In einem ausführlichen Beitrag hat sich das Medienmagazin “Zapp” des NDR gestern Abend mit der Presselandschaft in

Mecklenburg-Vorpommern

beschäftigt. Fazit: Es sieht düster aus. Das Team auch u.a. in Greifswald und sprach auch mit dem webMoritz.

Obwohl Ostsee-Zeitung, Nordkurier und die Schweriner Volkszeitung in ihren Verbreitungsgebieten ein faktisches Monopol haben, sinken die Auflagen aller drei Regionalzeitungen dramatisch. Grund dafür ist unter anderem, dass die Leser mit der Qualität der Lokalzeitungen unzufrieden sind. Ein Wechsel zu einer anderen Lokalzeitung ist jedoch nur i Rostock und auf der Insel Usedom möglich. Überall sonst gibt es jeweils nur eine Lokalzeitung (vergleiche Grafik).

zeitungenDieses Themas nahm sich das Medienmagazin Zapp an und sprach mit Lesern und Chefredakteuren. Wie kritisch die Situation inzwischen ist, lässt sich an den Gewerkschaften erkennen. Verdi kämpft erst gar nicht für höhere Löhne, sondern “nur noch” um die reine Existenz der verschiedenen Zeitungen und Redaktionen. Doch viel mehr als die Dokumentation der Kürzungen ist der Gewerkschafts-Initiative “Qualität und Vielfalt sichern” bisher nicht vergönnt gewesen.

Doch nun ein Blick in den Beitrag von Zapp (in höherer Qualität auch hier verfügbar):

Teil 1:

Teil 2:

Update Sonntag 15.2. um 15 Uhr:

Am Samstag hat der Radiosender Deutschlandfunk unsere Redaktion erreicht und um ein Interview gebeten. Dieses findet ihr oder direkt hier zum Anklicken hier:

Grafik: webMoritz

Datumsänderung: Der Artikel wurde am 12.2. veröffentlicht. Die Datumsänderung erfolgte aus rein technischen Gründen.

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Kommentare

  1. Marcus Johst    

    Ist es nicht herrlich, mal im TV zu sein? Da freut man sich doch über die 15-Sekundenpopularität. Dass man dann aber gleich dem gewerkschaftsgetriebenen Tenor des Beitrags (den im übrigen nur Medienprofis inhaltlich nachvollziehen konnten) nachbetet, ist zu viel der Dankbarkeit. Jeder TV-Profi, der an sein Publikum denkt, hätte die Finger davon gelassen. Nur im DDR, äh, NDR ist so eine politische Propaganda – dank GEZ – möglich. Liebe Jungjournalisten, denkt man ein bisschen nach über das Netz, in das Ihr Euch einweben habt lassen. Und geht ein bisschen auf Distanz zu jenen, die Euch schmeicheln. Ansonsten weiterhin viel Glück.

    1. Sebastian Jabbusch    

      Hi Marcus,

      danke für das Feedback & die Kritik. Ich finde sehr interessant was Du da schreibst. Magst du noch ein das noch bisschen ausführen? Welches Netz meinst Du?

      Gruß, Sebastian

    2. Sebastian Jabbusch    

      Herr Johst,

      Leider scheinen sie nicht zu antworten. Ich hätte auch noch gern gewußt für wen Sie arbeiten. Auf Ihrem Namen haben sie ja selbst auf marcus-johst.com/ verlinkt.

      Ich habe da mal ein bisschen "gegoogelt"…

      Hier http://publicaffairs.twoday.net/stories/4361911/ werden sie folgendermaßen vorgestellt:

      "Marcus Johst gilt als Spezialist für Nachrichtenmanagement in Krisenfällen. Der Inhaber der
      Societät für strategische Medienberatung war zuvor mehr als 15 Jahre im Journalismus tätig, unter anderem bei der Hamburger Morgenpost und Gala. Seit dem Jahr 2000 entwickelt Johst maßgeschneiderte Medienstrategien für Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Unter anderem arbeitete er für 4 S Marketing, das Unternehmen, das die Uschi-Glas-Hautcreme vermarktete."

      In dem Interview sagen Sie selbst wortwörtlich:

      "[…] Wir Krisenberater müssen uns immer den Gegebenheiten anpassen. Zurzeit ist es wahnsinnig wichtig, gut durchgearbeitete Hintergrundinformationen mit Quellenhinweisen und viel absichernden Elementen parat zu haben, damit sich der Journalist sicher fühlt. Wenn das nicht geht, dann hilft ein markiges Statement, damit die Story wenigstens irgendwie von uns dominiert wird, und wir die Eigendynamik einigermaßen in den Griff bekommen. "

      … also noch mal die Frage: Für wen arbeiten Sie gerade?

    3. Sebastian Jabbusch    

      oh… im zweiten Teil des Interviews wird es ja noch besser:

      Frage: Herr Johst, Sie haben mal gesagt, dass die Wahrheit in der Krise nicht weiterhilft. Was dann? Soll Public Affairs etwa nicht offen kommunizieren?

      Johst: Die Wahrheit in der Krise oft ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Denn wenn sie endlich rauskommt, ist es für die Opfer meistens zu spät. Ich empfehle der Glaubwürdigkeit einen höheren Stellenwert einzuräumen. Manchmal deckt sich beides, dann ist man ein guter Mensch gewesen. In der professionellen Realität ist das aber keine Kategorie.

      @ Leser: Das Interview mit dem Herrn Johst findet ihr hier: http://publicaffairs.twoday.net/stories/4522250/

      @ Herr Johst: Glauben Sie, dass Sie mit solchen Interviews Ihre eigene – wie Sie das nennen – Glaubwürdigkeit unterstützen?

      1. ManfredPeters    

        Wenn der Herr Johst wirklich der Ermittelte ist, hat er sich vielleicht auch noch über einen anderen Beitrag in der Sendung geärgert. Man hat dort doch ermittelt, dass der von unserem lieben Edmund Stoiber so hochgelobte adlige Trockenbauer – zu Guttenberg – nicht mehr als ein typisch bayrischer Kompetenzhochstapler ist. Es steht dem NDR natürlich nicht zu solche Kritik an einem CSU-Politiker zu üben.

    4. Rudold    

      War doch nur eine 8 Sekunden Popularität ^^

  2. Jan_Peter    

    Die Grafik über die zeitliche Entwicklung der OZ-Leserzahlen seit der Jahrtausendwende ist eine Frechheit und eine Schande für einen Öffentlich-rechtlichen Sender! Suggeriert, dass die Auflage nur noch 1/5 von vorher ist, im Text heißt es aber, jeder 5. Leser ist verloren gegangen, also nur noch 4/5. Und dann auch noch so kurz eingeblendet, dass man kaum dazu kommt, die Achsenbeschriftungen zu lesen.
    Unseriöser Bockmist, verzapft von GEZ-Schluckern.

    1. GKords    

      Die drei Grafiken sind in der Tat nicht gerade eine Ausgeburt von seriösem Journalismus – darüber habe ich mich auch erheblich geärgert. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass nahezu alle Zeitungen seit Jahren mit sinkenden Leser-/Auflagenzahlen zu kämpfen haben, ist es einfach nicht korrekt, das als spezifisches Merkmal der mecklenburg-vorpommerschen Lokalzeitungen darzustellen.
      Auch korrekt ist, dass das Problem monopolistischer Regionalzeitungen durchaus nicht nur auf die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns beschränkt ist.
      Im Gegensatz zu meinen Vorrednern halte ich den Tenor des Beitrags meines Erachtens aber sowohl für richtig als auch für alarmierend.

      1. Marco_Wagner    

        Dem kann ich nur zustimmen. Die Monopolstellung und damit monotone Berichterstattung der Medien ist insbesondere in Flächenländern/ im platten Land ein großes Problem. Wer in Ballungsgebieten wohnt hat durch die umliegenden Großstädte noch eine Alternative, wobei die regionale Berichterstattung dann meistens auch an den Stadt/Kreis oder der Landesgrenze endet, ganz gleich, ob die Einwohner, die 15 Kilometer von der Großstadt entfernt, aber in einem anderen Bundesland wohnen, auch Interesse

      2. Jan Müller    

        "ist es einfach nicht korrekt, das als spezifisches Merkmal der mecklenburg-vorpommerschen Lokalzeitungen darzustellen."

        Das ist auch nicht so dargestellt worden. Nach dem Ende des Beitrags hat die Moderatorin explizit darauf hingewiesen, daß es kein MV-spezifisches Problem ist. Vielleicht sollte man sich den Beitrag erstmal komplett anschauen, bevor man sich nur das raussucht, was gut ist, um seine eigene Argumentation zu stützen und andere Sachen einfach unterschlägt. Das ist nämlich unseriös!

        1. GKords    

          Hört, hört!

          Ich fürchte, wer hier nicht zu Ende gelesen hat, bist Du. Denn mein Zitat bezieht sich eindeutig auf die drei Grafiken. Ich bemängele, dass nahezu alle Zeitungen seit Jahren unter einem Absatzrückgang leiden, was in dem Bericht unterschlagen wird – und auch nicht in der An- oder Abmoderation vorkommt. Da heißt es lediglich, das "eingeschränkte Regionalzeitungsangebot" sei kein spezifisches Problem von Mecklenburg-Vorpommern.

          Wenn man anderen ein Wort wie "unseriös" anhängt, sollte man vorher sehr genau prüfen, ob es gerechtfertigt ist. Das ist in Deinem Fall wohl gründlich schiefgegangen.

    2. Peter Putt    

      Sie ist auch deshalb eine Frechheit, weil sie die Bevölkerungsentwicklung in MV verschweigt. Würde man die Kurven entsprechend in Beziehung setzen, sähe das Bild anders aus. Außerdem sind die drei MV-Zeitungen im osten führend, was die Auflagenentwicklung angeht. Seltsam…

  3. ManfredPeters    

    Also, wenn hier jemand Propaganda betreibt, bist wohl Du nicht weit davon entfernt. Was soll der
    E. Stoiber Sprachfehler mir der "DDR äh NDR"? Vielleicht meinst Du aber für DDR einen Begriff aus der PC-Speichertechnik. Dort steht Double Data Rate für DDR.
    Zu Jan_Peter und GKords: Ich konnte als polytechnisch gebildeter Oberschüler die Grafiken eineindeutig verstehen und kann mich erinnern, dass sie auch vom Moderator im Beitrag erklärt wurden.

  4. Jan_Peter    

    Nun… das stimmt schon, das ist alarmierend. Aber vielleicht einfach der Marktwirtschaft geschuldet? Ein regional großer Zeitungsfisch vertreibt oder schluckt alle kleineren, bis keiner mehr gegenan kommt – ich denke, das ist überall so und nicht zu verhindern. Durch öffentlich-rechtliche Zeitungen vielleicht. Aber wenn ich mir so das Getue von öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender ansehe (ich meine jetzt nicht unbedingt diesen NDR-Beitrag hier, sondern vielleicht auch jeden ZDF-Fernsehgarten oder das vollkommen unkritische und auf dem Mainstream schwimmende "N-Joy radio"), hätte ich keine Lust, Zwangsgebühren für sowas zu zahlen…

  5. Edmund Stoiber    

    Alle Zeitungen in MV sollten fusionieren mit einer Zentralredaktion in Schwerin oder Rostock und starken Lokalredaktion in den Kreisen des Landes. Das wird langfristig die beste Variante. Hoffentlich mit konservativer Redaktionsausrichtung, versteht sich. Also nur damit sich Herr Jabbusch weiter so schön aufregt, dass die Zeitungen im Land so "unausgewogen" (das heißt "nicht links bis linksradikal") sind.

    Oder SVZ/NNN und Ostseezeitung sollten die Flucht nach vorne antreten und ihr jeweiliges Angebot landesweit ausweiten, dann gäbe es zwei Landeszeitungen. In einem Land mit 1,6 Millionen Einwohnern sollte das möglich sein.

    Zudem muß an der Qualität verbessert werden und mehr relevantes aus Region und Bundesland in die Zeitung. Für die großen Neuigkeiten der Welt liest man eh die FAZ oder den Spiegel. Was die Leute wollen is lokale, regionale und Landesberichterstattung — also das was sie überall sonst nicht lesen können. Einsparungen bei den Lokalredaktionen wird da nur noch mehr zur Zeitungsflucht beitragen.

    1. Edmund Stoiber    

      PS: Madsack wird auch nicht weiterhelfen. Es sollte eine oder zwei eigenständige, d.h. unabhängige Zeitungsverlage geben, die nicht zu einem Großkonzern gehören, sondern vor Ort verankert sind und ihre lokalen Mitarbeiter zu schätzen wissen.

      1. Peter Putt    

        Madsack gehört zu nicht unwesentlichen Teilen der SPD. Wie so manche Regionalzeitung in Deutschland…

        1. MichaelFreitag    

          Ja und seit Neuestem auch die Leipziger Volkszeitung. Wir sind so ein unabhängiger Verlag, der mit der Vormacht (noch) dieser Monopolblätter zu ackern hat – aber es lustig, die Reaktionen der Großverlage zu beobachten. Witzig auch, zu sehen, wie der CDU-nahe Springer Verlag erst die ganzen lokalen Zeitungen an Madsack verkauft, um anschließend mit BILD wieder im Netz vor Ort aufzutauchen. ich schätze, Madsack hat bald ein Problem mehr am Hals, als nur zurückgehende Abozahlen …

  6. 17vier    

    der martin kommt ohne doch nicht gut ins wochenende 😉

  7. ret marut    

    Das Problem der Monopolzeitungen – und der damit verbundenen unkritischen und miesen Berichterstattung – gibt es bundesweit (fast) überall. Das ist also kein MV-Phänomen. Wer sich mal diverse Regionalzeitungen anschaut, wird schnell sehen, daß es dabei v.a. um die Präsentation von AnzeigenkundInnen geht und die Verlautbarung von tonangebenden Lobbygruppen vor Ort. Die News im Lokalbereich sind meist schlecht recherchiert (oder nur aus Presseerklärungen abgeschrieben), die überregionalen Nachrichten stammen eh meist aus AP/dpa-Vorlagen.
    Der Wechsel zu Madsack wird also nicht zu einer "Verschlechterung der Zeitung" führen, denn ehrlich gesagt, schlechter können die hiesigen Blätter gar nicht mehr werden.

    Das eigentliche Problem, dem sich die ZAPP-Redaktion auch nur am Rande gewidmet hat, ist doch, WARUM die Menschen die Monopolzeitung lesen oder eben auch nicht mehr lesen (sprich: dann überhaupt keine Zeitung mehr lesen!):
    Gründe für die Zeitung sind offenbar:
    1. Tradition ("haben die Zeitung schon seit 30 Jahren im Abo"),
    2. Interesse an Todesanzeigen, Geburtsanzeigen etc.
    3. Interesse an aktuellen, lokalen Veranstaltungshinweisen

    Gründe fürs Abbestellen:
    1. "zu teuer"
    2. "zu viel zu lesen" (hahaha! – OZ-Lesen dauert nicht länger als 5-Minuten-Terrine, seien wir mal ehrlich)
    3. "krieg die Nachrichten auch aus dem Fernsehn/Radio"

    Daß die Auflage bei Lokalzeitungen drastisch sinkt und die Abozahlen abfallen, hängt also weniger mit inhaltlichen Gründen zusammen, sondern mit dem Preis und der allgemeinen Tendenz zum Nichtlesen.

    Für die meisten großen Zeitungsverlage (Springer, Neue Passauer, WAZ) war und ist der Einstieg in den ost- und südosteuropäischen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt viel lukrativer, als verstärkt auf deutsche Lokalzeitungen zu setzen. So hat die WAZ-Gruppe laut ver.di-Mitteilung aus 2005 ( http://www.verdi.de/mmm/archiv/2005/02/internatio… ) mittlerweile 43% ihres Umsatzes in Ost- und Südosteuropa, wo das Gros der dortigen Zeitungen im Eigentum deutscher Verlage ist, bei der Passauer Neuen Presse sieht das ganz ähnlich aus. – Madsack (vielleicht auch, weil der Hannoveraner Verlag den Run auf den Osten verpennt hat) versucht da eine andere Strategie und kauft seit Jahren fleißig Lokalzeitungen auf, die die anderen Großen abstoßen, um mit dem Erlös im Ausland zu investieren.

    Wie mies es der Zeitungsbranche in Deutschland geht, zeigen die jährlichen Mitteilungen ("Zur Lage der Zeitungen in Deutschland") des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Laut deren Daten sinken seit 2000 jedes Jahr die Auflagenzahlen bei allen Blättern erheblich (Ausnahme: überegionale Tageszeitungen und Wochenzeitungen blieben stabil bei 1,6 Mio. bzw. 2 Mio. Exemplaren). So hatten die lokalen/regionalen Tageszeitungen 2000 noch 16,6 Mio. Auflage, im Jahr 2008 nur noch 14,3 Mio. Auflage (-2,3 Mio.). Den sog. Kaufzeitungen (also Zeitungen, die es nicht im Abo, sondern nur am Kiosk zu kaufen gibt, davon allein 3,3 Mio. Auflage der BILD-Zeitung 2008) erging es nicht besser: Im Jahr 2000 lag ihre Auflage bei 5,7 Mio., 2008 dann nur noch bei 4,5 Mio. (-1,2 Mio.). Der BDZV wies 2008 auch darauf hin, daß in Ostdeutschland die Auflagenhöhe weitaus schneller zurückgeht als in Westdeutschland; während der Verkauf von Zeitungen in Westdeutschland um -1,62% (378.515 Aufl.) zurückfiel, waren es in Ostdeutschland -3,96% (120.674 Aufl.).

    1. Edmund Stoiber    

      Hätte nicht gedacht, daß ich ret marut noch einmal für einen Beitrag loben würde, aber hier ist es: LOB! Wobei es natürlich für mich ok ist wenn die tonangebenden Gruppen vor Ort konservativ sind wie in Greifswald.

      1. ret marut    

        Na siehste, es gibt ja doch auch manchmal Gemeinsamkeiten. 😉

      2. ret marut    

        Na siehste, es gibt ja doch auch manchmal Gemeinsamkeiten. 😉

        1. Rudold    

          Ju ihr habt beide zu jedem Thema einen Scheiss abzuladen ^^ ich finde das weniger schön sondern eher bedauerlich

        2. Edmund Stoiber    

          Na klar gibt es die, wenn wir uns auf der Straße begegnen würden, würden wir uns auch trotz sehr unterschiedlicher Meinungen gut verstehen. Ein Beispiel: Ich schließe selbst niemanden von einer politischen Unterhaltung, und stehe jedem seine Meinung zu und setze mich dafür ein dass jeder sie kundtun darf sofern sie nicht gegen Recht verstößt, obwohl mir von linker Seite schon öfters deren "richtige" Meinung platt diktiert wurde, man alles als falsch abtat oder einfach die Unterhaltung beendete bevor sie richtig spannend wurde (sinngemäßes Stichwort: "Bei dieser überholten Meinung kannst du doch nicht bleiben! Jetzt ist Schluß" — "Na klar kann ich. Ich halte deine Meinung auch für grundfalsch und hör dir trotzdem zu."). Ist doch nichts interessanter als ein intelligentes Streitgespräch zweier Leute deren Haltung unterschiedlicher nicht sein könnte.

  8. ret marut    

    Aktuelle Berichte zu Aufkäufen in der Zeitungs- und Medienlandschaft findet mensch übrigens auch im Mitgliedermagazin des FB 8 von ver.di (Zeitschrift "M -Menschen – Machen – Medien"). In NRW versucht die WAZ übrigens auch gerade Lokalredaktionen zu "rationalisieren" (sprich: auflösen/ zusammenlegen), also ein Ausbluten des Lokaljournalismus wie hier in MV. Um darauf aufmerksam zu machen, hat ver.di eine Rundzeitung herausgegeben, die ihr auch als pdf runterladen könnt. Hier die Ankündigung vom FB 8:

    "Gewerkschaften geben Zeitung für das WAZ-Land heraus

    Am 9. Januar 2009 ist erstmalig die Neue Westfälische Allgemeine Rundzeitung für das WAZ-Land erschienen. Herausgeber sind der DJV NRW und die dju in ver.di. Die Journalistengewerkschaften wollen mit dieser Publikation eindringlich vor der drohenden Gefahr einer Verödung der Presselandschaft in NRW warnen. Denn diese werde zwangsläufig eintreten, wenn die WAZ-Mediengruppe wie angekündigt die Lokalberichterstattung ihrer vier bislang selbstständigen Zeitungstitel Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Neue Ruhr/ Rhein Zeitung, Westfälische Rundschau und Westfalenblatt ausdünnen, Redaktionen zusammenlegen oder schließen wird. Die sechsseitige Zeitung mit Berichten, Nachrichten, Interviews und einer Zitatensammlung kann auch im pdf-Format unter http://www.medienmoral-nrw.de herunter geladen werden.
    Derzeit wird in der WAZ-Gruppe der vorliegende Sozialplan auf Belegschaftsversammlungen diskutiert. Er sieht u.a. Abfindungszahlungen und Altersteilzeit vor. Betriebsbedingte Kündigungen werden nach wie vor nicht ausgeschlossen."

    [Studierende können übrigens auch den DGB-Gewerkschaften beitreten, was auch sehr sinnvoll und empfehlenswert ist.]

  9. Marcus Johst    

    Ja, Freunde, Ihr habt gegoogelt. Und schon seid Ihr echte Journalisten. So einfach ist das. Der erste Satz von Ihnen würde übrigens bei der Schlussredaktion in einem old school-Medium rausfliegen. "scheint nicht zu antworten" -heißt was? Der Leser will Ja oder Nein. Nichts wissen kann er selber. Übrigens und der höflichen Ordnung halber, hier meine Antwort – da ich ein kleines Unternehmen zu leiten habe begreiflicherweise etwas verspätet: selbstverständlich erteilen wir keinerlei Auskünfte über bestehende oder angebliche Mandate. Und was meine eigene Glaubwürdigkeit betrifft: (Frage unten): die ist völlig wurst. Es geht immer um den Mandanten. So. Und jetzt zurück zur allerersten Frage: "welches Netz?". Ich empfehle den Herren (Dame habe ich im NDR-Beitrag keine gesehen) die kommunizierenden Einheiten stets als Geschäftsmodelle zu betrachten. Ein Verlag existiert, weil er Gewinn macht. Wenn er das nicht mehr tut, zappelt er noch eine Weile am Markt rum und verreckt dann. Oder wird geschluckt. So weit nachvollziehbar, gell? Eine Gewerkschaft existiert, weil sie Mitglieder hat, die Beiträge zahlen. Davon werden dann die schönen Gehälter der Funktionäre und aller Angestellten der Gewerkschaft bezahlt. Wenn es keine Mitglieder mehr gibt, zappelt die Gewerkschaft noch eine Weile rum oder pumpt die ihr nahestende Partei an. Wenn die auch kein Geld mehr gibt, geht die Gewerkschaft ein. Ja, in der Tat etwas komplizierter als das erste Modell. So. Jetzt gibt es folgendes Problem für Geschäftsmodell 2: Geschäftsmodell 1. Die Verlage verlassen die Tarifgemeinschaft, welche nach der Wende, als man noch nicht so sehr aufs Kleingeld geschaut hat, freundlicherweise mit den aus der Konkursmasse der DDR übriggebliebenen SED-Zeitungen und ihren Journalisten, geschlossen wurde. Das hat viele Jahre sehr gut funktioniert, weil die Verlage prächtig verdient haben. Deshalb empfangen auch heute noch viele Lokaljournalisten in Mekpom, welche eine Anstellung innerhalb der Tarifbindung genießen, ein tolles Jahresgehalt – etwa 60.000,00 Euro, wie man Euch gerne bei Verdi/ DJV bestätigen wird. Oder auch nicht, denn das passt natürlich gar nicht ins Bild, welches Verdi gerne von seiner Klientel (die deshalb auch schöne Mitgliedsbeiträge überweist) zeichnet… So, jetzt muß ich leider zu meinem nächsten Termin, um wieder was ganz Böses und Unglaubwürdiges zu machen. Die Fortsetzung dieser schönen Erzählung folgt bei Gelegenheit. Euer Herr J.

    1. Manfred Peters    

      Also, zusammengefasst und übersetzt, ein arroganter Zyniker mit "NDR äh DDR" Phobie. Wäre Herr Johst auch noch CSU-Mitglied, könnte er jetzt schon Wirtschaftsminister sein. Zitat: "…da ich ein kleines Unternehmen zu leiten habe "… , bin ich, wie zu Guttenberg, für diesen Posten bestens/sogar besser geeignet. Aber eigentlich ist es ja eine Ehre für den webmoritz, dass Herr Johst seine wertvolle Zeit hier für Kommentare hergibt.

    2. Sebastian Jabbusch    

      Sehr geehrter Herr Johst,

      Bei aller liebe: Wer austeilt, muss auch einstecken können. Zudem waren es nur Ihre eigenen Worte, mit denen ich Sie konfrontiert hatte…

      Aber zum Inhaltlichen. Ich persönliche finde Ihre Position, die ob nun zufällig oder unzufällig wohl auch die der Verleger sein dürfte, durchaus sehr spannend. Wenn man einmal die Tiraden gegenüber den Gewerkschaften (die sicher auch ihre Geschichten über "böse" Kapitalisten verbreiten) weglässt, dann nähert man sich doch einem Problem.

      Sie definieren dieses Problem offenbar als den Lohn der Journalisten.

      Meine sicher kaum überraschende Gegenfragen (ohne die Gewerkschaften vertreten zu wollen) ist: Ist der Lohn wirklich das Problem? Sind es nicht die fehlenden Journalisten in den Lokalredaktionen, die die Lokalausgaben "zwingen" nur mäßige Recherchekost abzuliefern? Ist es nicht auch eine gewisse konservative Grundhaltung die durch geringe Flexibilität innerhalb der Zeitung sich in die Lokalzeitungen festgefressen hat?

      Haben nicht auch die Herausgeber ein Quentchen Mitschuld indem sie – statt neue Redakteure einzustellen – lieber auf eine höhere Rendite gepocht haben?

      Fazit: Ich bin sehr auf eine Fortsetzung gespannt. Lassen Sie bitte Ihren Gedanken freien Lauf.

      Und bitte verzeihen Sie meine anfänglichen Unhöflichkeiten.

  10. Edmund Stoiber    

    daß du auch an dieser Stelle nicht ohne Werbung für linke Gruppierungen auskommst war vorhersehbar, lieber ret marut

    Gewerkschaften bringen überhaupt nichts!

    1. ret marut    

      … mal wieder der Ede. Nicht nur, daß die Gewerkschaften "überhaupt nichts bringen", sie sind sogar noch schuld: http://www.dgb-elbeweser.de/3.html?id=15865 😉

      1. Edmund Stoiber    

        Wer hat denn Arbeiterrechte zuerst eingeführt? Der von mir hochgeschätzte Otto von Bismarck war's. Für Arbeiterrechte braucht man keine Gewerkschaft, sondern eine kluge Gesetzgebung die allen Seiten recht tut.

  11. MichaelFreitag    

    Vorab: ein Gruß aus Leipzig, der "Medienstadt". Gratulation zu dieser Seite und dem Beitrag bei ZAPP, welchen die Leipziger Internet Zeitung und ich insbesondere wahrgenommen habe. Ihr seid auf dem richtigen Weg – egal, was Menschen sagen, die noch "Print denken". Alles geht seiner Wege und dieser hier ist einer davon. Nehmt das Gelernte, geht hinaus in die Wirtschaft und beweißt, dass es im geliebten Norden genauso geht, wie im ehemal monokulturellen Leipzig mit einer Tageszeitung im Netz Alternativen und Medienvielfalt zu schaffen.

    Lernt, wie man geschickt und mit nachhaltigkeit vermarktet und ihr seid kaum zu schlagen. Und wenn ein paar Printkollegen umlernen, gibts auch wieder Jobs.

    Zu Herrn Johst, der es geschafft hat, aus einer Brille heraus, die ich durch frühere (verhasste) Jobs auch kenne, hier seine Ansichten dominant einzubringen – lasst Euch nix erzählen. Erfahrung zählt oft weniger, als man denkt – man kann auch 30 Jahre lang alles falsch gemacht haben … (sinng. Tucholsky).

    Ich wünsche Euch einfach viel Erfolg und grüße von der gesamten http://www.l-iz.de in den Norden.

    1. Peter Putt    

      Vielleicht liegt es an meinem mangelnden IQ, aber diesen Beitrag verstehe ich einfach nicht.

  12. Sebastian Jabbusch    

    Vielen Dank für den Zuspruch und herzlichen Gruß zurück 🙂
    Ich bin jedoch nicht "gegen Print". Ich glaube, dass auch Print seine Zukunft hat. Wir nutzen das Web vor allem, weil es schneller, billiger und interaktiver ist.

    Wir könnten uns zumindest im Moment keine Druckmaschinen leisten 😉

    1. MichaelFreitag    

      Das mit dem "Print denken" nicht über bewerten 😉 wir haben auch Kollegen im Print, die sehr gut sind (ab und zu sogar im Lokaljournalistischen Bereich). Aber gerade dass ist ja der Witz: Das Geld nicht in die Druckmaschine stecken, sondern in die Personen/Journalisten und die direkte Info-Beschaffung… darum gehts. Viel Erfolg nochmal dabei 😉

  13. Iris S. H.    

    Sehr geehrte Herren (und Damen???),

    die gesamte „Diskussion“, in der die grafische Darstellung von Leserzahlen in einem NDR-Betrag einen höheren Stellenwert zu haben scheint, als die journalistische Qualität, ist absolutus absurdus – auch wenn ich den Enthusiasmus als journalistische Lebenszeichen begrüße.

    Es ist heute leichter als jemals zuvor (in Deutschland!) Informationen zu erhalten, wenn man danach sucht. Vor allem dank dem Internet. Fazit ist, dass der durchschnittliche Leser vorgefertigte Meinungen (idealer Weise mit großen Bildern und wenig Text versehen) möchte. Anders wäre die Medienkonzentration und Selektion nicht zu erklären. Natürlich sparen lokale Medien, aber die Qualität im Regionaljournalismus war noch nie hochwertig – nur die Auswahloptionen waren vielfältiger, die wohl nie Auswahl im Kontext von kreativen Journalismus geboten haben. Am Ende bekommen die Leser, was sie suchen und somit verdienen!!!

    Ich unterstütze alle motivierten Jungjournalisten, die sich als „viertes Organ im Staat“ berufen fühlen, durch „Informationen“ politische und gesellschaftliche Prozesse zu verändern. Bitte endet nicht als ketten-rauchende Alkoholiker, wie viele eurer Kollegen zuvor, die erkennen mussten, dass Medienunternehmen keine gemeinnützigen Vereinigungen, sondern kommerzielle orientierte Unternehmen sind.

    Beste Grüße
    ISH

    1. MichaelFreitag    

      Die Formulierung "Lokaljournalismus war noch nie hochwertig", wird bei der Lektüre alter Reportagen und Lokalberichte von Max Frisch ad absurdum geführt. Ebenso von Tom Robbins, welcher vor seiner Buchkarriere ein sehr guter Lokaljournalist in Amerika war und sich die Mühe gemacht hat . Und dass sind nicht die einzigen Namen. Alles in allem also eine Behauptung, welche schon allein durch die pauschale Wortwahl daneben geht. Dass er nicht geachtet wird, weil alle Kollegen den Traum haben, über die große weite Welt zu schreiben und das möglichst bei Spiegel und Co.. Dass es dabei oft um Vorgänge geht, die an umfallende Reissäcke und all zu oft auch an Kaffeesatzleserei erinnern, wird gerade zunehmend klarer.

      Auch, dass damit Menschen "vor Ort" Ihre Wirklichkeit in der Presse nicht mehr abgebildet sehen.

      Und die Meldung BILD macht 11 neue Lokalredaktionen auf, ist eher erschreckend in dem Zusammenhang – was werden dass für lokale Meldungen werden … Wieder eine Entwicklung, welche zur Banalisierung der direkten Realitäten "vor Ort" geraten könnte und vermutlich auch wird – neue Informationsmengen von geringer Haltbarkeitsdauer und Suchmaschinenverstopfung im Netz inklusive.

      Macht übrigens Spaß, hier zu schreiben. Danke für das Gästebuch 😉

    2. MichaelFreitag    

      Die Formulierung "Lokaljournalismus war noch nie hochwertig", wird bei der Lektüre alter Reportagen und Lokalberichte von Max Frisch ad absurdum geführt. Ebenso von Tom Robbins, welcher vor seiner Buchkarriere ein sehr guter Lokaljournalist in Amerika war und sich die Mühe gemacht hat . Und dass sind nicht die einzigen Namen. Alles in allem also eine Behauptung, welche schon allein durch die pauschale Wortwahl daneben geht. Dass er nicht geachtet wird, weil alle Kollegen den Traum haben, über die große weite Welt zu schreiben und das möglichst bei Spiegel und Co. passt da schon eher. Dass es dabei oft um Vorgänge geht, die an umfallende Reissäcke und all zu oft auch an Kaffeesatzleserei erinnern, wird gerade zunehmend klarer.

      Auch, dass damit Menschen "vor Ort" Ihre Wirklichkeit in der Presse nicht mehr abgebildet sehen.

      Und die Meldung BILD macht 11 neue Lokalredaktionen auf, ist eher erschreckend in dem Zusammenhang – was werden dass für lokale Meldungen werden … Wieder eine Entwicklung, welche zur Banalisierung der direkten Realitäten "vor Ort" geraten könnte und vermutlich auch wird – neue Informationsmengen von geringer Haltbarkeitsdauer und Suchmaschinenverstopfung im Netz inklusive.

      Macht übrigens Spaß, hier zu schreiben. Danke für das Gästebuch 😉

    3. MichaelFreitag    

      Die Formulierung "Lokaljournalismus war noch nie hochwertig", wird bei der Lektüre alter Reportagen und Lokalberichte von Max Frisch ad absurdum geführt. Ebenso von Tom Robbins, welcher vor seiner Buchkarriere ein sehr guter Lokaljournalist in Amerika war und sich die Mühe gemacht hat, Menschen noch kennen zu lernen. Und dass sind nicht die einzigen Namen. Alles in allem also eine Behauptung, welche schon allein durch die pauschale Wortwahl daneben geht. Dass er nicht geachtet wird, weil alle Kollegen den Traum haben, über die große weite Welt zu schreiben und das möglichst bei Spiegel und Co. passt da schon eher. Dass es dabei oft um Vorgänge geht, die an umfallende Reissäcke und all zu oft auch an Kaffeesatzleserei erinnern, wird gerade zunehmend klarer.

      Auch, dass damit Menschen "vor Ort" Ihre Wirklichkeit in der Presse nicht mehr abgebildet sehen.

      Und die Meldung BILD macht 11 neue Lokalredaktionen auf, ist eher erschreckend in dem Zusammenhang – was werden dass für lokale Meldungen werden … Wieder eine Entwicklung, welche zur Banalisierung der direkten Realitäten "vor Ort" geraten könnte und vermutlich auch wird – neue Informationsmengen von geringer Haltbarkeitsdauer und Suchmaschinenverstopfung im Netz inklusive.

      Macht übrigens Spaß, hier zu schreiben. Danke für das Gästebuch 😉

  14. Gabriel Kords    

    Zunächst mal: Die (schlechte) grafische Darstellung von Leserzahlen in dem Beitrag ist ein wichtiges Merkmal seiner journalistischen Qualität, denn sie erweckt gekoppelt mit der unterschwelligen Aussage, der Rückgang sei ein spezifisches Problem der Lokalzeitungen in MV einen falschen Eindruck.

    Im Übrigen finde ich die hier vorgetragene Sichtweise nicht nur ein bisschen sehr fatalistisch, sondern sie hat darüber hinaus noch ein paar sachliche Macken: Insbesondere die, dass Auswahloptionen per se bereits ein Merkmal von Qualität im Regionaljournalismus sind. Darüber hinaus muss zumindest diskutiert werden, ob der "durschnittliche Leser" (Wer ist das übrigens?) tatsächlich vorgefertigte Meinungen mit viel Bild und wenig Text wünscht oder ob das nicht selbst eine vorgefertigte Meinung ist, mit der sich Journalisten das leben leicht machen wollen.

    In diesen Kontext darf man dann auch durchaus die Frage einfließen lassen, ob Journalisten nicht zumindest auch eine Art Rest-Verantwortung wahren sollten, die sie davon abhalten sollte, systematisch Gegenmeinungen zu unterschlagen, wie es die Greifswalder Ostsee-Zeitung leider wirklich tut.

    Abschließend darf ich versichern, dass ich mich (der ich mich hier mal kühn mit "Jungjournalist" gleichsetzen will) für nicht gefährdet halte, zum kettenrauchenden Alkoholiker zu verkommen. Und was die kommerziell orientierten Unternehmen betrifft: Genau deswegen gibt es ja gottlob auch noch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk…

    1. Peter Putt    

      Ja gottlob gibt es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk!!

      Mit politisch versippten Gremien, Vetternwirtschaft, Zwangsabgaben, GEZ-Eintreibern, Redaktionsbeamten, die man zum Jagen tragen muss, aufgeblähten Verwaltungsstrukturen, die dann die GEZ-Opfer, äh, Kunden zahlen müssen, miserablem Empfang in der Fläche, Volksmusikdreck für die Quote, dudelfunk ohne Wortbeiträge (weil die Heerscharen von Mitarbeitern ja nicht auch noch ein Programm machen können. Und nicht zuletzt den vielen hochbezahlten, unkündbaren Qualitätsjournalisten, die nicht mal das Ein mal Eins der Recherche kennen (und es auch nicht müssen).

      Doch! Super!! Jeden Tag danke ich dem Herrgott dafür, dass es soetwas noch gibt und nicht nur diese kommerziellen.

      Der NDR hat soviel Mitarbeiter, dass er in jedem Dorf ein Korrespondentenbüro unterhalten könnte. Aber fahrt mal nach Hamburg in die "NDR-Stadt" auf der Wiese, oder an die Rothenbaumchaussee und zählt mal die Hauptabteilungen und Unter- udn Neben- und Zwischenabteilungen. Was könnte man mit der ganzen Knete alles tolles machen…

      1. NDR Aktuell    

        Du bevorzugst wahrscheinlich das Qualitätsfernsehen von RTL und SAT1!Nur mal so:Harald Schmidt,ZAPP, anspruchsvolle ältere Kinoklassiker,Tagesschau,Arte,3SAT das alles wird von der GEZ bezahlt.

  15. Sebastian Jabbusch    

    Naja – ob sie das nun alles so genau meinte? ich Finde den Beitrag von ISH ganz nett gemeint. Danke!

  16. MichaelFreitag    

    Ich versteh ihn auch nicht 😉

    Im Ernst: Es liegt aber nicht am IQ, sondern an den Erfahrungswelten. Und diese Erfahrungswelten möchte ich nicht hier ausbreiten – ist ja schließlich nicht meine Zeitung und gehört ergo nicht hier hin 😉 Nur soviel – wer "Print denkt", hält eine Papierzeitung per se für das bessere Qualitätsprodukt, weil dafür mehr Geld in Drucklegung und Verteilung ausgegeben wurde – also MUSS es ja werthaltiger sein, was da steht. Ist es nicht – ausser ich benutze die Zeitung von gestern zum Polieren meiner Fenster und sorge anschließend durch eine Verklappung im Papiercontainer für eine saubere Rückführung in den Kreislauf 😉 … aber wie gesagt, es gäbe da viel zu klären, denn der Qualitätsjournalismus im Netz ist noch ein Baby, welches gerade die ersten ernsthaften Gehversuche macht – und dabei auch noch ab und an umfällt.

  17. Sebastian Jabbusch    

    Lokaljournalismus kann definitiv hochwertige Arbeit sein – das kann ich nur unterstreichen. Das der Eindruck entstanden ist, dass er "schlecht" ist, verstehe ich jedoch auch. Es fehlen die guten Beispiele…

  18. Sebastian Jabbusch    

    Lokaljournalismus kann definitiv hochwertige Arbeit sein – das kann ich nur unterstreichen. Das der Eindruck entstanden ist, dass er "schlecht" ist, verstehe ich jedoch auch. Es fehlen die guten Vorbilder…

  19. Rudold    

    reg dich nicht auf! 🙂 Peter Putt ist halt ein kleiner Mensch – und auch solche muss es geben ^^

  20. Janni    

    *weglach* ich lese hier schon ein paar wochen aber so ein unsinn hab ich noch nicht gelesen ich lach mich weg o.O

  21. Jan_Peter    

    Dann sag mir mal, lieber NDR Aktuell, warum es den Spot vor der Tagesschau während der Uhr gibt. Wenn die doch von der GEZ bezahlt wird… Der Spot ist sicher teuer. Und warum alle Fußballkommentatoren ständig von "Allianz Arena" & Co sprechen. Ist das keine Werbung?
    Doppelmoral nenn' ich so was.

  22. Edmund Stoiber    

    PS: Den Gewerkschaften geht's übrigens wie der SPD und den Regionalzeitungen – die Leute laufen in Scharen davon, weil sie merken dass es ihnen keinen Vorteil bringt. Ihre Beitiräge bezahlen doch nur den teuren Chefsessel und Interkontinentalflüge von Bsirske und Sommer und all den tausenden Bürohengsten. Aber das ist jetzt wirklich zu weit weg vom Artikelthema…

  23. MichaelFreitag    

    Müssen sie auch, wenn in Dt. und sicher auch anderswo jedem Journalisten (Achtung, keine exakte Zahl) zirka 2,5 PR-Leute gegenüberstehen (den 0,5-PR-Mann würde ich gern mal kennen lernen ;-). Und wer sind diese? Ehemalige Journalistikstudenten mit Hang zum Geldverdienen (unzulässige Verallgemeinerung in angespitzter Form). Nix gegen PR-Mitteilungen, aber wenn sie es schon in die Zeitungen schaffen, ohne wenigstens umgeschrieben zu sein … hab es selbst erlebt, als ich vor einigen Jahren noch auf der "anderen Seite" stand – meine PR-Texte in "unabhängigen" Zeitungen – muaaaahh gruselig 😉 – Grüße nochmal unbekannteweise an Herrn Johst, da gibt es immer Möglichkeiten – nicht wahr und wenn es Gästebücher, Kleinanzeigen und Kamingespräche mit Journalisten sind … 😉

    Wenn man IVW anschaut, sind sogenannte "Kundenzeitungen" (also nur noch Werbung, als Magazin aufgelegt) im Trend die letzten Jahre ständig steigend gewesen. Mit anderen Worten: PR-Leute schreiben als "Informationen" getarnte Zeitungen für "Kunden" (die sie meist noch werden sollen).

    Wer bleibt also da als geschulte(r) Frau/Mann gern auf der meist finanziell schlechteren Position des Lokaljournalisten? Meist nur die, welche ihre Region und die darin lebenden Menschen wirklich mögen und darüber hinaus ein neugieriges Auge für die "kleinen" Geschichten behalten. Die ganze Debatte um die schlechtere Bezahlung dieser Journalisten, ist auf der wirklichen Ursachenebene auch nur Augenwischerei. Aber das betrifft dann das ganze Feld der Vermarktung und der Wertschätzung von Verlagsleitern/-inhabern, die da selbst mitsteuern können, aber selbst oft nur "nach oben" schielen….

    Ja – gute Vorbilder sind & bleiben vermutlich rar – solange, bis auch der Leser beginnt, den ganzen Mist (siehe oben) ungelesen zum Fensterputzen zu verwenden 😉

    Jaaa: ich mach gerade wieder PR – aber diesmal für etwas wirklich Wichtiges: ein kleiner Teil Demokratieförderung 😉 Ein wenig "Haltung" muss man bei Lokaljournalismus wahrscheinlich mitbringen ….

  24. MichaelFreitag    

    (Auch mal ein Lob – macht auch Spaß, hier zu lesen …:) Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass Begriffe wie "links" und "rechts" eher dazu taugen, im Straßenverkehr Richtungen anzuzeigen, als menschliche Haltungen in der Politik zu spiegeln, wirds ganz verrückt 😉

  25. MichaelFreitag    

    (Auch mal ein Lob – macht auch Spaß, hier zu lesen …:) Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass Begriffe wie "links" und "rechts" eher und mehr dazu taugen, im Straßenverkehr Richtungen anzuzeigen, als menschliche Haltungen in der Politik zu spiegeln, wirds ganz verrückt 😉

    1. Edmund Stoiber    

      Sehe ich auch so. "links" und "rechts" sind in der Politik längst überholt.

      Erinnert mich übrigens alles gerade etwas an die Sendung Frontal von früher mit Bodo H. Hauser und Ulrich Kienzle. Ret marut, sag mal, wollen wir nicht auch mal ne Fernsehpolitsendung starten ;-)?

  26. Hauser    

    “”Der investigativ arbeitende Journalist sammelt mehr, er ist ergebnisoffen, er hat viele Quellen, er sucht Unterlagen, die öffentlich nicht zugänglich sind. Er arbeitet länger”. Diese Charakterisierung von Hans Leyendecker erscheint wenig verlockend. Jedoch ist der nötige Mehraufwand an Arbeit, nicht der einzige Grund, weshalb diese Berufsgruppe kaum entwickelt ist. Annahmen zufolge gibt es bundesweit weniger als 50 Journalisten, die an der “rostigen Schraube Aufklärung” drehen, wie “Monitor”-Chefin Sonia Mikich den investigativen Journalismus umschreibt. Die genaue Zahl ist unbekannt.”

    Quelle:
    http://www.kannnichtsein.com/interessante-artikel

    Noch Fragen, Kienzle?

  27. dpa    

    [youtube Pf-qUWrSGG0

    youtube]

    Passend zum Thema ein etwas älterer Beitrag über den Hochstapler äh Börsenspekulanten äh CSU-Wirtschaftsminister von und zu Guttenberg

  28. dpa    

    [youtube aZxNejXqypM

    youtube]

    … und noch eine 2. Version von und zu Guttenberg, wer sie noch nicht kennt…

    … soviel zur Wirtschaftskompetenz von CDU & CSU

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