Mimimi-Mittwoch: Möwen

Mimimi-Mittwoch: Möwen

In meiner ersten Greifswaldwoche habe ich sie noch genossen: die Rufe der Möwen. Sie klangen nach Urlaub an der Ostsee, Sommer und salziger Luft. Inzwischen habe ich gelernt, wozu die Urheber des Geschreis im Stande sind. Statt an Sommer und Urlaub denke ich jetzt nur noch an Angst und Aggressionen.

Meine Abneigung gegen Möwen basiert größtenteils auf zwei Erlebnissen. Das erste geschah in einem dunklen Corona-Winter, in dem der Bodden zugefroren war und die Mensa nur Essen zum Mitnehmen verkaufte. Als wäre es nicht schlimm genug, in der Prüfungszeit bei -20°C auf dem Beitz-Platz essen zu müssen, hatten die Möwen mitbekommen, dass es dort etwas zu holen gab. Nach nur wenigen Minuten sammelten sich immer mehr Möwen um mich und meine Pommes. Als ich ihnen mit einer fahrigen Handbewegung versehentlich eine Pommes hinwarf, stürzten sich so viele Möwen auf mein Essen, dass mir nichts als die Flucht blieb. Meine Pommes musste ich aus Selbstschutz zurücklassen.

Bei der zweiten Gruselbegegnung gab es sogar Tote. Also keine menschlichen, aber das macht es nicht weniger schlimm. Auf dem Parkplatz vor einem der Wohnheime flitzte eine Maus umher. Mir kam es schon recht unsicher für so eine kleine Maus vor, ohne Schutz auf dem Parkplatz unterwegs zu sein. Deshalb versuchte ich, sie ins Gebüsch zu bringen. Doch die Maus wollte nicht so ganz. Ich verabschiedete mich mit einem: „Pass auf dich auf, Maus“, und drehte mich kurz zu meinem Fahrrad, als ich auf einmal ein durchdringendes Piepsen hörte. Es war der Todespieps der Maus, die von drei Möwen zerrissen wurde. Als wäre ich nicht da, zerlegten die drei Vögel sie vor meinen Augen auf dem Parkplatz.

Diese zwei Geschichten stehen vermutlich exemplarisch für zahlreiche Möwen-Vorfälle in Greifswald. Aber es ist nicht nur meine persönliche Abneigung, es gibt fünf ganz rationale Gründe, warum Möwen die schlimmsten Vögel in Städten sind:

  • Erstens sind sie riesig. Mit Tauben könnte ich mich noch anlegen und würde vielleicht gewinnen. Mit Spatzen sowieso. Aber Möwen – mit ihrem riesigen Schnabel können sie ernsthafte Verletzungen verursachen. Und bei der Flügelspannweite bräuchte es nur einen gekonnten linken Haken und ich würde zu Boden gehen.
  • Zweitens sind sie Fleischfresser. Auch Tauben können nervig werden, wenn sie Brotkrumen wollen. Aber bei denen ist man sich wenigstens sicher, dass sie es auf das Brot abgesehen haben. Bei Möwen bin ich mir nie sicher, ob sie mein Fischbrötchen oder mich fressen wollen.
  • Drittens sind sie skrupellos. Die Greifswalder Möwen haben jegliche Scheu vor Menschen verloren. Nicht, dass sie Angst vor uns haben müssten, wir haben keine Chance. Aber wie dreist sie Menschen angreifen, um an Futter zu kommen, finde ich schon beängstigend. Ich würde diesen Vögeln sogar zutrauen, Waffen unter ihren Flügeln zu verstecken.
  • Viertens sind sie laut. Klar, auch die Spatzen, die ab vier Uhr morgens ihre Beziehungsprobleme vor meinem Fenster ausdiskutieren, könnten das leiser machen. Aber Möwen sind deutlich lauter und ihre Schreie haben nicht einmal etwas Melodisches. Möwenschreie können auch ganz komische Assoziationen bringen. Ich habe mal eine Möwe schreien gehört, bei der es klang, als ob eine Katze geschlachtet wird.
  • Und fünftens verschmutzen sie die Stadt. Vielleicht wäre es mal eine Maßnahme, eine möwensichere gelbe Tonne einzuführen. Wie oft ich schon Möwen dabei beobachtet habe, wie sie gelbe Säcke zerreißen, um an den Inhalt zu kommen. Überall fliegt dann der Plastikmüll rum. Einfach nicht cool von den Möwen.

Bei der „Recherche“ für diesen Artikel habe ich mich mit Freund*innen aus Greifswald über Möwen unterhalten. Und jede*r konnte mir eine merkwürdige Möwengeschichte erzählen. Von gezieltem Ankacken, zu geklauten Eiskugeln und Nestbau auf dem Balkon habe ich alles gehört. Möwen am Strand sind für mich völlig in Ordnung, oder auf dem Meer, oder an einem Hafen an dem Fischfang betrieben wird. Aber auf Möwen in der Greifswalder Innenstadt kann ich absolut verzichten.

Beitragsbilder: Leonie Ratzsch und Nadine Frölich

Musik für den Gaumen: Das Running Dinner ist back

Musik für den Gaumen: Das Running Dinner ist back

Kochen, essen, neue Leute kennenlernen und noch mehr essen. Auch dieses Semester findet das Running Dinner des GrIStuF e.V. (Greifswald International Students Festival) wieder statt. Am Donnerstag, dem 8. Juni, kannst du mit deinem Team wieder von Wohnung zu Wohnung „rennen“ und im Anschluss ins Klex zur Abschlussparty gehen. Die Anmeldung ist noch bis Montag, dem 5. Juni möglich.

Wie funktioniert’s?

An dem Abend wird jeder Gang (Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise) in einer anderen Wohnung gegessen. Nach der Anmeldung wird deinem Team ein Gang zugewiesen, den ihr dann vorbereitet. Für euren Gang kommen zwei andere Teams zu euch, für die anderen zwei Gänge fahrt ihr dann durch Greifswald zu neuen Teams. Für jeden Gang sind ungefähr zwei Stunden angelegt, in denen ihr essen und entspannt miteinander quatschen könnt.

Zeitplan:

  • 18 Uhr Vorspeise
  • 20 Uhr Hauptspeise
  • 22 Uhr Nachspeise
  • 23 Uhr After Party (Klex)

Wie melde ich mich an?

Auf der Website des GrIStuF e.V. könnt ihr euch in 2er oder 3er Teams anmelden. Dort gebt ihr organisatorischen Kram wie Namen, Kontaktdaten und Essensvorlieben an.

Wichtig! Vergesst euren kreativen (!) Teamnamen nicht. Es gibt wieder eine Abstimmung für den besten Teamnamen und die Gewinner erhalten freien Eintritt zur Running Dinner Party. Den Link zum Voting erhaltet ihr mit der Zuteilung für euren Gang.

Und das Motto dieses Jahr? „Musik für den Gaumen“ – also komponiert schön und guten Appetit!

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was? Running Dinner
Wann? Donnerstag, den 08.06.23. 18:00-22:00 Uhr
Wie? Anmeldung als 2er- oder 3er Team bis zum 05.06.23
Danach? Abschlussparty im Klex ab 23 Uhr

Beitragsbild: Stephanie McCabe auf Unsplash

Das Magazin am Montag

Für einen perfekten Start in die neue Woche haben wir heute für euch die Veranstaltungstipps für den Abend sowie aktuelle Neuigkeiten aus Greifswald und Umgebung. Wir informieren euch über das neue Event „Tanzspektakel“ und Marie Lange erklärt euch die Studentenentwicklung in Ostdeutschland. Anja Giering erzählt euch in der Rubrik „Sportiv“ alles, was ihr über den Boxkampf am vergangenen Wochenende wissen müsst. Außerdem stellen wir euch unsere neue Cd der Woche vor. Also seid gespannt und schaltet ein.