Zwölf neue Theaterprojekte starten in diesem Jahr am Theater Vorpommern. Eines der neuen Stücke ist das Musical „Anatevka“, das am letzten Wochenende Premiere hatte.
Ein kleiner Ort mitten in Russland ist der Schauplatz der neuen Inszenierung von Intendant Dirk Löschner. Im kleinen Dorf Anatevka lebt die jüdische Gemeinde rund um Tevje, den Milchmann. Zusammen mit seiner Frau hat er fünf Töchter von denen drei im heiratsfähigen Alter sind. Nach alter Tradition suchen die Väter die zukünftigen Ehemänner aus. Und so macht sich die Heiratsvermittlerin der Stadt auf Wunsch von Tevje auf die Suche nach einem Mann für die Erstgeborene namens Zeitel.
Zeitel jedoch hat sich bereits verliebt – sie möchte ihre Jugendliebe heiraten. Obwohl Tevje schon mit seinem potenziellen Schwiegersohn auf die Ehe getrunken hatte, erlaubt er die Hochzeit zwischen seiner Tochter und ihrem Geliebten. Aber neben Zeitel wollen auch seine anderen beiden Töchter lieber nach dem Herzen entscheiden und nicht des Vaters Willen folgen. Doch nicht nur die familiären Probleme machen Tevje zu schaffen: In Russland bahnt sich eine Revolution an. Das Leben in Anatevka scheint sich zu ändern.
Gelungene Premiere
Mit dem Musical gelingt Löschner eine neue Inszenierung des Stücks, die beim Publikum sehr gut ankam. Das Bühnenbild ist dabei etwas ganz Besonderes: Viele verschiedene Boxen stehen übereinander im Hintergrund. Jede dieser Boxen steht für einen bestimmten Beruf, der in Anatveka ausgeübt wird, und ist häufig mit der entsprechenden Person bestückt.
Auch die Musiker, die sich extra für Anatevka zu einer Band zusammengefunden haben, sind Teil der Kulisse. Sie verstecken sich nicht im Orchestergraben, sondern werden auf der Bühne mit einbezogen, indem sie Personen aus Anatevka sind.
Unter der musikalischen Leitung von Sebastian Undisz begeistern die fünf Musiker das Publikum. Die Musik lässt die Füße mitwippen. Von einfühlsamen Klängen bis hin zu fröhlichen Melodien unterstützt die Band Sänger und Tänzer auf der Bühne. Nicht nur die einzelnen Hauptdarsteller sind hervorzuheben, auch der mit Statisten besetzte Chor brilliert. Neben ihren schauspielerischen Leistungen können die Darsteller auch mit kräftigen Stimmen überzeugen.
Das Publikum im ausverkauften Theater war begeistert und bedankte sich mit langem und herzlichem Applaus bei den Schauspielern für den gelungenen Abend.
Die nächste Aufführung finden in Greifswald am 2. März statt. Karten gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse oder über die Webseite.
Fotos: Theater Vorpommern
Das sind keine Boxen, sondern Gemälde, auf denen die Bewohner von Anatevka abgebildet sind…
Gemälde? Hat das echt jemand gemalt?
Nein, das waren "lebendige Bilder" … Auf den Fotos sind die Bilderahmen übrigens wunderbar zu erkennen …
Das Stück spielt in einem Dorf der Region Schtetl, der heutigen Ukraine. Nichtsdestotrotz hat die Autorin darin Recht, dass sich der fiktive Handlungsort, gemäß der Zeit in der das Stück spielt, im ehemaligen russischen Kaiserreich befindet 😉
Zudem wird nicht erwähnt, ob Jente von Tevje zur Heiratsvermittlung angeschickt wurde.
Wie Matthias Hühr, war auch ich verdutzt darüber, dass die Autorin bisher keine Bilderrahmen kannte ^^
Aber alles in allem, ein netter Artikel! Ich freue mich, als Mitwirkende des Theaters, dass das Stück gefallen hat =)