, sodass etwaige Spektakel am Dienstagabend besser nicht allzu lange gehen sollten.

Bereits am Dienstag, 5. Juni, veranstaltet die Sternwarte um 19 Uhr einen Vortrag im Hörsaal 3 des Audimax. Dort wird Professor Holger Kersten vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel einen einführenden Vortrag zur Geschichte der Venuspassage geben.

Diese Animation von venustransit.de zeigt, wie das Ereignis, von Usedom aus gesehen, in etwa aussehen wird. Auf der Seite gibt es auch viele Tipps für die Teleskop- und Teleobjektivbesitzer unter euch.

(Bei der Musik handelt es sich um ein eigens produziertes Stück mit dem Namen „Transit 2012“, der Ton lässt sich auch herunterregeln.)

Der kleine Punkt oben links ist die Venus.

[Update 6.Juni] Heute morgen ab 4:30 Uhr war die Sternwarte in der Alten Physik äußerst gut besucht. Dr. Tobias Röwf, Vorstandsmitglied des Vereins Greifswalder Sternwarte e.V. begrüßte die circa 50 Gäste zu dem „historischen Moment“ und justierte das Teleskop. Auf einem Schirm konnten die Gäste das folgende gespiegelte Abbild der Sonne betrachten. Der größte schwarze Punkt auf der Abbildung ist die Venus. Alles Andere sind Sonnenflecken, allein diese haben einen Durchmesser von mehreren Erden.

 

Foto: Teleskop – Ronald Schmidt\webMoritz-Archiv, Venus – Simon Voigt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Artikel