Am Montag startet die Bachwoche – Ära „Modeß“ endet

Am Montag startet die Bachwoche – Ära „Modeß“ endet

Es war das Jahr 1946, das Greifswald heute weltweit bekannt macht, aber nicht nur deshalb. Damals war jedenfalls noch nicht daran zu denken. In jenem Jahr wurde aus der Bismarckstraße die Johann-Sebastian-Bach-Straße, die den Markt mit dem Hansering bzw. dem Hafen verbindet. Umbenennungen von Straßen kommen häufiger vor. Aber dieses Jahr 1946 war auch der Startschuss für unsere Greifswalder Bachwoche, die in diesem Jahr somit schon 72 Lenze zählt. Die mediale Reichweite ist aufgrund der professionellen Organisation dieses Musik-Festivals enorm, denn der Eröffnungsgottesdienst auf dem Greifswalder Markt wird am 4. Juni um 18:00 vom Deutschlandfunk übertragen werden. Es wird keine einfache Eröffnung, denn die 72. Greifswalder Bachwoche bedeutet das Ende eine Ära, denn ihr Leiter Jochen A. Modeß tritt nach einem Vierteljahrhundert Tätigkeit ab. Und auch in diesem jahr hat er es geschafft, natürlich nicht er allein, ein Programm auf die Beine zu stellen, in dessen Liste 43 Veranstaltungen stehen. Das Motto der 72. Bachwoche heißt auch nicht ohne Grund „MeMo“. Memoria, memory – ich brauche da nichts weiter erklären. Das ist natürlich ein Wortspiel. Zum einen geht es um Kirchenmusikdirektor Jochen A. Modeß, zum anderen um den Komponisten der deutschen Romantik Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847). Dieser war Unterstützer Johann Sebastian Bachs, der eigentlich gar nicht so viel mit Greifswald zu tun hatte. Das i-Tüpfelchen ist noch die Geschichte, dass vor 25 Jahren Jochen A. Modeß mit einer Themen-Woche zu Bach und Mendellsohn-Bartholdy seine Karriere als Leiter begann.

Was gibt es in diesem Jahr? Die Bachwoche beginnt mit dem 4. Juni und endet am 10. Juni. In diesem Zeitraum bekommt das Publikum z.B. ein Konzert „Bach – Mozart – Mendelssohn“ geboten. Mozart ist „neu“. Jedenfalls werden zum ersten Mal seine Klänge bei einer Bachwoche zu hören sein. Dieses Konzert beginnt am Dienstag (5. Juni) im Dom St. Nikolai um 20:00 Uhr. Studenten bezahlen dafür 6 €. Ein weiteres Highlight an diesem Tag ist das Violin-Konzert im Hauptgebäude des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems. Es beginnt bereits um 12:00 Uhr. Für Studierende natürlich etwas ungünstig, aber nur hinsichtlich des Termins. Zusätzlich wird es noch einmal um 15:00 Uhr angeboten. Im Allgemeinen wurden die 43 Veranstaltungen jeweils über den ganzen Tag verteilt. Das große Konzert „Johann Sebastian Bach: Messe g-Moll in Erweiterung durch Jochen A. Modeß“ findet am Mittwoch traditionell um 20:00 im Dom statt. Und natürlich führt auch Konzert 19, das letzte der Bachwoche, wieder in den Dom. Genau…, 20:00 Uhr. Dann kommt noch einmal Felix Mendelssohn Bartholdy „ins Spiel“. Den kompletten Plan gibt es auf der Seite der Bachwoche: http://www.greifswalder-bachwoche.de/

 

Beitragsbild: Wiebke Moritz

 

Europweit einzigartige Labore auf Riems

Europweit einzigartige Labore auf Riems

Eröffnung_Friedrich_Loeffler_Institut- Simon VoigtDass Greifswald neben seiner Position als Universitätsstandort auch eine wichtige Rolle als Forschungsstandort inne hat, ist wohl kein Geheimnis mehr. Spätestens  mit der heutigen Eröffnung des neuen Hochsicherheitslabors des Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems, hat sich der Name Greifswald auch in der internationalen Forschungswelt etabliert. Nicht nur weil es das modernste seiner Art auf der Welt ist, es ist auch das einzige in ganz Europa. (mehr …)

TITEL Viren auf der Insel – Das Friedrich-Löffler-Institut

„Wir müssen mit dem Virus mithalten“

Professor Thomas Mettenleiter vom Friedrich-Loeffler-Institut – Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit über das modernste Virenforschungszentrum der Welt auf der Insel Riems, die Diskussion um die Schweinegrippe und was er von Virenkatastrophenfilmen hält.

moritz Herr Professor Mettenleiter, in Riems entsteht momentan das angeblich größte Virenforschungszentrum der Welt. Was genau macht es denn dazu?
Thomas Mettenleiter Zunächst einmal weiß ich nicht, ob es das größte ist. Es ist aber mit Sicherheit das modernste, wodurch wir natürlich viel bessere Möglichkeiten der Forschung bekommen, als wir sie momentan haben. Wir werden auch mit Viren der höchsten Risikoklasse an Nutztieren arbeiten können. Das können bisher nur zwei weitere Institute in Kanada und Australien.

moritz Nun haben Sie mit dem alten Friedrich-Loeffler-Institut bereits ein Labor. Wozu brauchen Sie ein neues?
Mettenleiter Die bisherige Infrastruktur reicht einfach nicht mehr aus. Wir arbeiten zwar schon seit geraumer Zeit mit Erregern wie beispielsweise Maul- und Klauenseuche, jedoch alles unter sehr eingeschränkten Bedingungen. Wir haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten, mit so genannten Zoonoseerregern zu arbeiten, also Erregern, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können und umgekehrt. Wir gehen davon aus, dass 75 Prozent aller neuen Erreger aus dem Tierreich stammen. Dafür brauchen wir den neuen Forschungskomplex. (mehr …)