Sebastian Pflugbeil zu Gast bei „Nacht am Meer – der Talk im Strandkorb“

Dr. Sebastian Pflugbeil

Dr. Sebastian Pflugbeil

Lena hat nur Platz 10, Dr. Sebastian Pflugbeil aber Platz 1. Nicht bei einem Singe-Contest, aber zumindest was die mediale Präsenz in Sachen Atomkraftnutzung angeht. Seit dem Super-GAU in Fukushima ist der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz ein gefragter Gesprächspartner in allen Medien: Print, Internet, Radio oder Fernsehen – alle zitieren und befragen ihn. Wie er das findet? „Das nervt!“ gibt er im Interview zu Protokoll. Aber er freut sich, dass das Gespräch bei “Nacht am Meer – der Talk im Strandkorb” länger als 45 Sekunden dauert.

Dadurch besteht die Möglichkeit von einem ausgewiesenen Experten in aller Ruhe und Gründlichkeit über Fukushima, Tschernobyl und Atomkraftnutzung zu sprechen. Die Gelegenheit zu erfahren, welche Atompolitik die ehemalige DDR tatsächlich hatte und wie er sich damals Informationen über Atomkraftnutzung geholt hat. Auch warum und wie Atomstrahlung überhaupt gefährdend ist und warum er den zweiten Sarkophag in Tschernobyl kritisch betrachtet. Letzteres kann er als einer der wenigen Menschen, die den ersten Sarkophag von innen gesehen haben, mit Nachdruck und guten Argumenten darlegen. Dass er neben allem wissenschaftlichen Know-how auch ein Faible für klassische Musik hat, beweisen seine „Gastsongs“ von J.S. Bach.

Grund genug also am 17.05.2011, von 22-23.00 Uhr radio 98eins auf der Frequenz MHz 98,1 oder im Livestream zu hören. Stephan Dreytza wird moderieren. Sollte man die Sendung leider doch verpasst haben, kann man alles am 22.05.11 um 23.00 in der Wiederholung oder sonst einfach im Podcast anhören. Visuell interessiert? Dann vorher bei Youtube ein Bild machen, wie es im Radio hinter den Kulissen aussieht.

 

Foto: David Vössing, webmoritz.de

Nein Danke! – Mahnwachen auf dem Greifswalder Marktplatz

Nein Danke! – Mahnwachen auf dem Greifswalder Marktplatz

In den vergangenen sechs Wochen verliehen die Greifswalder Bürger jeden Montag Abend ihrem Protest gegenüber Atomkraft Ausdruck und gedachten gleichzeitig der Opfer der Atomkatastrophe in Japan. Am 18. April fand die vorerst letzte Mahnwache für den Atomausstieg auf dem Greifswalder Marktplatz statt. Während anfangs etwa 200 Interessierte teilnahmen, fanden gestern nur noch die Hälfte den Weg auf den Marktplatz. Doch nicht nur in Greifswald wurde in dieser Form auf das Leid der japanischen Bevölkerung hingewiesen: In über 400 Städten bundesweit drückten Menschen in dieser Form ihre Betroffenheit aus.

 

 

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Unfassbare Auswirkungen: Lesung über den GAU in Tschernobyl

Anlässlich des für die nächsten Tage geplanten Castortranportes wird für Montag, dem 13. Dezember um 20 Uhr ins Cafe Koeppen eingeladen. Dort lesen Katja Klemt und Grian Duesberg, beide Schauspieler am Theater Vorpommern, Textauszüge aus dem Buch „Tschernobyl“ vor, das von der unkrainischen Autorin Swetlana Alexeijwitsch geschrieben wurde.

Das Buch erschien elf Jahre nach dem GAU und erzählt die Geschichte der Feuerwehrmänner und Soldaten, die als Liquidatoren eingesetzt wurden. Gedanken und Gefühle werden von denen geschildert, die bis heute mit der Strahlung kämpfen. „Natürlich hätte ich schnell ein Buch schreiben können, wie sie denn eins nach dem anderen erschienen – was in jener Nacht im Kraftwerk geschah, wer die Schuld trägt, wie viele Tonnen Sand und Beton nötig waren für den Sarkophag über dem todbringenden Reaktor – aber irgendetwas hielt mich davon ab. Was? Das Gefühl eines Mysteriums“, lautet ein Auszug.

„Das Buch hat mir die unfassbaren Auswirkungen eines Atomunfalls auf das tägliche Leben gezeigt, die wir in der Theorie nie werden begreifen können“, sagt Organisatorin Inga Lutosch. „Dazu ist eine Lesung aus dem Buch besonders geeignet, weil es Nahaufnahmen des Lebens der Menschen enthält, für die der Reaktorunfall das Leben geprägt hat.“ Der Eintritt ist frei.

Foto: Veranstalter